Befreiung von der Stromsteuer?

  • Hallo,


    ich möchte mal eine Frage in die Runde werfen, die eventuell für die Betreiber etwas größerer Anlagen (zumindest >100kWp) interessant sein könnte.


    Viele werden sicherlich mittlerweile den von den Wechselrichtern verbrauchten Strom von dem zuständigen EVU in Rechnung gestellt bekommen. Jetzt gibt es ja ein Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf (Urteil vom 12.06.2013, Az.: 4 K 4017/12 VSt), wonach man von der Stromsteuer entlastet werden kann, wenn die erzeugte Nutzenergie auch tatsächlich von einem Unternehmen des Produzierenden Gewerbes genutzt wird.


    Haltet ihr das für den WR-Stromverbrauch für relevant?
    Hat das schon mal jemand beantragt?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo Bento,


    bei meinen paar Anlage die über 100 sind, hat sich beim Bezugszähler noch nichts getan.
    Ich vermute das die vorhandene Wandlermessung bei so geringem Verbrauch, den die Wechselrichter in der Nacht haben, da noch nichts angezeigt wird.
    Die Dinger sind ja bereits seit einigen Jahren in betrieb und immer noch der Einbauzählerstand.


    Die Entlastung von der Stromsteuer macht bei meinen Anlagen keinen Sinn, da kein Verbrauch. :P


    Siehe Zählerstände vom 31.12.2012 und 31.12.2013 :danke:


    Gruß
    Werner


    P.S.:
    Ich fotografiere alle meine Zähler am 31.12.XX oder am 01.01.XX dann habe ich immer die korrekte Ablesung und der Fehlerteufel kann auch noch seinen Neujahrsrausch ausschlafen. :mrgreen:

  • Glückwunsch werner8, dann betrifft dich die Thematik nicht.


    Mich wundert aber schon, dass du bei einer Anlage jenseits von 100 kWp keinen messbaren Stomverbrauch der WR hast! Darf ich fragen, um welche WR es sich handelt?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Wenn es um den WR-Stromverbrauch geht, dann gibt es einen viel einfacheren Befreiungstatbestand:


    § 9 Abs. 1 Nr. 2 StromStG


    "Von der Steuer ist befreit: ...2. Strom, der zur Stromerzeugung entnommen wird;"


    Das ganze Thema ist eigentlich nicht neu und ich kenne einige Anlagenbetreiber, die das für den Bezugsstrom der PV-Anlage schon seit Jahren machen. Da geht es aber oft um größere Mengen bei Freiflächenanlagen.


    Einfach mal beim zuständigen Hauptzollamt anrufen und den Aufwand für die Erlaubnis abklären. Im Normalfall reicht ein formloser Antrag, der darlegt, dass 100% des über den Zähler bezogenen Stroms für die Wechselrichter verwendet wird.

  • Meine REFU brauchen ebenfalls nix. Allerdings hat sich das nix leider durch den Rundsteuerempfänger und die Steuerung auf xy-keineAhnung erhöht. (fast nix ;-)


    Zumindest nicht so viel, daß sich drei Zeilen Mail an irgendwen mit der Bitte um Befreiung.... etc.


    Das wäre nur mal als Projekt für einen nassen Winterabend zu sehen, wenn man es halt aus Prinzip mal auf die Spitze treiben möchte. Also richtig Urdeutsch! Und auch wenn der Aufwand riesig ist und das Ergebnis faktisch unsichtbar. Hauptsache Recht gehabt!

  • Hallo Bento,


    bei der Kleinen sind das Siemens 9 Stück a’20kW und bei den größeren Anlagen sind’s alle SMA und über 12 Stück / Standort.
    Der Solarlok und die Leistungsreduzierung (vom EVU) geht auch noch über den Bezugszähler.


    Gruß
    Werner

  • Der ABB PowerOne 27.6 ist dagegen ein regelrechter Schluckspecht und gönnt sich gerne 15 kWh Bezugsstrom im Jahr. :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • So, so, kein Verbrauch. Oder eben fast keiner. :shock:


    Da werd ich ja blass vor Neid.


    Meine 75 kWp-Anlage mit Wandlermessung braucht im Jahr rund 100 kWh. WR: 4 Refusol und 2 Platinum.
    Dazu kommt noch der RSE (StandBy Verbrauch 30 W) und 1 Solarlog (3 W), zusammen rund 290 kWh/a bei einer Betriebszeit 24/7. Beide Geräte laufen über meinen normalen Hausanschlusszähler.


    Zunächst frage ich mich, woher die 100 kWh Verbrauch bei der Anlage kommen. Liegt es am aufwändigen Verteilerschrank mit Steuerung

      Frequenzüberwachung
      Leistungsschalter 160A mit Motorsteuerung
      Netzgerät und Ladecontroller für Frequenzüberwachung
      Kleinsteuerung?


    Und der RSE. Hält er es aus, ihn an eine Zeitschaltuhr zu hängen und ihn täglich von 9 bis 17 Uhr laufen zu lassen?


    Grüße

  • Zitat von allgäulicht

    Zunächst frage ich mich, woher die 100 kWh Verbrauch bei der Anlage kommen. Liegt es am aufwändigen Verteilerschrank mit Steuerung

      Frequenzüberwachung
      Leistungsschalter 160A mit Motorsteuerung
      Netzgerät und Ladecontroller für Frequenzüberwachung
      Kleinsteuerung?


    Nunja, rechnen wir es doch mal rückwärts. Da bleiben 23 W für die 12 h in der Nacht übrig. Würden wir jetzt nur von den WR ausgehen, blieben pro WR nur etwa 4 W, was in etwa ja hin käme.


    Ciao


    Retrerni