Scheinleistung & Wirkleistung

  • Ich hoffe, dass ich nicht off-topic bin.
    Ich weiß, dass die Wirkleistung das ist, was ich bezahlen muss.
    Wie macht sich die Scheinleistung eines Gerätes bemerkbar, wenn man zum Beispiel eine gewisse Autarkie wünscht. Hat die einen Einfluss auf etwas?


    Ich habe hier 2 Stecker-Netzteile, die im Standby ohne angeschlossenes Gerät die gleiche Wirkleistung haben, aber unterschiedliche Scheinleistungen (einmal ca. 0.5 Watt und das andere 5.5 Watt). Welches sollte ich bevorzugen?


    Ich würde das mit der niedrigeren Scheinleistung bevorzugen, da ich das Gerät anscheinend ja einen besseren Wirkungsgrad hat. Ist das richtig? Oder mache ich mir über Dinge Gedanken, die keine praktische Auswirkung haben?

    West (80Grad/DN35) : 32 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
    Ost (-100Grad/DN35) : 30 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
    Luschen-Geselle L:19 D:4 T:1

  • Servus,
    weisst Du, was im technischen Sinn die Scheinleistung ist und wie sie sich aus Wirk- und Blindleistung zusammensetzt?
    Die Höhe der Scheinleistung, die Du brauchst, spielt für Deinen Autarkiegrad keine Rolle.
    Wenn Du eine Insel hättest, dann müsste der Inselwechselrichter in der Lage sein, nicht nur die benötigte Wirkleistung zu liefern (z.B. Drehstrom-Kreissäge -> die Zerspanungsarbeit), sondern auch die vom Motor aus dem Netz gezogene Blindleistung (Magnetisierungsblindstrom).
    Im Netzverbund liefert das Netz die erforderliche Blindleistung.
    Was die Netzteile angeht, solange die Wirkleistung im Leerlauf fast null ist, ist das okay. Energiekostenmessgeräte haben auch bei so kleinen Lasten ihre Probleme mit der Messgenauigkeit.
    Ist das eine Netzteil, das mit der höheren Scheinleistung, vielleicht mit einem herkömmlichen Netztrafo bestückt (schwerer, dickerer Klopfer) und das andere ein Schaltnetzteil (leicht, klein)?


    vg
    Arno

  • Die Netzteile sind beides kleine (12V-1.5A-Adapter) - Gewicht ist auch praktisch identisch. Das eine ist nur ca. 5 Jahre älter (das mit der höheren Scheinleistung).
    Ich muss nun eines der beiden 24/7 nutzen und dachte mir, was langfristig eigentlich das bessere wäre (da ich ja die Wahl habe).
    Ich habe mit zwei verschiedenen Messgeräten die Scheinleistung gemessen und die stimmt schon. (Zur Not hilft immer noch, wenn man zusätzlich eine 40 Watt Glühlampe mitmisst.)

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    Luschen-Geselle L:19 D:4 T:1

  • Hallo.
    Herjer, die Stromquelle, egal ob Atomkraftwerk oder Inselwechselrichter muss immer die Scheinleistung erzeugen und dem Verbraucher zur Verfügung stellen, d.h. die der Batterie entnommene Menge Strom entspricht der Scheinleistung + Wandlerverluste.
    Grüße Toni.

  • Toni,
    der zweite Satz stimmt nicht. Der Batterie wird nur die Wirkleistung des Verbrauchers entnommen, zuzüglich der auf die Scheinleistung entfallenden Verluste. Der Blindleistungsanteil 'pendelt' zwischen Verbraucher und Versorger / Wechselrichter hin und her. Und das gilt auch nur für Inseln, denn im Netzverbund liefert der Wechselrichter mit festem Cos-Phi, da kriegt der gar nicht mit, welchen Cos-Phi der Verbraucher hat.
    Herjer,
    was eigentlich wichtiger ist als die Leistungsaufnahme im Leerlauf des Netzteils, das ist, welche Leistungsaufnahme es beim Versorgen des dafür vorgesehenen Verbrauchers hat. Daran würde ich das festmachen...


    vg
    Arno

  • Zitat von Toni1965

    Hallo.
    Herjer, die Stromquelle, egal ob Atomkraftwerk oder Inselwechselrichter muss immer die Scheinleistung erzeugen und dem Verbraucher zur Verfügung stellen, d.h. die der Batterie entnommene Menge Strom entspricht der Scheinleistung + Wandlerverluste.
    Grüße Toni.


    das stimmt so nicht. einer Batterie lässt sich keine Schein oder Blindleisung entnehmen, da Gleichspannung.
    Scheinleistung = Spannung mal Stromstärke , der Generator oder Wechselrichter muß die Scheinleistung nicht erzeugen, sondern nur übertragen können. Blindleistung bewirkt nur zusätzlichen Stromfluss, welcher die Leitungen belastet. Erzeugen muß der Generator oder Wechselrichter nur die zusätzlichen Verluste, welche durch die Übertragung der Blindleistung entstehen.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Die echte Leistungsaufnahme mit angeschlossenem Gerät ist praktisch bis auf Messungenauigkeit identisch.


    Ich weiß. dass ich die Blindleistung nicht zahlen muss. Aber ist das im Gesamten gesehen ein Verlust an Energie (aus ökologischer Sicht)?

    West (80Grad/DN35) : 32 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
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    Luschen-Geselle L:19 D:4 T:1

  • Hallo, genau es ist richtig das die Blindleistung zwischen Verbraucher und Erzeuger mit der Netzfrequenz hin und her pendelt. So wie machnix es richtig schreibt wird der Batterie nur die zusätzliche Energie entnommen die durch die Verluste der pendelnden Blindleistung im WR entstehen. Diese Verluste sind aber nicht so ohne, daher wir die Batterie also mit mehr als der Wirkleistung belastet, um wie viel mehr hängt jetzt von der Bauart des WR ab.
    Richtig müsste also die Aussage sein: Der Batterie wird die Wirkleistung, Wandlungsverluste WR, Leitungsverluste und Verluste der pendelnden Blindleistung entnommen.
    Grüße Toni.

  • Hallo, ich habe jetzt einen Versuch gemacht. 12V WR Sinus im Leerlauf 2,4A Stromaufnahme aus der Batterie. Als Last einen 5µF Kondensator angehängt, der Stromverbrauch aus der Batterie steigt auf 7A, theoretisch sollte aber keine Wirkleistung vorhanden sein. Der Blindwiderstand Xc=1/Omega*c= 636 Ohm, das ergibt einen Blindstrom bei 220V von 0,34A, den holt sich der WR scheinbar doch aus der Batterie, oder wie erklärt ihr den DC Stromanstieg auf 7A?
    Grüße Toni.

    Einmal editiert, zuletzt von Toni1965 ()

  • Hallo Toni1965,
    wenn der Batteriestrom bei Anschluß eines 5µF Kondensators auf 7 A ansteigt, liegt das vermutlich an zuviel HF die noch im Sinus drin ist, also ungenügender Filterung.
    Schließe ich bei meinen Sinuswechselrichtern eine unkompensierte 40 W Leuchtstofflampe mit cos phi 0,5 an, und vergleiche den Batteriestrom nach dem parallelen Anschluß eines Kompensationskondensators von 3,75 µF, so liegen zwischen dem kompensierten/unkompensierten betrieb gerade mal 0,2 A (12V System) Differenz 8) .
    Viele Grüße topmoppel