Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugung

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Re: Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugu

Beitragvon der-hummer » 09.05.2018, 14:50

Natürlich hast Du Dich verständlich ausgedrückt :)

Ich stelle fest, dass Du damit offenbar dasselbe verdeutlichen wolltest, wie ich weiter oben mit dieser Ausführung ;)

Ich zitiere mich: "...diese Toleranz fällt ja umso mehr ins Gewicht, wenn die absolute Erzeugung hoch ist im Verhältnis zur vergleichsweise niedrigen Grundlast. Bzw. mit anderen Worten ausgedrückt, ist die scheinbare Eigenverbrauchsreduktion proportional zur Leistung der PV oder noch anders, je mehr Strom solar erzeugt wird, desto mehr Eigenverbrauch wird vom Portal "unterschlagen"... :D "
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Re: Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugu

Beitragvon Weidemann » 09.05.2018, 15:07

Und noch als Ergänzung:
Welcher der diversen Zähler "richtiger" misst als der andere, kann man nicht so ohne weiteres sagen.
Auch der geeichte Einspeise/Bezugszähler kann bereits einige Prozent Fehler haben.
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Re: Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugu

Beitragvon der-hummer » 09.05.2018, 23:16

Sicher kann das sein @Weidemann.
In meinen Fall hätten dann allerdings der Zweirichtungszähler und das Energy Meter den exakt gleichen Fehler, da die Werte von Netzbezug und -Einspeisung von beiden gemessen werden und genau miteinander übereinstimmen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass gerade ich zwei grundverschiedene Zähler erworben habe, die mit exakt der gleichen Toleranz "falsch gehen", ist so arg gering, dass ich vermutlich eher im Lotto gewinnen würde (und ich spiele wohlgemerkt gar keins... :D )
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Re: Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugu

Beitragvon ragtime » 10.05.2018, 03:10

pott hat geschrieben:
Sonntag war zB. kaum jemand daheim und in den 13Sonnenstunden wurde 47,2kWh eingespeist und in den 11Nachtstunden 2,24 kWh bezogen. Man sollte also annehmen, dass in etwa 47,2+2,24/11*13=49,8kWh erzeugt wurden, der blöde WR zeigte aber nur 47,2kWh an, macht im Verhältnis 1,034.


Da ist dir eine falsche Zahl reingerutscht. Der WR muss mehr als 47,2kWh angezeigt haben, denn das ist der Wert der Einspeisung.

LG Markus


Mist,... Danke. Ja klar, der WR (bzw. das online Portal) hatte 48,2kWh angezeigt.

Aus der Tatsache, daß der Grundverbrauch eben NICHT von der Erzeugungsleistung abhängen kann, kann man natürlich schon ableiten welcher Zähler falsch(er) geht (WR oder S0). In meinem Fall der WR, da obige Rechnung fast den gleichen Wert liefert wie das Verhältnis der beiden Zähler... Besser wäre natürlich, die Werte zeitgleich am S0 abzulesen, aber da hab ich wie der-hummer (noch) keinen Fernzugriff.
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Re: Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugu

Beitragvon Xerx » 10.05.2018, 09:22

Man sollte Messgenauigkeit samt Eichung der Zähler nicht überschätzen. Man misst “Mist“ und muss damit leben. Auf theoretischem Niveau würde man mit ‘accuracy and precision‘ anfangen. Wir vermuten anscheinend alle einen systematischen Messfehler. Bleibt die Frage, ob die Messtoleranzen eingehalten werden.
Technische Limitationen der Zähler gibt es z.B bei geringen Strommengen und ich meine gelesen zu haben LEDs mögen die auch nicht, ... Das müsste bereits pro Phase relevant sein. Das wäre irgendwie kein Fehler, das wäre Design.
Messtoleranzen sind typische 1% bei den Stromzählern. Also: 1000 kWh (+/- 10 kWh). SMA gibt für den EMeter auch 1% an, bei Wechselrichtern nach meiner Erinnerung 2%.

Rechnerisch:
Grundlast real = 600 W; gemessen (+/- 6 W bei 1%)
PV liefert 20 kWh (+/- 200 W bei 1%)

Wenn sich SHM und Portal am Wechselrichter bzgl. Produktion orientieren = 20 kWh (+/- 400 W) und den Einspeisewert vom EMeter nehmen = 19,4 kWh (+/- 194 W), dann wäre die Grundlast gemessen = 600 W (+/- 594 W) richtig.

Verbleibt die langfristige Frage bzgl. der Genauigkeit der Zähler von SMA ohne jegliche Eichfristen.
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Re: Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugu

Beitragvon Weidemann » 10.05.2018, 10:28

Xerx hat geschrieben:Messtoleranzen sind typische 1% bei den Stromzählern.

Meinst du mit typisch, dass das bei der Herstellung das Ziel ist? Und bleiben die meisten auch in diesem Korridor?

