Warum geringere Ladespannung in Floatphase?

  • Hallo,
    warum ist eigentlich die Ladespannung in der Floatphase geringer als in der Konstantspannungsphase?
    Das hat bestimmt einen Grund, oder.
    Ist das auch für LiFeYPO Zellen notwendig.
    Ich habe den SMA SI 6.0 im Einsatz mit 16 Winston Zellen 100 Ah. Der SI ist auf Blei Batterie eingestellt.
    Danke
    otto

  • Weil die Säure(Elektrolyt) dann gesättigt ist und die Batterie nur sinnlos gasen würde, bei dem sich Bleimaterial absondert und die Zelle(n) im schlimmsten Fall austrocknen. Für geschlossene Systeme(AGM, Gel) ist das dann das Todesurteil.


    Das Floating(Ladeerhaltung, Schwebephase) soll nur die Selbstentladung kompensieren bzw. entgegenwirken.


    Im Gegensatz zu Pb, fühlt sich Lithium teilgeladen am wohlsten. Deshalb ist hier kein Ausgleichsladen o. ä. nötig.




    MfG

  • Zitat

    Hallo, warum ist eigentlich die Ladespannung in der Floatphase geringer als in der Konstantspannungsphase?


    Das gilt so nur bei Blei-Säure-Batterien. Wenn so eine Batterie fast leer ist und geladen wird (sogenannte Bulk-Phase), dann begrenzt eigentlich nur die Erwärmung durch ohmsche Widerstände die Aufladung (die Ladespannung wird gegebenenfalls so begrenzt, dass der Strom nicht zu hoch ist). Das Problem (wenn man so will auch der Kompromiss) ist, dass ab einer Spannung von ungefähr 2.4 Volt (Herstellerangaben beachten) eine starke Gasung einsetzt (elektrolytische Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff), was sehr energieintensiv ist. Oftmals geht man in diesen Spannungsbereich, weil man die Batterie möglichst schnell voll bekommen möchte (und einen die Verluste wegen der Gasung nicht so interessieren).


    Die Ladeerhaltungsspannung bei normalen Bleibatterien beträgt 2,23 Volt. Bei dieser Zellspannung erfolgt nur eine geringe Gasung (sehr geringe Korrosionsrate, sehr geringer Energieverlust durch Gasung). Kurz gesagt, bei dieser Spannung kannst du von einer maximalen Lebensdauer der Batterie ausgehen. Jede Bleibatterie hat eine Selbstentladung (durch Elektrolyse) und bei dieser Spannung wird der Batterie gerade so viel Energie zugeführt, um exakt diesen Verlust auszugleichen.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von otto9999


    Ich habe den SMA SI 6.0 im Einsatz mit 16 Winston Zellen 100 Ah. Der SI ist auf Blei Batterie eingestellt.


    Wer ist denn auf die Idee gekommen? Das BMS wird das schlimmste hoffentlich von den Zellen selbst abhalten, aber effektiv ist das sicher nicht.

  • Zitat von otto9999


    Ich habe den SMA SI 6.0 im Einsatz mit 16 Winston Zellen 100 Ah. Der SI ist auf Blei Batterie eingestellt.


    otto



    Meinst das ist so gut, wenn Du Lithium Zellen mit den Lade-Einstellungen für Blei betreibst?
    Warum stellst Du den SI nicht richtig ein?

    6,24kWp Süd Anlage - 24 x Solar Fabrik AG Premium Poly L 260 Watt - SMA Tripower 6000-TL20

    9,9kWp Ost/West Anlage - 30 x IBC Mono Sol 330 W - SMA Tripower 8.0

    Sunny Home Manager, SMA Energy Meter, SMA Sunny Boy Storage 3,7 mit LG Chem Resu 10m Speicher 9,3kWh nutzbar

  • Zitat von jdhenning

    Das gilt so nur bei Blei-Säure-Batterien. Wenn so eine Batterie fast leer ist und geladen wird (sogenannte Bulk-Phase), dann begrenzt eigentlich nur die Erwärmung durch ohmsche Widerstände die Aufladung (die Ladespannung wird gegebenenfalls so begrenzt, dass der Strom nicht zu hoch ist). Das Problem (wenn man so will auch der Kompromiss) ist, dass ab einer Spannung von ungefähr 2.4 Volt (Herstellerangaben beachten) eine starke Gasung einsetzt (elektrolytische Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff), was sehr energieintensiv ist. Oftmals geht man in diesen Spannungsbereich, weil man die Batterie möglichst schnell voll bekommen möchte (und einen die Verluste wegen der Gasung nicht so interessieren).


    Die Ladeerhaltungsspannung bei normalen Bleibatterien beträgt 2,23 Volt. Bei dieser Zellspannung erfolgt nur eine geringe Gasung (sehr geringe Korrosionsrate, sehr geringer Energieverlust durch Gasung). Kurz gesagt, bei dieser Spannung kannst du von einer maximalen Lebensdauer der Batterie ausgehen. Jede Bleibatterie hat eine Selbstentladung (durch Elektrolyse) und bei dieser Spannung wird der Batterie gerade so viel Energie zugeführt, um exakt diesen Verlust auszugleichen.


    Danke für die Erklärung.
    Gruß
    Otto

  • Zitat von alterego


    Wer ist denn auf die Idee gekommen? Das BMS wird das schlimmste hoffentlich von den Zellen selbst abhalten, aber effektiv ist das sicher nicht.


    Was soll daran nicht effektiv sein und was meinst Du mit "das schlimmste"?
    Das funktioniert sehr gut, bei LIFeYPO4 Zellen ist es natürlich wichtig das man die minimalen und maximalen Spannungen beachtet. Das muss man dann am SI einstellen.
    Aber noch mal, das funktioniert super!
    Gruß
    Otto

  • Wenn der Regler eine Ausgleichsladung macht, wird das imo im BMS völlig sinnlos verbraten, an den Zellen sollte davon nichts ankommen.
    Welche Spannungen sind denn eingestellt?

  • Eingestellte Ladespannung ist 3,525V/Zelle also gesamt 56,4V. Im Sunny Island habe ich 2,35V Ladespannung eingestellt.
    Der denkt ja es sind 24 Zellen. Also rechnet er 24x2,35V=56,4V .
    Da ich aber 16 Zellen habe ergibt das dann 56,4V / 16=3,525V
    Das BMS fängt bei 3,4V an auszugleichen, das macht ein "dynamisches Balancing". Versucht also nicht die Zellen bei 3,4V zu halten, sondern gleicht die Spannung an.
    Die LIFeYPO4 Zellen sind, was das Laden und Entladen angeht, nicht sehr anspruchsvoll. Die können gut auch mit den üblichen Ladeverfahren für Pb-Akkus geladen werden. (Konstantspannungsverfahren).
    Klar, wie schon geschrieben, man darf die maximale Spannung nicht überschreiten und auch nicht die minimale Spannung.


    Gruß
    Otto