Tigo Fehlfunktion bei verschiedenen Ausrichtungen

Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen

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Tigo Fehlfunktion bei verschiedenen Ausrichtungen

Beitragvon Broadcasttechniker » 01.10.2018, 11:43

Bei mir tun zwar Tigos ihren Dienst, aber die entwickeln ein Eigenleben welches mir nicht gefällt.
Jetzt lese ich hier in dem Bericht von dem Australier https://mcelectrical.com.au/blog/solare ... er-review/
dass SE auch nicht besser ist. Danke für den Link.
Optimizer würde ich nach meiner persönlichen Erfahrung nicht mehr verbauen.

Zur Problematik der mppt Stufe im Zentralwechselrichter der in meinen Augen keiner ist.
Ja, die hat Verluste, und bei meinen Messungen am Kostal liegen die im Bereich von 1% bei Spannungsverdopplung.
Gemessen bei einer O/W Anlage im Vergleich Vormittag zu Nachmittag. Ost 11 Module, West 20.
Das Ding kann die Eingangsspannung wenn es sein muss auch von 160 Volt auf 750 Volt hochsetzen und arbeitet dann noch etwas weniger effektiv, allerdings dann auch nur bei sowieso bescheidenen Leistungen, da machen die absoluten Verluste wenig aus.
Zum Konzept 3Phasen WR vs. Einzelwechselrichter.
Der 3 Phasen WR ist leichter anzuschließen, besser fürs Netz, hat insgesamt weniger Komponenten und hat den besseren Wirkungsgrad. Außerdem gibt es keine Wechselspannungskomponente auf den Panels.
Dass er im Preis deutlich günstiger ist kommt dazu.
Damit war es für mich sonnenklar was ich verbauen wollte.
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Re: Lohnt sich Solaredge?

Beitragvon davesteel » 01.10.2018, 12:25

Broadcasttechniker hat geschrieben:Bei mir tun zwar Tigos ihren Dienst, aber die entwickeln ein Eigenleben welches mir nicht gefällt.
Jetzt lese ich hier in dem Bericht von dem Australier https://mcelectrical.com.au/blog/solare ... er-review/
dass SE auch nicht besser ist. Danke für den Link.
Optimizer würde ich nach meiner persönlichen Erfahrung nicht mehr verbauen.....


Danke für Deine Infos! Der Tigo + Kostal wurde mir nun auch angeboten (gerade erhalten). Daher ist hier Deine Erfahrung sehr interessant. Was meinst Du genau mit "Eigenleben"?
Wie alt sind die bei Dir?

Ich habe mit dem Anbieter telefoniert und der bietet mir nun noch die Variante mit 2WRs an (dieser hatte auch das Nordseitige Dach belegt welches auch Verschattungen hat, da wird es dann schon interessant).
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Re: Lohnt sich Solaredge?

Beitragvon Broadcasttechniker » 01.10.2018, 12:49

davesteel hat geschrieben:... Daher ist hier Deine Erfahrung sehr interessant. Was meinst Du genau mit "Eigenleben"?
Wie alt sind die bei Dir?...

Um es kurz zu machen.
Lass es sein.
Ich habe meine Anlage im Mai in Betrieb genommen und die Ostseite seitdem schon 3x umgebaut sodass da bis auf ein Modul nichts mehr dem Ausgangszustand entspricht.
Anfangs hatte ich 5 nach Süden aufgeständerte Module auf der Gaube, das hat nicht funktioniert.
Einschränkend muss ich sagen dass ich einen alten Kostal der bewährten Generation habe.
Die neuen haben neben Schattenmanagement auch eine Einstellung für den Betrieb mit Optimizern.
Allerdings hat Tigo damit schon immer geworben mit allen auf dem Markt erhältlichen Wechselrichtern kompatibel zu sein.
das stimmt einfach nicht.
Wenn ich jetzt aber lese dass selbst SE Unsinn machen kann, dann würde ich tatsächlich von Optimizern abraten, egal wer der Hersteller ist.
Wenn ich mal Zeit finde werde ich meine Anlage mal vorstellen, nur ist das wegen der Umbauten mit etwas Aufwand verbunden.
Gelaufen ist die Anlage immer, aber wenn mal genau hinschaut sieht was da schief läuft und dass der Betrieb teilweise weit weg vom Optimum ist.
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Re: Lohnt sich Solaredge?

Beitragvon Broadcasttechniker » 01.10.2018, 13:09

Auf meiner Westanlage möchte ich auch nicht rumklettern wollen, deswegen ist dort nur ein Tigo-Modul zum Monitoring verbaut welches ich bequem von der Gaube aus erreichen kann.
Die 1000Volt Problematik ist eigentlich gar keine.
Beim Drehstrom WR gibt es maximal 500Volt gegen Erde, und wenn man sich an die Auslegungskriterien bei Standardwechselrichtern hält sind es sogar weniger als 375Volt.
In diese Region kommt man mit 1Phasenwechselrichtern übrigens auch, auch wenn der Strang nur halb solang ist wie beim Drehstrom WR.
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Re: Lohnt sich Solaredge?

