Solarthermie vs. Photovoltaik

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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon schmantibus » 11.07.2018, 10:54

PV-Berlin hat geschrieben:Verkehrt ist nur, das die Rahmenbedingungen so sind, das es heute 'lohnt' Gas Wärmepumpen zu verkaufen. Der Schwachsinn ist derart grandios, das ich es erst nicht mal glauben mochte! Oder Erdgas Brennstoffzelle für das EFH!

dem kann ich nur zustimmen.
PV-Berlin hat geschrieben:Wenn Erdgas oder Heizöl einen Preis bekommen würden, der ihre volkswirtschaftlichen Kosten wiederspiegelt, würde man WKA und PV zubauen müssen, bis zum Anschlag, denn dann wäre der Marktanteil von Wärmepumpen bei exakt 100% und man würde alles unternehmen, um nicht aus Gas Strom machen zu müssen.

Das ist der Grund, warum ich mich zur Zeit noch für eine Gasheizung entscheiden würde und mich auch für eine entschieden habe.
Mein gedämmter Altbau (305qm, Keller Wände, Aussenwände, Dach gedämmt, Doppelverglasung + neue Türen) hat einen Gasverbrauch incl Warmwasser für 4 Personen von 28.500kWh/a (entspricht jährlich 103kWh/m²)
Die 17,42kWp PV Anlage (Ertrag 16.500kWh pro Jahr) würde genügend Energie für ein Null Energie Haus liefern: Eine Wärmepumpe mit einem durchschnittlichen COP Wert von 3,5 würden einen elektrischen Energiebedarf von 8.150kWh besitzen + 5.100kWh Lichtstrom=13.240 kWh elektrischer Energiebedarf pro Jahr. Da in der Heizperiode laut PV-Gis http://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/en/tools.html lediglich 5974kWh elektrischer Strom produziert wird, von dem man maximial 70 % selber nutzen kann (4.180kWh) muss man ca. das Doppelte dazukaufen (ca.4.000kWh)
Das lohnt aufgrund des sehr niedrigen und über die Jahre relativ konstanten Gaspreise (6ct/kWh) nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Strompreise sich in den letzten 10 Jahren mindestens verdoppelt haben von 13,6ct 2008 bis 28ct 2018).
Noch gar nicht berücksicht habe ich den Dazukauf von Strom in der "Nicht-Heizperiode" für Heizung und Warmwasser.
Ich kann gut mit dem Kompromiss leben eine Warmwasserwärmepumpe zu betreiben und im Winter meine Gastherme anzuwerfen. Ich hoffe lediglich, dass mir die Heizung es nicht übel nimmt, 6 Monate im Jahr zuruhen.
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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon pvx » 11.07.2018, 11:13

Hi schmantibus,

Deine Therme und Dein Geldbeutel werden es schätzen, wenn der Wärmetauscher nach dem Abschalten der Therme durchgesaugt und während der Ruhe trocken gehalten wird (Konvektion von Außenluft besonders bei feuchtem Wetter vermeiden).
Ob Du mit Vakuumkollektor besser gefahren wärst hängt wesentlich von den räumlichen Gegebenheiten ab. Jedenfalls wärst Du damit unabhängiger geworden. Immerhin kann ST den vierfachen Wirkungsgrad der PV haben.
PV für die Grundlast ist in fast jedem Fall effektiv und für den Fall eines Stromausfalls das Einzige, das Heizung, Beleuchtung und IT günstig sicherstellen kann.

Freundliche Grüße
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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon schmantibus » 11.07.2018, 20:13

Hallo pvx
ST kommt mit der neuen Modultechnik nicht einmal an den dreifachen Wirkungsgrad. Leider. Der Gedanke ist ja, dass eine WP einen großen Speicher tagsüber aufheizt, sodass im Falle eines Stromausfalls noch genug Wärme im Speicher ist.

