Reinigen der PV Anlage und mit Siliziumdioxid beschichten?

  • Hallo liebe mitstreiter,


    da mich immer mehr Kunden anrufen und nach einer Modulreinigung fragen, wollte ich erstmal eure meinung hören.


    ich selbst hielt ursprünglich nichts vonr Reinigung, bis letzte Woche eine Firma bei mir war, die mich etwas erstaunt hatte.


    Diese bieten an, die Module mit ethanol zu reinigen, danach jedes Modul mit Nano beschichtung zu Versiegeln.
    Das Speziele daran es ist eine Siliziumdixoid verbindung. Man bekommt 10 ahre Garantie (ich wies wenn die firma morgen nicht mehr existiert bringt uns das auch nicht weiter, aber immerhin). Haben auch von sämtlichen Herstellern die Zulassung dafür.
    Werben mit bis zu 20% mehrertrag. Kosten pro qm zwischen 12€ und 20€. je nach Bauart.
    Die Module werden auch nicht betreten da spezieles patentiertes Arbeitsgerüst.
    Ich hatte nun die Idee. 60 Module reingen und versiegeln zu lassen, um dann den tatsächlichen mehrertrag auf meinem Solarlog zu sehen, denn wenn ich was Verkaufe will ich dies auch guten gewissens tun.
    Eas haltet hr davon, oder hat schon jemand erfahrung damit.
    Die Firma hat auch ein Referenzschreiben der Taubersolar, hier ist ein 4 MW Park gereinigt und versiegelt worden, hatte auch das Vergnügen mit dem geschäftsführer zu sprechen, der helfauf begeistert ist. Will es trotzdem bei mir selbst auf dem Monitoring sehen.

    62,2 Kwp, 388 Module Nau 160 Wp mit 13 Fronius Wechselrichtern. 44 Kwp P-Z-M Module an Power One WR. 410 Kwp P-Z-M Poly an Power One Wechselrichtern. 1,3 MW Freiland an Power one Central Station.

  • Ja genau dafür, gibt es die Garantie.

    62,2 Kwp, 388 Module Nau 160 Wp mit 13 Fronius Wechselrichtern. 44 Kwp P-Z-M Module an Power One WR. 410 Kwp P-Z-M Poly an Power One Wechselrichtern. 1,3 MW Freiland an Power one Central Station.

  • Aber jetzt mal ehrlich:
    SiO2 (Siliziumdioxid) ist der Hauptbestandteil von (Solar-/Float-)Glas (ca 75%), Quarz(-Glas) ist 100% SiO2.
    Demnach beschichtet die Firma Glas (=Glasoberfläche des Moduls) mit Glas (=SiO2-Beschichtungsdingens).
    Respekt !!!
    Und nach 10 Jahre ist SiO2 auf der Glasmoduloberfläche nachweisbar ? ach was ? Was fürn Zufall...
    Bis zu 20% mehr Ertrag ? 0,0001% sind auch "bis zu 20%" ..
    Wenn solche Typen bei mir auftauchen würden, ich würde sie auseinandernehmen .. das ist extrem nah an der Betrugs-Grenze...


    Unfassbar...... ich hoffe es ist klar geworden was ich von sowas halte...
    Dieser Beitrag kann Spuren von Sarkasmus und Ironie enthalten.

    36 x EGing 185W mono, KACO 5002, 2xKACO 2002, 6,66 kWp
    3xTianhua 190W mono an Soladin600, 570Wp
    2xSchott Doppelglas 295W Poly an Soladin600, 590Wp
    12V-5W-12Ah als Insel:)
    6,6m³ Regenwasser
    2,5t Pellets/Jahr

  • Der mögliche Mehrertrag in Höhe bis zu 20% scheint mir unseriös. Bis 3% hätte ich noch akzeptiert. Der 4 MW Park marg zwar so "behandelt" worden sein, aber von der Erreichten Leistungsverbessung bei diesem Park lese ich im Eröffnungsthreat nichts.
    Mag sein, dass der Geschäftsführer einen Sonderrabatt bekommen hat und nun "begeistert" ist.


    Welche Module dort Vewendung fanden, welcher Neigungswinkel vorliegt und andere vernachlässigte Wartungsarbeiten (hoch gewachsenens Gras, ...) vorlagen ist und unbekannt. Auch das Jahr 2014 schneidet bis jetzt besser ab als 2013. Wogegen sind die bis 20% gemessen (Referenzanlagen, gegen die in der Umgebung gemessen wurde)?

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Hallo,
    die 20% mehrtertrag sind gemessen, an beschichteten Modulen und nicht Beschichteten Modulen, genau deshalb wollte ich ja selbst den test machen, und nur einen Wechselrichter Beschichten und Reinigen lassen, damit ich auch wirklich hier in realtime das mal sehen kann.
    Wie sind denn die Meinungung wenn ich das machen lasse und hier regelmässig poste, sollte es tatsächlich so sein, wird einem dann geglaubt??

