Aktivhaus von Architekt Sobek in Stuttgart, Bruckmannweg 10

  • Hallo zusammen,


    Tomyy hat im Thread "Floppen die Elektroautos einen Link zum besagten Aktivhaus gesetzt.


    Zitat von Tomyy

    Übrigens da hat einer mein Haus etwas größer gebaut und noch nicht aufgebockt: :mrgreen:


    http://www.ingenieur.de/Themen…sorgt-Nachbarhaus-Energie


    http://www.photovoltaikforum.c…98576-s1290.html#p1107975


    Um den E-Auto-Thread nicht zuzumüllen, eröffne ich hier einen neuen zum Thema.


    Hier die Homepage zum Aktivhaus:
    http://www.aktivhaus-b10.de/home/


    Die Idee als solche finde ich klasse, aber das das Haus wirklich autark sein kann, wage ich stark zu bezweifeln.
    Die Aussage, dass es mehr Energie erzeugt wie verbraucht kann nur bezüglich der Jahresbilanz gemeint sein.
    Darum die Frage: Wie sieht`s im Winter mit der Autarkie aus?


    Die Infos auf der HP sind leider ziemlich dürftig.
    Auch der Architekt rückt auf seiner HP nicht mit Details heraus. http://www.wernersobek.com/
    Dort schreibt er aber:


    Zitat von wernersobek.com

    Der von Werner Sobek geprägte Begriff "Aktivhaus" steht für Gebäude, die ihren kompletten Energiebedarf (ausschließlich nicht-fossile und/oder nicht-nukleare Energie) allein oder im Verbund mit anderen Einheiten ("Aktivhausverbund") erzeugen. Ein Aktivhaus reagiert antizipativ auf Veränderungen des Außenraums oder Veränderungen im Inneren, wenn diese die energetische Performance des Gebäudes, den Komfort der Nutzer oder die Effizienz des Aktivhausverbundes betreffen.


    Das Prinzip "Aktivhaus" setzt eine entsprechende Planung ebenso wie ein angemessenes Nutzerverhalten voraus. Alle Energieströme im Betrieb werden gemessen und kontinuierlich optimiert. Nur durch den entsprechenden Nachweis seiner energetischen Eigenschaften im Betrieb wird ein Gebäude zum Aktivhaus.


    Das sind ja keine geringen Ansprüche, die da erhoben werden! Darum noch einige weitere Links:



    http://www.stuttgarter-nachric…d7-9946-464239f01f77.html


    Zitat von green.wiwo.de

    Hinzu kommt die intelligente Vernetzung wichtiger Hausgeräte per Software, die Energieerzeugung und -verbrauch optimal aufeinander abstimmt – etwa indem eine Wetterstation Daten an das B 10 übermittelt.


    Während dieser Phase werden Daten zur Energieeffizienz und der intelligenten Geräte-Vernetzung erhoben. Die Universität Stuttgart wertet sie aus. Am Ende des Forschungsprojektes wird das Grundstück in seinem ursprünglichen Zustand an die Stadt Stuttgart zurückgegeben.
    Die Baustoffe des B 10 werden dann entweder recycelt oder das Haus wird an einem anderen Ort wieder aufgebaut. Der erneute Aufbau ist problemlos möglich, da das Haus aus zwei größeren, container-ähnlichen Stücken zusammengesetzt ist.


    Der Prototyp in Stuttgart hat eine Wohnfläche von rund 80 Quadratmetern. Sollten Aktivhäuser wie das B 10 bald zu kaufen sein, wird der Quadratmeter rund 3000 Euro kosten, schätzt Sobek. Dafür muss der Besitzer nie wieder eine Stromrechnung bezahlen.


    [Blockierte Grafik: http://green.wiwo.de/wp-conten…014/06/Werner-Sobek-2.jpg]
    http://green.wiwo.de/wohnen-st…bares-aktivhaus-der-welt/


    Ich komme zunächst mit zwei Aussagen aus dem vorliegenden Material nicht so ganz klar.
    Erstmal sind das die 80 bzw. 85 qm Wohnfläche, die hier angegeben werden. Die beiden Container, aus denen das Haus zusammengesetzt wird, haben offenbar die Abmessungen eines normalen 40" Seecontainers, das sind 12 m x 2,5 m.
    Davon 1 1/3 Stück zusammengesetzt wie auf dem Foto ergibt ca. 40 qm Stellfläche, die Wohnfläche dürfte mindestens noch 10% darunter liegen.
    Auf den Bildern des B10 Projekts kann ich auch nirgendwo erkennen, dass es sich um ein 2-stöckiges Gebäude handeln soll.
    Ebenso ist auf den Bildern zu sehen, dass die Abmessungen der beiden Elemente tatsächlich wenn, dann nur unwesentlich von den genannten Containermaßen abweichen.


