Einbaupflicht von Fi / RCD -Schalter bei trafolosen WRs ?

  • Hallo zusammen,


    ich habe jetzt zwar schon etwas recherchiert...komme aber noch auf keinen grünen Zweig.


    Deswegen möchte ich jetzt nochmal die solartechnische Schwarm-Intelligenz bemühen:


    Muss man bei trafolosen Wechselrichtern einen Fehlerstromschutzschalter einbauen und wenn ja - Wo steht das ???


    evtl. kann jemand sich mal äußern, der in der letzten Zeit ein PV-Anlage errichtet hat lassen.


    :danke: & sonnigste Grüße


    Susi

    Habt Sonne im Herzen - nicht nur auf dem Dach!

  • Schaue mal in die Montageanleitung Deines WR's.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Danke für die schnelle Reaktion!
    Allerdings ist jetzt die Herstellerangabe nicht unbedingt maßgeblich
    ...nehmen wir mal SMA, dann steht da wenn ein Fehlerstromschutzschalter gefordert ist...


    das einzelne EVUs alles möglich fordern können ist schon klar, aber was ist mit der VDE?



    Wenn ich mir als Beispiel verschieden Wechselrichtersammler(z.B. von Hensel) ansehe - entdecke ich da nirgends eingebaute FIs.

    Habt Sonne im Herzen - nicht nur auf dem Dach!

  • Wozu sollte ein FI da gut sein?
    Das Ding produziert ja Energie, also dürfte ein FI dann nur in Richtung Netz aktiv sein. --> braucht niemand.


    Ähnliche Schutzfunktionen (z.B. gegen Erdschluß) sollten im WR ja sowieso schon eingebaut sein.

  • Zitat von Murray

    Wozu sollte ein FI da gut sein?


    Mal nachdenken sollte eigentlich helfen. Beim trafolosen WR haben die PV-Module direkte Verbindung mit dem Netz. Bei einem Brand kann der Feuerwehrman beim Löschen einen elektrischen Schlag bekommen. Daher soll bei einem trafolosen WR ein FI eingebaut werden. Jetzt weist Du wofür ein FI gut ist, oder ????

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Du musst keinen einbauen - unter Umständen (wie beschrieben Brandschutz) solltest du das aber vielleicht.
    Eine Vorschrift sehe ich nicht, wenn nicht in der TAB des Netzbetreibers etwas drin steht. Da die WRs einen integrierten FI haben, solltest du einen zweiten FI staffeln (selektiv) ausführen. Die nächste Größe nach 30 mA wären dann 100 mA. Der ist aber richtig teuer... deshalb baut man dann einfach 300 mA FIs ein. Ein Personenschutz ist dann aber nicht mehr gegeben....

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Zitat von ecopowerprofi

    Mal nachdenken sollte eigentlich helfen. Beim trafolosen WR haben die PV-Module direkte Verbindung mit dem Netz. Bei einem Brand kann der Feuerwehrman beim Löschen einen elektrischen Schlag bekommen. Daher soll bei einem trafolosen WR ein FI eingebaut werden. Jetzt weist Du wofür ein FI gut ist, oder ????


    Ein RCD auf der Netzseite würde einen Fehlerstrom detektieren, völlig unabhängig davon, ob es eine galvanische Verbindung zu den Panelen gibt oder nicht. Der RCD würde auslösen und das Hausnetz abtrennen. Folglich müsste der WR sofort abschalten, weil keine Führung durch das Netz vorhanden wäre. Die Feuerwehr hätte es dann nur noch mit der stromlosen Spannung der PV zu tun. Rein theoretisch könnte man auch einen DC-RCD einbauen (gibt es welche, die bis zu 1.000 Volt mitmachen?), aber damit würde man nur das Kabel zwischen den Panelen und dem WR absichern können und das Kabel wird wohl kaum eine Gefahr für die Feuerwehr darstellen. Also DC-RDC nicht gut!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo
    Grundsätzlich braucht man keinen und sollte nach Möglichkeit auch den wahllosen FI Verbau vermeiden, da das eine zusätzliche Fehlerquelle darstellt (durch ungewolltes Auslösen) und dann steht die Anlage. In einigen Situationen, so zB. Landwirtschaft (Ställe) oder Netzgebiete mit TT Netz (um die geforderten Abschaltbedingungen einzuhalten) wird man jedoch um den Einsatz eines FI nicht herumkommen. Hier gibt es dann beispielsweise bei SMA konkrete Typempfehlungen (landläufig: "gewitterfest").


