Auswirkungen Gewerbeschein für bessere Leasingkonditionen?

  • Hallo,
    meine Anlage ist nun fast ein Jahr am Netz. Steuererklärung etc. laufen alles prima.
    Einen Gewerbeschein brauchte ich ja nicht.


    Nun sind wir privat am überlegen ein Fahrzeug zu leasen. Wir bekamen den Tipp, wenn wir ein Gewerbe hätten (z.B. PV-Anlage) könnten wir mit dem Gewerbeschein die gewerblichen Konditionen (immerhin 20% auf die Leasingrate) erhalten.


    Wenn ich nun einen Gewerbeschein beantrage (geht das überhaupt noch?) was hat das für Auswirkungen auf die Steuer oder andere Dinge die ich nicht bedacht habe?


    Mir ist schon klar, dass ich mit meiner 9,5 kwp Anlage kein Dienstfahrzeug rechtfertigen kann, war ja auch gar nicht mein Anliegen. Das Kfz wäre also zu 100% privat genutzt.


    Kann mir hier jemand weiterhelfen? :danke:

  • Frag mal ob der Leasingvertrag dann auf die Firma läuft und die 20% Unterschied nicht einfach die 19% USt sind.


    20% kann man ja nicht anhand von niedrigeren Zinskonditionen erklären,
    20% Rabattunterschied is auch unglaubwürdig, dann beleibt noch der Rückkaufwert und die Steuer.


    Nicht vergessen, wird ein Firmenfahrzeug privat genutzt muss die private Nutzung mit 1% Versteuert werden.

    5,5kWp Az-105° Ost & 7,5kWp Az75° West DN40° an 12.0 TL3 Kaco online seit Sep2013

  • Genau.
    Du glaubst tatsächlich, das es möglich ist, daß irgendetwas um 20 % billiger ist nur weil einer einen Gewerbeschein hat???
    Das ist eine Kategorie mit Osterhase und Weihnachtsmann.

  • Nun, das ist hier keine Glaubensfrage und auch nicht als Differenz durch die Steuer zu begründen. Es ist doch nicht verwunderlich, dass Firmen bessere Konditionen bekommen als Privatleute. Zumindest nicht für mich.


    In echten Zahlen: Die Leasingrate für einen Privatmann kostet 310 Euro, für ein Gewerbe netto 208 Euro, das wären dann brutto 248 Euro. Das steht ja aber eigentlich gar nicht zur Debatte.


    Das Einzige was ich tatsächlich noch klären muss ist wie genau der Vertrag denn dann aussieht, ob er auch auf die "Firma" laufen muss. Das hinterfrage ich morgen mal und gebe gerne Bescheid.

  • das klingt ein wenig seltsam.


    Richtig ist, dass "Leasing" leider Gottes im allgemeinen Sprachgebrauch völlig diffus verwendet wird.
    Für alles und jedes was eine Finanzierungskomponente und oder Dienstleistungskomponente beinhaltet - und nicht ein schlichtes Bankdarlehen ist.


    Nach meiner unmaßgeblichen Beobachtung gibt es viele Fälle "bedenklicher" Leasingangebote - die meist gegenüber Verbrauchern offeriert werden.
    Und es gibt durchaus seriöse Leasingmodelle (mit unterschiedlichsten Zwecken und aus unterschiedlichen Motivationen) die von den Leasinggebern oftmals nur gegenüber Unternehmern gemacht werden.


    Man mag mich Lügner schimpfen und mich (gerne) widerlegen, aber die typischen Verbraucher-Leasingangebote belassen das Restwertrisiko meist beim Kunden; hingegen schließen Unternehmer (wenn sie klaren Verstandes sind) nur Verträge ab, bei denen das Restwertrisiko (und die Wertsteigerungschance) beim Leasinggeber verbleibt.


    Ich will nicht weiter in die Thematik eindringen - zumal es vermutlich keine 5 min dauert, bis mich jemand anhand eines Einzelfallbeispiels widerlegt; aber bitte achte darauf, wenn Du diesen Weg gehst, dass Du nicht zwei völlig unterschiedliche Vertragsmodelle miteinander vergleichst. Die Wahrscheinlichkeit, dass dem so ist, halte ich für extrem hoch.


