OPZV Zelldrift Ladeparameter

Speicherung von elektrische erzeugter Energie in Inselsystemen

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OPZV Zelldrift Ladeparameter

Beitragvon kletteroli » 23.10.2017, 13:47

Hallo zusammen,

ich habe vor zwei Wochen eine Inselanlage mit 6OPZV420 von UPOWER instaliert. Diese bereitet mir grosse Sorgen. Da ich bisher keine Erfahrungen mit GEL Batterien habe möchte ich hier gerne Rat einholen.

Die 24V OPZV sind im Wohnbereich installiert und werden in erster Linie von einem Victron MPPT 150/45 geladen. Der maximale Ladestrom kann unter günstigen Bedingungen bis zu 40/45A betragen.

Bei der Insallation hatte ich bereits eine unterschiedliche Ruhespannung der Zellen festgestellt 2.103V vs. 2.095V. Mir erschien der Unterschied nicht zu hoch um zu reklamieren.

Ich hielt es für eine gute Idee, einen Batteriemonitor mit Mittelpunktmessung zu installieren. Diesen habe ich so eingestellt, dass der Laderegler für eine halbe Stunde ausgeschaltet wird sofern die Spannungsdifferenz zwischen den beiden Batteriereihen auf mehr als 1% ansteigt.
Da die Batterie zur Zeit noch nicht wirklich arbeiten muss habe ich die Ladeparameter vom Gefühl her so eingestellt, dass eine Überladung nicht statt findet.

Gewählt habe ich:
Absorption 27.9V mit Zeitbegrenzung von maximal 2Std.
Float 27.6V
bei einem Strom <2A wird auf Float geschaltet.
Damit bleibe ich unterhalb der für GEL von Victron vorgeschlagenen Werte.
Bei diesen Werten bin ich mir aber unsicher.

Unter der Woche ist bis auf den Wechselrichter (20W im Leerlauf) kein zusätzlicher Verbrauch. (Wochenendhaus)


Vor zwei Tagen hat der Batteriemonitor eine zu grosse Mittenabweichung festgestellt und einen Alarm ausgelöst.
Eine Zelle lag bei 2.52V, eine weitere bei 2.44V (während der Absorptionsphase).
Ich habe jetzt die Float Spannung auf 27.0V abgesenkt, jedoch bleibt eine Zelle selbst bei dieser niedrigen Float Spannung bei 2.45V. Dies bei einem geringen Strom von 1.25A. Die niedrigste Zellspannung liegt bei 2.19V. Ich vermute, dass dieser geringe Strom noch keinen zu hohen Druck in der Zelle aufbaut, als dass sich das Ventil öffnen könnte. Betonung auf "vermute".

Ich denke ich muss eingreifen und das Gleichgewicht zwischen den Zellen (wieder) herstellen.
Jedoch frage ich mich, wie ich am besten vorgehe?
Mir fallen mehrere Möglichkeiten ein:
Am wachen Patienten operieren, d.h.
Zugang zu den Batteriepolen verschaffen und einzelne Zellen mit 20W Halogenbirnchen entladen, während die gesamte Bank vom Laderegler auf 27V gehalten wird.
oder/und mit einem 6A/20A Ladegerät für LiFePO4 Einzelzellen die schwächsten Zellen unterstützen (falls die bei 2V überhaupt funktionieren). Oder mit einem Labornetzgerät gleich mehrere schwächere Zellen laden.
Zusätzlich dann evtl. den Victron BatteryBalancer (gleicht 2x12V ab) installieren und alle Zellen mit Tendenz zu höherer Spannung auf eine Seite...

oder aber: Die Batterie demontieren und mit Kabelschuhen und 6mm2 alle Zellen parallelschalten. Ein PV-Modul direkt dranhängen (evtl. die oberste Reihe der Zellen zur Hälfte abkleben zwecks Strombegrenzung.) Und mehrere Tage so verkabelt lassen.

Mir graust es vor der Arbeit, aber der Kunde geht vor....
Und ich habe das Gefühl, dass das nicht gut ausgeht.

VG
nach 10 glücklichen Jahren mit einer minimal Insel habe ich endlich die Zeit, das Geld, die Muße und die Sonne für meine Trauminsel.
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Re: OPZV Zelldrift Ladeparameter

Beitragvon kalle bond » 23.10.2017, 14:39

kletteroli hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich habe vor zwei Wochen eine Inselanlage mit 6OPZV420 von UPOWER instaliert. Diese bereitet mir grosse Sorgen. Da ich bisher keine Erfahrungen mit GEL Batterien habe möchte ich hier gerne Rat einholen.

Die 24V OPZV sind im Wohnbereich installiert und werden in erster Linie von einem Victron MPPT 150/45 geladen. Der maximale Ladestrom kann unter günstigen Bedingungen bis zu 40/45A betragen.

Bei der Insallation hatte ich bereits eine unterschiedliche Ruhespannung der Zellen festgestellt 2.103V vs. 2.095V. Mir erschien der Unterschied nicht zu hoch um zu reklamieren.


