Handelsblatt: Rückstellungen der G4 für Atommüll zu klein

  • Glaubt man einem aktuellen Artikel im Handelsblatt, ist nun selbst die Bundesregierung skeptisch, dass die Rückstellungen für die Abwicklung der Atomwirtschaft/für den strahlenden Müll, ausreichen.
    Gut, wenn man bedenkt, wie lange der Müll zu sichern ist, und wie erfolgreich die bisherige Sicherung verlief (Asse....), konnte sich das ein 1.-Klässler schon vor Jahren an einer Hand ausrechnen - aber nun kommen scheinbar selbst die Experten der Regierung zum gleichen Ergebnis.
    Kein Wunder, dass EON bereits gehandelt hat, und nach dem Motto Gewinne kassieren, Verluste auf den Steuerzahler verlagern, die Atom- und Kohlesparte ausgelagert hat.


    Lt. Handelsblatt verlangt der Verwaltungswissenschaftler Joachim Wieland, dass der Staat die Haftungsfrage neu regeln solle.
    Das dürfte interessant werden, schließlich würde man damit in laufende und bereits erfüllte bzw abgelaufene Verträge eingreifen.
    Von wegen Rechtssicherheit mehr als nur bedenklich (so etwas kann sich eigentlich nur eine Bananenrepublik erlauben, zu der wir aber wohl immer mehr mutieren), evtl. auch Verstoß gegen die Verfassung, und solche Änderungen dürften wohl durch alle juristischen Instanzen gehen.


    Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel an England nehmen und eine Atomkraftzuschlag auf die kwh von einigen Cent erheben, wenn auch nicht zur Förderung wie dort, sondern für die Kosten der Entsorgung?


    Grüße
    SOD

  • Nee nee,


    das geht überhaupt nicht. sonst sind ja auf einmal die EE die guten weil die Abgabe sinkt und die Atom und Kohle wären die bösen.


    Wir haben doch den Soli den "die Schwäbische Hausfrau" nicht hergeben will.


    Wenn sie eine Hausfrau wäre und noch dazu aus Schwaben kommen würde dann wäre der Soli schon längst abgeschafft.


    da sie aber eine Machtsüchtige Marionette ist der "das Wohl des Volkes" dermaßen weit am A.. vorbeigeht hoffe ich daß sie endlich der Blitz beim Sc....... trifft.


    Django

  • Naja, man könnte ja beim Atomzuschlag mit 5 Cent anfangen, wäre also damit günstiger als EE.
    Zahlen müssen wir doch so oder so - wer soll denn sonst für die Kosten für den Atommmüll aufkommen?


    In Sachen Soli wurde dieser m.W. bis 2019 eingeführt und müßte danach wegfallen. Dass sich die Merkel da eingeschaltet hat, ist mir neu, dass die sich dafür einsetzen würde, den Soli vorzeitig abzuschaffen kann ich mir nicht vorstellen - schließlich stammt sie aus der ehemaligen DDR und nicht aus Schwaben - ihre Landsleute würden sie wohl in der Luft zerreissen.


    In Sachen Soli nicht abschaffen haben sich bisher m.W. lediglich einige SPD-Politiker, speziell Landespolitiker, insbesondere die Frau Kraft dafür ausgesprochen den Soli m.E. gesetzeswidrig beizubehalten und umzuwidmen damit zukünftig auch NRW etc. sich daraus bedienen kann.
    Passt aber zu der Erfahrung dass einmal eingeführte Steuern in D nie wieder abgeschafft - höchstens erhöht - werden.
    ,
    Grüße
    SOD

  • Zu der Atommüllabgabe kommt dann ImHO auch noch der Verkauf von Vattenfall und die geplante "Insolvenz von EON Kohle" dazu.
    Die "Perle der Uckermark" kommt übrigens aus Hamburg.
    Und sollte der Soli abgeschaft werden brat ich mir ne Extrawurst, ich glaubs nicht, bisher wurde noch nie eine Steuer abgeschaft.. niemand hat die Absicht eine Steuer zu erhöhen....
    Interessanter Fakt am Rande, von 13Mrd gehen nur 7Mrd in den eigentlichen Zweck.
    http://www.wiwo.de/politik/deu…uer-den-bund/6455852.html
    der Rest wird wie immer Zweckentfremdet.


    http://www.sueddeutsche.de/pol…ach-kompliziert-1.1727600

    unabhängige Inselanlage, 6kWp Ost, 6kWp West, 18kWp Süd, 2x SMA STP15 3x SMA SI6.0H 24x Hoppecke OPzV 1500

  • Mal zur Klarstellung! Die Rücklagenhöhe wurde vorgegeben. Da diese Steuerbegünstigt war und ist, haben es die Jungs auch relativ schnell geschafft diese auf 100% aufzufüllen. So weit mir bekannt ist, hatte RWE seine komplette Einkaufstour mit diesem Geld finanziert (HochTief; Heidelberger Druck; Maximum etc.) *alles recht kläglich am Ende gelaufen.


