L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon cti » 08.06.2018, 09:41

Guten Morgen,
aus Sicht des Netzes bzw. Regulierers macht Speicher mit "Peak-Shaving" für Netzstabilität schon Sinn.
Die Frage ist, an wie vielen Tagen und für wie viele Stunden man tatsächlich die 80% von P(peak) im Jahr hat.
Die Opportunitätskosten kann man dann entsprechend vergleichen.

Angenommen diese 30% entsprächen 3000 Watt(peak), dann kann man entsprechende Verbraucher an diesen Tagen nutzen.

SMA und Solaredge bieten eine Art "Predictive Charging" an, welches mit 250 Euro gesondert gefördert wird. (Ob es ein lernender Algorithmus ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht gibt es hier im Forum Experten.)
Z.B. wenn anhand von Wetterprognosen ein ertragreicher Tag erwartet wird, dann speist der WR frühzeitig ein, bevor der Speicher voll ist. Der Regulierer will eben nicht, dass morgens die WR nur den Speicher laden und dann mittags, sobald der Speicher voll ist, diese PV-Anlagen maximal ins Netz einspeisen.

Der Trend geht natürlich in Richtung "Smart Grid". Die Förderung ist mit der Freigabe einer Datenschnittstelle verbunden, welche für Forschungszwecke genutzt wird. Es ist auch als kleiner Beitrag für die Energiewende zu sehen.

Klar, Speicher sollten nicht gefördert werden, um damit Geld zu verdienen...

Gruß
cti
p.s. wäre unser Dach noch frei, dann würde ich diese Förderung mitnehmen...
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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon seppelpeter » 08.06.2018, 10:17

Burntime hat geschrieben:Ich plane eine 10kWp Anlage. Sprich, ich kann mir einen 8kWh Speicher fördern lassen. Maximal lande ich also bei einer Förderung von 8*300€ + 250€ = 2.650€.
Und jetzt kurz und knackig die Frage gestellt: Ist das denn überhaupt sinnvoll?
Würdet ihr euch die Einspeisung auf 50% drosseln lassen, und dafür 2650€ Einmalzahlung kassieren?
2650€ entsprechen hier 21.200kW/h Energie.


Grundvoraussetzung, damit es halbwegs funktionieren könnte, wäre ein Speicher, der prognosebasiert geladen wird.
Mir fällt da nur eine SMA Lösung z.B. mit SB Storage 2.5 und BYD HV Speicher mit 6,4KWh ein.
Es mag noch andere geben...

Und den Rest kann man zumindest überschlägig ausrechnen.
Ein reines Süddach ist eine denkbar schlechte Anlagenausrichtung bei 50% Kappung.

Auf der positiven Seite stehen die 2170,- für den 6,4KWh Speicher ... den man auch noch Richtung 8KWh erweitern könnte.

Negative ist der Verlust aus der 50% Kappung.
Eine gut ausgerichtete Südanlage hat 70-hart einen Verlust von 3-5% aufs Jahr zu erwarten, der aus der 70% Abregelung an guten Tagen kommt. Mit einem prognosebasierten Speichersystem werden dich nicht die vollen zusätzlichen 20% als Verlust treffen, aber 10% werden es sein. Du hast also 13-15% Verlust zu erwarten.

10KWp erzeugen bei konservativ angesetzten 900KWh/KWp im Jahr 9000KWh.
Die 10% zusätzlicher Verlust sind 900KWh.
Bewertet mit der Einspeisevergütung sind das 110,- pro Jahr.
In 20 Jahren sind es 2196,-
Ich sehe hier keine Förderung sondern eher eine Bestrafung.

Wenn Speicher, dann würde ich den Speicher kostenoptimiert auslegen (kleiner!!!) und ohne Förderung kaufen, um bei der 70% Regelung zu bleiben. Mit Förderung würde ich das nur bei steilen Ost/West Dächern oder viel Schatten empfehlen.
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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon Carstene » 08.06.2018, 10:20

In meinen Augen gehen diese Förderungen auch in diese Richtung - was sicher nicht verkehrt ist

Stell dir mal vor alle PV mit Speicher laden am Vormittag die Speicher und wenn diese in der Mittagszeit voll sind knallen die mit voller Leistung ins Netz.

Durch die Speicherförderung mit den Restriktionen egalisiert sich das ganze eben etwas. Die PV gehen früh ans Netz und gleichen die grosse Mittagsspitze durch die Batterieladung etwas aus und es geht im Tagesgang eher Richtung Tafelberg.

Durch die Begrenzung der Einspeiseleistung wird eben der Anreiz geschaffen die Eigenerzeugung sinnvoll zu nutzen, z.B. durch Einsatz von Wärmepumpen für Brauchwasser anstelle DEH, ggf gesteuerte Waschmaschinen oder Trockner (Wenn letztere in meinen Augen Quatsch sind- MEIN Weib lässt sich nicht vorschreiben wann sie die Wäsche fertig haben will...)

