Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Speicherung von elektrische erzeugter Energie in Inselsystemen

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Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon txg » 11.03.2014, 15:47

Hallo Forum,

mit Solartechnik an sich habe ich nur am Rande etwas am Hut (geht mir eher um Stromversorgung auf Booten), aber in diesem Forum befindet sich nach dem was ich bisher gelesen habe relativ viel Kompetenz in Bezug auf höherqualitative Bleiakku-Speichertechnik.

Meine Frage ist:
Ich wundere mich schon seit einiger Zeit darüber, dass es keine Balancer für Bleiakkus gibt. Es wird (zumindest im Bootsbereich) immer ein riesen Hokuspokus um korrekte Ladeschlussspannungen (14.4V oder 14.2V z.B.) gemacht, dabei ist damit noch lange nicht gesagt dass die einzelnen Zellenspannungen auch i.O. sind. Bei den "alten" offenen Säurebatterien ließ sich das ja mit der Ausgleichsladung auf ~15V (und danach natürlich Wasser nachfüllen) in gewissem Maß regulieren, bei Gel oder AGM geht das nicht mehr.
Einfache Balancer (hier kommt es ja garnicht auf das letzte Millivolt an) sind doch mittlerweile so günstig geworden, und eine auf mittleren Yachten um die 10m übliche Batteriekapazität von 12V/300Ah ist bei qualitativ hochwerigen AGMs nicht gerade ein Schnäppchen.

Im Netz habe ich dazu nur sehr wenig gefunden, hier gibt es einen Artikel zu dem Thema, schon etwas älter:
http://windandsunpower.com/Download/intelec02.pdf

Hat noch jemand praktische Erfahrungen?
Dass für so etwas dann die Verwendung von einzelnen 2V-Zellen nötig ist ist mir natürlich klar, aber das ist ja nicht unbedingt ein Nachteil.
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon pezibaer » 11.03.2014, 17:05

txg hat geschrieben:Ich wundere mich schon seit einiger Zeit darüber, dass es keine Balancer für Bleiakkus gibt.


Wieso gibt es keine .. es gibt massenhaft im Netz

z.B.
http://www.nothnagel-marine.de/product_info.php?info=p3563_24V-Lade-Balancer--Equalizer-fuer-12V-Akkus--Batterien-in-Reihenschaltung--Blei--Wet--Gel--AGM--Equaliser.html

oder

http://westech-pv.com/index.php?a=2645
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon txg » 11.03.2014, 17:17

pezibaer hat geschrieben:
Wieso gibt es keine .. es gibt massenhaft im Netz


Naja, das ist aber was anderes. Diese Balancer sorgen nur dafür dass 12V-Blöcke nicht auseinanderlaufen, ohne Rücksicht darauf wie es um die einzelnen Zellen steht, und gerade das wäre eben interessant.

Ich habe hier z.B. eine "wartungsfreie" 12V/70Ah Vetus-Batterie. Nach Entnahme von etwa 30Ah geht die Spannung auf 10V runter, und bleibt dort eine ganze Weile (hatte letzten Sommer zwangsweise noch mehrere Stunden meine Navigationsbeleuchtung darüber laufen, die etwa 3A zieht) . Ergo ist eine Zelle relativ hinüber, alle anderen sind aber noch deutlich besser in Ordnung. Mit einem aktiven Balancer könnte man so etwas noch problemlos nutzen (wenn man denn an die einzelnen Zellen rankommt), und würde sicherlich >50Ah rausbekommen. Mal davon abgesehen dass es deutlich unwahrscheinlicher wird, dass sich solche Ungleichheiten einstellen, denn die kommen ja eben davon dass die Zellenspannungen nicht angeglichen sind.
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon Murray » 11.03.2014, 19:46

Wieso sollte man da über 50Ah rausbekommen?
Wenn die Zelle kaputt ist ist sie halt kaputt. Da kommt da nix mehr.
IMHO kommen so krasse Unterschiede auch nicht durchs Laden zustande.
Eher wennn es möglich ist das die unter 10V überhaupt noch Strom liefern kann...
meine Bastelanlage:
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon txg » 11.03.2014, 19:56

Murray hat geschrieben:Wieso sollte man da über 50Ah rausbekommen?


Ganz einfach, weil die schwächste Zelle während des Entladevorgangs bei aktivem Balancing aus dem Gesamtstrang nachgeladen wird. Damit ergibt sich (zumindest bei einer relativ langsamen Entladung über mehrere Tage, wie bei meiner Anwendung üblicherweise der Fall) die nutzbare Gesamtkapazität nicht aus der Kapazität der schwächsten Zelle, sondern aus dem Mittelwert der Kapazität aller Zellen.