Hallo,

wie sieht es denn aus, welche Unterlagen kann dir UPOWER zur Verfügung stellen, bzgl der unterschiedlichen Spannungen?
Auf die Victron Werte kannst du dich wahrscheinlich nicht verlassen oder sind diese für den genannten Batterietyp von UPOWER angegeben?
Aus Gewohnheit Batterie = Akku :D , also bitte keine Mecker 8)
Nur noch interessehalber - mit welchem Voltmeter hast du die Spannungen gemessen?
Wie genau ist das VM, kann man da überhaupt so einen geringen Unterschied messen?
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Re: OPZV Zelldrift Ladeparameter

Beitragvon e-zepp » 23.10.2017, 15:15

Servus Oli, erstmal bisschen Lektüre zum Thema, vielleicht ist ja was dabei was Dir so noch nicht klar war :
http://www.basytec.de/Literatur/serie.pdf

-Eine Parallelschaltung und mehrmaliges kräftiges Laden/Entladen wäre gut wenn es nicht so aufwendig/schwer wäre.
-Aber auch im seriellen Betrieb wird sich die Asymmetrie eher wieder etwas geben wenn der Akku mal arbeiten darf :)
Das kann unter Umständen ein paar Monate dauern! Siehe hier : http://www.basytec.de/pbbatterie/Bleibatterie.html ,
"die verschlossene Bleibatterie" ( :mrgreen: @kalle), Abs. "große Streuung"
-Eine lange Ausgleichsladung mit 28,2V und Konstantstrom <C100 kann auch bei Ausreißern (>2,5V/Z) nix kaputtmachen!
-Bei großen Fertigungsunterschieden könnte/sollte man wenn Reklamation nicht möglich ist über BMS/Balancer nachdenken

Einfach und effektiv ist auch erstmal die hinterherhinkenden Zellen mit Styropor einzeln zu isolieren :)
Einzelzellennachladung ist halt saublöd wenn Du nicht vorort bist, ansonsten prima.
lg,
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Re: OPZV Zelldrift Ladeparameter

Beitragvon Toni1965 » 23.10.2017, 22:07

Hallo, du könntest versuchen die schwächeren Zellen mit einem Labornetzgerät mit 2,4V/Zelle nach zu laden und somit einen besseren Ausgleich zu schaffen.
Grüße Toni.
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Re: OPZV Zelldrift Ladeparameter

Beitragvon stromdachs » 23.10.2017, 22:56

Hallo, manche Hersteller sparen gern bei der Formatierung ihrer Batterien. Das macht Arbeit, kostet Zeit und Energie.....
Ich würde empfehlen, die Batterie bis 1,9V/Z zu entladen, anschliesend wieder zu Laden.....das Prozedere 2...4 mal zu wiederholen.
Immer schön die Spannungswerte aufschreiben. Wenn sich keine Besserung (Angleichung der Zellenspannung) einstellt, würde ich reklamieren.
Eine Bleibatterie, vor allem OPzV, sollte gleichmäßige Zellenspannungen haben.
Was die eine Zelle an Spannung zu wenig hat, bekommt eine andere als "zu viel" ab! 2,52V/Z ist zu hoch und 2,19V/Z ist "viel zu wenig"!
Gruß Claus
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Re: OPZV Zelldrift Ladeparameter

Beitragvon kletteroli » 24.10.2017, 07:47

e-zepp hat geschrieben:Servus Oli, erstmal bisschen Lektüre zum Thema, vielleicht ist ja was dabei was Dir so noch nicht klar war :
http://www.basytec.de/Literatur/serie.pdf

-Eine lange Ausgleichsladung mit 28,2V und Konstantstrom <C100 kann auch bei Ausreißern (>2,5V/Z) nix kaputtmachen!

Einfach und effektiv ist auch erstmal die hinterherhinkenden Zellen mit Styropor einzeln zu isolieren :)

e-zepp



Vielen Dank für die gute Literaturempfehlung. Bisher hatte ich nur die Zeit "querzulesen". Jedoch ziehe ich bereits ein Fazit aus dem was ich lese. Ohne erheblichen Zeitaufwand "vor Ort" wird das sehr schwierig die Zellen anzugleichen und zu überwachen. Leider besteht nicht die Möglichkeit dies zu leisten.

Zunächst werde ich jedoch folgendes machen. Die Spannungsdifferenzen der Zellen bei abgeklemmter Batterie feststellen.
Dann einen Zugang zu den beiden Ausreissern legen und dort einen kleinen Verbraucher anschliessen (ca.2A).
Den Laderegler so konfigurieren, dass eine Absorptionsladung bei 28,2V durchgeführt wird. Sobald die "U" Ladephase beginnt den Batteriestrom messen und prüfen, wann dieser auf C<100 fällt. Dabei die Zellspannungen im Auge behalten.

Übrigens ein "Hoch" auf die Styroporverpackung! Ich stand da zunächst tatsächlich auf dem Schlauch.

Ein Entladen auf 1.9V pro Zelle mit folgender Ladung kann ich leider nicht durchführen. Diesen Zeitaufwand erlaubt mir meine Familie nicht.

Ein Nachladen mit dem Labornetzgerät, ja das würde ich gerne machen, nur leider sind mir wegen dem "inrush current" in der Vergangenheit bereits zwei Netzgeräte abgeraucht. Ich habe vergessen, welche Reihenfolge bei "Anschliessen und Einschalten" ich da einhalten muss....da schaue ich nochmal.

Und kurz zum Hersteller UPOWER und seinem Importeur für Spanien. Wenig hilfreich bis peinlich. Aber dies reflektiert sich im Preis. Datenblatt gibt an:
Boost charge: Maximum voltage of 2.35 - 2.40 V/cell with a maximum
current of 0.25 C10 (A)
Float charge 2.23 +-1%

Vielen Dank für die hilfreichen Rückmeldungen und vor allem an e-zepp dessen Aussagen mich etwas ruhiger haben schlafen lassen.
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