Nach wie vor ist in deinem Fall wichtig zwei Ausrichtungen an den PV-Strings zu haben
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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon Burntime » 08.06.2018, 11:37

Ob die Förderung jetzt sinnvoll ist oder nicht, will ich gar nicht diskutieren. Das Objekt befindet sich in einem Tal. Nach Ost und West sind Hügel. Daher geht die Sonne relativ früh unter, weshalb ich eigentlich nicht anfangen möchte die Westseite vom Giebel mit PV zuzumachen.

Die Begrenzung von 50% bringt für nich den Nachteil, (ich gehe jetzt auf die Kurve von duncan2 ein), dass ich zwischen 09:00 Uhr und 18:00 Uhr dauerhaft um die 4kW/h Strom verbraten oder verschenken muss. Soviel Strom (knapp 40 kw/h am Tag) bekomme ich nie und nimmer verbracht. Auch eine Batterie (die ja maximal 8,33 kw/h haben darf) wäre hier hoffnungslos überfordert.
Hochgerechnet verschenke ich wohl um die 4.000 kW/h im Jahr. Macht 480€ im Jahr. In 6 Jahren wäre die Förderung in Höhe von 2.500€ schon aufgebraucht.
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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon Carstene » 08.06.2018, 12:12

Wie kommst du auf 40kWh am Tag

Ich komme bei freier Sicht über 90 % Horizont auf rd 5,5 kWh/KwP.

Würde heissen dass (d)eine gut ausgerichtete 10kwP Anlage rd 55kWh pro Tag produziert. könnte passen

Aber wie du zwischen 9 - 18 Uhr 4kW Leistung abregeln willst verstehe ich nicht ganz. In der Tagesspitze könnte das denkbar sein ( bei optimaler Ausrichtung), aber auch nicht in dieser Grössenordnung.
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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon seppelpeter » 08.06.2018, 12:26

Carstene hat geschrieben:Ich komme bei freier Sicht über 90 % Horizont auf rd 5,5 kWh/KwP.
Würde heissen dass (d)eine gut ausgerichtete 10kwP Anlage rd 55kWh pro Tag produziert. könnte passen.


Jepp, so ähnlich war der Ansatz für meine Rechnung mit 900KWh/KWp und 5% Verlust bei 70-weich.
Da kommt man dann nach 20 Jahren plus minus Null raus ... wenn Geld knapp ist, nimmt man die Förderung mit und sonst kauft man den evtl. etwas kleineren/günstigeren Speicher einfach so und baut das 70-weich auf.
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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon Burntime » 10.06.2018, 10:26

Ich habe die Bilanz von duncan02 als Basis genommen. Habe aber gerade erst gelesen, dass er eine 12 kWp Anlage besitzt.

Jetzt mal gefragt, auf mein Scheunendach passen 48 Module auf die Südseite.
Wieviele Module würde ich auf der Westseite des Giebels benötigen, damit sich meine Kurve "entspannt"?
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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon Roland81 » 10.06.2018, 10:43

seppelpeter hat geschrieben:Jepp, so ähnlich war der Ansatz für meine Rechnung mit 900KWh/KWp und 5% Verlust bei 70-weich.
Da kommt man dann nach 20 Jahren plus minus Null raus ... wenn Geld knapp ist, nimmt man die Förderung mit und sonst kauft man den evtl. etwas kleineren/günstigeren Speicher einfach so und baut das 70-weich auf.

Meine Rechnung kam zum gleichen Ergebnis, und zur gleichen Schlussfolgerung. -> keine Förderung und damit auch keine lebenslange 50% Begrenzung.
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Beitragvon Carstene » 10.06.2018, 11:27

Ich weiß nicht ob die Aussage so pauschal gültig ist

Wie wird sich dein Leben verändern ?
Welche Dinge könnten oder kommen in greifbarere Zukunft die deinen Verbrauch nach oben bringen ?

Kinder, Elektroauto oder Wärmepumpe für Heizungsunterstützung oder Brauchwasser oder eine Klimaanlage oder oder oder ?

Sowas würde ich schon in der Planung berücksichtigen

50% sind schon sportlich um sie dauerhaft zu erreichen.

Da musst du schon wissen was kommt.

Hieran merkst du den Grund der Förderung- die Leute müssen sich Gedanken machen

BTW
Ich glaube ich stelle meine Begrenzung auch mal einen sonnigen Tag auf 50%. Mal schauen wie das bei mir klappt
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Re: L-Bank Förderung - 50% Kappung sinnvoll?

Beitragvon Burntime » 10.06.2018, 13:39

Gedankengang:
Auf meinen Dach passen 48 Module.
Wenn ich im ersten Schritt 24 Module auf SÜD (27°) und je 4 Module an jeder Ost- und West-Fassade montieren würde?

Die restlichen 24 Module installiere ich dann nach 12 Monate?
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