    Grundsätzlich kann man ja mit heutigem Wissen eine deutlich höhere Rücklage gewähren. Das Geld ist ja nicht dem Unternehmen entzogen. Offensichtlich ist dies allgemein und vor allem bei den 'Wirtschaftsjournalisten' unklar. e-on könnte damit spielen und seine Steuerlast eine ganze Zeit 'legal' auf Null drücken. Einzig die neuen Aktionäre, könnten etwas dagegen haben, denn die haben gar nicht vor sehr lange drin zu bleiben und können so aus den Effekten kaum 'Mehrwert' ziehen.

  • Zitat von Südostdach

    Zahlen müssen wir doch so oder so - wer soll denn sonst für die Kosten für den Atommmüll aufkommen?


    Die die immer nach "billigem Strom" geschrien haben => die Industrie und die Politiker. Politikergehälter um 15% kürzen und in einen Fond einzahlen, wenn es nicht reicht die Kürzung ausweiten. Auch die Pensionen aller bisherigen.

    Wäre doch nur gerecht. Die Industrie bezahlt die Entsorgung des Drecks den sie mit den Politikern gefordert haben während die Bürger über die EEG Umlage die Erneuerbaren bezahlen.



    Django

  • Zitat von django65

    Die die immer nach "billigem Strom" geschrien haben => die Industrie und die Politiker. Politikergehälter um 15% kürzen und in einen Fond einzahlen, wenn es nicht reicht die Kürzung ausweiten. Auch die Pensionen aller bisherigen.

    Rein theoretisch darf eine Sondderlast wie der Soli gar nicht für andere Zwecke verlängert werden, wie Frau Kraft dies will. Aber Gesetze gelten bekanntlich nur für Bürger - nicht für Politiker. Wenn schon unwahrscheinlich ist, dass sich diese an die Gesetzeslage im Fall Soli halten, wie ich zugeben muß - wie wahrscheinlich ist dann diese Forderung von django?
    Man könnte sich mit größerer Erflogsaussicht wünschen, dass ab diesem Weihnachten auf der ganzen Erde Friede herrscht und alle Muslime zu friedvollen Buddhisten konvertieren, und dass selbst die USA in keinenm Land der Welt mehr Waffen einsetzt und die Todesstrafe und Folter sowie Datenmißbrauch abschafft und die Vergehen ihrer Geheimdienste nach geltendem amerikanischen Gesetz bestraft. :D


    PVBerlin hat Recht - die Höhe der Rücklagen für den Rückbau der AKW und den Atommüll sind von der Politik vorgegeben, sprich viel zu niedrig geschätzt worden. Ein weiteres Beispiel für das Versagen der Politiker - um so erstaunlicher, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung vom Staat, und somit im Endeffekt in Politikern und Beamtenapparat, die Lösungskompetenz für die sozialen und viele sonstigen Aufgaben sieht. In kaum einem Land auf dieser Erde wird so viel nach dem Staat gerufen, wie ausgerechnet in D, das ja in der DDR ein leuchtendes Beispiel hat, was dabei längerfristig herauskommt. Vielleicht liegt das daran, dass ein großer Teil der deutschen Medien der SPD gehört, die ja von ihrem Selbstverständnis her den Staat zur Regelung von so ziemlich alles, von Wirtschaft bis Kindererziehung, als Ideal sieht?


    Grüße
    SOD

  • Bin Gestern persönlich von einer fast 100% muslimischen Schule zum Weihnachtsessen eingeladen worden. Na zum Glück werden die mir wenigstens kein Schweinefleisch anbieten!


    Warum schreibt man so was? Na, weil man einfach hofft, dass unser Spitzenpersonal auch ein wenig mehr drauf hat, als man das allgemein vermutet.


    Ich sehe auch eher den Widerstand bei den Aktionären, der Verstand sollte so viel Verstand haben und mit einer massiven Erhöhung der Rücklagen und einer hohen Eigenkapitalquote bestens leben zu können. Es gab mal Konzerne in D. die hatten > 100% EK, was erstmal total verrückt klingt. Heute gibt es das nur noch ....


