Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Speicherung von elektrische erzeugter Energie in Inselsystemen

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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon DidiD » 10.08.2017, 19:20

jdhenning hat geschrieben:
guenter_s hat geschrieben:Das Prinzip soll in etwa sein, durch vergleichsweise viele Stromstösse pro Zeiteinheit eine bestimmte Art (Alter, Grösse und Festigkeit) von Sulfatkristallen in kleinere Teile zu zertrümmern und sie dadurch auf eine kleinere, wieder in den Ladezyklus integrierbare Form zu bringen.

Diese Erklärung kenne ich auch, nur kann die nicht wirklich die technische Grundlage sein. Bei einer Bleibatterie haben wird ja eine Elektrode aus Blei sowie eine aus Bleidioxid. Wenn die Batterie entladen wird, dann reagieren diese Materialien mit der Schwefelsäure und auf beiden Elektroden wird Bleisulfat gebildet. Die Bildung von Bleisulfat ist also das Wirkprinzip dieser Batterien.

Als Sulfatierung bezeichnet man es, wenn die Batterie längere Zeit teilentladen herum steht (dann wachsen die größeren Sulfatkristalle auf Kosten der kleineren; hat was mit Oberfläche und Löslichkeit zu tun) und sich so große Kristalle bilden, dass sie bei einer normalen Ladung nicht mehr komplett abgebaut werden können (mit einer hinreichend langen Ladezeit hingegen schon).

Das Problem ist jetzt, dass Bleisulfat ein ziemlich guter Isolator ist. Egal, was man an Strom durch die Batterie jagt (ob hochfrequent oder nicht, der Strom wird immer durch die Bauteile fließen, die elektrisch gut leitfähig sind), die Sulfatkristalle sind davon also überhaupt nicht betroffen, denn sie sind Isolatoren! Wie will man etwas aufbrechen oder gar zertrümmern, das man gar nicht erreichen kann?


So ähnlich ist auch mein Wissensstand. Darum tue ich mich schwer, diese Dinger weiterzuempfehlen, da mir die
theoretischen Grundlagen nicht einleuchtend sind.
Fakt ist, dass meine Bleiakkus seit dem Einsatz von Ladegeräten mit integriertem "Pulser" sehr lange halten und dabei
kaum Kapazität verlieren. Bei mir sind das meist AGM-Akkus. Lebensdauer ist durchweg über 10 Jahre bei regelmäßigem
Gebrauch. Davor hielten die im Schnitt so 4-5Jahre durch.
Spannend wird es bei der PzS. Es sieht schon lustig aus, die dünnen Käbelchen des Desulfators und die fingerdicken
Anschlusskabel daneben. :mrgreen:
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon helmut2017 » 11.08.2017, 23:30

Ich gehe davon aus dass der Effekt durch ein Überladen des Akkus zustande kommt.
Also der Pulser wird auch nur an einem vollen Akku was bringen.

Bei verschlossenen Akkus hat man dadurch allerdings das Risiko eines vorschnellen Verschleiß.
Wenn man das nur zum mal zum "Auffrischen" macht wird es nicht kritisch sein.

Genau das gleiche erreicht man auch mit einem regelbaren Ladegerät mit Überspannung
ODER
schonender bei Konstantspannungsladung mit SEHR VIEL ZEIT
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon jdhenning » 12.08.2017, 00:05

Sorry, @helmut2017, aber eine Überspannung nutzt einem beim Desulfatieren praktisch nichts. Der Grund ist, dass Moleküle von den großen Sulfatkristallen in Lösung gehen müssen und das ist im Wesentlichen von den Konzentrationen aller Stoffe im Elektrolyt und von der Temperatur abhängig. Da Bleisulfat, wie schon geschrieben, ein hervorragender Isolator ist, hilft eine höhere Spannung bestenfalls im homeopatischen Bereich. Der einzige Mechanismus, der wirklich hilft, ist eine Langzeitpflegebehandlung, bei der die Batterie mit einer Spannung beaufschlagt wird, die unterhalb der Gasungsspannung liegt, wobei es nicht schadet, die Batterie ab und zu auch mal etwas gasen zu lassen, damit man eine bessere Durchmischung des Elektrolyts erhält.
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon roboto » 05.09.2017, 15:37

Hallo, meine Erfahrung mit Desulfator ist, daß die Dinger wenig bis garnichts taugen. Hatte mir mal von ELV den Batteriepulser bestellt, trotz permanenten Anschluß ist die Batterie immer schlechter geworden. Auch selbst gebaute brachten nichts.

