Isolationsstrommessung verstehen

Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen

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Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon surfrichter » 11.09.2018, 17:14

Hallo zusammen,

kurz Anlage 33 Module, 3 Strings mit je 11 Bosch Modulen 7 Jahre alt.
Vor einem Jahr erster Ausfall wg. Iso-Strom. Ein Modul entfernt. Ging wieder. Am Modul KAbel mit Stecker erneuert lief seit März.
Jetzt nach den kühleren Nächten und auch mal Regen wieder Ausfälle. Ein String geht noch. Zwei nicht.
Heute frei genommen früh um 7.00 Uhr aufs Dach. Module von oben und unten schön feucht. Wechselrichter zeigt Isolationsstrom an.
An das - Ende vom String Kabel angesteckt zum + Ende gezogen, Klemme ans Gestell und gemessen. 11 kOhm.
Beim funktionierenden String das gleiche 11 kOhm.
Wenn ich unten am WR die Stecker abstecke, ans Messgerät stecke und die Klemme an die Erdung hänge, zeigt mein Gerät auf allen drei Strings zw. 600 und 800 Ohm NO an. Auch an dem String der funktioniert. Mach ich was falsch?

Wenn alles trocken ist, messe ich oben am String >100 kOhm und unten am WR trotzdem 600-800 Ohm.
Die Anlage ist nicht direkt mit der Erdung des Hauses verbunden. Sie hat einen Erdanker. Wenn es daran liegen würde müsste doch aber der Widerstand größer statt kleiner werden.

Kann mir das einer von euch erklären der was vom Strom versteht.

Am Modul selbst messe ich jeweils >100 kOhm.

Danke!
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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon Dipl-Ing » 11.09.2018, 19:53

33 Module bei 3 Stings ergibt eine String Spannung von vermutlich 330V ?
Wenn ein Kabel durch gescheuert, oder angescheuert ist kann bei 330V auch was Richtung Erde abwandern.
Bin kein PV Spezialist aber bei einem Elektromotor prüft man die Wicklungen (Isolierter Draht) mit einem Hochohm Messgerät. Das prüft die Isolation nicht mit einigen Volt wie ein Multimeter sondern mit bis zu 1000 V (meines kann 250-500-1000V). In dem Spannungsbereich zeigt sich dann auch ob die Isolation noch gut ist oder der Funke überspringen kann.
Hochohm Messgeräte gehören aber eher nicht in die Hand von unbedarften Leuten, da nicht ganz ungefährlich.
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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon Retrerni » 11.09.2018, 20:00

Nunja, wer misst, misst bekanntlich Mist...
Fangen wir mal einfach an, mit welchem Gerät (Hersteller & Typenbezeichnung) hast Du überhaupt gemessen mit welchen Einstellungen? Hoffen wir mal mit einem Isolationstester, der auch 1 kV kann (alles andere ist erst einmal Käse bzw. hilft nur bei "groben" Fehlern).
Wenn ich Deinen Text so lese könnte man auf einen Isolationsfehler der Leitung zwischen Dach und Wechselrichter tippen. Ist die denn i.O. wenn die Module oben nicht angesteckt sind?
Wozu hast Du das - Ende zum + Ende gezogen? Die Isolationsmessung findet doch zwischen PE (Erde) und EINEM Pol des Generators statt. Letzterer sollte dabei OFFEN sein. Im Idealfall die Minus-Leitung des Testers an Erde und die Plus-Leitung des Messgerätes an den Minus-Pol des Strings, Messgerät auf 1 kV Prüfspannung. Dann sollte ein Widerstand >1 MOhm heraus kommen. 2. Messreihe mit Plus-Pol des Messgerätes auf Erde, Minus-Pol des Messgerätes an den Plus-Pol des Strings. Normalerweise sollte bei gutem Wetter hier >100 MOhm heraus kommen.
Aber wo steht denn die Anlage?

Ciao

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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon surfrichter » 11.09.2018, 20:38

Erst mal vielen Dank!
Ich benutze das PV Check von HT und ich mache die RIso Messung. Bei dieser Messung macht das Messgerät automatisch dass, was ud beschrieben hast. Es wird am Plus- und Minuspol angeschlossen und am Gehäuse. Das Gerät misst dann Plus gegen Erde und Minus gegen Erde. Soweit ich weiß erst mit 500 und dann mit 1000 Volt.

