Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen

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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon wschmeiser » 08.06.2018, 11:46

seppelpeter hat geschrieben:
wschmeiser hat geschrieben:
seppelpeter hat geschrieben:
RegstrFL hat geschrieben:Die regelmaßige Verjährungsfrist von 3 Jahren ab dem Ereignis trifft auf Gewährleistungsansprüche nicht zu.

Hier sind es 2 Jahre ab Abnahme, nach 6 Monaten tritt die Beweislastumkehr ein.
Wenn die Anlage als Bauwerk eingeordnet werden würde, dann wären es 5 Jahre ab Übergabe/Abnahme.



Das was QRegstrFL schreibt ist alles vollkommen korrekt.

Die Verjährung von anerkannten Gewährleistungsansprüchen beträgt ab Zeitpunkt der Anerkennung wieder 2 Jahres (BGB §212). Bei Bauwerken 5 Jahre. Man kann es auch anders formulieren: ab diesem Zeitpunkt bzw. der Behebung beginnt die Gewährleistung von neuem.


Sehe ich anders, aber ist auch egal.
Das soll ein Anwalt klären ... wir werden den Fall hier nicht lösen.

Es geht mMn doch darum, dass die Verjährung wirksam gehemmt wurde.

§ 203
Hemmung der Verjährung bei Verhandlungen

"Schweben zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger Verhandlungen über den Anspruch oder die den Anspruch begründenden Umstände, so ist die Verjährung gehemmt, bis der eine oder der andere Teil die Fortsetzung der Verhandlungen verweigert. 2Die Verjährung tritt frühestens drei Monate nach dem Ende der Hemmung ein."

In § 212 BGB geht es um Vollstrckungshandlungen ... die Zahlung betreffend ... das Thema haben wir hier aber nicht.

§ 198 Verjährung bei Rechtsnachfolge könnte im forliegenden Fall noch interessant sein.

Nach §199 gilt "Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt, soweit nicht ein anderer Verjährungsbeginn bestimmt ist, mit dem Schluss des Jahres, in dem
1. der Anspruch entstanden ist und"

Ersatz wurde 2014 zugesagt ... 2015, 2016 und 2017 ... wenn nicht wirksam gehemmt wurde, ist der Drops gelutscht.

Ich wollte einfach mal ein paar Paragraphen zitieren. :mrgreen:


Schade, das Du solch unqualifizierte Beiträge ablieferst und einfach ein paar Paragraphen dahin wirfst. Das hilft einer Diskussion nicht weiter und Laien verwirrst Du damit komplett.

Die Gewährleistungsfrist ist halt genau eine Frist für die Verjährung von Mängelansprüchen und die beträgt 2 Jahre und verlängert sich halt genau nach §212 Abs 1 Punkt 1 "oder in anderer Weise anerkennt" um weitere 2 Jahre ab dem Zeitpunkt der Anerkennung oder Behebung.
Und würde es sich um ein Bauwerk handelt betragen die Fristen halt jeweils 5 Jahre.

Und es geht halt gleich um mehrere Fragen:
- Beträgt die Verjährungsfrist 2 oder 5 Jahre (Bauwerk).
- Wurde die Verjährung durch beweisbare Anerkennung wirksam unterbrochen.

Und darüber entscheidet halt kein Anwalt sondern ein Gericht mit einem rechtskräftigem Urteil.

Deshalb stellt sich als nächstes die Frage nach einer Rechtsschutzversicherung und gilt die auch für Bauwerke?

Hat er keine Rechtsschutzversicherung und geht er zum Anwalt wird auch der Verkäufer zum Anwalt gehen .... und ein Streit geht nun erst richtig los ..... an eine einvernehmliche Lösung ist dann schon allein wegen der Rechtsanwaltskosten nicht mehr zu denken.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon wschmeiser » 08.06.2018, 11:50

RegstrFL hat geschrieben:Garantie und Gewährleistung sind zwei verschiedene Paar Schuhe...
Das eine schließt das andere nicht aus. Es wurden auch keine Ersatzmodule geliefert.


Vielleicht hättest Du das noch ein bisschen näher erläutern sollen:

Gewährleistung ist ein gesetzlich geregelter Anspruch gegen der Ersteller/Erbauer/Verkäufer.

Hat mit der Garantie überhaupt nichts zu tun.

Die Garantie ist eine freiwillige Erklärung (Garantiebedingungen) des Garantiegebers, im Regelfall des Herstellers. Er kann da reinschreiben, was er lustig ist.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon kalle bond » 08.06.2018, 11:59

RegstrFL hat geschrieben:Garantie und Gewährleistung sind zwei verschiedene Paar Schuhe...
Das eine schließt das andere nicht aus. Es wurden auch keine Ersatzmodule geliefert.


Auszug:
"Besondere Gewährleistungsbedingungen
Die Gewährleistung für derartige Ersatz- und Zusatzmodule erstreckt sich nur noch auf den
verbleibenden ursprünglichen Gewährleistungszeitraum von fünfundzwanzig (25) Jahren."

Also auch hier erkennt man, wo die Grenze ist.

Ich lass hier mal den Hersteller außen vor. Ist nur beispielhaft.
Solange der TS den Hersteller seiner Module nicht nennt und die Garantie- und Gewährleistungsbedingungen nicht vorweisen kann, ist eine weitere zielführende Diskussion nicht möglich. Über die vorgenannten Grenzen wird man kaum hinauskommen.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon wschmeiser » 08.06.2018, 12:08

kalle bond hat geschrieben:
RegstrFL hat geschrieben:Garantie und Gewährleistung sind zwei verschiedene Paar Schuhe...
Das eine schließt das andere nicht aus. Es wurden auch keine Ersatzmodule geliefert.


