Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit?

Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen

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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon Ralf Hofmann » 12.05.2018, 10:10

Hi,

HugoHiasl hat geschrieben:Bislang ja.

dann würde ich mal die 7 mtr. 4 x 10mm² gegen 16mm² tauschen. Ich hab` schon bei weniger Leistung und einer kürzeren Distanz 16 mm² verwendet, weil das dort vorher verbaute 10 mm² unter Vollast spürbar warm wurde.
MfG
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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon Weidemann » 12.05.2018, 10:35

Der Spannunngs-Hub an allen WR zwischen ca. 235V nachts und >250V bei Volllast ist doch arg viel? Lässt sich herausfinden, wie mittags die Spannung am Trafo ist?
Hast du mal gegengerechnet, welcher Spannungsabfall sich an deinen eigenen Leitungen ergeben würde? (sinds denn nun 3x4x120, oder 3x4x150? Alle paralllel verbunden?).

Da würd ich eh mal "vorsorgen", denn wenn der VNB nur ein bisschen was am Trafo "dreht", steigen dir alle Anlagen mittags aus.

Die "Einbrüche" der Spannnung auf ca. 200V können in meinen Augen nur Mess- oder Übertragungsfehler sein? Oder betreibst du dort Maschinen mit gigantischen Anlaufströmen :mrgreen:
sonnige Grüße,
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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon klaus24V » 12.05.2018, 10:46

villeicht sollte mal der Netzbetreiber seinen Trafo einen Gang herunterschalten... :wink:
Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.
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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon HugoHiasl » 12.05.2018, 19:20

Weidemann hat geschrieben:Der Spannunngs-Hub an allen WR zwischen ca. 235V nachts und >250V bei Volllast ist doch arg viel? Lässt sich herausfinden, wie mittags die Spannung am Trafo ist?
Hast du mal gegengerechnet, welcher Spannungsabfall sich an deinen eigenen Leitungen ergeben würde? (sinds denn nun 3x4x120, oder 3x4x150? Alle paralllel verbunden?).

Da würd ich eh mal "vorsorgen", denn wenn der VNB nur ein bisschen was am Trafo "dreht", steigen dir alle Anlagen mittags aus.

Die "Einbrüche" der Spannnung auf ca. 200V können in meinen Augen nur Mess- oder Übertragungsfehler sein? Oder betreibst du dort Maschinen mit gigantischen Anlaufströmen :mrgreen:


Es sind 3x4x150mm² NAY2Y Kabel. Das wurde vom Netzbetreiber so vorgegeben. Da bin ich beim zweiten Posting wohl durcheinander gekommen.

In der Tat gibt es Berechnungen zu den Spannungsabfällen.

Ich habe diese mal als PDF angehängt. Den Footer habe ich ausgeblendet, da ich nicht weiß, ob der Solateur seinen Namen hier lesen will. Wobei ich Ihn bislang uneingeschränkt empfehlen kann und würde.

Gemessen wird bei mir im Wandlerschrank. Daher waren mir die Verluste des vorgegebenen Kabels eher egal. Allerdings hatte ich damals auch nicht mit Problemen der vorliegenden Art gerechnet.
Dateianhänge
1042_180512193209_001.pdf
Leitungsberechnungen
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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon Weidemann » 12.05.2018, 20:15

Okay, also wurden folgende Spannungsabfälle berechnet:
AC-Kabel der einzelnen WR: 2-3V
WR-Leistung: 267 kVA (= mit damaliger Norm 267 kWac)
AC-Kabel zu Trafo: 11,8V bei 270 kWac

Das entspricht in der Summe 14-15V, also fast dem täglichen Hub von 235V auf >250V... aber auch am Trafo-Verknüpfungspunkt steigt die Spannung wohl um einige V.

