Meine Erfahrungen mit zwei Speichern

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Meine Erfahrungen mit zwei Speichern

Beitragvon thwilms » 11.06.2018, 14:00

Hallo zusammen,
ich habe hier zwei Speicher, die seit 12 Monaten laufen und (halbwegs) selbst installiert wurden.
Anbei meine Erfahrungen

PV-Anlage:
- 9 kWp mit SMA Tripower
- 1,5 kWp mit SMA SB 1.5

System 1:
- LG ResuH (400V-Variante) mit 10 kWh
- SMA WR SB Storage 2.5
- Sunny Home Manager 2.0

System 2:
- Mercedes Benz, 10 kWh
- SMA Sunny Island 4.4
- Sunny Home Manager 2.0


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INSTALLATION


System1:
Hardwareinstallation ist recht einfach, keine zusätlichen FI-Schalter oder Batteriesicherungen notwendig. Allerdings wiegt der LG-Speicher über 100kg, was Manpower benötigt.
Leider war auf meinem WR noch keine aktuelle Software installiert und dementsprechend wurde der Speicher anfangs nicht supportet.
Blöd ist, dass das Update nicht so einfach manuell angestoßen werden kann. Man muss den WR ins Netz bringen und so lange warten, bis er selbst die Software geupdatet hat.
Die restliche Einrichtung von SMA ist nach üblichen SMA-Prozessen ein Geduldspiel, erfordert erweitertes Know-How und die Lust sich einzulesen. Schade, dass SMA es bei jedem WR wieder anders macht

System2:
Erweiterte Installation notwendig (FI-Schalter und Bedienteil). Gegenüber des System lässt sich der Mercedes-Speicher leichter handeln, da er modular ist.
Die restliche Einrichtung von SMA ist nach üblichen SMA-Prozessen ein Geduldspiel, erfordert erweitertes Know-How und die Lust sich einzulesen. Schade, dass SMA es bei jedem WR wieder anders macht


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SONSTIGES


System1:
Die Nutzung der Batterie ist ja theoretisch etwas eingeschränkt, da der WR maximal 2,5kW richten kann. Allerdings zeigt sich, dass das überhaupt keine Rolle spielt. Denn an Tagen mit hohem Energiebedarf ist der Speicher so oder so irgendwann leer. An normalen Tagen kann ich die komplette Hauslast zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang damit decken, selbst Kochen geht relativ gut. An einigen wenigen Tagen wären durch eine höhere Leistung eine größere Einsparung möglich gewesen, aber das fängt Investitionen in größere Systeme niemals auf!

Ernüchternd ist aber die Auswertung über das Sunnyportal. Geladen wurde der Sepicher mit ca. 1.0 MWh, entladen mit 800kWh, wir reden also über 20% Verlustleistungen.


System2:
Hier ist die Ernüchterung, dass der Speicher sich nach einem Jahr mit geringer Nutzung selbst zerlegt hat. Die Module werden ja untereinander mit einem RJ45-Kabel verbunden, allerdings haben sich bei allen Modulen die unteren Stecker einfach von der Platine abgelöst

