in Elektroautos ausgedienten Batterien im Haushalt

  • Zitat

    Denkbar ist zudem, dass die in Elektroautos ausgedienten Batterien im Haushalt neuen Einsatz finden. Dann erhöhte sich die Speicherkapazität mit jeder neuen Generation von Elektromobilen schlagartig.

    http://www.photovoltaikforum.c…neuen-stromspeicher-2301/
    Hat damit schon jemand Erfahrung und vielleicht Adressen wo man diese ausgedienten Batterien aus KFZ beziehen kann?

  • Hallo aday,


    diejenigen E-Auto-Hersteller, die die Li-Ionen Akkus vermieten, arbeiten an derartigen Geschäftsmodellen. Von Renault weiß ich das sicher. Das ist aus deren Sicht eine Möglichkeit, den Anschaffungspreis der E-Autos im akzeptablen Rahmen zu halten. Technisch macht das allemal großen Sinn. Ein üblicherweise im Auto verwendeter 16 kWh Akku hat nach einer bestimmten Zyklenzahl im C1 oder C2 Betrieb für mehr oder weniger ewig noch 80% oder mehr seiner Nennkapazität. Dann fehlt dem E-Auto die Kapazitätsspitze und er wird ausgetauscht. Es verbleiben also ca. 13 kWh, wovon die Hälfte praktisch nutzbar ist, also 6,5 kWh. Das ist genau die richtige Größe, um ein EFH locker durch die Nacht zu bringen.


    Was dann so ein gebrauchter Akku kosten soll, kann ich nicht sagen. Aber lass uns mal spekulieren. Pro 100-150 km fällt ein Entladezyklus an, bei 15.000 km im Jahr wären das 100 bis 150 Zyklen, in Wirklichkeit werden es weniger sein, da die Akkus ja nicht jedesmal komplett leergefahren werden.


    Renault verlangt je nach Vertragsdauer und Fahrleistung eine Akkuleihgebühr zwischen 6 € und 10 € pro 100km Nehmen wir mal 8 € an, das ergibt dann 150x8=1200 € pro Jahr. Nach 3 Jahren hat der Akku 300 bis 450 Zyklen absolviert und 3.600 € eingespielt. Danach könnte er dann sicherlich zu einem Preis verkauft werden, der im Bereich des Preises eines Blei-Akkus gleicher Nutzkapazität liegt.


    Dass Renault die Akkus dann selbst verkauft, halte ich für unwahrscheinlich, das ist nicht deren Welt. Wir werden es sehen. Wie aber alle Diskussionen um die Elektromobiltät steht und fällt das Ganze damit, dass überhaupt mal anständige Stückzahlen auf die Straße kommen.


    Euer Solar-User

    3,9 kWp Inselanlage, 15 SI Module a 260W, 2x Victron Laderegler MPPT 150/70,
    WR Victron Multiplus 24/5000VA, Speicher mit 24V/750Ah OPZV Hoppecke-Akkus

  • Problematisch dürfte auch sein, dass die EV Batterien mit Hochspannung von ca. 300-400V arbeiten, während normale haushaltssysteme meist auf 48V Batterien ausgelegt sind. Entweder bracuht es dann andere Wechselrichter, oder die Batterie müsste zerlegt werden, zumal 400V DC nicht ungefährlich zu handhaben sind.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Die in EV's ausgedienten Akkusysteme werden hoffentlich fachgerecht rezikliert und nicht in Haushalten zu noch ineffizienteren Speichern für den wertvollen Solarstrom weiterbenutzt :!:
    Falls ich das Ende unserer Mievi-Akkupacks erlebe, werde ich ein Auge darauf richten, dass sie nicht in falsche Hände geraten.
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

    2 Mal editiert, zuletzt von einstein0 ()

  • Zitat von Zellenschaden

    Problematisch dürfte auch sein, dass die EV Batterien mit Hochspannung von ca. 300-400V arbeiten, während normale haushaltssysteme meist auf 48V Batterien ausgelegt sind. Entweder bracuht es dann andere Wechselrichter, oder die Batterie müsste zerlegt werden, zumal 400V DC nicht ungefährlich zu handhaben sind.


    Wo ist da ein Problem? Normale Haushaltssysteme arbeiten mit 230V AC, nicht mit 48V DC, bei mir ist das wenigstens so und auch bei allen anderen die ich kenne. Und wenn 400V im Auto nicht zu gefährlich sind, warum sollte es dann im Haus so sein?? Übrigens da habe ich auch 400V, nämlich im Drehstrom.