Was etwas gebracht hat sind die Batteriepulser, die Spannungsspitzen von 20-30 Volt mit einer 1k Herz Frequenz und einem angeschlossenen Netzteil auf den Akku geben. Das bringt aber auch nur was, wenn die Batterie noch nicht stark geschädigt ist. Hatte alte Akkus versucht wieder zu beleben, die mal tief entladen waren, half aber nicht viel.
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon Tommmi » 05.09.2017, 16:22

Der Megapulser hat bei mir etwas gebracht, das Portemanue ist etwas dünner geworden. Hat ungefähr 1 Jahr gepulst und dann hat er sich verabschiedet. Das es der Batterie hilft habe ich nicht gesehen.
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon RangerBT » 06.09.2017, 00:04

Tommmi hat geschrieben:Der Megapulser hat bei mir etwas gebracht, das Portemanue ist etwas dünner geworden. [...]


Dann war es ja nicht ganz umsonst :ironie:

Nein, ernsthaft : Danke für deine Erfahrung !
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon bodo_olschewski » 15.09.2017, 19:11

Da in meinen Fahrzeugen (KFZ + Rasentrecker) die Starterbatterien regelmäßig alle 3 bis 4 Jahre aufgegeben haben, habe ich vor mehreren Jahren auch einmal in verschiedene Pulser investiert, zusätzlich ein Ah-Meter und eine Endabschaltung erworben.

Bei den von mir getesteten einfachen Geräten (bis 40 €, ELV, Reichelt, etc.) die fest parallel an die Akkus geklemmt wurden, konnte ich zeitnah keinerlei nennenswerte Wirkung feststellen.

Bei mehrjährig genutzten alten USV Akku's brachte das Laden per Pulsen (Power Pulsar) nahezu nichts, genauso wie bei alten Autobatterien mit unter 10 Volt; vermutlich hatten letztere bereits einen Zellschluß.

Bei Akkus aus Fahrzeugen die nur selten bewegt wurden hingegen, konnte ich jedoch eine deutliche Kapazitätsverbesserung nachvollziehen.

Die beeindruckensten Resultate habe ich an zwei AGM Batterien (12V 17AH) aus einer USV erzielt.
Die USV stand "neu" in OVP ca. 4 Jahre ungenutzt in einem Lager, bevor diese bei mir eintraf.
Beide Akkus waren komplett eingebrochen.

Ich habe die Akkus zunächst mit einem alten Autobatterieladegerät (80er Jahre) mehrfach geladen und anschließend mit der Kombination Ah-Meter - Endabschalteinrichtung (10,2V) - 35 Watt Lampe + Lüfter (ca. 40 Watt gesamt) entladen. Beide Akku's erreichten nach wenigen Durchläufen (Laden / Entladen) knapp 6Ah an Kapazität zurück.

Nachdem es keine weiteren Fortschritte zu geben schien, habe ich die Akkus (entleert) für mehrere Wochen an den Power Pulsar angeschlossen und danach wieder an den Entladeaufbau angeschlossen.

Beide Akkus haben anschließend (jeweils) knapp über 18 Ah an Leistung abgeben können und dies auch nachdem sie anschließend wieder mit dem alten KFZ-Ladegerät aufgeladen wurden. Selbst gut 1 Jahr später (die Akkus nutze ich nur gelegentlich für Tests, dazwischen hängen diese an einem Solarpanel+Regler zur Ladungserhaltung) haben diese kürzlich noch fast 18 Ah an Kapazität.

Ich habe daher den Eindruck, dass das Bepulsen entleerter Blei-Akkus mit dem Power Pulsar diese ggf. sogar wieder komplett regenerieren kann, soweit diese durch Herumstehen stark sulfatisiert wurden und keine anderweitigen Schäden haben. Leider scheinen aber nur wenige Batterien "nur" sulfatisiert zu sein, daher können auch nur bei diesen gute Ergebnisse erzielt werden. So lassen sich vermutlich die sehr unterschiedlichen Erfahrungen erklären.

Ich habe in Folge dieser Erfahrungen alle Fahrzeugbatterien mit dem Power Pulsar "bearbeitet" und zusätzlich bei den meisten meiner Fahrzeuge ein flexibles 30 Watt monokristallines Solarpanel auf das Dach geklebt und dies mit einem Laderegler mit der Starterbatterie verbunden. Ein Großteil des Jahres sind die Batterien spätestens abends immer komplett voll geladen; die Sulfatisierung sollte daher minimiert werden.
Seit dem Desulfatieren + Solarpanelnachrüsten brauchte ich in den letzten zwei Jahren keine Starterbatterie mehr ersetzen; auch wenn die ältesten inzwischen über fünf Jahre alt sind.
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon helmut2017 » 15.09.2017, 21:53

Starterakkus steigen so nach 7-8 Jahren aus wenn sie im Auto verwendet werden
Wenn früher ist wohl irgendwelches Billigzeug drin
oder hat nix getaugt, gab es auch bei renommierten Firmen .....

bodo_olschewski hat geschrieben:Ich habe daher den Eindruck, dass das Bepulsen entleerter Blei-Akkus mit dem Power Pulsar diese ggf. sogar wieder komplett regenerieren kann, soweit diese durch Herumstehen stark sulfatisiert wurden und keine anderweitigen Schäden haben.