Beitragvon eba » 01.10.2018, 13:27

Wir sind hier in einem Solaredge Thread. Für Probleme mit Tigo bitte einen eigenen Thread aufmachen.
Mit den Tigos sind nur die P350i an Fremd WR vergleichbar. Davon ist hier aber nicht die Rede.
Aber natürlich interessiert mich deine Erfahrung mit den Tigos, also bitte im eigenen Thread.
Tesla P85+ seit 8/13 >365.000km gefahren. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.
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Re: Lohnt sich Solaredge?

Beitragvon Stenis » 01.10.2018, 13:35

Broadcasttechniker hat geschrieben:
davesteel hat geschrieben:... Daher ist hier Deine Erfahrung sehr interessant. Was meinst Du genau mit "Eigenleben"?
Wie alt sind die bei Dir?...

Um es kurz zu machen.
Lass es sein.
Ich habe meine Anlage im Mai in Betrieb genommen und die Ostseite seitdem schon 3x umgebaut sodass da bis auf ein Modul nichts mehr dem Ausgangszustand entspricht.
Anfangs hatte ich 5 nach Süden aufgeständerte Module auf der Gaube, das hat nicht funktioniert.
Einschränkend muss ich sagen dass ich einen alten Kostal der bewährten Generation habe.
Die neuen haben neben Schattenmanagement auch eine Einstellung für den Betrieb mit Optimizern.
Allerdings hat Tigo damit schon immer geworben mit allen auf dem Markt erhältlichen Wechselrichtern kompatibel zu sein.
das stimmt einfach nicht.
Wenn ich jetzt aber lese dass selbst SE Unsinn machen kann, dann würde ich tatsächlich von Optimizern abraten, egal wer der Hersteller ist.
Wenn ich mal Zeit finde werde ich meine Anlage mal vorstellen, nur ist das wegen der Umbauten mit etwas Aufwand verbunden.
Gelaufen ist die Anlage immer, aber wenn mal genau hinschaut sieht was da schief läuft und dass der Betrieb teilweise weit weg vom Optimum ist.


Haha, einen Äpfel mit Birne-Vergleich machen und dann von Birnen abraten, weil man von Äpfel Bauchschmerzen bekommt...
SE macht keinen Unsinn, aber man muss einige Regeln einhalten, ein Punkt ist eben, daß die Module so ausgerichtet werden, daß die Optimierer nicht aus dem Regelbereich laufen und auf das Maximum hochdrehen.
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Re: Lohnt sich Solaredge?

Beitragvon Weidemann » 01.10.2018, 18:20

Ich hab diesen interessanten Beiträgen jetzt mal ein eigenes Thema gewidmet und die Beiträge hierhin verschoben.

Broadcasttechniker hat geschrieben:Anfangs hatte ich 5 nach Süden aufgeständerte Module auf der Gaube, das hat nicht funktioniert.
Einschränkend muss ich sagen dass ich einen alten Kostal der bewährten Generation habe.
Die neuen haben neben Schattenmanagement auch eine Einstellung für den Betrieb mit Optimizern
....
Gelaufen ist die Anlage immer, aber wenn mal genau hinschaut sieht was da schief läuft und dass der Betrieb teilweise weit weg vom Optimum ist.

Was genau ging denn schief?

-die einzelnen 5 Südmodule dürften etwas knapp sein um die Mindesteingangsspannung von 160V zu erreichen, war das das Problem?

-ich meine mich dunkel zu erinnern, mal was von Tigo-Fehlfunktion gelesen zu haben, finde jetzt aber nur das hier: tigo-energy-p1311520.html#p1311520

-ebenfalls im Hinterkopf behalten sollte man, dass das Kostal-Schattenmanagement den Eingangsspannungsbereich nach unten beschneidet, siehe hier: grausige-anlagen-konfiguration-moeglichkeiten-p1552026.html#p1552026
Oder wird das Schattenmanagement bei aktiviertem Optimierer-Betrieb eh ausgeschaltet?
sonnige Grüße,
-Weidemann-
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Re: Tigo-Auslegungsprobleme

