Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Speicherung von elektrische erzeugter Energie in Inselsystemen

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Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon Antimaster » 28.09.2018, 08:15

Hallo,
Nach nun 3 Jahren sind unsere gebrauchten 12V 250Ah Batterien Geschichte und wir benötigen neue. Jetzt ist meine Frage, was könnt ihr empfehlen? Anschaffungspreis sollte die 1000Euro nicht übersteigen. Die Anlage hat 1kwp und puffert derzeit die nicht benötigte Leistung in 4 Batterien 12V 250Ah. Die Batterien sind zu 24V 500Ah zusammengeschaltet. In jeder Reihenschaltung ist mittlerweile 1 defekt.
Die Anlage hat die letzten 3 Jahre super funktioniert. Das Lastprofil ist eher speziell:
Bei gutem Wetter kommen ab 15:00Uhr die ersten Flieger und dann wird Ladeleistung benötigt. Je nach Anzahl reicht meistens der PV-Strom aus um alle Ladegeräte zu versorgen. Werden hohe Leistungen benötigt (können auch mal 60-80A fließen) werden diese von den Batterien gepuffert. Meistens fließen die hohen Ströme jedoch nur für kurze Zeit (20 Minuten). Am Wochenende ist dann Flugzeit ab 10:00 Uhr.
Das heißt, bevor der erste Flieger am Platz ist sind die Batterien eigentlich schon wieder voll. Im Sommer läuft nebenbei noch ein Kühlschrank mit, was aber bei der vorhandenen Energie kein Problem ist. Zusätzlich wird jetzt noch ein Überwachungssystem installiert, da wir Probleme mit Vandalismus hatten.

Wir müssen jetzt neue Batterien anschaffen und da ist jetzt die Frage, welche wir da nehmen sollten. Preislich sollten die 1000Euro nicht überschritten werden. Wenn es neue sind sollten erstmal 24V 250Ah reichen. Aufgrund der Kameratechnik wird die Batterie jede Nacht entladen. Es gibt Solar-Batterien bereits ab 250Euro. Meist werden dabei 500 Zyklen angegeben. Die WINNER Proteus VRLA kostet zwar mehr, wird dann aber mit 1200 Zyklen angegeben.
Was habt ihr für Tipps zu den verschiedenen Herstellern?
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon schlossschenke » 28.09.2018, 08:50

Antimaster hat geschrieben:Zusätzlich wird jetzt noch ein Überwachungssystem installiert, da wir Probleme mit Vandalismus hatten.

Das wird die Lebensdauer einschränken und möglicherweise muss die PV-Leistung dafür erhöht werden. Läuft das System auch im Winter? Welcher Verbrauch ist denn insgesamt ca. zu erwarten?

Die WINNER Proteus VRLA kostet zwar mehr, wird dann aber mit 1200 Zyklen angegeben.

Ich habe die unter anderem Namen auch verbaut, läuft seit 6 Jahren aber 1200 Zyklen macht die sicher nicht mit. Für euren Einsatzzweck würde ich die auch nicht empfehlen.

Was habt ihr für Tipps zu den verschiedenen Herstellern?

Bei 24V/500Ah und dem Lastprofil würde eine Stapler-Batterie ganz gut passen. Neu wird für den Preis schwierig, aber möglicherweise lässt sich ja was gutes Gebrauchtes auftreiben.

Ansonsten baut u.a. Trojan gute Traktionsbatterien. Die T105 (225Ah/6V) sind für ~150€/Stück zu bekommen und bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.
https://www.online-batterien.de/shop/Tr ... -Anschluss

8 Stück liegen etwas außerhalb des Rahmens, aber sollte noch im Toleranzbereich sein.

Wenn es neue sind sollten erstmal 24V 250Ah reichen.

Das würde ich nicht machen, dann sind die neuen Batterien gleich wieder Schrott. Erstmal den genauen Verbrauch ermitteln.