Da steht auch "Vorgabe EON: <5% Spannungsabfall bei Maximalleistung".
In der Berechnung wird der Spannungsabfall auf 400V bezogen: 11,8V/400V= 2,95%. Das ist in meinen Augen falsch, denn die 11,8V sind ja als Sternspannung "gemessen", müssen also auf 230V bezogen werden, und damit ergeben sich 5,1% Spannungsabfall (überschreitet nur minimal die EON-Vorgabe).
Die Frage wäre noch, ob EON die 5% nur auf das Erdkabel, oder auch auf die AC-Kabel zu den einzelnen WR bezieht (dann wärst du mit ca. 6,5% schon deutlich drüber).

Aber wie auch immer, wenn EON 5% = 11,5V erlaubt, dann müssen sie zumindest dafür sorgen, dass die Spannung am Trafo nicht zu hoch steigt. Ob sie da auch noch Reserven einplanen, oder den Trafo auch auf 241,5V halten dürfen, wäre die spannende Frage.

Wie schon von anderen gesagt würde auch ich:

-Bei EON ein Problem melden und versuchen, dass EON den Trafo "tiefer stellt", oder du eben doch eine Erlaubnis kriegst die WR-Grenzen höher zu stellen

-falls das scheitert: die WR auf die AR4105 umstellen, und auf cos(phi) 0,95 untererregt stellen, wenn das nichts hilft auf 0,9. Nachteil ist, dass dir 5% bzw. 10% der AC-Wirkleistung verloren gehen... aber immer noch besser, als die WR mittags aussteigen zu lassen.
Die Frage wäre, ob dir EON den Blindleistungsbezug erlauben muss? (Nicht dass die das hinterher am Zähler merken, und dir teuer den Blindleistungsbezug in Rechnung stellen :mrgreen: )

(5,1% Verlustleistung ist ja eine ganze Menge! Wenn man sich das vorstellt, 14 kW werden in den Erdkabeln einfach verbraten... diese Leistung muss der VNB also anderweitig "einkaufen", und die Kosten werden auf die Netznutzungskosten umgelegt?)
sonnige Grüße,
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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon HugoHiasl » 12.05.2018, 20:26

Weidemann hat geschrieben:...
-falls das scheitert: die WR auf die AR4105 umstellen, und auf cos(phi) 0,95 untererregt stellen, wenn das nichts hilft auf 0,9. Nachteil ist, dass dir 5% bzw. 10% der AC-Wirkleistung verloren gehen... aber immer noch besser, als die WR mittags aussteigen zu lassen.
Die Frage wäre, ob dir EON den Blindleistungsbezug erlauben muss? (Nicht dass die das hinterher am Zähler merken, und dir teuer den Blindleistungsbezug in Rechnung stellen :mrgreen: )

(5,1% Verlustleistung ist ja eine ganze Menge! Wenn man sich das vorstellt, 14 kW werden in den Erdkabeln einfach verbraten... diese Leistung muss der VNB also anderweitig "einkaufen", und die Kosten werden auf die Netznutzungskosten umgelegt?)


Hallo,

danke für die eingehende Analyse. Meine Wechselrichter haben ein wenig Reserven. Ist das mit dem Blindleistungsbezug nicht so, dass es zwar Wechselrichterkapazität benötigt, aber solange der groß genug ist, keinen Ertrag "verbraucht"?

Mir kam das damals mit den 5% schon auch hoch vor. Da es aber von einem Elektrotechniker berechnet wurde, war ich guter Dinge. Zum Zeitpunkt dieser Anlage war ich auch noch selbst nicht in der Lage die Berechnungen zu verifizieren oder sinnvoll zu hinterfragen

Ich werde am Montag mal das Problem beim Bayernwerk ansprechen. Mal sehen, ob die mir da weiterhelfen können.


Ich hab gerade mal noch ein wenig durch die Erträge geklickt. Es ist ja eine Süd-Ost, Süd-West Anlage. Daher komme ich nie über 250 kw Momentanleistung raus. Das in die Formel eingesetzt, ergibt zumindet knapp unter 5% (4,77%) Verlust und damit innerhalb der Forderung von EON, wenn es sich denn auf das Kabel bezieht.