Der Tipp mit dem Trockenhalten des Wärmetauschers klingt gut. Wie sieht es mit den Pumpen aus? Kennt sich da jmd aus? Ich glaube ich frage da mal eher im Heizungsdialog Forum... etwas off topic...
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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon PV-Berlin » 11.07.2018, 20:40

Der WG der ST sagt doch noch nix darüber aus, ob ich die Energie überhaupt nutzen kann. Rein rechnerisch kann selbst eine kleine PV Anlage, die komplette Energie bereitstellen, die eine WP bei einer JAZ von 3,0 bis 4,0 benötigt, um Warmwasser und Wärme bereitzustellen. Wärme kann ich eben leider nicht ins Netz schicken, wo sie beim Nachbarn im selben Augenblick verbraten wird. Strom ist halt universell und die höhst veredeltste Form der Energie überhaupt . Wärme wird oft nicht nur im EFH (ST) weggeworfen, sondern fast überall. Weil sie eben nur recht aufwendig transportiert werden kann und/ auf das passende Temperaturniveau gebraucht werden kann.

Was nützen mir 500 kWh auf 10 K mehr zur Außenluft? bei 5°C bis minus 5 ° C Außenluft?
Was nützen mir täglich 40 kWh Wärme mit 60 °C im Sommer, wo ich nur 4 kWh Warmwasser verbrauchen kann?

Ein Schlachthaus, eine Wäscherei u.ä. kann auch im Sommer immer viel Wärme gebrauchen. Aber wie machen die das heute?
Viel Wärme ist 'Abfall' von Kältemaschinen.


Mit Sole Wärmepumpen, kann ich sogar kostenfreie Wärme über die Saison 'retten' und da reden wir nicht von 60 kWh, sondern von XX MWh *

Zirkulationspumpen arbeiten mit sehr niedrigen Differenzdrücken und sehr niedrigen Leistungen ! auch über die Flächenheizung eines EFH, kann man im Sommer bestimmt bis zu 5 K absaugen. Welcher WG kommt denn da raus?
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon schmantibus » 12.07.2018, 00:09

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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon pvx » 12.07.2018, 06:53

Hi, ich schrieb "kann ST den vierfachen Wirkungsgrad der PV haben". Der Wirkungsgrad hängt nicht vom Verbrauch ab, nur von der Kollektortemperatur. Bei PV ist es genauso. Klar, nicht alle Energie, die eingesammelt werden kann, wird genutzt - kann genutzt werden.
Ich schrieb auch von Vakuumröhren, die ein höheres Temperaturniveau ermöglichen. Dass die nur ca. 50 % WG haben sollen ist mir neu.
Das ist alles nicht so einfach über den Daumen zu peilen. Das muss im konkreten Fall genau betrachtet und gerechnet werden.

Freundliche Grüße
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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon PV Ndh » 12.07.2018, 10:57

pvx hat geschrieben:Hi, ich schrieb "kann ST den vierfachen Wirkungsgrad der PV haben". Der Wirkungsgrad hängt nicht vom Verbrauch ab, nur von der Kollektortemperatur. Bei PV ist es genauso. Klar, nicht alle Energie, die eingesammelt werden kann, wird genutzt - kann genutzt werden.
Ich schrieb auch von Vakuumröhren, die ein höheres Temperaturniveau ermöglichen. Dass die nur ca. 50 % WG haben sollen ist mir neu.
Das ist alles nicht so einfach über den Daumen zu peilen. Das muss im konkreten Fall genau betrachtet und gerechnet werden.

Freundliche Grüße
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Na ein sehr viel höherer WG als die 50% kommt bei den Vakuumröhrenkollektoren aber auch nicht raus, vor allem bei einem höheren Temperaturniveau. Gerade wenn das gefordert wird und die Einstrahlung nur noch mittelmäßig ist, bleibt nicht viel mehr als der 2,5 fache WG eines günstigen PV Moduls(300W) übrig.
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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon Schraubermeistro » 12.07.2018, 11:11

PV-Berlin hat geschrieben:Du musst das Deta (Wärmeübertragung + 25 K schaffen! Alles was die ST darunter liefert an Wärmeleistung (Temperaturniveau) ist für die Katz!