    Was also ist jetzt mit der Wohnfläche???


    Direkt mit dieser Frage hängt die Frage der PV- und ST-Größe zusammen. Imho ist es nicht nur eine Schande, die geringe kostbare Dachfläche von nur 40 qm für ST zu vergeuden, die Fläche ist fast zwingend sowieso viel zu klein, insbesondere, weil die Module nicht steil aufgeständert werden können für eine Winteroptimierung.
    Die Ausrichtung des Daches ist übrigens nach NOO, also alles andere als optimal. Dazu im Süden und Westen Bäume . . .
    Mindestens die Birke muss fallen, sonst war`s das mit Stromerzeugung.
    Hochinteressant dürfte auch sein, welche Batteriespeichertechnik Verwendung findet, denn ohne geht`s ja nicht.


    Sehr interessant dagegen finde ich das Konzept mit textiler Aussenhaut als Membran und Vakuum-Isolierpaneelen.
    Auch dass ein Eistank als Pufferspeicher verwendet wurde, ist eine vielversprechende Idee in diesem Zusammenhang.
    Nur die 12 Kubikmeter erscheinen mir als eher klein.


    Das Haus auf Gambionen zu gründen erscheint mir energetisch kein Vorteil zu sein, ich denke, dass wird der Tatsache geschuldet sein, dass das Haus wieder entfernt werden soll. Da ist ein gegossenes Fundament mit Wärmedämmung doch eher unpraktisch und steht dem Recyclinggedanken im Weg. Auch dass dieses Haus mit Sicherheit keine Baugenehmigung benötigt (Brandschutz usw.) sollte bei der Bewertung des Gesamtkonzepts nicht vergessen werden.


    Die E-Autos können mit Sicherheit auch nur im Sommer betankt werden, im Winter ist eher Bus fahren angesagt.


    Nachdem wir hier im Forum bereits das "autarke" Haus von Prof. Timo Leukefeld kritisch beleuchtet haben sowie das Berliner Projekt in der Luft zerrissen haben, würde es mich freuen, wenn es hier doch mal mit realistischen Miteln gelingen würde, ein wirklich energieautarkes Haus zu konzipieren, das auch noch wenigstens im Sommer einen Energieüberschuss erzeugt.


    Imho ist das jedoch nur möglich, wenn mit irgend einem Brennstoff im Winter mindestens zugeheizt wird, wenn nicht auch noch Strom erzeugt wird. Vielleicht mit der Birke im Süden? :wink:


    Was meint Ihr dazu? War schonmal jemand dort? Woher kommt die Energie im Winter?

  • Es ist immer wieder spannend was es doch alles gibt oder geben soll.


    Einfache Mathematik aber genügt um solche Träume einfach zu widerlegen. Ohne saisonalen Speicher geht da nichts und dann wird es für den Lichtstrom dennoch eng.


    Ein Haus verbraucht einfach seine 8-10kWh am Tag und das macht alleine knapp 250kWh Strom im Dezember. Da liefert eine PV Anlage kaum mehr als 20kWh/kWp und schon wird klar dass das nicht geht.


    Das Auto und auch die Wärme, Warmwasser und Co sind noch gar nicht mit berücksichtigt.

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Hallo Ralf,


    wie Dir sicher bakannt ist, gibt es bei Großprojekten in Deutschland öfter mal Rechenfehler.
    Vielleicht wusste der Architekt nicht wie groß ein Seecontainer ist.


    Mir stellt sich die Frage wer in einem Schaufenster wohnen mag?


    Bei diesen Baukosten würde ich davon ausgehen, daß eine Tiefenbohrung enthalten ist.
    Hier kann das Haus dann "aktiv" halb Stuttgart mit Warmwasser versorgen.
    http://www.haustechnikdialog.d…-80-gefoerdert?PostSort=1


    Gruß


    BRJ

  • "Während der ersten Projektphase können sich interessierte Besucher vor Ort im „B10“ über das Energiekonzept und die angewandte Bautechnik informieren."