    62,2 Kwp, 388 Module Nau 160 Wp mit 13 Fronius Wechselrichtern. 44 Kwp P-Z-M Module an Power One WR. 410 Kwp P-Z-M Poly an Power One Wechselrichtern. 1,3 MW Freiland an Power one Central Station.

  • Hallo,


    es kann sich ja eigentlich nur um eine kalt aufgebrachte Beschichtung handeln. Ich arbeite in der Halbleiterei und da ist Oxidieren von Siliizium ein Standard-Verfahren (in Oxidationsöfen werden Si-Wafer in reiner O2-Atmosphäre auf 1.000°C erhitzt, um eine Oxidschicht zu erzeugen).


    Ich würde mir von der Anbieterfirma das nachträgliche Beschichten mit SiO2 genau erklären lassen. Kann mir eigentlich nur das Auftragen einer Suspension mit kleinsten SiO2-Partikeln vorstellen.


    Eine Beschichtung von PV-Moduelen gegen Verschmutzung kann im Grunde nur dann wirksam sein, wenn sie die Rauigkeit der Glasoberfläche reduziert, damit sich Schmutzaprtikel nicht festsetzen können und von Wind und Regen wieder abgetragen werden können (Lotuseffekt). Im Idealfall vermindert man die Haftung soweit, dass Partikel gar keinen Halt finden und sich erst gar nicht anlagern können.


    Eine nachträglich aufgebrachte Beschichtung müsste also zum einen die Oberflächenrauigkeit auffüllen, d.h. in die Poren des Glases eindringen und sie füllen oder eine glatte "Haut" über die raue Oberfläche ausbilden. Dabei muss verhindert werden, dass die Beschichtung die Topografie des Untergrundes abbildet, was bei aufgebrachten Filmen normalerweise der Fall ist. D.h. man hat dann nach wie vor eine raue Oberfläche, nur eben mit einer weiteren Substanz überzogen.


    Die Beschichtung muss dann natürlich auch noch langzeitstabil sein, also UV-beständig und robust gegen aggressive Gase, Regen, Schnee, Hagel, Temperaturwechsel, mechanische Verspannung (bei unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten zw. Schicht und Glas) sein.


    Am besten wäre es, das "Solarglas" schon bei der Herstellung glatt zu ätzen bzw. einem chemisch-mechanischen Polierverfahren zu unterziehen, um die Rauigkeit der Oberfläche zu reduzieren.


    Grüsse


    Tom

    5 Wp mono an 6V-Teichpumpe
    40 Wp Faltmodul mono f. Peltier-Kühlbox
    2x30Wp mono an Pumpe u. 50m Schlauch (autarke Poolheizung)
    1x195Wp mono an IVT SCD-20, 2x12V/115Ah Gel u. 600W Sinus-WR
    21x195Wp mono an Outback Flexpower One und 8x12/115Ah Gel (in Bau)

  • ich halte von so einer Behandlung überhaupt nichts, und bin der Meinung daß das eine reine Verarsche und Abzockerei ist.
    Na gut, ich bin ja auch ein alter Skeptiker und Nörgler :wink:
    Aber wenn @PZM bereit ist, das auszuprobieren und die Erträge des behandelten und des unbehandelten Anlagenteils hier zu posten, ist das Ergebnis vielleicht so eindeutig daß sogar ich am Schluß von den Fakten überzeugt bin 8)
    Also, nur zu :!:

  • Zitat von P-Z-M

    Hallo,
    die 20% mehrtertrag sind gemessen, an beschichteten Modulen und nicht Beschichteten Modulen, genau deshalb wollte ich ja selbst den test machen, und nur einen Wechselrichter Beschichten und Reinigen lassen, damit ich auch wirklich hier in realtime das mal sehen kann.
    Wie sind denn die Meinungung wenn ich das machen lasse und hier regelmässig poste, sollte es tatsächlich so sein, wird einem dann geglaubt??


    Gemeint ist (stelle ich mir vor), wenn eine Anlage verschmutzt, so kann sie zB je nach Verschmutzung bis zu 20 % weniger Ertrag bringen, als wenn mit sie beschichtet ist und nicht verschmutzen kann.
    Wenn das Glas sauber ist und man vergleicht zwei Gläser, so sollte das Glas mit der Beschichtung einen leicht geringeren Ertrag bringen.
    Wenn jetzt der Anbieter meint, er könnte den Ertrag eines Moduls mit sauberem Glas durch Aufbringen der Schicht um 20% steigern, so sollte er sich dieses Verfahren zB vom TÜV Rheinland zertifizieren lassen. Das wäre in der Tat ein sensationelles Ergebnis, bisher aber noch nicht belegt.