Wie tief wurden die alten Batterien (Modell?) denn entladen, dass diese nur 3 Jahre hielten?
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon Antimaster » 28.09.2018, 09:03

Die PV-Leistung sollte eigentlich reichen. Bislang langweilt sich die Anlage eher 70% der Zeit. Das Überwachungssystem läuft auch im Winter. Gesamtleistung wird ca. 50W/h sein. Stapler-Batterien sind leider aufgrund der Größe und Gewicht schwierig. Ist nur eine Holzhütte. Wenn ich da jetzt 500kg rein stelle bricht die Zusammen.
Die T105 hab ich mir auch schon angesehen, weiß aber noch nicht ob sich die bei unserem Lastprofil wirklich lohnen würden. Die alten Batterien waren bereits vorher mindestens 2-3 Jahre in einem Reisebus verbaut und wurden auf Verdacht da ausgebaut. Wie alt die also wirklich sind, kann keiner sagen. Für Gratis haben die auf jeden Fall lange genug gehalten. Gerad sind aber keine Verfügbar und wir haben entschieden, jetzt neue zu holen, weil die Anlage doch intensiv genutzt wird.
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon schlossschenke » 28.09.2018, 09:20

Antimaster hat geschrieben:Die PV-Leistung sollte eigentlich reichen. Bislang langweilt sich die Anlage eher 70% der Zeit. Das Überwachungssystem läuft auch im Winter. Gesamtleistung wird ca. 50W/h sein.

Also 1,2kWh täglich zusätzlich - oder insgesamt? Da wirst du dich aber noch umschauen :mrgreen:

Stapler-Batterien sind leider aufgrund der Größe und Gewicht schwierig. Ist nur eine Holzhütte. Wenn ich da jetzt 500kg rein stelle bricht die Zusammen.

Stabile Balken drunter über die Auflagepunkte geht nicht? Was spricht dagegen der Batterie außerhalb einen kleinen Anbau zu gönnen?

Die T105 hab ich mir auch schon angesehen, weiß aber noch nicht ob sich die bei unserem Lastprofil wirklich lohnen würden.

Nun, du hast die Proteus vorgeschlagen, die kostet ~156€/kWh, die Trojan kosten 113€/kWh?

Für Gratis haben die auf jeden Fall lange genug gehalten.

Da kann ich nicht widersprechen :wink:
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon Antimaster » 28.09.2018, 09:41

Ja das mit der Kamera sind wirklich 1,2kwh am Tag. Sind am überlegen die Kamera im Winter nur nachts laufen zu lassen. Das würde schonmal einiges an Energie sparen. Genau kann ich es aber erst sagen, wenn das System in Betrieb ist.

Anbau geht bei uns leider nicht, gibt sonst Probleme mit der Stadt. Außerdem aufgrund von Vandalismus auch eher schwierig.
Ich hatte die Proteus vorgeschlagen wegen der angeblich hohen Zyklenfestigkeit.
Also lieber zu den Bewährten Trojan greifen als zu anderen "normalen" Bleibatterien?
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon schlossschenke » 28.09.2018, 10:12

Antimaster hat geschrieben:Ja das mit der Kamera sind wirklich 1,2kwh am Tag. Sind am überlegen die Kamera im Winter nur nachts laufen zu lassen. Das würde schonmal einiges an Energie sparen. Genau kann ich es aber erst sagen, wenn das System in Betrieb ist.

Ihr müsst auf jedenfall Kosten für die Erweiterung mit einplanen. Das wird dauerhaft schlecht funktionieren und die Batterien schädigen sobald Schnee kommt. Wie und in welchem Winkel sind die Panels denn ausgerichtet?

Anbau geht bei uns leider nicht, gibt sonst Probleme mit der Stadt. Außerdem aufgrund von Vandalismus auch eher schwierig.

Die Batterien sind nicht breit und klauen wird die auch niemand so schnell :wink: aber nun gut, dann keine Stapler.

Ich hatte die Proteus vorgeschlagen wegen der angeblich hohen Zyklenfestigkeit.

Die Trojan haben 1200 bei DOD 50%, die Proteus nur bei DOD 30% - bei 50% sind es angeblich 700. Außerdem sind die Trojan offen, können ausgeglichen und nachgefüllt werden.

Also lieber zu den Bewährten Trojan greifen als zu anderen "normalen" Bleibatterien?

Die Trojan sind doch "normal"? Sie haben zwar ein kürzeres Design Life im Vergleich zur Proteus, halten in zyklischen Anwendungen aber länger. Im Schnitt etwa 7 Jahre, mit der Überwachungsgeschichte vermutlich kürzer. Voraussetzung ist, dass nicht zu tief entladen und regelmäßig vollgeladen wird.
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon pezibaer » 28.09.2018, 10:55

Antimaster hat geschrieben:Ja das mit der Kamera sind wirklich 1,2kwh am Tag. Sind am überlegen die Kamera im Winter nur nachts laufen zu lassen. Das würde schonmal einiges an Energie sparen. Genau kann ich es aber erst sagen, wenn das System in Betrieb ist.


