Staplerbatterie defekt

Speicherung von elektrische erzeugter Energie in Inselsystemen

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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon pvx » 02.07.2018, 08:52

Die Batterie hat durch die verwässerte Zelle keine Kapazität mehr gehabt. (Die Schwächste bestimmt die Kapazität.) Deshalb wurde die verwässerte Zelle durch den Entladestrom schnell umgepolt. Durch Laden ist die SD dieser Zelle kaum angestiegen. Daraus schließe ich, dass die verwässerte Zelle zwar geladen ist, aber Säure für die Entladung fehlt.
Deshalb diese Zelle raus aus der Kette, separat mit < 10 A laden und so langsam auf > 2 V bringen. Dann entleeren und Akkusäure einfüllen. Einen Tag stehen lassen. Das Wasser in den Poren der Elektroden verdünnt während dieser Zeit die eingefüllte Säure langsam durch Diffusion. Während dieser Zeit Elektrolyt umwälzen oder mehrfach durch Kippen mischen. Spannung und SD messen. SD wird dann ca. 1,2 sein. Aus der Spannung und der dann gemessenen SD schließe ich auf den Ladezustand und das Restsulfat in den Elektroden. Dann mit EUW laden und regelmäßig SD kontrollieren. Bei SD 1,27 Ladung abbrechen. 2 Stunden Ruhe. Ruhespannung und SD messen. Messwerte hier vorlegen.

Die übrigen abgedrifteten Zellen werden am besten auch durch individuelle Ladung an die anderen angeglichen. Das dauert nicht so lange wie durch die unnötig stressigen Ausgleichsladungen.
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon user8342 » 02.07.2018, 09:33

so es sieht recht gut aus an diesem sonnigen Montag.... auch bei der Batterie

folgende Werte habe ich heute morgen protokolliert:

05:20 PV oW
Batterieleistung: -185.375 Watt
Betteriespannung: 48.3438 Volt
Betteriestrom: -3.83398 Ampere
Batteriestand: 31.5938 %
discarged today: 12.3906

06:05 PV 250W
Batterieleistung: -59.4062 Watt
Betteriespannung: 48.4062 Volt
Betteriestrom: -1.10547 Ampere
Batteriestand: 29.2031 %
discarged today: 14.1328

06:15 PV 320W
Batterieleistung: 238.625 Watt
Betteriespannung: 49.2812 Volt
Betteriestrom: 4.97656 Ampere
Batteriestand: 29.25 %

09:00 PV geregelt 600W
Xtener Frequenz: 51.0938 Hz
Batterieleistung: 447.5 Watt
Betteriespannung: 56.9062 Volt
Betteriestrom: 7.70703 Ampere
Batteriestand: 65.25 %

geladen: 39.4688 Ah

bereits in Absorption



Die Spannung ist trotz Last von ca 0,2-03 kw heute Nacht stabil um 48,25 V geblieben. Kurz nach 6 kamen dann die ersten PV Erträge und die Batterie wurde geladen. Um 9 war sie dann schon in Absoptionsladung.

Ist beim Xtender die Ladeschlusspannung {1156} auch die Spannung in der Absorptionsphase? Oder gibt es da nochmals einen Parameter. Denn 1156 habe ich jetzt auf 23 Zellen agepasst.

pvx hat geschrieben:Deshalb diese Zelle raus aus der Kette, separat mit < 10 A laden und so langsam auf > 2 V bringen. Dann entleeren und Akkusäure einfüllen. Einen Tag stehen lassen. Das Wasser in den Poren der Elektroden verdünnt während dieser Zeit die eingefüllte Säure langsam durch Diffusion. Während dieser Zeit Elektrolyt umwälzen oder mehrfach durch Kippen mischen. Spannung und SD messen. SD wird dann ca. 1,2 sein. Aus der Spannung und der dann gemessenen SD schließe ich auf den Ladezustand und das Restsulfat in den Elektroden. Dann mit EUW laden und regelmäßig SD kontrollieren. Bei SD 1,27 Ladung abbrechen. 2 Stunden Ruhe. Ruhespannung und SD messen. Messwerte hier vorlegen.


Aktuell fließen aus dem Netzgerät 2A in die Zelle.

Zur Säure - kann ich da reine Säure kaufen, die dann zu 38% vorgemischt wird? Hatte im Internet s3Chemical ausfindig gemacht. Wieviel wird denn da benötigt? Evtl würde ich gleich auch für die anderen 2 driftenden Zellen mitbestellen und diese ggf später auch austauschen.

