Inselanlage - Strom im Winter übers Netz beziehen

Speicherung von elektrische erzeugter Energie in Inselsystemen

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Re: Inselanlage - Strom im Winter übers Netz beziehen

Beitragvon cha cha » 27.06.2018, 23:30

sunshineh hat geschrieben:Hallo,

ist es möglich eine Inselanlage für den privaten gebrauch zu erstellen und den Strom im Winter dennoch übers Netz zu beziehen.
Was genau muss dabei beachtet werden? (Nur das der Wechselrichter aufpasst, dass bei vollem Speicher und Sonnenschein nicht mehr Strom erzeugt wird?
Solche eine Anlage müsste ich doch nirgends anmelden. Könnte ich sie dann auch selbst zusammenbauen, oder brauche ich dennoch einen Elektromeister dafür?
Wäre es möglich eine solche Inselanlage (9kWp+ BYD-Speicher) so zu erstellen, dass sie auch später mal für Cloudlösungen geeignet wäre?
Was würde dann besser sein, eine Hochvolt- oder Niedervolt-Batterie bzw. AC- oder DC-gekoppelt?


Irgendwie finde ich, dass die anderen Anworten allesamt am Kern Deiner Frage vorbei gehen.

Da sind aber noch Fragen offen:

1. Willst Du IMMER am Netz hängen, und Dich im Sommer ohne Strombezug aus dem Netz komplett selbst versorgen, im Winter aber die Defizite aus dem Netz zukaufen? Dann musst Du die Anlage anmelden. Du hast dann keine Inselanlage, sondern eine normale netzgeführte Anlage.
oder
2. Willst Du nur im Winter am Netz hängen und nur im Winter auch die Grundgebühren bezahlen? Dann musst Du Deinen Stromanschluss immer wieder kündigen und dann einen Neuanschluss beantragen. Das wird sehr, sehr teuer. Und das ist auch korrekt so, weil Du sonst ein Rosinenpicker wie die Brexiteers wärst.
oder
3. Willst Du eine echte Inselanlage haben, ohne jeden eigenen Netzansachluss? Dann könntest Du im Winter die Defizite Deines Stromverbrauchs durch ein kurzes Kabel zum Nachbarn decken (oder alternativ durch einen Benzingenerator o.ä.). Weil Du keinen eigenen Netzanschluss hast, brauchst Du auch nichts anzumelden. Aber Du solltest dann das Kabel zum Nachbarn auch nur dazu nutzen, Deine Akkus zu laden. Auf keinen Fall darfst Du über Deinen Nachbarn Strom ins Netz einspeisen, denn Du könntest den dadurch in echte Schwierigkeiten bringen. Gesetzlich ist das ansonsten OK, aber es könnte sein, dass Dein Nachbar vertraglich gebunden ist, keinen Strom weiter verkaufen zu dürfen. Aber das halte ich für ignorierbar.
cha cha
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Re: Inselanlage - Strom im Winter übers Netz beziehen

Beitragvon tks » 27.06.2018, 23:38

Backo hat geschrieben:
sunshineh hat geschrieben:Sunny ISlands von SMA mit 12.000 VA Leistung gibt es auch, das werden bestimmt 3 Phasenwechselrichter sein ;).

Sind sie nicht. Von denen braucht man auch 3 Stück.
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Re: Inselanlage - Strom im Winter übers Netz beziehen

Beitragvon Ryven » 29.06.2018, 10:18

Ganz ehrlich, wer der Meinung ist ein 3 Phasen System braucht mindestens nen 100 kWh Akku, der will pöbeln hat aber keinen Plan.
3 Phasig geht ab 9 kW an, 3 pro Phase.
Bei 48 V ist dann die Empfehlung 300 Ah Akku was nen 14 kWh Akku entspricht.
Nach oben hört die Empfehlung bei etwa 200 kVA auf, da wird die Akkuverkabelung sowie die 230 V Seite schon sehr anspruchsvoll.

Aber zur Frage zurück. Einfacher Weg heist Umschalter, schalt das Haus per Handschalter um von Netz auf Akku.
Dann hast du keine technische Möglichkeit einzuspeisen.
Ist zwar immernoch nicht wasserdicht aber man kann recht brachbar.
Im Winter dann halt wenn der Akku voll ist kann man wieder umschalten.
Gerade wenn du Richtung Li Speicher gehst, der mag eh lieber halbvoll rumstehen.
Blei tötest du Winter Li im Sommer.