Wenn immer nur die optimale PV Anlage mit einer Standard Solarthermie verglichen wird ist klar wer verliert.
Aber die Solarth. läst sich leicht im Wirkungsgrad steigern und dann sind auch niedrige Temperaturen verwertbar.
Habe bei mir in den Solarkreislauf einen großen Heizkörper ohne Termostat integriert.
Der wird über 3-Wege-Ventil von der UVR16x2 angesteuert.
Immer dann wenn die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht um einen der Speicher auf zu heizen geht die Wärme in den Heizkörper.
Je nach Kollektor- u. Speichertemperatur kommen da im Heizkörper zwischen 25 u. 60° an.
Wärme die bei normalen Solarth. Anlagen verloren geht hole ich mir so ins Haus.

Der ursprüngliche Zweck des Heizkörpers war die Überschußvernichtung bei vollen Speichern u. gleichzeitig die damit möglich Trockung des alten feuchten Kellers.
Die alte Steuerung der ST konnte nicht mehr leisten. Mit der UVR war dann die jetzige Ansteuerung möglich.

Weiterhin:
Meine W/W WP hat als Quelle den großen Solarthermiespeicher. Wenn die WP einige Zeit gelaufen ist hat der Speicher unten ca. 8 - 10°. Da kann die Solarthermie noch früher Energie reinschieben.
Mit beiden Systemen zusammen hole ich wesentlich mehr Energie vom Himmel als vorher mit der "einfachen" ST-Anlage.

schmantibus hat geschrieben:Das ist der Grund, warum ich mich zur Zeit noch für eine Gasheizung entscheiden würde und mich auch für eine entschieden habe.


Ich betreibe meine WP fast nur mit Strom aus der PV. (Also auch nur dann wenn genug PV-Strom vorhanden ist)
Die WP mit Netzstrom zu betreiben ist nach meinen Messungen bei meinem Haus unwirtschaftlich.
Der alte (voll funktionsfähige) Gas BWK liefert die Wärme bei den jetzigen Gaspreisen zu den gleichen Kosten.
Erst wenn der defekt ist werde ich die WP voll einsetzen.
Ich kann Deine Gedanken daher verstehen. Es dürfte nicht viel anders sein wie bei mir. Deine Rechnung gilt aber wohl ebenso nur dann wenn Du keinen PV-Strom für die WP verwendest.

Gruß Schraubermeistro
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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon Schraubermeistro » 12.07.2018, 11:15

Hallo sorry, habe da beim "Zitieren" einen Fehler reingebracht.
Nur die erste Zeile des Textes ist ein Zitat von PV-Berlin. Rest mein Text.
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Re: Solarthermie vs. Photovoltaik

Beitragvon PV-Berlin » 12.07.2018, 11:55

Da muss man nicht viel "Rechnen" wer eine JAZ von 3,5 schafft, der muss den Gaspreis *3,5 nehmen.
Das wären bei mir ca. 18,20 Cent je kWh brutto ! *Strombezug (immer Arbeitspreis)

Speziell bei sehr hohen Wärmemengen und hohen Vorlauftemperaturen, ist man bei Gas im Moment selbstverständlich preiswerter am Start! Dank absurder Subventionen, auch kein Wunder!

Würde beim Gas nur die EEG Umlage erhoben, wäre Gas aus dem Rennen.

Nur im Neubau oder einer kompletten Sanierung schauen die dinge im normalen EFH/ DHH oder kleinen MFH anders aus.
Denn da ist er Warmwasserbedarf oftmals dominierend! Und der Gasanschluss kostet Geld, der Schornstein kostet viel Geld, der Schornsteinfeger und die Wartung der Therme auch!

Alleine für diese Kosten, kann ich heute 10 Jahre ein EFH locker mit Energie (Wärme) versorgen.

Ein Gastheme, die gescheit die Wärme für eine sehr kleine Belüftungsanlage bereitstellt , kenne ich gar nicht , mit Öl geht das noch weniger! * Neue Bauweise in EFH Mit Belüftung = Passivhaus wie OSE es gebaut hat.

Wer Neubaut und keine 20 kWp PV Anlage + auf dem Dach hat (Ost/West) der ist definitiv falsch beraten worden oder liegt im Schatten.

Wer in Regionen mit nur Öl wohnt, dem würde ich auf jeden Fall ein WP empfehlen, sofern man auf ca. 50 ° C Vorlauf Max runterkommt oder doppelt fahren kann.

WP kosten weniger, als vergleichbare Thermen (real am Markt) weil die Heizungsbauer das so machen (können) !
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