    Die Ladetechnik mit 230 V auf 400V DC ist in jedem EV vorhanden, da muss man nichts neu erfinden. Jetzt fehlt nur noch ein WR, der aus 400V DC dann wieder 230V AC macht. Auch das gibt es bereits, das ganze Konzept der Nutzung von Auto-Akkus als Stromspeicher basiert darauf. Dem Akku und der dazugehörigen Steuerung ist es völlig Wurst, ob das System bei mir im Keller steht oder in einer fahrbaren Blechkiste vor der Garage.


    Also, die Li-Ionen Technologie aus dem Auto in einen Steuerschrank gepackt und im Keller an die Steckdose angeschlossen, fertig ist die Laube. An der PV Anlage selbst ändert sich garnichts.


    Solar-User

    3,9 kWp Inselanlage, 15 SI Module a 260W, 2x Victron Laderegler MPPT 150/70,
    WR Victron Multiplus 24/5000VA, Speicher mit 24V/750Ah OPZV Hoppecke-Akkus

  • Hallo,


    im Prinzip eine gute Idee, auch ein Umbau auf übliche 48V halte ich noch für machbar. Allerdings fehlt es an Langzeiterfahrungen zur Nutzungsdauer von Li-Akkus. Klar dürfte sein dass gebrauchte Akkuzellen auch irgendwann bei stationärem Einsatz an ihre Lebensdauer-Grenzen geraten. Und irgendwann steigt auch die Ausfallrate bei den einzelnen Zellen wahrscheinlich deutlich an.
    Zum Recyling von Li-Zellen weiss man auch noch wenig. Die Frage ist ja auch wie aufwändig ein Recycling ist.


    Viele Grüße:


    Klaus


    editiert: Wir haben uns hier in EU ja schon längst von der Führungsrolle auf dem Markt bei neuen Akkutechniken verabschiedet, bleibt zu hoffen dass wir wenigstens beim Recycling dabei bleiben. Viele Erfolge sieht man bezüglich Li-Technik bisher jedoch noch nicht.

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

    Einmal editiert, zuletzt von Boelckmoeller3 ()

  • Solar-User : Wenn es so einfach ist, dann liste doch bitte die Wechselrichter auf, welche von 300 bis 400 VDC
    auf 230 VAC umrichten. Danke!
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

  • Zitat von einstein0

    Solar-User : Wenn es so einfach ist, dann liste doch bitte die Wechselrichter auf, welche von 300 bis 400 VDC
    auf 230 VAC umrichten. Danke!
    einstein0


    Oh man :roll:


    Da hätte er aber jetzt viel zu tun, von meinen PV-Wechselrichtern fallen mir da spontan schon die meisten ein. :wink:

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • BMW hat ja so was gerade gestern gezeigt(allerdings noch nicht für den Haushalt). http://www.elektroniknet.de/po…espeicher/artikel/112826/
    Warum bitte gleich ins Recycling, wenn man sie vorher anders nutzen kann? Die Wiederaufbereitung gibt es ja auch nicht ohne Aufwand(Energie etc.). Halte ich in jedem Fall für sinnvoller als das EV smart mit Ach und Krach einzubinden(Rückspeisung). Ein Recycling steht natürlich trotzdem am Ende des Lebenszyklus.


    Beim EV wird es schnell kritisch, wenn man Kapazität verliert. Da bleibt dann aber immer noch deutlich mehr Kapazität(in Lithium) über als man so gemein hin mit den in Kleinserie gefertigten Heimspeichern findet. Durch die Stückzahlen der Automobilhersteller liegen die Kosten schon neuwertig deutlich unter denen der diversen Krauteranbieter.

  • wenn ich das jetzt mal auf die Flurförderfahrzeuge übertrage sieht man dass gebrauchte Akkus von Händlern
    meistens völlig überteuert angeboten werden. Da kauft man lieber neu, leider. Ausnahmen gibt es natürlich.
    Wenn man sich als Firma einen neuen Stapler-Akku kauft (nach ca 4-6 Jahren mit >80% Kap.)
    bekommt man den alten knapp über dem Schrottpreis vergütet.
    Wird dieser Akku dann wieder verkauft kostet er meist so 20-30% unter Neupreis :((
    Ich befürchte das es mit den LI-Akkus aus EVs genauso laufen wird.
    lg,
    Philip


    HALLO einstein, z.B alle WR in dreiphasigen USV-Anlagen, oder? Viele Einspeise-WR doch auch ?
    Aber da kennst Du Dich doch viel besser aus !