Der Wasserdichte Weg ist Stromanschluss vom Grundstück nehmen. Dann greift das EEG nicht mehr auch die TAB fällt.
Aber mit PV alleine ist das in D nicht bezahlbar, im Normalfall.
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Re: Inselanlage - Strom im Winter übers Netz beziehen

Beitragvon sundevil » 30.08.2018, 09:22

Alles was ACseitig direkt verbunden ist, ist rechtlich sehr sehr fragwürdig.
Denkbar wäre eine Insel und ein 48V Ladegerät, welches an dem Stromanschluß dran ist. Da fließt dann nur der DC-Strom in den Akku und es kann keine Rückwirkungen auf das Netz geben.
Ideal wäre natürlich ein Nachbar, da man dann die Grundgebühr spart und rechtlich noch sicherer ist.

Letztendlich ist halt noch die Frage, was man möchte. Wenn man sich den preis einer genutzten kwh an schaut, wird man kaum etwas sparen und hat erstmal massive Investitionskosten oder muss halt sein Verbrauchsverhalten der Produktion etwas anpassen.

Bei 9 KWp Stellt sich die Frage, wie man die Überschüsse im Sommer sinnvoll verwendet.

Wenn man nicht all zu große Stromevrbraucher hat d.h. kein 4 Platten Zeranfeld, könnte man mit 2x STECA SOLARIX PLI
5000-48
die 9 kW mit 2 MPPT günstig abdecken und hätte dann 10 KVA 230V zur verfügung.
Kommt halt auch auf die Hausverkabelung an, ob man das mit vertretbarem aufwand auf eine phase umbauen kann.

Großer kostenpunkt bleibt der Akku. Mit fertigen Li akku-, wie zweimal die LFP 200Ah 25.6V Smart von Victron Energy ist man dann schon im 5 Stelligen Bereich
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Re: Inselanlage - Strom im Winter übers Netz beziehen

Beitragvon doppeldecker1678 » 30.08.2018, 09:41

Auch wenn es mich wundert, dass der alte Thread nochmal aktiviert wird, mache ich gerne mit, da ich mich aktuell von solch einer Insel verabschiede.
Das Finanzamt ist bei einer Insel schon außen vor, da gibt es auch keine Probleme.
Die Bundesnetzagentur wird Ihrerseits auf eine Anmeldung bestehen, hat aber letztlich keinen Hebel das durchzusetzen, da der Betreiber schlicht keine Zahlungen verlangen wird und mithin nicht sanktioniert werden kann.
Der VNB wird zweifellos meckern und tausen Seiten Nachweis fordern, dass die verwendete Technik allen möglichen Vorschriften erfüllt und mithin müsste das auch irgendein Installateur (Elektriker) bestätigen. Aber wann war bei Euch der VNB zuletzt kontrollieren?
Fazit: Kann man machen, aber eine Netzgekoppelte Anlage wird immer besser laufen und auch finanziell effizienter sein. Die Angst vorm Finanzamt ist völlig unbegründet, außer man hat anders zu verbergen....

Ich empfinde die Bürokratie für die Erstellung einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach zwar auch als überzogen, aber man kommt doch einigermaßen durch. Eine Frechheit ist die Vorschrift des VNB, den Zählerkasten zu erneuern, wenn zu alt.
Würde man einen Wasserboiler anschließen und die Leistung, die man einspeisen will, aus dem Netz ziehen, müsste man keine Erneuerung vornehmen. Die Fließrichtung der Elektronen bestimmen also die Notwendigkeit der Erneuerung.
Ich bin mir fast sicher, das könnte man vor Gericht so mal durchboxen, aber das Geld ist wohl doch besser in den neuen Zählerkasten investiert.
Man suche sich einen netten Elektroinstallateur, der an PV Spass hat. Der liefert die zwingenderweise nötigen UNterschriften und Leistungen. Die PV-Anlage kann man dann (wie bei einer Insel) weitgehend selbst errichten. Es soll Großhändler geben, die zu ordentlichen Preisen auch an kleine Gewerbetreibende (PV-Anlage) liefern. Und dann baut man die PV für unter 650 Euro/kWp, ohne Zählerschrank und Elektrikerlohn. Aber da ist ja noch jede Menege Luft.
Zwei Generatoranschlusskästen zu verkaufen!!!!

8,91 kWp BP Module an Fronius Symo 8.2
120 Wp an Steca 1010 mit 105 Ah im Wohnwagen
4,9 kWp Insel mit 2 mal PIP4048 und 500 Ah Gel-Batterie (China-Insel)
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