Wie gesagt, wenn ich nur den String messe (trocken Nachmittag) hab ich >100 MOhm. Am WR messe ich aber >1 MOhm. Das Kabel ist 5m auf dem Dach und läuft dann in einem Kabelschacht durchs Haus. Es könnte nur der berühmte letzte Stecker sein aber den habe ich schon gewechselt. Deswegen glaube ich, dass ich was falsch mache oder nicht verstehe.

Gruß
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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon Dipl-Ing » 12.09.2018, 13:16

> 1 MOhm hört sich doch gut an. Wenn ich I=U/R rechne komme ich auf maximal 1mA Verlust bei 1000V.
Ein FI löst bei 30 mA aus...
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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon patba » 12.09.2018, 13:47

surfrichter hat geschrieben:
Wenn alles trocken ist, messe ich oben am String >100 kOhm und unten am WR trotzdem 600-800 Ohm.


und dann

surfrichter hat geschrieben:
Wie gesagt, wenn ich nur den String messe (trocken Nachmittag) hab ich >100 MOhm. Am WR messe ich aber >1 MOhm.



Was nun? Die Widerstände, die Du nennst, variieren ziemlich...
Wenn ersteres stimmt, deutet das auf ein Problem im Kabel zum Dach hin.

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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon surfrichter » 13.09.2018, 21:10

Außer dass ich kilo und mega verwechselt habe (im ersten Zitat).
Oben >100 MOhm alles ok.
unten 0,8 - 0,6 MOhm nicht ok.

Ich habe das mit dem Kabel auch auf der Liste aber wie kann ich das testen/messen?
Die RIso-Messung geht nur wenn mindestens ein Modul angeschlossen ist und Spannung vorhanden ist.
Wie finde ich heraus ob es nicht doch der berühmte letzte Stecker ist?
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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon Retrerni » 13.09.2018, 23:08

Nein, mit einem normalen Isolations-Tester kannst Du oben am Dach das erste Modul am Kabel vom WR abstecken und nur das Kabel gegen Erde messen (Plus- und Minusleitung gehen somit auch einzeln).

Wenn Deine Messung mit 600-800 kOhm oben so korrekt ist am Kabel auf das Dach tippe ich mal darauf, dass es sich der Marder (wohl auf dem Dach?) hat schmecken lassen... Sprich die Kabelisolierung ist mit "kleinen Nadelstichen (respektive Nagerbissen)" perforiert und zieht dann bei Regen Wasser (bzw. liegt evtl. sogar in selbigem).

Nur ist Deine Beschreibung u.U. falsch interpretierbar, Du misst nicht mit dem Isolationstester in den Wechselrichter hinein sondern nur ins Kabel, das auf's Dach geht, nachdem es am WR abgesteckt wurde, richtig?

Ciao

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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon surfrichter » 14.09.2018, 07:37

Danke!

>Nur ist Deine Beschreibung u.U. falsch interpretierbar, Du misst nicht mit dem Isolationstester in den Wechselrichter hinein >sondern nur ins Kabel, das auf's Dach geht, nachdem es am WR abgesteckt wurde, richtig?

Genau. Ich stecke die Kabel vom WR ab und messe Richtung Dach in die einzelnen Strings.

Es kann eigentlich nur auf dem Dach sein. Die Kabel gehen dann durch die Wand und laufen dann nur noch im Haus bis zum WR.
Wie der Nager auf das Dack kommen soll ist allerdings fraglich.

>Nein, mit einem normalen Isolations-Tester kannst Du oben am Dach das erste Modul am Kabel vom WR abstecken und nur das >Kabel gegen Erde messen (Plus- und Minusleitung gehen somit auch einzeln).

Ich lass das Kabel am WR angesteckt? Geht das mit dem PV Check Messgerät?
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Re: Isolationsstrommessung verstehen

Beitragvon Retrerni » 14.09.2018, 21:40

Nein, Kabel sowohl am WR als auch am Modulfeld abstecken und dann nur das Kabel messen. Da sollten dann >100 MOhm sein, sonst ist was faul...

Ciao

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