Beide Systeme:
- Der Support von SMA ist katastrophal. Ich nutze noch ein Sunnyview (war bereits einmal kaputt) und früher ein Home Manager 1.0 mit Steckdosen. Das erste System lief nicht wie gewünscht, selbst das Anlernen machte massiv Probleme. Der Austausch des defekten Sunnyviews hat Monate gedauert und hat mehrere Anläufe gebraucht. Supportanfragen zum SHM-Problems sind bis heute nicht beantwortet worden.
- Die Einbindung der Wechselrichter (ich habe ja nun 4 verschiedene von SMA) ist auch keine schöne Erfahrung. Einige kommunzieren über Blutooth, andere zusätzlich können WLAN/Ethernet, aber dafür kein Blutooth. Der Sunnyview läuft über BT und muss direkt konfiguriert werden, einige Wechselrichter richtet man nur über die Weboberfläche ein, andere über ein eigenes Windows-Programm (kein MAC), und wieder andere Konfigurationen werden über das Sunyyportal erledigt.
- Ein Hinweis an SMA erfolgte von mir. Da der Support nicht geantwortet hat, aber ich deren Blog-Funktion genutzt. Der Eintrag wurde gelöscht, aber es meldete sich danach jemand vom Support. Allerdings nicht mit Hilfe, sondern mit dem Hinweis, dass der Produkte ganz toll sind, man die Einrichtung für zeitgerecht halten würde, da man ja einige Preise eingeheimst hat.
- Vorteil des Sunny Home Managers ist die transparente Darstellung aller aktuellen und historischen Werte, selbst per App. Die Berechnung ist aber nicht immer richtig. Bei Hohen Leistungen gehen kleinere unter, z.B. habe ich zur Mittagszeit bei 9,5kW Solarerzeugung keine Hauslast mehr in der Historie (im Regelfall 200-400Wh).



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Fazit

- Der LG RESUH läuft völlig klaglos und recht leise. Im Verbund mit dem Sunnyboy Storage 2.5 lässt sich der Speicher auch gut ausnutzen.
- Der Mercedes Speicher lässt sich nicht empfehlen, aber das MB ja ausgestiegen ist, ist das wohl auch egal.
- Man benötigt für den Speicher im Verbindung mit einem SMA Wechselrichter auch einen Sunny Home Manager. Der ganze Einrichtungsprozess ist nicht ganz optimal, aber machbar. Der Sunny Home Manager 2.0 ist auch noch recht teuer und der Support mies. Ich habe leider keine Erfahrung mit anderen Herstellern, würde aber mittlerweile SMA nicht uneingeschränkt empfehlen. So viel schlechter können günstigere Hersteller auch nicht sein.


Ich hoffe, dass das hier jemanden etwas weiter hilft :D
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Re: Meine Erfahrungen mit zwei Speichern

Beitragvon ollerkeim » 11.06.2018, 14:14

Sehr interessant. Bin aber mit meiner Powerwall2 auch sehr zufrieden. Und... man braucht keinen extra Wechselrichter. Aber das mit dem MB Speicher ist ja ein Ding. Klingt ja nach "Dieselskandal im Speicherbereich" :-)
Module: 35 x Hanwha Q.Cells GmbH Q.PLUS BFR-G4.1 280
Azimut: 100°, -80° - Neigungswinkel: 42°
Wechselrichter: Sunny Tripower 8000TL
Bateriespeicher: Tesla Powerwall 2.0
9,8 kWp - Ost-West Anlage mit 23 Modulen Ost und 12 Modulen West.
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Re: Meine Erfahrungen mit zwei Speichern

Beitragvon thwilms » 12.06.2018, 22:00

Eine Powerwall2 hätte ich auch genommen, auch wenn ich preislich mit dem LG Speicher nicht schlechter bin.

Tesla wolle/konnte einfach nicht liefern, daher war es keine schwierige Entscheidung :wink:
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Re: Meine Erfahrungen mit zwei Speichern

Beitragvon Hondafahrer » 14.06.2018, 22:35

thwilms hat geschrieben:System 2:
- Mercedes Benz, 10 kWh
- SMA Sunny Island 4.4
- Sunny Home Manager 2.0



Gibt es für den Brocken dann wenigstens Ersatz wenn er sich schon selbst zerlegt oder war es ein teures Experiment?
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Re: Meine Erfahrungen mit zwei Speichern

Beitragvon tks » 15.06.2018, 01:40

Was darf man sich denn unter "zerlegt" genau vorstellen? Ein gelöster Stecker kann doch repariert werden. :juggle:
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Re: Meine Erfahrungen mit zwei Speichern

Beitragvon Hondafahrer » 15.06.2018, 20:26

Ich kann mir nicht vorstellen, das ein Stecker welcher auf der Platine angebracht ist einfach so mal wieder anlöten lässt.
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