    Da sollten doch mal ein paar von uns vorbeischauen... :mrgreen:
    Für ein Forumstreffen ist die Location ja leider nicht so zentral :(

    der LilaStrom ☼


    ☀ 15,12 kWp Schott poly mit SMA WR
    ☀ 7,56 kWp Aleo poly mit SMA WR
    ☀ 13,28 kWp Solarworld mono mit SMA WR
    ☀ 29 kWp Yingli poly mit SMA WR
    ☀ 8,64 kWp Yingli mono mit SMA WR
    Sunny WebBox BT
    Powerdog LPR
    NISSAN LEAF


    JK: 23, D: 5, T:1

  • Hi,


    Zitat von open source energy

    Einfache Mathematik aber genügt um solche Träume einfach zu widerlegen. Ohne saisonalen Speicher geht da nichts und dann wird es für den Lichtstrom dennoch eng.


    ich befürchte ja auch, dass der Traum des autarken Konzepts platzt wie eine Seifenblase und sich die ganze Aktion als ein geschicktes Abgreifen von Fördermitteln entpuppt.
    Da der Architekt aber nicht irgendjemand ist, sondern schon etwas darstellt in der Szene, warte ich doch noch auf den großen Aha-Effekt, wenn Details des Projekts öffentlich werden.


    Zitat von BRJ

    wie Dir sicher bakannt ist, gibt es bei Großprojekten in Deutschland öfter mal Rechenfehler.
    Vielleicht wusste der Architekt nicht wie groß ein Seecontainer ist.


    :mrgreen::mrgreen::mrgreen:


    Zitat von BRJ

    Mir stellt sich die Frage wer in einem Schaufenster wohnen mag?


    Die ganze Terrasse kann doch wie ein Deckel hochgeklappt werden, dann sind die Fenster zu.
    Muss man nur jedesmal vorher die Fußmatte, das Dreirad vom Jüngsten und den Grill vom Vorabend wegräumen. :wink:


    Zitat von BRJ

    Bei diesen Baukosten würde ich davon ausgehen, daß eine Tiefenbohrung enthalten ist.
    Hier kann das Haus dann "aktiv" halb Stuttgart mit Warmwasser versorgen.


    Das wäre in der Tat eine Lösung, um im Winter ohne weitere Heizung auszukommen.
    Wenn mit der Wärme dann auch noch Strom gewonnen wird, kommen wir einer plausiblen Erklärung des Konzepts schon näher.


    Zitat von lilastrom

    "Während der ersten Projektphase können sich interessierte Besucher vor Ort im „B10“ über das Energiekonzept und die angewandte Bautechnik informieren."


    Da sollten doch mal ein paar von uns vorbeischauen... :mrgreen:


    Ich bin die Tage im Raum München unterwegs, wenn ich Zeit habe, fahre ich auf dem Rückweg über Stuttgart und schaue mal vorbei. Das Haus soll ja seit Mai fertig sein.

  • Also in dieser Tiefe kann man nur mit einer WP Wärme aus dem Erdreich holen und die benötigt auch wieder Antriebsenergie. Woher nehmen wenn nicht stehlen?


    Wäre auch nicht überrascht wenn die einen Eisspeicher im Sommer "schmelzen" aber auch da kommt man nicht um die Antriebsenergie der WP umher.

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


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  • Zitat von open source energy

    Ein Haus verbraucht einfach seine 8-10kWh am Tag und das macht alleine knapp 250kWh Strom im Dezember. Da liefert eine PV Anlage kaum mehr als 20kWh/kWp und schon wird klar dass das nicht geht.


    Hallo OSE,


    das geht auch mit der Hälfte (4-5kWh), zumindest bei zwei Personen.


    Gruß
    Sati

    10/2011 11,025 kWp 45xSuntech245S-20 Wd+ an PVI 12,5 OUTD-FS-DE Solarlog 200
    12/2013 17,68 kWp 68xSolarfabrik Premium L poly 260 an PVI 12,5 TL Powerdog M

  • Danke Sati, das hängt natürlich davon ab wer und wie oft man zuhause ist und auch isst auch hängt es sehr von der beleuchteten Fläche ab und und und....


    Wir haben aber wenige EFHs gesehen bei der noch eine Heizung (FBH mit Gas oder Öl) oder eine Lüftung oder ä. betrieben wird, die unter 2.500kWh im Jahr auskommt und das sind dann knapp 7kWh und im Winter dann eher 8 und im Sommer 6kWh/d

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  • Tomyy hab es doch schon vorgerechnet wie wäre es wenn du mal rechnest


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