Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon cephalotus » 23.09.2017, 19:50

Wie wenn wir sonst keine Infrastrukturprobleme hätten... Müssen wir jetzt auch noch welche erfinden?

Unser 230V AC Netz halte ich für nahezu perfekt. Müsste man heute das Netz ganz neu erfinden würde man vermutlich wieder ähnliches verbauen.

mgmuer hat geschrieben:...
Und kommen die Muttis und Vatis erst mal auf den Gedanken, in welch gefahrenvoller Umgebung ihre kleinen Bengel leben (230V) dürfte es ein Kleines sein, neue Vorschriften zu erlassen.


Wieviele Kinder sterben denn in Deutschland pro Jahr an 230C AC? Hast Du da Zahlen?

Wieviele abbrennende Häuser wird es im Gegenzug wohl zusätzliche durch die DC Verkabelung und Schalter geben?

Das mit der Stromstärke resp. Dem Kabelquerschnitt verliert auch an Bedeutung, werden viele Geräte doch immer verbrauchsarmer und leistungsschwächer, Letzteres von der EU so gewollt.


die Großverbraucher im Haushalt haben idR Widerstandsheizungen, also z.B. Toaster, Wasserkocher, Waschmaschine, Haartrockner, Geschirrspüler.
Wie willst Du die 1000-3000W Spitzenleistung mit 48V bereit stellen? Weniger Leistung bedeutet hier schlechtere Qualität.

Der Kupferverbrauch für die fetten Leitungen wird sich in 100 Jahren nicht energetisch amortiseren. Das wertvolle Kupfer brauchen wir aber nicht in den Wohnungen sondern viel dringender in den künftigen PV Anlagen und E-Autos

Diese ganze Verlustdiskussion verstehe ich nicht. Die Verluste durch "fehlende" Gleichspannungsnetze kann ich in meiner Wohnung quasi nicht messen. Alle meine Kleingeräte lade ich an einem einzigen ladegerät mit 5x USB Ausgang und dessen Wandlerverluste dürften unter 1W liegen, es wird kaum messbar warm im Betrieb.

Ähnliches gilt fürs Laptopnetzteil.

Beim Router/WLAN liegt das Potenzial nicht beim Netzteil, sondern bei den ineffizienten Geräten an sich.

Der Rest ist eh nur bei Bedarf an und bei der LED Beleuchtung ist es mir tatsächlich scheißegal ob der Lichtpunkt jetzt 8,3W oder 8,7W braucht und wenn liegt da das Potential bei meinen Lampen in der LED, nicht im Treiber.

Zudem würde uns Gleichspannung endlich vom lästigen Flackern beim Dimmen erlösen :D


Hab grad verblüfft an meiner Halogenbeleuchtung im Wohnzimmer herum gedimmt. Bei mir flackert nix.

Es sprechen also zahlreiche Argumente, auch emotionale, dafür, dass sich mittelfristig Gleichspannungsnetze niederer Spannung in den Hausinstallationen durchsetzten.


Ganz bestimmt.

Du kannst das alles erzählen und ich lassen dann einfach mal jemanden einen 48V Motorcontroller mit ein paar schönen Elkos an einen 48V Akku anstecken und den fetten Knall beim zusammenführen der Kontakte bewundern. Danach ist das Thema bei jedem vom Tisch.

MfG
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon mgmuer » 23.09.2017, 20:58

@cephalotus
Mit den Todesfällen hast du Recht. Das war beim Rauchen anders. Andererseits staune ich wieviel Aufwand die Automobilindustrie betreibt um die jetzt schon sehr niedrigen Todeszahlen im Verkehr weiter reduzieren. Die Autos werden ja vorallem deshalb immer schwerer.

Bei den anderen Dingen hast du natürlich auch recht. Aktuell. Aber in 10-20 Jahren?
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon photoenchen4me » 23.09.2017, 21:16

mgmuer hat geschrieben:Und trotzdem wird es passieren.

Nöö, wird es nicht.
In ein paar Spezialfällen ists möglicherweise sinnvoll, aber ganz sicher nicht "flächendeckend".

Warum?
Ganz einfach weils - bei Kleinverbrauchern - DC-DC sowieso braucht (auch bei einem Niederspannungs-Gleichstrom-Netz) und eine simple Diodengleichtrichtung davor null problemo ist.
Und bei allem was Power braucht, gehts mit AC mindestends so gut wenn nicht besser (Grossverbraucher, Generatoren und Verteiler-Netze auf mehreren Spannungslevels).
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon mgmuer » 23.09.2017, 22:16

Aber Hausinstallationen in Ein- und Mehrfamilienhäusern sind keine Nische. Und wo sind bei Einfamilienhäusern die Grossverbraucher? Seit wir die Kühlgeräte durch A3+ Geräte und den Boiler durch einen WPB ersetzt haben verbleibt bei uns nur noch das Laden des PIH. Und das nächste Auto wird Vollelektrisch sein. Und den lädt man, hätte man eine wirtschaftlich Wahlmöglichkeit, doch bevorzugt mit DC von der eigenen PV-Anlage resp. vom Hausakku. Bleibt eigentlich in einem Durchschnittshaushalt nur noch die Wärmepumpenheizung als Grossverbraucher.

