PV-Grundlast für Pumpwerk

  • Servus,


    wir sind am projektieren einer PV-Anlage, die eine möglichst hohe Grundlast für ein Wasserpumpwerk erreichen soll. Dazu einige technische Daten.


    Jahresstromverbrauch ca. 900.000 kWh, davon derzeit bei Tageslicht rechnerisch ca. 300.000 kWh. Die Pumpen laufen 24/7 und stehen lediglich für Wartungsarbeiten still. Momentan ist die Steuerung darauf ausgerichtet, möglichst zur NT Zeit die Pumpen unter Volllast laufen zu lassen. Andere Steuerungszeiten sind jedoch denkbar.


    Leistungsaufnahme max. 145 kW


    Im Anhang ein Bild mit den zur Verfügung stehenden Dächern.
    Das obere dunkelrote Dach hat Maße von
    Traufseite 21 m
    Ortgang west 8,4 m, ost 7,3 m
    Neigung 17°
    Ertrag lt. PVGis 910 kWh/kWp


    Von den übrigen Dächer habe ich derzeit keine Maße, die Neigung ist jedoch 24°. Ein weiteres Gebäude ist in Planung. Es wird ein Verbindungsbau zwischen oberer Halle und dem unteren Gebäude, baulich angepasst an das untere Bauwerk.


    Für das erstgenannte Dach liegt ein Angebot vor für eine 42 kWp-Anlage.


    Nun zu meinen Fragen:
    Es besteht kein Interesse an Einspeisung, der Strom soll ausschließlich für Eigenverbrauch produziert werden.
    Ist in so einem Fall für den erzeugten Strom EEG-Umlage zu bezahlen?
    EinsMan notwendig?
    Bei 24° Neigung "noch" 870 kWh/p Ertrag. Die übrigen Dächer auch vollpflastern?


    BTW. Das hier gezeigte Hauptwerk hat noch ein paar kleine Satelitenpumpwerke. Diese werden soweit möglich mit Anlagen <10kWp bestückt.


    Vielen Dank schon mal vorab für die Anworten


    Grüße
    Allgäulix

  • Das sind mal Hausnummern, mit denen man es hier im Forum nicht oft zu tun hat.


    Erster Tipp: Im Zweifelsfalle ein Ingenieurbüro beauftragen, das auch Garantien gibt (ohne irgendjemanden beleidigen zu wollen, aber so eine Anage geht über die Fähigkeiten eines normalen Solateurs hinaus)!


    Und erste Frage: Geht der gesamte Leistungsbezug in eine einzige Pumpe oder sind das mehrere? Wenn es eine Pumpe ist, dann wird das ganze Projekt nicht einfach, denn dann muss Netzbezug mit PV-Erzeugung gemischt werden (also letztlich Netzeinspeisung betrieben werden). In der geforderten Größenordnung nicht ganz simpel. Wenn es eine Pumpenbatterie mit 14 mal 10 kW geht, sieht das schon mal ganz anders aus. Dann könnte man die Ausweichmöglichkeit haben, einen zumidest teilweisen (Halb-)Inselbetrieb zu fahren ohne jegliche Abgaben.


    Aus der Beschreibung und dem Bild ist auch die Ausrichtung nicht ganz klar.


    Bin neugierig, wie es weiter geht.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von jdhenning

    Das sind mal Hausnummern, mit denen man es hier im Forum nicht oft zu tun hat.


    Erster Tipp: Im Zweifelsfalle ein Ingenieurbüro beauftragen, das auch Garantien gibt (ohne irgendjemanden beleidigen zu wollen, aber so eine Anage geht über die Fähigkeiten eines normalen Solateurs hinaus)!


    ?? Warum geht das über die Fähigkeiten eine Solateurs hinaus .. eine größere Anlage, davon gibts viele .. ansonsten ändert sich da nix? funktionieren wird das aufgrund der Menge die benötigt wird nur sinnvoll über ein ONGrid Model.. Weil ohne Netzbezug gehts ja nicht. Im Prinzip kann man eh nur das schaun das maximum rauszuholen ohne in den Überschuss zu fallen. .. bei einem Untertagsverbauch von 821 kWh.. könnte man mal vermutlich. je nachdem wie das genau gerechnet ist mit 80 kwp rechnen ohne Überschuss zu generieren.. Aber zum Durchprojektieren sofern du es selber nicht kannst solltest da schon gleich den ausführenden Solateur beiziehen. Über die genauen rechtlichen Fragen zum EEG kann ich da als AT'ler leider nix sagen

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Sicher gibt es genug Solateure, die 100 kWp installieren können. Hier geht es erstmal darum, die Leistung des Pumpenmotors mit den Tagesgangkurven der PV übereinanderzubringen. Welcher Anteil kann in welchem Monat ca von der PV erzeugt werden?
    Der Pumpenmotor benötigt ständig zwischen 100 bis max 145 kW / 24/7. Die 42 kW PV bringt diese Leistung nie, vielleicht mal 35 kW Mittags, ansonsten viel weniger. Und jetzt im Dezember? Schaut mal bei euren Anlagen auf den Datenlogger.
    Und bitte hier nicht mit den Jahreswerten (870 kWh/kWp) rechnen, da müsst ihr schon ein Modell basierend auf typische Tageswerte aufbauen + entsprechende Kurven. Das würde ich auch einem Ingenieurbüro mit PV Erfahrung anvertrauen.
    Es könnte eine 100 kWp dabei herauskommen, evtl noch größer. Geht dann allerdings nur mit Anmeldung, da dann nicht mehr ausgeschlossen werden kann, dass doch mal eingespeist wird. Dann kommt die Kostenfrage - Allgäu, was kostet der Strom für die Pumpe? Über Speicher braucht man hier wohl nicht nachzudenken?

