Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Speicherung von elektrische erzeugter Energie in Inselsystemen

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Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon Tommmi » 17.07.2018, 07:10

Habe wohl durch unachtsamkeit eine Zelle unbemerkt in die Tiefentladung gebracht weil die anderen mehr als voll wurden.
Die Zelle habe ich fast 2 Wochen lang mit 5A geladen und Sie hat eine Säuredichte von 1,285.
Das Problem ist bei Entladung hinkt Sie den anderen Anfangs noch 0,03 Volt mittlerweile noch 0,02V hinterher.
So lange wie in der letzten Zeit habe ich mich noch nie mit einer PZS Zelle befasst.
Eigentlich könnte Sie im System arbeiten, allerdings beim laden gegen Ende kommen die 11 Zellen flott an die 2,45V während die eine Zelle dann in der Spannung bei runterregeln der Lader sinkt und bei weitem nicht wieder voll wird.
Ich finde es eigenartig wenn ich die Zelle eine Weile auf 2,5 Volt bringen will das mein Modellbaulader bei 20A dazu nicht in der Lage ist. Innenwiderstand der Zelle immer so um 18-20 mOhm, aber Sie schluckt beinhart die 20A weg und verbraucht auch absolut kein Wasser.
Ist es wirklich so das angeschlagene Zellen erstmal um 30A benötigen das man Sie an die 2,5V bekommt?
Ich vermute wenn ich das einzeln an eine der anderen mache, 5A reichen wenn die voll ist.
Im Moment bleibt mir wohl keine andere Wahl die Zelle im Verbund vorzuladen und die Regler dann auf jeweils 15A zu begrenzen um die Zelle wieder zurückzuholen.
Habt Ihr ähnliche Erfahrungen mit PZS ?
Die Leerlaufspannungen der anderen Zellen zeigen jedenfalls das Sie mehr als voll sind, auch die Dichte finde ich dort schon zu hoch mit 1,29.
Ich möchte jetzt eigentlich nur herausfinden warum die Zelle sich weigert etwas über Gasungsspannung zu kommen. Ist ja fast so als wenn Sie nen Feinschluss hat der das ausbremst.
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon Tommmi » 17.07.2018, 13:16

So, mit der Zelle habe ich mich doch genug befasst, habe eine neue bestellt.
Nach dem Tausch befasse ich mich mal damit wenn ich Lust habe :)
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon pvx » 17.07.2018, 14:56

Hi Tommmi,

"Sie schluckt beinhart 20A weg und verbraucht auch absolut kein Wasser." Das sieht nach einem schlechten Kontakt aus. Misst Du die Spannung direkt an den Polen oder an den Klemmen?

Ein Feinschluss zeigt sich an der Spannungsabnahme in Ruhe. (Erhöhte Selbstentladung)
Welche Nennkapazität hat sie? Welchen Innenwiderstand haben die anderen Zellen? Wie misst Du den Innenwiderstand?

" Die 11 Zellen kommen flott an die 2,45V während die eine Zelle dann in der Spannung beim Runterregeln der Lader sinkt." Die Spannungen der anderen Zellen werden dann auch sinken. Vergleichen.

" bei weitem nicht wieder voll wird." Wie stellst Du fest, dass die Zellen voll sind? Ruhespannung?

Wenn die SD nachhinkt hinkt auch die Zellspannung nach. Das bedeutet, dass sie noch nicht so weit geladen bzw. entsulfatiert ist wie die anderen. Also weiter mit schwachem Strom laden bis sie die gleiche Ruhespannung erreicht wie die Anderen. Jenachdem wie lange sie tiefentladen war, gelingt das nur mit Laden gar nicht mehr - unumwandelbares Sulfat hat einen Teil der Säure gebunden. Ca. 5 % der Kapazität wäre dann nicht mehr nutzbar. Dann arbeitet sie eben z.B. zwischen 95 % und 48 % statt wie die anderen z.B. zwischen 97% und 50 %.

Wie verhalten sich die Spannungen und SDn beim Entladen auf SoC 70% oder 50%?
Wenn sie noch eine ähnliche Kapazität hat wie die anderen spricht nichts dagegen, sie arbeiten zu lassen.

Freundliche Grüße
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon Tommmi » 17.07.2018, 15:18

Ich kann die Zelle im Verbund nicht nutzen, da Sie so jeden Tag ca 60ah hinter den anderen steht. Sie wird ja bei weitem nicht voll wenn Sie immer 20A haben will aber der Regler die ampere drosselt weil der Rest voll ist.
Anderen haben 1,29 Dichte, die eine 1,285
Nach 7kwh Entnahme heute morgen unter Last jede Zelle 2,09V, die eine 2,07V
Würde ich Sie so einfach im Verbund lassen dürfte Sie in 1-2 Wochen bei 1,5 Volt sein.
Innenwiderstand misst mein Lader und Kontaktprobleme hab ich nicht, die Batteriepole sind nur gewechselt damit ich zu der einen Zugriff habe (Messingschrauben).
Trotz der 1,285 Dichte reichen 20A immer noch nicht um die Zelle auf 2,45V zu halten, wenn getauscht kann ich das Spiel mal ein paar Tage durchziehen. Sie ist auch nur 2 grad wärmer als die anderen dabei.
Heute ist die Säure sogar etwas über Maximum da die Zelle 80ah vorgeladen wurde und ich mit 60A die Zelle auf 2,55V ca 4Stunden hatte.
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon pvx » 17.07.2018, 15:45

Hi Tommmi,

"Würde ich Sie so einfach im Verbund lassen dürfte Sie in 1-2 Wochen bei 1,5 Volt sein." Versuch das doch mal.
Das könnte sich nur dann so entwickeln, wenn sie einen viel schlechteren Wirkungsgrad als die anderen hätte. Die Ursache könnte ein Feinschluss sein, der sich durch die Tiefentladung ergeben hat. Selbstentladung prüfen.