Ich würde mal das gesamte System überdenken weil dafür sind nicht 1000€ fällig sondern ein paar 1000€ ;)

Anbau geht bei uns leider nicht, gibt sonst Probleme mit der Stadt. Außerdem aufgrund von Vandalismus auch eher schwierig.
Ich hatte die Proteus vorgeschlagen wegen der angeblich hohen Zyklenfestigkeit.


Die Zyklenfestigkeit egal welcher Bleibatterie spielt bei diesem Belastungschema keine Rolle, denn wenn du sowas im Winter drauf loslässt hier stirbt dir jede Bleibatterie lange vorzeitig durch Sulfatierung auch eine OPZV..

1.2KWH winter => >= 1200WP + 1000Ah/24V ..... oder 2000wp + 700Ah/24V
950wp, PR3030,100/50 MPPT.PI1100,BMV600,DIY Steuerung,EnergyBull
490wp,DIY PWM
1470wp,DIY MPPT
Wohnhaus 100% PV Insel:13,47kwp,3xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V

100% PVInsel Liveview
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon egn » 29.09.2018, 09:11

Antimaster hat geschrieben:Die Batterien sind zu 24V 500Ah zusammengeschaltet. In jeder Reihenschaltung ist mittlerweile 1 defekt.


Dies deutet darauf hin, dass die Spannungen der Batterien auseinander gelaufen ist und dadurch jeweils eine sulfatiert ist.

Wenn es Batterien mit Flüssigsäure sind kann man dem entgegen wirken in dem man den Laderegler so einstellt dass er regelmäßig eine Ausgleichsladung macht. Bei in Reihe geschalteten verschlossenen 12 V Batterien kann ich nur empfehlen Batterie-Balancer einzusetzen, die die Spannung beider Hälften auf 10 mV gleich halten. Damit haben meine AGM Batterien 10 Jahre überlebt.

Und natürlich sollte es generell so sein dass die Batterien immer wieder voll werden. Sollte das im Winter nicht möglich sein dann ist es besser die Batterien irgendwo hin zu bringen wo man sie gelegentlich voll laden kann.
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon pvfred » 29.09.2018, 10:15

Hallo,
eine Alternative wäre die Bleiklötze gegen Lithium auszutauschen... statt den 250Ah würden vermutlich dann auch 100Ah reichen, da die Kapazität zu 90% nutzbar (Blei ca. 50%). Man müsste auch keine Ladeelektronik tauschen und die Zyklenfestigkeit ist ein Vielfaches von Blei!
Ich habe jetzt nur kurz gegoogelt und bin auf dieses Beispiel gestoßen. Vielleicht gibt's auch noch günstigere..
Wir haben das gleiche Problem auf unserem Modellflugplatz und werden in diese Richtung gehen :wink:

Gruß
Alfred
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Re: Neue Bleibatterie für Modellflugplatz, nur welche?

Beitragvon schlossschenke » 29.09.2018, 10:55

Antimaster hat geschrieben:Ja das mit der Kamera sind wirklich 1,2kwh am Tag.


pezibaer hat geschrieben:1.2KWH winter => >= 1200WP + 1000Ah/24V ..... oder 2000wp + 700Ah/24V


pvfred hat geschrieben:Hallo,
eine Alternative wäre die Bleiklötze gegen Lithium auszutauschen... statt den 250Ah würden vermutlich dann auch 100Ah reichen

Hallo Alfred, die 100Ah werden leider nicht reichen, wie kommst du darauf?

da die Kapazität zu 90% nutzbar (Blei ca. 50%).

Ich weiß nicht woher dieser Nutzbarkeitsmythos immer kommt. Natürlich kann man auch bei Blei 80% der Kapazität nutzen. Das sollte man nicht regelmäßig tun, vor allem nicht in einer PV-Anwendung, in der der Akku möglicherweise nicht gleich wieder vollgeladen wird, aber im Fall der Fälle wäre die Kapazität natürlich nutzbar, wenn sehr dringend Saft gebraucht wird. Lass das nur 5 Tage im Jahr sein, in denen mehr als 50% genutzt werden müssen. Der Lithium ist dann leer.
Ich stimme dir zu, dass ein Li-Akku bei täglichem zyklischem Einsatz die sinnvollere Komponente wäre, aber der Preis spielt in den meisten Fällen eben doch eine Rolle.
Ich bin hingegen nicht der Meinung, dass man jeden Bleiakku grundsätzlich immer durch die halbe Größe Lithium ersetzen kann.

Bei Lithium hätte ich zusätzlich ein schlechtes Gefühl, wenn es um die Ladung bei tiefen Temperaturen geht.
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