Macht Verschattung wirklich probleme?

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Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon cadric » 03.06.2018, 08:35

Hallo zusammen,

da ich gerade eine dreiseitige Anlage plane, hab ich gestern mal für den Spaß einen Veruch mit 2 Modulen gestartet:
Verschaltet in Reihe, eines komplett mit Pappe abgedunkelt und dann die Leerlaufspannung gemessen: ~74V.
Nun hätte ich erwartet, dass die Leistung von knapp 74 Volt runter geht auf die eines Moduls, also ~37Volt oder weniger,
aber überraschender Weise waren es immer noch knapp 60Volt?

Kann das jemand erklären?
Ich hab es bisher so verstanden, dass die verschatteten Module, die Leistung der bestrahlten Module reduziert, das seh ich aber bei dem Versuch nicht, oder war der Versuch blödsinn?

Gruß

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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon michaell » 03.06.2018, 08:43

Die Leistung berechnet sich P = U (Spannung) * I (Strom)

Wenn die Spannung gesunken ist, ist die Leistung schon gesunken, laut dieser Formel
Da aber der Strom nicht gemessen wurde kann man nicht genau sagen um wie viel die Leistung abgesunken ist.

Und da eine Messung ohne Last durchgeführt, ist die Messung selbst nicht direkt Aussage kräftig-
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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon wschmeiser » 03.06.2018, 08:59

@cadric,
bereits bei wenig Licht liegt an den Modulen praktisch die volle Leerlaufspannung an. Normalerweise haben auch die beschatteten Module deshalb noch eine Leerlaufspannung.

Die Leistungsabgabe entsteht erst durch den Strom, der umso höher ist je größer die Lichteinstrahlung. Bei Schatten geht also der Strom des beschatteten Moduls zurück.

Da die Module in Reihe geschaltet sind, ist der Maximalstrom durch den Strom des am stärksten verschatteten Moduls begrenzt. Deshalb ist die Verschattung von Modulen in einem String so negativ.

Willst Du diesen Effekt messen, dann musst Du eine Last (Glühlampe) an die Module hängen und dann Spannung und Strom messen. Die Spannung wird sich dabei nur wenig verändern, der Strom hingegen sehr, wenn Du ein Modul verschattest.
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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon machtnix » 03.06.2018, 09:12

wschmeiser hat geschrieben:Willst Du diesen Effekt messen, dann musst Du eine Last (Glühlampe) an die Module hängen und dann Spannung und Strom messen.


und welche Glühlampe soll er bei 73V Leerlaufspannung dafür nehmen?? :roll:
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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon PV Ndh » 03.06.2018, 09:22

machtnix hat geschrieben:
wschmeiser hat geschrieben:Willst Du diesen Effekt messen, dann musst Du eine Last (Glühlampe) an die Module hängen und dann Spannung und Strom messen.


und welche Glühlampe soll er bei 73V Leerlaufspannung dafür nehmen?? :roll:


einfach eine 230V Glühlampe die 100 Watt sollte bei 73V noch mit ~10W glimmen. wenn ein Modul Abgedeckt ist und nur ~37V anliegen sind das nur noch ~2,5W da wird sicher nichts mehr zu sehen sein.
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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon wschmeiser » 03.06.2018, 09:31

Danke, @PV NdH.

@machtnix, es geht ja nicht darum, dass die Glühlampe leuchten/brennen soll, sondern ausschließlich darum, dass eine Last (Widerstand) anliegt.

Und wenn er das verschattete Modul nicht komplett abdeckt (was eh unrealistisch ist), dann bleibt die Spannung eh weitgehend konstant und nur der Strom verringert sich.

Und das will er ja messen! Nicht die Lampe zum Leuchten bringen!
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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon machtnix » 03.06.2018, 10:15

das funktioniert aber nicht, du kannst nicht an der Glühlampe die Spannung konstant lassen und gleichzeitig den Strom verändern. Dafür bräuchte man eine variable Last, welche dann die Spannung auch konstant hält.
Es geht aber auch einfacher indem man nur den Kurzschlußstrom der Module misst. Dieser ist zwar etwas höher als der Strom im Arbeitspunkt, aber zu einer Bewertung des Verschattungseinflusses völlig ausreichend.
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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon cadric » 03.06.2018, 10:55

Wow,

das ging ja schnell, vielen Dank für Eure Antworten, also war der Versuchsaufbau falsch, ohne Messung des Stromes, da fehlte mir das Hintergundwissen, danke für die Aufklärung.

Also doch drei separate Strings.

Gruß

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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon kalle bond » 03.06.2018, 11:57

cadric hat geschrieben: das ging ja schnell, vielen Dank für Eure Antworten, also war der Versuchsaufbau falsch, ohne Messung des Stromes, da fehlte mir das Hintergundwissen, danke für die Aufklärung.


Ich hatte einen 12 V Ventilator an ein 36 zelliges Modul gehängt.
Da brauchte man nur wenige Zellen abdecken und schon ging die Drehzahl des Ventilators runter.
Ein ähnlicher Versuch mit einer kleinen Wasserpumpe.

Das ergibt kein quantitatives Ergebnis, wie bei dir.
Nur hab ich meine Zweifel, wenn ein Modul komplett abgedeckt ist, ob man da noch so eine hohe Spannung misst.
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Re: Macht Verschattung wirklich probleme?

Beitragvon wschmeiser » 03.06.2018, 12:25

Nur hab ich meine Zweifel, wenn ein Modul komplett abgedeckt ist, ob man da noch so eine hohe Spannung misst.


Das ist richtig. Damit machst Du aber eine weitere Baustelle auf, denn wenn das Modul komplett abgedeckt ist, dann dürfte an den abgedeckten Zellen auch keine Spannung mehr anliegen.

Andererseits dürften dann die Bypass-Dioden auf Durchgang schalten und es läge nur noch die Spannung des nicht abgedeckten Moduls an.
Zuletzt geändert von wschmeiser am 03.06.2018, 13:18, insgesamt 1-mal geändert.
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