Dies hat allerdings mit dem Pulser recht wenig zu tun.
Ich möchte sagen was du da alles geschrieben hast kann ich bestätigen.
Allerdings erreicht man das gleiche Ergebnis wenn man herkömmlichen Akkulader mehrfach anschließt oder mit Konstantspannung läd.
Meist sieht man dann am Ansteigen des Ladestromes den Erfolg.
Halt nach mehreren Stunden oder einem Tag.
Dies betrifft vor allen über die Zeit tiefentladen Gel- oder AGM-Akkus.
Da konnte ich schon wahre Schätze finden sozusagen.
Also so schlimm wie oft dargestellt sind die gar nicht.
Hauptsache die werden nicht "gekocht".
Im Gegensatz dazu kann man aus Flüssig-Säure-Akkus oft kaum einen Kapazitätsgewinn erziehlen
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon egn » 16.09.2017, 06:53

Ich kann nur sagen dass meine 900 Ah/ 24 V Effekta BTL AGM Batterien fast 10 Jahre mit Megapuls und Batteriebalancern gehalten haben. Zumindest geschadet hat ihnen der Megapuls nicht, da diese Batterien als "10-Jahres Batterien" verkauft werden. Die Batterien hatten in dieser Zeit etwa 80-100 Teilzyklen pro Jahr.

Am Schluss hatten die meisten der Batterien wahrscheinlich wegen der Säureschichtung, doch 30-40 % der Kapazität verloren. Ich habe aber zwei die immer noch über 90 % Restkapazität haben und die ich auch weiter verwende.
Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III
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Re: Desulfator / Batteriepulser - Erfahrungen ...

Beitragvon DidiD » 16.09.2017, 08:43

egn hat geschrieben:Ich kann nur sagen dass meine 900 Ah/ 24 V Effekta BTL AGM Batterien fast 10 Jahre mit Megapuls und Batteriebalancern gehalten haben. Zumindest geschadet hat ihnen der Megapuls nicht, da diese Batterien als "10-Jahres Batterien" verkauft werden. Die Batterien hatten in dieser Zeit etwa 80-100 Teilzyklen pro Jahr.

Am Schluss hatten die meisten der Batterien wahrscheinlich wegen der Säureschichtung, doch 30-40 % der Kapazität verloren. Ich habe aber zwei die immer noch über 90 % Restkapazität haben und die ich auch weiter verwende.


Dem kann ich zustimmen. Meine Camper-Blei-Insel-Erfahrungen sind ähnlich. Meist halten die AGM´s bei mir so 10-12 Jahre
mit Megapulse durch. Dann versagen sie meist schlagartig - wahrscheinlich wegen Kurzschluss im Plattensatz.
Vor dem Einsatz des Pulsers waren es so 3-4 Jahre. Dann wegen Kapzitätsverlust unbrauchbar.

Interessant ist noch folgendes. Ich betreibe einen Senec-Speicher mit 8kwh nutzbar. Im Frühjahr vor einem
Jahr bemerkte ich einen eklatanten Kapazitätsverlust in der entnehmbaren Kapazität. Sie sank auf unter
6kwh. Hier das Schaubild (interessant ist die Beladung auf der linken Seite):
Akku-Beladung_08_03_2016.gif

Obwohl nur mit 2.3kw beladen erreichte der Akku bereits nach ca. 2.25h seine Ladeendspannung von ca. 57.7V bei der
Econamic-Grid-Beladung.
Daraufhin schloss ich meinen Megapulse an den Akku an.
Ein Jahr später sieht das Schaubild dann so aus:
Akku-Beladung_08_03_2017.gif

Obwohl mit 2.55kw beladen, benötigt der Akku 2.75h um die Ladeendspannung von ca.57.7V zu erreichen.
Jetzt noch das aktuelle Schaubild im September:
Akku-Beladung_15_09_2017.gif

Es ist gut sichtbar, dass jetzt auch nach 3h mit 2.55kw noch keine Ladeleistungsbegrenzung greift, die Ladeendspannung
von ca. 57.7V also auch nach 3h noch nicht erreicht wurde.
Ich lass das jetzt einma so stehen und gebe das zur Diskussion frei.
DidiD
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