Beitragvon Broadcasttechniker » 01.10.2018, 21:11

Da ich ja den alten Kostal aus der bewährten Generation habe gibt es sowieso kein Schattenmanagement, das sollen die Tigos ja machen.
Der Eingangsspannungsbereich des Wechselrichters machte schonmal keinen Stress, es liegen ja 11 Module in einem String und auch bei Verschattung oder nicht zueinander passender Ausrichtung können die Enhancer, ich nenne sie mal absichtlich so, durch Stepdown Wandlung den hohen Stringstrom aufrecht erhalten obwohl die Panels den selber nicht liefern könnten.
Natürlich auf Kosten der abgelieferten Spannung.
Das klappt auch manchmal, manchmal klappt es auch nicht.
Ich konnte folgend Fehler feststellen:
Beim mppt des WR verändert ein Tigo seine Impedanz so dass der WR den optimalen Punkt einfach nicht findet.
Meist bleibt der Stringstrom zu gering, gut abzulesen an den abstrus hohen Spannungen von starken Panels.
Es wäre doch ein leichtes dem Tigo zu sagen, hey, du hast da ein 60zelliges Panel.
35Volt bei 25 Grad können nie und nimmer das Optimum sein, setz mal runter auf 32 Volt. Dem wird der Tracker schon folgen.
Auf der anderen Seite wird oft bei erhöhter Stringstromnachfrage einfach das Panel Spannungsmäßig auf 20 oder 10 Volt abgewürgt statt den Stepdown Konverter anzuschmeißen und die Panelspannung zumindest bei 30 Volt zu halten.
Tatsache ist dass das Enhancing und das Tracking des WRs sich beißen.
Zur Visualisierung hänge ich mal die Spannungs und Stromverläufe an.
Mit dabei ist zum Vergleich die Westanlage
Strom.png

Spannung.png


Man erkennt die Fehlanpassung an zu hohen Panelspannungen.
Man erkennt die Fehlanpassung an den zu niedrigen Panelspannungen.
Man erkennt außerdem dass der Versuch des mppt des WR durch Spannungsshift scheinbar ausschließlich an einem Panel hängen bleibt, nämlich dem "violetten".
Irgendwann gegen 17 Uhr klickte es dann und die Regelung läuft so wie sie soll, mit Ausnahme der Tatsache dass das violette Panel in der Spannung stark absackt.
Das in der U-Darstellung violette Panel ist in der I-Darstellung dunkelgrün.
In dieser Konfiguration gibt es 4 Ausrichtungen (plus die Westausrichtung)
Ost mit 14 Grad Neigung, Ost mit 33 Grad Neigung, Süd mit 14 Grad und Süd mit 30 Grad Neigung.
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Re: Tigo-Auslegungsprobleme

Beitragvon Weidemann » 01.10.2018, 22:10

Das sieht wirklich nicht gut aus... wie verhält sich die Stringspannung am WR vor und nach 17:00? Oder passiert irgendwas anderes (Schatten...)?

Klingt nach einem ähnlichen Problem, wie auch die SolarEdge P350i bei verschiedenen Ausrichtungen im String haben.
stoerungen-auffaelligkeiten-im-betrieb-von-pv-anla-f99/leistungsvergleich-solaredge-optimierer-p350i-fehl-t113153.html#p1397038

Es scheint also nicht so einfach zu sein, sowas regelungstechnisch hinzukriegen... Wenn alle Module im String die gleiche Ausrichtung haben, ists wohl einfacher, aber dann braucht man keine Optimierer.
sonnige Grüße,
-Weidemann-
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Re: Tigo-Auslegungsprobleme

Beitragvon Broadcasttechniker » 01.10.2018, 22:55

Weidemann hat geschrieben:... Wenn alle Module im String die gleiche Ausrichtung haben, ists wohl einfacher, aber dann braucht man keine Optimierer.

Du sagst es.
Und deswegen habe ich mittlerweile alle Module unter erheblichen Klimmzügen unter Verbau von etlichen Kilos Aluminium auf der Ostseite nach Osten mit 14 Grad Neigung ausgerichtet.
Jetzt brauche ich auch keine Tigos mehr und würde diese dem Herrn Röschinger am liebsten um die Ohren hauen.
800€ für den Arsch.
Tigo selbst war auch involviert, aber die bekommen das auch nicht hin.
Hier ein Ausschnitt aus dem Log, leider nur Viertelstundenwerte
Code: Alles auswählen
Datum............U1....I1......P1........U2....I2....P2
02.07.18 16:30   565   9094   5147      364   2139   780
02.07.18 16:45   566   8945   5070      366   1780   653
02.07.18 17:00   568   8783   4992      342   2119   653
02.07.18 17:15   569   8589   4896      205   5905   1171
02.07.18 17:30   571   8330   4760      236   4513   1067
02.07.18 17:45   570   8056   4599      231   4121   955
02.07.18 18:00   575   7749   4461      245   3357   824

Der Spannungsdrop ist korrekt weil zu der Zeit die steilen Ostmodule nicht mehr direkt beschienen wurden.
Ab da wo die Tigos wieder ihren Job gemacht haben haben sie tiefgesetzt und die WR Eingangsspannung ging runter.
Da lief aber über den ganzen tag was schief wenn man sich die Spannungskurven anschaut.

Sollte jemand Schmerzen lieben und sich die Tigo Enhancer kaufen, dann investiert auch die 20$ für das Premiumpaket.
Dann bekommt man nämlich eine wirklich schöne sekundengenaue interaktive Darstellung.
Das ist jetzt mit Null Ironie.
Mit dieser Darstellung sieht man nämlich erst was die Anlage für einen Schwachsinn macht.
Wenn man nämlich Tigo vertrauen würde, dann sähe man für den 02.07 das folgende Bild.
Verarsche.
Reclaimed.png


Richtig wäre: Dank Tigo verloren
Verloren.png
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