    Ich sehe es nicht als besonders schwierig an, das noch zu korrigieren. Die wesentlichen Abschreibungen auf die Aktiva haben e-on und die RWE schon getätigt, so dass sie auch in einem stagnierenden und schwierigen Markt zurecht kommen werden. Logisch, die hohen Dividenden-Renditen sind natürlich klar Geschichte, aber damit sollte selbst Frau Merkel leben können und sich nicht von GS und Deutscher Bank wieder bequatschen lassen. Denn ein kurzer Blick in Richtung 'freiste Marktwirtschaft der Welt' sollte ihr ein Lichtlein aufgehen lassen.


    *die Hoffnung stirbt zuletzt.

  • Zitat von DonRon


    Und sollte der Soli abgeschaft werden brat ich mir ne Extrawurst,

    Hat zwar nichts mit dem Thread zu tun, zwischenzeitlich scheinen aber alle Länderfürsten für die Beibehaltung des Solis zu sein, nicht nur, wie ich schrieb, die SPDler mit Frau Kraft an der Spitze. Beeindruckend, wie schnell hier die CDU-Länder sich der Meinung der SPD-Länder und Thüringens angeschlossen haben.


    In Sachen Rücklagen - hier ist wohl ein Umschwenken nicht ganz so einfach, wie wenn es darum geht dem Steuerzahler in die Tasche zu greifen.
    In einer Zeit, wo die G4 aufgrund einem zu langen Festhalten an Kohle und Atom sowieso schon beim Ertrag einen Absturz hinnehmen mußten, diese auch teilweise bereits in Sachen gesetzlicher Auflagen klagen, einige Bundesländer und/oder Kommunen Mitbesitzer sind (und damit bereits jetzt von rückläufigen Dividenden auf dem falschen Fuß erwischt werden - man denke auch hier wieder an Frau Kraft mit ihrem sowieso schon nicht gesetzeskonformen Haushalt), ist es wohl nicht opportun mit einer Erhöhung von Rücklagen für Abriß und Atommüll diese Problematik zu verschärfen.


    Auch wäre dies ein offizielles Eingeständnis, dass man bisher die Risiken und Kosten von Atomkraftwerken unterschätzt hat, was die Gefahr einer zusätzlichen Debatte über diese Punkte in der Öffentlichkeit mit sich bringt, das will derzeit wohl keine der Regierungsparteien - da hält man wohl lieber die Füße still und verschiebt das Problem in die Zukunft.
    Schließlich müßte man bei einer Änderung nun auch darüber diskutieren, um wie viel teurer als bisher eingeschätzt die zu erwartenden Kosten sind - und darüber diskutieren wollen wohl derzeit nicht einmal die Grünen, schließlich sind nicht wenige deren ehemals führenden Personals heute als Mitglieder von Vorstand oder Aufsichtsrat bei Stromunternehmen tätig - oder sollte man eher sagen - versorgt?.
    Vielleicht erklärt das auch, weshalb von dieser Seite derzeit kein Ton zu hören ist, bzw. die Opposition hier ihren Pflichten nicht nachkommt.

    Grüße
    SOD

  • "Handelsblatt: Rückstellungen der G4 für Atommüll zu klein" oder noch ger nicht vorhanden :shock::roll:


    Zitat

    Was für Norbert Blüm einst die Renten, das waren für die Chefs der großen Energiekonzerne die Milliarden für Endlagerung und Rückbau der Atomkraftwerke. Die Atomrückstellungen sind sicher, wiederholten RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW gebetsmühlenartig. Doch nun gibt der Chef des Essener Energieriesen RWE, Peter Terium, als erster der vier großen Energieversorger zu, dass es mit dieser Sicherheit nicht so weit her ist.
    ...In dem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv wurde er konkreter: "Wir brauchen das Geld, das wir in der Braunkohle noch verdienen, um zukünftig die Versprechungen einzuhalten, etwa in Altersteilzeit, vorgezogener Ruhestand, all das, was wir unseren Mitarbeitern gegeben haben, um den Wandel sozialverträglich zu gestalten. Das Geld muss irgendwo herkommen. Das gleiche gilt für den Rückbau der Kernkraftwerke und auch für die Endlagerung. Das braucht alles Geld, und das Geld muss irgendwo verdient werden - und wenn nicht in der Braunkohle, dann wird es schon sehr schwierig, um all das zu stemmen."

    http://www.tagesschau.de/inlan…tomrueckstellung-101.html


    http://www.n-tv.de/mediathek/v…-RWE-article15077941.html