    20%.. da haben die Vorredner schlicht recht, kleben nicht einfach am Gewerbeschein dran. Im besten Fall hast Du Glück und Du landest einen Volltreffer hinsichtlich der Marktpolitik. Hatte ich 2009 auch. Das muss aber nicht so sein.
    Vor allem: Mit ein wenig Menschenverstand (und einer Creditreform-Auskunft) erkennt man in diesen Fällen dann auch die Motivation / die Strategie, mit der der Händler das Auto vom Hof schiebt.


    Wenn Du im Leasing zusammenkommst:
    - Das Angebot richtet sich möglicherweise nur an Unternehmer
    - das hat aber überhaupt nichts damit zu tun, ob Du dieses Fahrzeug dann auch dem Unternehmen zuordnest (Umsatzsteuer) oder die Leasingraten als Betriebsausgaben geltend machst (und in der Folge alle steuerlichen Folgen der Privatnutzung tragen musst), oder ob Du den Vertrag in Deiner steuerlichen Sphäre völlig ignorierst. (Letzteres wäre wohl eher realistisch).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von solo111

    Die Leasingrate für einen Privatmann kostet 310 Euro, für ein Gewerbe netto 208 Euro, das wären dann brutto 248 Euro.


    Dann ist das Angebot für den Privatmann Abzocke. Ich habe zwar nie Leasingangebote verglichen, aber so eine Differenz lässt sich der Markt nicht gefallen, das richtet der Wettbewerb.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Du hast es erkannt.
    Es gibt ja auch - ureigentlich - keinen wirklich vernünftigen Grund, warum ein Verbraucher eine Leasingkonstruktion wählt.
    Zumindest will mir nichts rechtes einfallen.


    Marktpolitik der Hersteller; die allgemeine Absatzsituation führen allerdings schon zu Kapriolen. Spätestens wenn einer in der Kette auf "Liquidität vor Ertrag" umschalten musste, sind Scherze in der genannten Größenordnung sehr gut möglich.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Hatte auch mal ein privat geleastes Fahrzeug. War sehr unkompliziert auch nach Rückgabe des Fahrzeuges nach 1 Jahr. Kenne auch Leute, die als Unternehmer auftreten und tatsächlich viel bessere Konditionen bekommen. Ein Freund von mir bekam auch ein Neufahrzeug mit "Öffentlichen Abnehmerschein". Der Kaufpreis hat mit normalen Kaufkonditionen nichts mehr zu tun. Da waren 35% weniger als Listenpreis.
    Denke das es Händler/Fahrzeuge gibt, bei denen man als Gewerbetreibender viel bessere Konditionen bekommt. Einfach Gewebeschein beantragen wenn es finanziell viel bringt. P.S. Auch Beamte bekommen oftmals einen Großabnehmerschein der ein Fahrzeug locker mal 20% günstiger macht....

    12,975KWp 21 Kyocera 215 36 Kyocera 235 1x21 2x18 an WR SMA 12000TL Südausrichtung 38 Grad Dachschräge

  • Zitat von sitraani

    Denke das es Händler/Fahrzeuge gibt, bei denen man als Gewerbetreibender viel bessere Konditionen bekommt. Einfach Gewebeschein beantragen wenn es finanziell viel bringt. P.S. Auch Beamte bekommen oftmals einen Großabnehmerschein der ein Fahrzeug locker mal 20% günstiger macht....


    Mag ja sein, aber dann müsste doch ein Wettberber auch diese Konditionen anbieten können - und zwar für jeden.


    Bei manchen Kfz-Herstellern gibt es Rabatte für bestimmte Berufsgruppen oder für Schwerbehinderte http://www.myhandicap.de/auto-rabatte-behinderung.html ( Direktverkäufe des Konzerns, der Händler ist nur Vermittler ) das ist unabhängig von der Finanzierung. Dass ein Finanzierungsunternehmen Unterschiede macht ( machen kann ) finde ich sehr seltsam.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Der einzige relevante Unterschied, der mir einfaellt:
    Fuer Gewerbetreibende gilt der Welpenschutz des Verbraucherrechts nicht. Da sind sicher ein paar Risiken auf den Leasingnehmer abgewaelzt, die man einem privaten nicht anhaengen koennte.


    Gruss
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH