Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen

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Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon stefan_89 » 06.06.2018, 18:04

Hallo, haben 2013 eine Photovoltaikanlage 25KW/P gekauft.
Die Module haben einen Herstellerfehler (delamination), Wasser dringt ein, Kurzschluss.

Unser Vertragspartner kam vor 4 Jahren mit einem Schreiben auf und zu und legte den Fehler offen, uns wurde 2014 schon schleppend ein Austausch versprochen, meldeten uns nach anfrage bei einem Email Verteiler an und würden auf dem laufenden Gehalten werden.

Viel ist nicht passiert, die Firma änderte ihren Namen geringfügig ab und verweißt auf den Hersteller in China, welcher nun nach und nach die fehlerhaften Module austauschen würde.

Wir begannen mit einer kleinen Mobilmachung und fanden eine 5 Köpfige Gruppe welche sich zusammengeschlossen hatte.
Inzwischen wurden 3 entschädigt, andere nahmen das Angebot aus china an 5000 Euro überwießen zu bekommen, vom Hersteller aus China.

Meine Frage nun, was macht wohl noch Sinn?

Tatsächlich hatte ich neulich eine Arbeit auf dem Dach wo mir verfärbte Aufkleber auf der Platteninnenseite auffielen.
Bei drücken auf die "Scheibe" konnte ich sehen wie ich darin Wasser verdrängen konnte, welches sich unten an der Ecke gesammelt hatte.

80% der Platten haben diese Verfärbung und sind wohl undicht.

Ausfälle hatten wir vor 2 Jahren regelmäßig, seit dem hatten wir Glück.

Kann so eine Platte wohl wirklich schadhaft korrodieren? bzw. der innere Funktionsapperat?

Was nun tun?
Einen Anwalt beauftragen, welcher auch Chinesisch spricht?
Meine Mutter ist äußerst erzürnt und will die Bildzeitung und das Fernsehen einschalten.
Oder doch besser immerhin 5000€ mitnehmen?

Was meint ihr?
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon kalle bond » 06.06.2018, 18:17

Hallo stefan_89,

was haben denn die Module 2013 gekostet? 5 T EURO für 25 kWp erscheinen mir ein wenig dürftig.
Die Module sollten bei diesem Schadensbild (Fotos?) schnellstens ausgetauscht werden.

Du hast damals doch Solar Module gekauft und kein Aquarium? :ironie:
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon stefan_89 » 06.06.2018, 22:22

Nein waren leider 36000€
Wenn ich Fotos mache, erkennt man wohl den Hersteller wenn ich eine Stelle fotografiere, ander man was erkennen kann....
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon jodl » 06.06.2018, 22:42

unter Berücksichtigung deiner Beiträge hier würde ich sagen daß es wohl sinnvoll wäre wenn du in dieser Angelegenheit professionelle Hilfe in Anspruch nimmst.
Nicht deine Mutter, nicht das Fernsehen, nicht die Bildzeitung.
Nicht den Dorfanwalt mit Fachgebiet Nachbarschaftsrecht und Verkehrsrecht.

Weil so wie du da schreibst geht ja seit 2014 nichts weiter.
Und ein guter Anwalt kann dir nach Vorlage aller Unterlagen auch sagen, ob und gegen wen es sich lohnen kann vorzugehen.
Erster Ansprechpartner wird derjenige sein der dir die Module damals verkauft hat. Das wird ja wohl nicht der Hersteller aus China gewesen sein, sondern jemand im Inland.

Und noch eine Anmerkungen: die Dinger auf deinem Dach um die es da geht nennt man "Module". "Platten" sagen nur Doofies.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon ndorphin » 07.06.2018, 00:51

Der Solateur hat sich - aus seiner Sicht - verständlicherweise aus dem Staub gemacht. Alte GmbH zu, neue auf. Kann ich sogar verstehen wenn die Module in grosser Zahl verbaut wurden. Könnte er vermutlich eh nicht bezahlen. Könnten jetzt die Rechtsexperten hier mal die Chancen darlegen eine abgewickelte GmbH zu belangen, kenn mich da nicht aus.

Chancen wurde ich nur sehen wenn der Modulhersteller eine Niederlassung hier hat oder ein Importeur existiert. Ansonsten wird das ein teures Wagnis jemanden in China zu belangen.

Welcher Hersteller war es denn?
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon SInister_Grynn » 07.06.2018, 07:30

Naja das ist genau das was man zu erwarten hat wenn man 2013 4 Reihe rotchina zu 1440 Euro/kWp kauft
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon ndorphin » 07.06.2018, 14:01

SInister_Grynn hat geschrieben:Naja das ist genau das was man zu erwarten hat wenn man 2013 4 Reihe rotchina zu 1440 Euro/kWp kauft


Gabs nicht auch defekte Siemens Module? Klar, hinterher ist man immer schlauer...
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon seppelpeter » 07.06.2018, 14:22

Bin kein Anwalt, aber wenn der Erbauer weiterhin im Bereich PV unterwegs ist, nur unter einer neuen Firmierung (womöglich aber mit gleichem Sitz, Geschäftsführer und Personal), würde ich mich dringend anwaltlich beraten lassen, ob es nicht möglich ist, den trotzdem weiterhin zu belangen.
So einfach kann man sich nicht aus der Gewährleistung raus stehlen und bei einer Anlage aus 2013 und Mängelanzeige in 2014 ist das nach wie vor Gewährleistung. Verjährung dürfte nicht eingetreten sein, da immer wieder gepopelt wurde.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon wschmeiser » 07.06.2018, 14:53

Da braucht man doch keinen Anwalt, denn aus der Gewährleistung des Solateurs ist man raus, so oder so.

Und wenn es eine Herstellergarantie gibt, dann gibt es auch irgendwo Garantiebedingungen dieses Herstellers auf Deutsch. Wie lauten diese denn? Zahlt der Hersteller auch für Abbau und Aufbau oder ersetzt er nur die Module?

Dann kennt man den Hersteller und die Garantiebedingungen und eine Rechnung sollte man auch noch haben.

Handelt es sich um einen einigermaßen namhaften Hersteller, der auch weiterhin in D verkauft, dann kann man versuchen, mit seinem Ruf zu argumentieren und mehr als die 5.000 T€ zu erhalten. Ansonsten wird er schwierig.

Zudem erscheint mir der Betrag von 5.000 T€ merkwürdig. Sind denn alle Anlagen und damit der Schaden gleich groß?

Also erst einmal ein paar mehr Informationen liefern. Warum den Hersteller geheim halten? Gibt es doch keinen Grund für.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon seppelpeter » 07.06.2018, 15:13

wschmeiser hat geschrieben:Da braucht man doch keinen Anwalt, denn aus der Gewährleistung des Solateurs ist man raus, so oder so.


Warum sollte das der Fall sein bei Kauf in 2013, Offenlegung des Mangels in 2014 durch den Erbauer der Anlage, Zusage eines Austauschs in 2014 ... und dann alles schön im Sand verlaufen lassen und aus der A GmbH die B GmbH gemacht mit vermutlich gleichem Sitz, Geschäftsführer und gleichem Geschäftsinhalt?
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