Das dürfte für die Argumentation wegen des "Problems" unter Umständen wichtig sein.
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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon Weidemann » 12.05.2018, 20:49

Genau, der Blindleistungsbezug stört den PV-Ertrag nicht, sondern es wird einfach die verfügbare WR-Wirkleistung etwas kleiner.

Das mit den verschiedenen Ausrichtungen ist ein guter Punkt!
Am besten du beziehst dich bei der Reklamation beim Bayernwerk auf konkrete Termine, und nennst jeweils die zugehörige Einspeiseleistung zu dem Zeitpunkt (ist ja zum Glück 100% symmetrisch), dann sollte klar sein dass es deren Problem ist.
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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon Retrerni » 12.05.2018, 22:02

Schön, dass Du Dich unserer Meinung angeschlossen hast und mit Bayernwerk sprechen willst ;)
Ich fasse sicherheitshalber noch einmal zusammen, was dort zu klären wäre:
- Kann Dein Einspeise-Trafo evtl. ein paar %-Punkte herunter gedreht werden (Du hast ja "Nachts" 235 V und somit auch schon "zuviel", 2% sollten hier drin sein)
- Darfst Du die Spannungsabschalt-Schwellen der WR aufgrund des Spannungsabfalls von 5% auf der Leitung um z.B. 3% anheben, da dies ja nur "Deine" Leitung betrifft und somit nicht die Spannungsänderung der Mittelspannung bzw. Trafo-Ausgang betrifft.
- Du einen Test mit Blindleistung fahren darfst (evtl. erst einmal "nur" die AR-4105 Einstellungen)
(- im Worst-Case vorschlagen, einen NA-Schutz (Spannungs-Überwachung) am Trafo nachzurüsten, die sicherstellt, dass Du gegenüber dem Netz die Norm nicht verletzt, wenn Du die Spannungsüberwachungs-Parameter der WR aufweichst)

P.S.: In Deinem PDF wird übrigens mit 30 mOhm Kabelwiderstand gerechnet bei 300 m und nicht mit 50, folglich wurde wohl von Kupfer ausgegangen und nicht von Alu...
P.P.S.: Wenn mit Kupfer geplant wurde, jetzt aber Alu drin ist, solltest Du dringend auch noch die Kontaktstellen zwischen beiden Materialien überprüfen lassen, denn wenn das nicht fachmännisch (z.B. mit Edelstahl-Übergangsstücken) gemacht wurde, gammelt es jetzt genau da und erhöht noch einmal den Kontaktwiderstand und somit den Spannungsabfall...

Ciao

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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon Retrerni » 12.05.2018, 22:41

*Seuftz* Ich komme noch immer nicht mit Deinem Anlagen-Puzzle zurecht... Die Daten im Sunny-Portal weichen von denen ab, die Du uns hier genannt hast - was stimmt denn nun? Hier: 323 kWp, SP: 319,55 kWp. Anzahl WR und Typen hier und SP unterscheiden sich auch... Und der AC-Kabelquerschnitt ändert sich auch dauernd :roll: So kann man nicht arbeiten... :evil:
Nehme ich die Angaben von hier, komme ich auf 295 kW WR-Ausgangsleistung. Auf 323 kWp gerechnet ist das eine 91,3% Dimensionierung, da sehe ich bei 1060 kWh/kWp (zumindest für Süd) nicht wirklich "Luft" bei den WR, eher eine Punktlandung...

Ciao

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Re: Zu hohe Netzspannung. Dyn. Netzstützung eine Möglichkeit

Beitragvon Retrerni » 13.05.2018, 00:14

Ist die Anlage eigentlich tatsächlich so verstringt wie im PDF-Plan? Wenn ja, verstehe ich Deine positive Meinung über Deinen Solarteur nicht...

Ciao

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