Auszug:
"Besondere Gewährleistungsbedingungen
Die Gewährleistung für derartige Ersatz- und Zusatzmodule erstreckt sich nur noch auf den
verbleibenden ursprünglichen Gewährleistungszeitraum von fünfundzwanzig (25) Jahren."

Also auch hier erkennt man, wo die Grenze ist.

Ich lass hier mal den Hersteller außen vor. Ist nur beispielhaft.
Solange der TS den Hersteller seiner Module nicht nennt und die Garantie- und Gewährleistungsbedingungen nicht vorweisen kann, ist eine weitere zielführende Diskussion nicht möglich. Über die vorgenannten Grenzen wird man kaum hinauskommen.


Es geht hier ja nicht nur um den TS. Wollen wir hier nicht alle aus Fragestellungen lernen?

Und wie schon gesagt, handelt es sich bei der Gewährleistung um einen gesetzlichen Anspruch nach BGB. Dass dafür Umgangssprachlich von den Laien oder Verkäufern auch der Begriff Garantie benutzt wird, ändert am gesetzlichen Anspruch nichts.

Ebenso kann der Garantiegeber seine Garantie auch Gewährleistung oder sonst irgendwie nennen. Mit dem gesetzlichen Anspruch hat es nichts zu. Begriffe sind für die Juristen und Gerichte Schall und Rauch. Vielmehr gilt dann, was in den Bedingungen steht.

Und das Schöne ist doch: sollte ich hier Mist schreiben, wird sich schon der eine oder andere melden und das korrigieren oder mit Nachweisen belegen, so wie es RegstrFL schon mehrfach getan hat.
Zuletzt geändert von wschmeiser am 08.06.2018, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon seppelpeter » 08.06.2018, 12:11

wschmeiser hat geschrieben:Schade, das Du solch unqualifizierte Beiträge ablieferst und einfach ein paar Paragraphen dahin wirfst. Das hilft einer Diskussion nicht weiter und Laien verwirrst Du damit komplett.


War nicht mein Ziel.

Verlängerung der Gewährleistungsfrist ist ein Schuh.
Der andere ist die wirksame Hemmung der Verjährung.

Und darüber entscheidet halt kein Anwalt sondern ein Gericht mit einem rechtskräftigem Urteil.


Logisch, aber ohne Anwalt sollte man nicht vor Gericht erscheinen.

Deshalb stellt sich als nächstes die Frage nach einer Rechtsschutzversicherung und gilt die auch für Bauwerke?


Die Frage ist wohl eher, ob die private Rechtsschutzversicherung, Geschäftsvorfälle des Versicherungsnehmers als Unternehmer überhaupt abdeckt. Ich gehe davon nicht aus.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon wschmeiser » 08.06.2018, 12:17

@seppelpeter
Logisch, aber ohne Anwalt sollte man nicht vor Gericht erscheinen.

Deshalb stellt sich als nächstes die Frage nach einer Rechtsschutzversicherung und gilt die auch für Bauwerke?


Die Frage ist wohl eher, ob die private Rechtsschutzversicherung, Geschäftsvorfälle des Versicherungsnehmers als Unternehmer überhaupt abdeckt. Ich gehe davon nicht aus.


Geht doch.

Du hast damit natürlich recht, dass sich die Frage stellt, ob die Rechtsschutzversicherung für eine PV-Anlage zahlt. Aber da hilft anfragen und ich denke, dass man da für eine Erstberatung oder mit einer Kostendeckelung durchaus bereit sein könnte.

Und vor Gericht würde ich immer, wenn es irgendwie geht, ohne Anwalt agieren wollen, denn die Richter haben die Anwälte durchaus satt.

Voraussetzung ist aber, dass man sich mit den Verfahrensfragen (wen muss man verklagen, welche Fristen gelten) auskennt und auch die Fragestellung und Forderung einigermaßen korrekt formulieren kann, so dass sie der Richter im Urteil nur weitgehend abzuschreiben braucht. Ist die Forderung einigermaßen gerechtfertigt, steht ein Amtsrichter normalerweise auf Seiten des Schwächeren.
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Re: Herstellerfehler, Hersteller Zahlt nicht.

Beitragvon kalle bond » 08.06.2018, 12:22

wschmeiser hat geschrieben:Ebenso kann der Garantiegeber seine Garantie auch Gewährleistung oder sonst irgendwie nennen. Mit dem gesetzlichen Anspruch hat es nichts zu. Begriffe sind für die Juristen und Gerichte Schall und Rauch. Vielmehr gilt dann, was in den Bedingungen steht.

Und das Schöne ist doch: sollte ich hier Mist schreiben, wird sich schon der eine oder andere melden und das korrigieren oder mit Nachweisen belegen, so wie es RegstrFL schon mehrfach getan hat.


So ist es, schwierig alles richtig einzusortieren:

Auszug Ja Solar "Beschränkte (!) Garantie":
1 Beschränkte Produkthaftung - Zwölf Jahre auf Reparatur oder Ersatz
2.Beschränkte Spitzenleistungsgarantie - Begrenzte Mängelbeseitigung
4.Beschränkung des Gewährleistungsumfangs
5.Erhalt von Garantieleistungen

Hier ist von vorherein schon mal alles "beschränkt" (eingeschränkt?) :)
Ist es bei anderen Herstellern auch, nur taucht das meist erst später im Text auf.
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