"Trotz der 1,285 Dichte reichen 20A immer noch nicht um die Zelle auf 2,45V zu halten. Sie ist auch nur 2 grad wärmer als die anderen dabei." Nur? Das ist ein Zeichen für schlechten Wirkungsgrad. Die verheizt einen größeren Teil des Ladestroms als die anderen. Der andere Teil müsste Gas produzieren. Du schreibst, dass sie nicht gast. :?: Ballon anschließen.

"Kontaktprobleme hab ich nicht, die Batteriepole sind nur gewechselt damit ich zu der einen Zugriff habe." Kannst Du den Spannungsabfall zwischen Pol und Klemme bei vollem Ladestrom messen? Messbereich < 0,1 V wäre erforderlich.

Morgen weiter - muss jetzt weg.

Freundliche Grüße
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon Tommmi » 17.07.2018, 15:54

Spannungsabfall zwischen Pol und Klemme ist erheblich, verfälscht damit wohl auch die Innenwiderstandsmessung.
Spannung am Lader 2,911V, am Pol 2,473 sowohl auch an der Klemme. Kabel vom Lader mit 4mm Goldkontaktstecker schon das dickste welches ich habe.
Daten von der Batterie die gerade mit 20,1A geladen wird. Regler haben beide auf charged gewechselt.
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon Tommmi » 18.07.2018, 09:54

Diese Nacht nach 8kwh Entnahme nur noch 0,015 Spannungsdifferenz unter noch morgentlicher Last. Unterschied aber in der Säuredichte 1,26 zu 1,22.
Das zeigt die eine Zelle hat noch einen ungenutzten Plattenteil durch sulfation. Man kann es also nur mit Spannung von 2,6 Volt durchbrechen.
Bis die neue Zelle da ist bekommt die alte jeden morgen zwischen 60 und 80ah und kann dann wunderbar bei 2,6V vor sich hin blubbern. Jetzt vermute ich schon fast das Sie ins volle Leben zurückkommt. Der Punkt wird aber erst erreicht sein wenn Sie unterhalb der 20A kommt um 2,5V zu halten.
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon pvx » 18.07.2018, 10:36

Hi Tommmi,

gut, mit der Messung des Spannungsabfalls zwischen Klemme und Pol hat sich nun einiges geklärt. Also: Klemme ab, Pol außen und Klemme innen mit Drahtbürste blank bürsten, einen Hauch von Vaseline auftragen und wieder anklemmen. Abschließend auf die Kanten bzw. Spalte der Kontaktflächen ca. 0,5 mm dick Vaseline auftragen. So vermeidest Du Verluste, einseitige Erwärmung eines Plattensatzes oder eines Teils davon und die schnellere Sulfatierung.
Möglicherweise war das die Ursache der ungewollten und spät entdeckten Tiefentladung.

Deine Methode mit hohem Ladestrom und "lustigem" Sprudeln führt oft zum Ziel, aber nicht immer. Mit weniger Verlust und Gasproduktion kommst Du auch ans Ziel, aber auch nicht immer. Probieren. Aber denke dran: Entsulfatieren braucht vor allem Zeit. Siehe Claus.

Die Bestimmung der Selbstentladung steht noch aus: Ladung beenden, zwei Stunden warten, Spannung messen. Nach einer Woche wieder Spannung messen. Am Spannungsabfall während dieser Zeit siehst Du wieviel Ladung in dieser Zeit verloren ging. Den so ermittelten Wert vergleichst Du dann mit dem im Datenblatt oder mit dem Wert einer anderen Zelle Deiner Batterie. Auch der Wert Deiner neuen Zelle wäre sehr interessant zum Vergleich.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
pvx
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon Tommmi » 18.07.2018, 10:41

Der Spannungsabfall liegt wie schon geschrieben weder an Pol noch an den Klemmen. Der Schwachpunkt ist das originale Ladekabel des Polaron Pro Laders. Dieses müßte ich in dem Fall dicker machen. Während des ladens mit 20A bleiben auch die klemmen und die Pole eiskalt. Die Batterie selber hat nach 2 Jahren rein optisch auch überall Neuzustand. Grünes Polfett ist auch an jeder Schraube vorhanden.
Nach Gespräch mit Staplerbatterie Händler bin ich sogar besser mit Lader ausgerüstet als er. Er kann gar nicht Einzelzellen mit 20a laden.
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Re: Einzelne PZS Zelle aufpäppeln

Beitragvon pvx » 18.07.2018, 22:06

Tut mir leid Tommi, dann habe ich Dich falsch verstanden. Dann geht die Suche weiter, wo die Energie abbleibt, wenn Du so lädst bzw. wenn die geladene Zelle ruht.

Freundliche Grüße
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