Danke nochmals für Tips bisher.....
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon user8342 » 02.07.2018, 09:40

hab gerade gelesen, dass beim Xtender die Floating Spannung (54,4V) {1140} nicht verändert werden kann. Wäre das problematisch, da ich nur 23 Zellen aktuell im Verbund habe. Was kann ich ggf dagegen unternehmen.
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon Zellenschaden » 02.07.2018, 12:00

Warum soll die nicht verändert werden können? Ich lade zwar mittels Variotrack und DC gekoppeltaber die Xtenderfloatspannung dürfte ich auch schon geändert haben...
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon user8342 » 02.07.2018, 12:20

habs nicht ausprobiert, aber im Benutzerhandbuch bei den Parametern steht:

"1140
Schwebeladungs- spannung
13.6/27.2/54.4 Vdc
NM3"

3 NM= Nicht modifizierbare Werkseinstellungen

werdes es doch mal testen...
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon Zellenschaden » 02.07.2018, 16:08

Das bezog sich wahrscheinlich auf die Werkseinstellung. Im Xcom Handbuch steht da nix von, nur dass der Parameter zur Einstellung der Floatspannung dient...
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon Tommmi » 02.07.2018, 19:41

So hier Fotos von gestern und heute. Stand gestern Zelle nur Wasser, keine Säure messbar.
Ich hab keine Säur im Haus, werde aber die Tage zeigen wenn ich auf 1,28 bin.
Dateianhänge
Unbenannt3.PNG
Unbenannt1.PNG
Unbenannt.PNG
Unbenannt.PNG (219.04 KiB) 258-mal betrachtet
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon user8342 » 02.07.2018, 19:58

aktuelle Werte von 19:20
Zelle 1 wurde heute Nacht aus der Kette genommen
Zelle 2: 2,25 Volt während Absorptionsladung SD 1,18
Zelle 3: 2,08 Volt während Absorptionsladung SD 1,07

wogegen die anderen wärend der Absorptionsladung bei 2,4 sind.

Batterie SOC nun 92,80% Spannung aktuell ca 56,8V Ladung noch ca 400W

Zelle 1 habe ich heute mehrfach geladen. Nach Abstöpseln nach wenigen Minuten 0,27V

so ich war etwas mutig oder auch dumm - aber ich konnte es mir nicht verkneifen. Habe gerade mit dem Prüfer 5x Inhalt aus der defekten Zelle 1 abgepumpt und 1x das abgestandene nun recht klare Elektrolyt das gesten im Trog war in diese Zelle gefüllt. Und innerhalb Sekunden ist die Batteriespannung von 0,29 auf 0,60 gestiegen. Die anderen 4 Inhalte wollte ich nicht mehr ersetzen... man weiß ja nicht was alles in der "Brühe" ist...

Was sagen die Experten zu diesem Verhalten.

Also doch Säure komplett tauschen? Werde von so vielen Meinungen auch per privater Nachrichten bombardiert. Ich tendiere jetzt doch zum Austausch wie pvx empfohlen hat.

Andreas
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon pvx » 02.07.2018, 22:36

Hi Andreas,

ja klar, die ihre Meinung nicht einer wissenschaftlich fundierten Kritik aussetzen wollen, schicken sie Dir per PN.
Diskussion ist angesagt, nicht Geheimnistuerei. Prüfung der Ergebnisse durch Messung, nicht durch "passt scho".

Ich gebe hier Hinweise zum Vorgehen und Messanweisungen zum Prüfen der Ergebnisse. Kannst Du probieren oder was anderes machen. :juggle: Es ist Dein Akku.

Zur verwässerten Zelle 1:

Wenn Du unreines Wasser in der Zelle hast, siehst Du eine Spannung, die von der Verunreinigung des Wassers in der Zelle abhängt. Das ist irrelevant. Mit dem Einfüllen der Suppe aus dem Trog hast Du die Zelle wahrscheinlich verunreinigt. Hübsches, möglicherweise zerstörerisches Spielchen. :roll:
Mein Rat: Nicht laden. Zelle sofort ausleeren. Destilliertes Wasser einfüllen, eine Stunde EUW. Zelle ausleeren. Destilliertes Wasser einfüllen, eine Stunde EUW. Ausleeren. Dann wird der Dreck, den Du mit der Suppe eingetragen hast hoffentlich zu 95 % draußen sein. Destilliertes Wasser einfüllen, eine Stunde EUW. Dann SD-Messung. Dann einen Tag laden mit dem externen Ladegerät und mit EUW. SD-Messung. Noch einen Tag genauso laden. SD-Messung. Dann wirst Du sehen, ob noch Sulfat umgewandelt wird, wie Tommmi es befürchtet oder ob die Zelle ziemlich voll geladen ist, wie ich vermute. Solange die SD von Tag zu Tag ansteigt, wird noch Sulfat umgewandelt. Mit 2 A bei einer 775 Ah Zelle geht das sehr langsam. Weiter laden, bis zur SD-Konstanz. Dann Zelle ausleeren und Akkusäure einfüllen. Wieviel Akkusäure Du brauchst siehst Du wenn Du die Zelle ausleerst. Es ist besser Akkusäure mit SD 1,29 zu kaufen als konzentrierte Säure selbst zu verdünnen. Das ist kein Himbeersirup :!:
Da Du zu Experimenten mit zu wenig Vorkenntnissen neigst - "Du kannst es Dir nicht verkneifen" - rette wenigstens Dein Augenlicht, wenn Du schon die Zelle zu opfern bereit bist. Laß' die Finger von konzentrierter Säure.
Weil die Poren der Elektroden noch voll destilliertem Wasser sind, das Du nicht ausschütten kannst, sinkt die SD unter EUW langsam auf ca. 1,2. Dann kannst Du normal Laden und die SD stündlich prüfen. Sie wird nicht mehr nennenswert steigen. Wenn sie trotz weiterem Laden nicht mehr ansteigt, zwei Stunden Ruhe, danach Spannung messen. 2,2 V ist gut - gerettet und voll. < 2,1 V - weiter mit dem externen Ladegerät und mit EUW laden. Nach einer Woche wieder prüfen wie oben. USW. - Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wenn Du keine EUW hast, mußt Du eine einbauen. Ohne EUW sind alle SD-Messungen des Elektrolyten in der Zelle für die Katz.