Das schöne an so einer Anordnung dürfte auch sein, dass man einzelne Zellen aus einer etwas älteren Anlage problemlos gegen neue tauschen kann (was ja normalerweise überhaupt keine gute Idee ist), die Unterschiede gleicht dann der Balancer an.
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon pezibaer » 12.03.2014, 08:57

txg hat geschrieben:
pezibaer hat geschrieben:
Wieso gibt es keine .. es gibt massenhaft im Netz


Naja, das ist aber was anderes. Diese Balancer sorgen nur dafür dass 12V-Blöcke nicht auseinanderlaufen, ohne Rücksicht darauf wie es um die einzelnen Zellen steht, und gerade das wäre eben interessant.
.


Ahso du meinste Zellen .. najo .. nachdem man keine "normalen" Blei Batterien als Einzelzellen bekommt macht das auch keinen Sinn hier einen Balancer dafür zu bauen geschweige in so eine Billige Batterie einzubauen .. Desweiteren gibt es Flüssigsäure ja einen entscheideten Unterschied ... Ausgleichsladung mit Gasung was bei Li nicht möglich ist... das man nicht tiefentladendarf ist wieder ein ganz anderes Kapitel

Und wenn du sagst zu entnimmst 30A auf einen 70A Batterie und die Spannung bricht dann auf 10V ein dann ist die Batterie schlicht weg schon schrott bzw kaputt, daran ändert der Balancer nix mehr.. vorallem müßte bei 10V schon die Alarmglocken mehr als Leuten .. soweit darf man sowieso nicht runter mit Blei
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon Guentherm » 12.03.2014, 09:50

pezibaer hat geschrieben:
txg hat geschrieben:Ich wundere mich schon seit einiger Zeit darüber, dass es keine Balancer für Bleiakkus gibt.


Wieso gibt es keine .. es gibt massenhaft im Netz

z.B.
http://www.nothnagel-marine.de/product_info.php?info=p3563_24V-Lade-Balancer--Equalizer-fuer-12V-Akkus--Batterien-in-Reihenschaltung--Blei--Wet--Gel--AGM--Equaliser.html

oder

http://westech-pv.com/index.php?a=2645


Aber zugegeben,, So etwas ist hier auch noch nicht groß diskutiert worden.

Wäre so etwas nicht interessant ?

Natürlich macht es keinen Sinn, zwischen den einzelnen Batteriezellen eine Balancer zu bauen. Wenn da schon unterschiede auftreten, dann kann man die Batterie gleich wegwerfen. Aber um damit unkompliziert Batteriebanken aufzubauen und gegebenenfalls modular zu erweitern wäre das doch möglicherweise sinnvoll ?
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon pezibaer » 12.03.2014, 10:00

Guentherm hat geschrieben:Aber um damit unkompliziert Batteriebanken aufzubauen und gegebenenfalls modular zu erweitern wäre das doch möglicherweise sinnvoll ?


Dafür gibts dann bei Blei die PzS zellen...Da kann man sich den Balancer sparen.. Die Haltbarkeit bei den normalen billigen Blei Batterien ist sowieso sehr begrenzt als das es komplett unvernünftig wäre diese bei größeren Bänken einzusetzen.. bei Normalen AGM und Gel ohne bzw mit begrenzter Ausgleichslladungsmöglichkeit wird hier sowieso schon länger zu Balancern zwischen den Bldöcken geraten wenn diese mehrfach in Serie verschalten werden.
Zuletzt geändert von pezibaer am 12.03.2014, 10:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon quattro1975 » 12.03.2014, 10:08

Hallo txg,

im folgenden Link findest du alles was für die Stromversogung von Booten (und überall wo es keinen stromanschluss giebt) wichtig ist.

http://www.fischerpanda.de/downloads/Book-DE-ImmerStrom.pdf

Ps.Blei Akkus werden mit einer gezielten Überladung der "Ausgleichsladung" balanchiert.

Gruß Werner
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Re: Erfahrungen mit Balancing bei Bleiakkus?

Beitragvon Gerold G » 12.03.2014, 20:05

[Ausgleichsladen]
txg hat geschrieben:Bei den "alten" offenen Säurebatterien ließ sich das ja mit der Ausgleichsladung auf ~15V (und danach natürlich Wasser nachfüllen) in gewissem Maß regulieren, bei Gel oder AGM geht das nicht mehr.

Deswegen gilt es auch, bei Gel/AGM Entladungen um mehr als 50% strikt zu Vermeiden und ein regelmäßiges Vollladen zu gewährleisten. Das reduziert die Gefahr, dass die Zellen auseinanderdriften.

Geschieht das dennoch, bzw. kann für längere Zeit die Batterie nicht vollständig geladen werden, kannst du eine Ausgleichsladung durch langes Laden bis zu 48h mit geringerer Spannung (um 2,4V/Zelle, abweichende Herstellerangaben haben Vorrang) erreichen.

2V-Zellen (z.B. OPzV) kannst du einzeln messen und ggf. einzeln Laden, sollten sich die Zellspannungen durch eine (gemeinsame) Ausgleichsladung nicht mehr angleichen lassen. Die Gefahr, dass die Zellen direkt Schaden nehmen ist gering und es sollte also genügen, die Spannungen monatlich bis vierteljährlich zu Prüfen.
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