Hier steht was von 3,5% erlaubter Abweichung bei Cl. A, dieser Klasse entspricht z.B. der eHZ EDL21:
https://www.ptb.de/cms/fileadmin/intern ... Teil_M.pdf (S.12)

und hier steht, dass die tatsächlichen Fehler noch darüber liegen dürfen:
https://www.energieverbraucher.de/de/ei ... nzen__746/
Die Verkehrfehlergrenzen für Gas- und Elektrizitätszähler betragen das Doppelte der Eichfehlergrenzen.

Für (MID-) Elektrizitätszähler zur Messung des Wirkverbrauchs gibt es drei Genauigkeitsklassen (A, B und C). Die Eichfehlergrenzen dieser Zähler sind neben der Genauigkeitsklasse auch von den 4 zulässigen Betriebstemperaturbereichen und von der Stromstärke abhängig. Die Eichfehlergrenzen liegen zwischen 1% und 9 % bzw. die Verkehrsfehlergrenzen zwischen 2% und 18 % in Abhängigkeit von der Klasse und dem zulässigen Betriebstemperaturbereich des Zählers sowie der Stromstärke.

Für einen Zähler mit dem Betriebstemperaturbereich -10 °C bis + 40 °C liegen die Verkehrsfehlergrenzen in Abhängigkeit vom Strom

für einen Zähler der Klasse A zwischen 9% und 10%.
für einen Zähler der Klasse B zwischen 5% und 6%.
für einen Zähler der Klasse C zwischen 2% und 2,6%.

Ein Zähler der Klasse C wird aber sicherlich nicht im Haushaltsbereich eingesetzt.

Franz-Josef Jünger, Landesbetrieb Mess- und Eichwesen Nordrhein-Westfalen

Wobei hier die Frage ist: wo liegen die Fehlergrenzen in einem üblichen Temperaturbereich von 15-25°C, und einer Leistung von wenigen hundert Watt?
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Re: Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugu

Beitragvon der-hummer » 10.05.2018, 12:00

Hmm, ich sehe schon... Es wird hier ganz offensichtlich eine Verschwörung der Mess- und Eichindustrie evident! :D Und wir haben sie aufgedeckt! :mrgreen:
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Beitragvon Weidemann » 10.05.2018, 12:23

Immerhin hab ich inzwischen gelesen, dass durch die Fehler des Zählers nicht einer systematisch benachteiligt werden darf, bzw. die Fehlergrenzen nicht systematisch ausgenutzt werden dürfen ;-)

Damit sollte man mit einem normalen Haushalts-Stromzähler wohl meistens im Bereich 3% Fehler bleiben, auch wenn bis zu +/-7% Fehler rechtlich erstmal nicht zu beanstanden wären.

Jetzt müsste man nur noch wissen, ob man in den Zählerschrank lieber eine Heizung oder eine Klimaanlage einbaut :mrgreen:
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Beitragvon ragtime » 10.05.2018, 13:43

Ja das ist die Krux, wenn man mit der Differenz grosser Zahlen arbeitet... vermeintlich kleine prozentuale Fehler (3%) haben ne grosse prozentuale Auswirkung auf das Ergebnis (bei mir mit 1000kWh EV von erzeugten 8000kWh ca. 25%?). Eigentlich sollte der Eigenverbrauch deswegen besser direkt im Verbrauchszweig gemessen werden...

Wenn ich nun, wohlwissend dass der WR vermutlich eventuell wahrscheinlich 3% nachgeht, zur Berechnung der unentgeltlichen Wertabgabe (USt auf den Eigenverbrauch), den WR-Wert benutze und nicht den vom S0-Erzeugungs-Zähler (den ich ja gar nicht haben müsste), dann hab ich das FA systematisch benachteiligt, oder? :wink:

Aber sind ja nur ein paar Euro... Das schlechte Gewissen hält sich in Grenzen. :D
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Re: Veränderung der Grundlast in Abhängigkeit von PV-Erzeugu

Beitragvon Xerx » 10.05.2018, 15:43

Weidemann hat geschrieben:Meinst du mit typisch, dass das bei der Herstellung das Ziel ist?


Nee. Hahaha. Wir missverstehen uns prächtig! Meine Aluhutsammlung meldet sich für gewöhlich, wenn ich aluhutig argumentiere.

Ok, meine Erinnerung war falsch und “typisch“ bedeutet größer als +/- 1% beim Haushaltszähler. Im Datenblatt unseres Zählers steht auch nur Klasse A. Och, wie fies. Sicherheitshalber, einen hier evtl. Vorliegenden, ungewöhnlich größeren “systematischen Fehler“ vermute ich NUR beim TS, begründet durch die Beschreibung. Und mit “by Design“ war ein Hinweis auf technische Grenzen gemeint; nie, nie, nie die Absicht der Hersteller, etc.! Komme ich ohne Anwalt aus der Nummer? :)

Interessant wäre, ob man diese Geschichte grafisch auflösen kann. Vorbehaltich erneutem Irrtums, wenn man das Verhältnis (Division) von Tagesverbräuchen und Tagesproduktionen plottet, müsste das im Idealfall eine Gerade ergeben. Falls ein Messfehler ausreichend groß ist, müsste man eine Kurve erkennen können.
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