Zur Batterie nach Ladung heute:

Zelle 2 macht sich. Entscheidend ist die Ruhespannung. Ladestrom oder Belastung verfälschen die Spannung. Weiter laden.
Messwerte der anderen Zellen? Einzeln bitte.
Mit Zelle 3 wirst Du ähnlich wie mit Zelle 1 verfahren müssen. Hat Zeit.

Unklar ist, warum bei effektiv 400 Wh Ladung (= 8 Ah) zwischen 6:15 und 9:00 von 49 V auf 57 V steigt. Um das zu klären sind die Ruhespannungen aller Zellen einzeln erforderlich. Vor und nach dem Laden.
Jedenfalls stützt dieses Ergebnis meine Vermutung s.o., dass die Zellen ziemlich voll geladen waren. (SoC ca. 90 %) Aber ohne Ruhespannungen ist das nur geraten.
Die SoC-Angaben sind grob falsch. SoC-Unterschied angeblich 36 % zwischen 6:15 und 9:00. Tatsächlich geladen ca. 8 Ah. Der Akku hätte demnach 22 Ah. :?: Nominal hat er 775 Ah. Auch 39,5 Ah ist grob falsch. Es waren 8 Ah. .

Freundliche Grüße
pvx
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Re: Staplerbatterie defekt

Beitragvon user8342 » 03.07.2018, 00:01

Hi pvx,

Danke für Deine Zeilen.

noch ein paar Details und Fragen...

pvx hat geschrieben:Wenn Du unreines Wasser in der Zelle hast, siehst Du eine Spannung, die von der Verunreinigung des Wassers in der Zelle abhängt. Das ist irrelevant. Mit dem Einfüllen der Suppe aus dem Trog hast Du die Zelle wahrscheinlich verunreinigt. Hübsches, möglicherweise zerstörerisches Spielchen.


verstehe, bin von Natur aus auch sehr sehr vorsichtig. Das übergelaufende Elektrolyt hatte ja gestern SD 1,10, das in der Zelle 1,00 - ich habe aus dem Behälter - ohne Schüttel etc nur von oben einen Spritzer in den Prüfer eingezogen. (hell wie in allen guten Zellen) Aber ja, dass alles raus muss ist mir klar. EUW hab ich übrigens nicht...

pvx hat geschrieben:Unklar ist, warum bei effektiv 400 Wh Ladung (= 8 Ah) zwischen 6:15 und 9:00 von 49 V auf 57 V steigt. Um das zu klären sind die Ruhespannungen aller Zellen einzeln erforderlich. Vor und nach dem Laden.


ich konnte nach 6:15 nicht mehr bei der Anlage sein und kam erst gegen 09:00 zurück. Da war der Xtender schon in Absorption. Laut Parameter 7007 wurden bis heute Abend dann 104.938 Ah geladen. SOC ist durch einen anderen Paramter so eingestellt, das 0% real 30% sind. Denke dennoch dass er gestern mit der negativen Spannung und mit dem anschließenden Ausbau der Zelle nicht klar kam. Heute Abend war der SOC des BSP bei ca 92,5%. Ich schau gleich nochmals die aktuellen Werte und schreibe sie.

was problematisch ist, ich muss in laufenden System testen. Es hängen Gefriertruhe, Kühlschrank und anders permanent dran. Ich kann lediglich, was ich jetzt gleich machen werden, Werte liefern die von Zeiten stammen, in denen kaum Verbrauch stattfindet.
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