  • Was spricht gegen etwa 100kWp, sofern die aufs Dach gehen? In meinen Augen nur, daß der VNB meinen könnte die Leitungen reichen dafür nicht. Berechnet wird normalerweise ja nach installierter Leistung, nicht nach dem daß dann tatsächlich (fast) nichts davon eingespeist wird.


    Zur EEG-Umlage - eben nochmal nachgesehen, die Bundesnetzagentur will einen Leitfaden dazu rausgeben und die Clearingstelle will Empfehlungen dazu abgeben. Von beiden ist über 4 Monate nach Inkrafttreten noch nichts zu finden :( Ich persönlich wäre mir da noch nicht sicher, ob wirklich keine Umlage anfällt, wenn man keine Förderung in Anspruch nimmt.
    Immer vorausgesetzt der Betreiber der Anlage ist auch identisch mit dem, der den Strom verbraucht. Sonst ist es klar 100%-EEG-Umlage sobald die Anlage mit dem Netz verbunden ist.

  • Zitat von alterego

    Was spricht gegen etwa 100kWp, sofern die aufs Dach gehen? In meinen Augen nur, daß der VNB meinen könnte die Leitungen reichen dafür nicht. Berechnet wird normalerweise ja nach installierter Leistung, nicht nach dem daß dann tatsächlich (fast) nichts davon eingespeist wird.


    Die Leitung muß das eigentlich sowieso schaffen, weil bei seinem verbrauch und den auftrenden Peaklasten müßte ein dementsprechender Anschluß bzw Zuleitung sowieso ja schon vorhanden sein... Das der Energieversorger aber nicht sehr amused sein wird wenn ihm ein Großverbraucher abhanden kommt sollte auch klar sein .. also nicht wundern wenn sie sich eventuell etwas schwierig anstellen :)

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  • Wie wo anders schon mal geschrieben, Versorger und Netzbetreiber sind bei uns getrennt worden (im Normalfall) und gegen EE kann der Netzbetreiber so gut wie nichts machen. Notfalls nach EEG, auch wenn das dann jährlich 15-25€ Umlage pro kWp extra kostet.
    Je nach Kabel(-länge), Lage des Trafos, ... kann es sich halt unter Umständen nicht ausgehen mit dem Einspeisen. Ohne Not (und die sehe ich nicht - läut ja alles) darf der WR ja nicht über 253V gestellt werden. Aber das muß man vor Ort genau sehen.

  • Zitat von alterego

    Wie wo anders schon mal geschrieben, Versorger und Netzbetreiber sind bei uns getrennt worden (im Normalfall) und gegen EE kann der Netzbetreiber so gut wie nichts machen


    Na machen könnens er nix .. aber weder EVU noch VNB werd da amused sein.. weil beide dabei verlieren .. machen könnens nix offiziell.. aber sie können immer technische Gründe zwecks Machbarkeit bei der Größenordnung vorschieben, das hab ich gemeint mit "schwierig" anstellen :)

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  • Oh man schon wieder Planungsvorschläge ohne das das Ziel bekannt ist.


    Wozu wird da gepumpt?
    Trink- /Brauchwasser mit Verbrauchsprofil, gibt es einen Speicher?
    Grundwasserabsenkung? Speicherfähigkeit des Bodens, Zufluss?


    Erst wenn mal bekannt ist wo man eigentlich hin will kann man sich einen Plan machen. So wird das nichts.

  • Entscheidend für die Rentabilität der Anlage ist, ob die Abgabe auf Eigenverbrauch fällig wird und wie sich das ganze steuerlich auswirkt.



    Wird eine Abgabe fällig, sollten zwei Alternativen überlegt werden.


    Ist in dem Pumpenhaus noch platz, wäre die Anfrage bei einem Pumpenhersteller sinnvoll, ob nicht eine nur PV geführte Pumpe angeschafft wird und die anderen Pumpen dann zurückregeln. Jede Abgabe entfällt hierdurch.


    Eine Lösung hierfür gibt es noch nicht, jedoch ist ein großer Markt in vielen Ländern dafür da und das wäre für ein Pilot-/ Referenzobjekt absolut geeignet - die Technik dafür ist grundsätzlich vorhanden u.a. die neuen Motorengenerationen, welche eh eine Ansteuerung bedürfen. Meiner Meinung nach, wäre das der Königsweg, wirkungsgrad starke neue Pumpe, regelbar, netzunabhängig sofern Sonne da und regelbar.


    Der zweite Weg wäre, sofern die alten Pumpen noch keine Frequenzumrichter haben, diese mit Frequenzumrichter zu versehen und dann mit der PV Anlage auf den Zwischenkreis zu gehen. Eine DC/AC Wandlung entfällt.
    Die Solar Edge Module lassen sich z.b. so konfigurieren, dass ein String eine konstante Spannung ausgibt.


    Beide Lösungen haben keinerlei Verbindung zum Netz!


    Die erste Lösung mit der Zusammenarbeit eines Pumpenhersteller wäre wohl äußerst interessant und brächte dem Standort Deutschland auch einiges.


    Sowas gibt es bis jetzt nur bei kleinen Pumpen.


    Auf der Freifläche an der Autobahn und um das Pumpenhaus ist auch noch einiges platz!