So selten ist dieses Profil - Energiespargeräte, LED-Beleuchtung, WPB, PV-Anlage, Hausakku, Elektroauto - mittlerweile nicht mehr?
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon photoenchen4me » 23.09.2017, 22:25

Und wie kocht und wäscht und saugt man/ frau mit einem Niederspannungs-Gleichstromnetz?
Von einem netten Badezimmerstrahler oder Kleinboiler unter der Spüle oder diversem E-Werkzeug für Bastler und dem ganzen sauteueren Kabel- Schalter- und Sicherungskram gar nicht zu reden!
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon mgmuer » 23.09.2017, 22:44

EU-Richtlinien Staubsauger (als Beispiel, und andere Geräte gehen auch dahin)

Seit dem 1. September 2014 gelten im Sinne der EU-Staubsauger-Verordnung erhöhte Mindestanforderungen an die Energieeffizienz der einzelnen Sauger. Dabei werden durch die Gesetzesvorgaben verschiedene Aspekte beeinflusst. Natürlich liegt ein besonderer Fokus auf dem eigentlichen Stromverbrauch. So müssen die maximale Nennleistungsaufnahme von einem Staubsauger laut EU unter 1600 Watt (W) und der jährliche Durchschnittsverbrauch bei 62 Kilowattstunden (kWh) liegen.

Die Vorgaben beschränken sich jedoch nicht nur auf den Energieverbrauch. Auch die Effizienz der Staubaufnahme ist geregelt. Diese muss aktuell auf harten Böden 95 und auf Teppichen mindestens 70 Prozent betragen. Und schon ab September 2017 sollen schärfere Auflagen gelten:

Die Nennleistungsaufnahme darf dann nur noch 900 Watt betragen.
...


Neuere EFH sind mit 1.5mm2 (13A) oder 2.5mm2 (16A) verdrahtet. Ein Niederspannung DC-Netz würde wohl bei 72V oder 96V oder vielleicht sogar bei 120V oder 144V etabliert werden. Bei neueren EFH würde der vorliegend Fall bereits bei 72V funktionieren: 900W / 72V = 12.5A.
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon photoenchen4me » 23.09.2017, 22:56

ich sags nochmal - das ist ein völliger Quatsch (und damit mein ich nicht nur die doofe EU-Saugervorschrift)

Geht man mit der "Nieder"spannung hoch wird das extrem brandgefährlich und hat überhaupt keinerlei Zusatznutzen, bleibt man unten isses von vornherein völliger Schwachsinn (ist ja schon mit den 110V AC Haushalts-Netzen oft grenzwertig).

Das kann man drehen und wenden wie man mag.
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon mgmuer » 23.09.2017, 23:07

... und A3+ Wäschetrockner liegen bei 1'000W und Waschmaschinen knapp unter 2'000W, Tendenz nach unten. Einzig beim Kochen mit Strom liegen wir weit weg. Wobei, was spricht dagegen, dass Geräte mit relativ kurzen Einsatzzeiten in Zukunft mit kleinen Akkus ausgestattet werden, u.a. um die Anschlussleistung zu minimieren (PS: Bei Staubsaugern läge die Nützlichkeit eines Geräteakkus eher beim Verzicht auf die lästigen Kabel).
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon mgmuer » 23.09.2017, 23:08

photoenchen4me hat geschrieben:ich sags nochmal - das ist ein völliger Quatsch (und damit mein ich nicht nur die doofe EU-Saugervorschrift)

Geht man mit der "Nieder"spannung hoch wird das extrem brandgefährlich und hat überhaupt keinerlei Zusatznutzen, bleibt man unten isses von vornherein völliger Schwachsinn (ist ja schon mit den 110V AC Haushalts-Netzen oft grenzwertig).

Das kann man drehen und wenden wie man mag.


Kurzfristig bis mittelfristig gebe ich dir recht.
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Re: Niederspannungs-Gleichstrom-Netze in naher Zukunft?

Beitragvon photoenchen4me » 23.09.2017, 23:19

mgmuer hat geschrieben:Wobei, was spricht dagegen, dass Geräte mit relativ kurzen Einsatzzeiten in Zukunft mit kleinen Akkus ausgestattet werden, u.a. um die Anschlussleistung zu minimieren (PS: Bei Staubsaugern läge die Nützlichkeit eines Geräteakkus eher beim Verzicht auf die lästigen Kabel).

Die Dinger gibts schon lange - hattest so einen sündteueren und kurzlebigen Mist schon mal unter realo Bedingungen im Einsatz?
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