    Alex

    privat: 4,2kWp = 18 SolarFabrik Premium L Poly 235 an Sunways NT3700 seit 2011
    6,4kWp = Solarwatt an Fronius IG plus seit 2012

  • VDE sagt Steckdosenstromkreise sind zum Zwecke des Personenschutzes mit FI max 30mA zu sichern.
    Bei trafolosen WR ist aber ein Potentialausgleich und die Verbindung der Modulrahmen mit dem Schutzleiter der Elektroanlage Erforderlich.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Danke :D erst mal für die rege Teilnahme!


    ich bin dann noch etwas auf der SMA-Seite hängen geblieben und hab folgendes PDF gefunden:


    Kriterien für die Auswahl einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung


    http://files.sma.de/dl/7418/RCD-TI-de-42.pdf


    ich greife mal, das mir wesentlich erscheinende, auf:


    Als Schutzmaßnahme für die AC-seitige Installation einer PV-Anlage wird meist der Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung vorgesehen.
    Neben der Isolierung aktiver Teile als Basisschutz wird der Fehlerschutz durch Schutzpo
    tenzialausgleich und durch eine Abschalteinrichtung hergestellt. Diese muss innerhalb der vorgeschriebenen Zeiten nach Auftretendes Fehlers abschalten (bei 230 VAC: 0,2 s in TT-Netzen bzw. 0,4 s in TN-Netzen)

    (Schutzmaßnahme nach DIN VDE 0100-410)


    so weit so gut...


    unter Punkt 2 wird dann auf die möglichen Abschaltvarianten eingegangen:


    Die automatische Abschaltung kann nach DIN VDE 0100-410 (IEC 60364-4-41:2005) durch den Schutzpotenzialausgleich in Kombination mit einem Leitungsschutzschalter oder einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung erreicht werden.


    also...bei der 410 hat man noch die Wahl...sofern die Schleifenimpedanz nicht zu hoch ist.


    dann unter Punkt 3 wirds langsam spannender- Weitere Gründe für den Einsatz einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung...


    Einzelne Netzbetreiber passen die allgemeingültigen technischen Anschlussbedingungen (TAB) für deren Netz an und weichen somit von den Standards ab. In diesen spezifischen technischen Anschlussbedingungen kann auch der Einsatz einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung gefordert sein. ...


    Je nach Installationsort und den örtlichen Bedingungen, kann eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung aufgrund anderer Normen oder Vorschriften nötig sein. Wird die Installation z. B. in einer Scheune oder in Holzhäusern ausgeführt, gilt auch die DIN VDE 0100-482(IEC 60364-4-42:2001-08). Dann ist eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit einem Bemessungsdifferenzstrom von maximal 300 mA aus Brandschutzgründen erforderlich.


    ..... Zusatzschutz:SMA Solar Technology AG empfiehlt, immer eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung als zusätzlichen Schutz zu installieren, um ein höchstmögliches Maß an Sicherheit zu erreichen. Dieser kann dann auch die Funktion eines allpoligen Trennschalters bieten,der häufig ausanderen Gründen nötig ist ....war klar :wink:


    jetzt unter Punkt 4 der Kracher :shock:


    Neben den vorgenannten Kriterien gibt es bei PV-Anlagen weitere Kriterien zur Auswahl der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.


    4.1 Forderung aus DIN VDE 0100-712 (IEC 60364-7-712:2002)
    Falls als Fehlerschutz vorgesehen (siehe Kapitel 2.2 „Automatische Abschaltung durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung” (Seite 6)), wird in der DIN VDE 0100-712 für transformatorlose Wechselrichter eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung Typ B gefordert.
    Diese Forderung gilt auch für Wechselrichter mit Hochfrequenztransformator, weil keine galvanische Trennung
    zwischen Wechselstromseite und der Gleichspannungsseite vorhanden ist.


    Eine Ausnahme von dieser Forderung besteht, wenn der Hersteller des Wechselrichters ausschließen kann,
    dass Gleichfehlerströme in der Anlage auftreten können. Dann kann die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, falls notwendig, Typ A sein.


    also, für mich liest sich das jetzt so: man muss einen Fi einbauen, kann aber,sofern der Hersteller Gleichströme ausschließt, einen Typ A verwenden. :roll:


    irgendwie mag ich das so jetzt nicht glauben, aber auf der anderen Seite ist die VDE 0100 ja doch wohl schon ein "Schwergewicht"....


    Gibt es denn hier Anlagenbauer, die standardmäßig Fis verbauen ???


    und wie wird das dann realisiert?


    Denn weiter in dem Dokument steht dann, das pro WR mimdestens 100mA Abschaltstrom gewärleistet sein muss.....würde heißen bei einem alten 0,5 A Fi kann ich 5 WRs belegen.

    Habt Sonne im Herzen - nicht nur auf dem Dach!