Kurzbericht: Modulwechselrichter SMA Sunny Boy 240

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Kurzbericht: Modulwechselrichter SMA Sunny Boy 240

Beitragvon klaus77 » 30.05.2016, 23:05

Hi !

Habe mich ein wenig mit den Komponenten einer Kleinanlage herumgespielt, das ganze ist für kleine Dachflächen mit Teilverschattungen, nach längerem Abwägen verschiedener Optionen wurden dann die SMA Sunny Boy 240 Modulwechselrichter + Multigate gekauft, Module sind polykristalline 265W Module die ein lokaler Händler grade recht günstig da hatte. Hier ein paar erste Eindrücke und Überlegungen...hoffe es hilft jemandem bei seinen Kaufentscheidungen...

Ein Sunny Boy 240 kann DC seitig maximal 230 Watt liefern, nachdem aber in dem Fall die Module aufgrund der nicht ganz optimalen Ausrichtung vermutlich immer nur sehr kurz auf die 100% Nennleistung kommen, war der Kauf von 265W Modulen eine gute Entscheidung, die paar Stunden im Jahr wo er über 230W liefern würde fallen nicht ins Gewicht, dafür läuft er sonst in etwas besserem Wirkungsgrad. (Solange die maximale Spannung paßt kann man auch Watt-stärkere Module anhängen, umsetzen kann er aber eben nur maximal 230W)

Das System ist natürlich wesentlich teurer als ein normaler Strangwechselrichter, es gab aber ein sehr günstiges Set mit 12 Stück + Kabel + Multigate mit dem man sehr deutlich unter den Einzelpreisen war, vor allem die Kabel schlagen sich zu Buche wenn man einzeln kaufen würde. Man benötigt für jeden Sunny Boy ein Verbindungskabel zum nächsten Sunny Boy (bzw. beim letzten Modul zum Multigate), sowie einen Adapter für den Anschluß des PV Moduls (Achtung, es gibt 2 verschiedene Stecker!). Die Einzelpreise wären uns deutlich zu teuer gewesen, im Set war es ok.

Aufbau ist, wenn man ein auch nur halbwegs begabter Bastler ist, überhaupt kein Problem, man benötigt Software zum Konfigurieren und Auslesen, Netzwerkkonfig ist ein wenig untypisch, bei SMA scheinen die Geräte alle über Multicast zu kommunizieren, wenn man ein wenig Computerkenntnisse hat aber absolut kein Problem.

In der recht schön gemachten Windows Software kann man das Multigate und die einzelnen Sunny Boys mit Namen versehen, sie werden dann schön grafisch dargestellt, man sieht Echtzeit Leistungsdaten und Graphen in der die History dargestellt wird. Jede Menge Konfigurationsmöglichkeiten, läuft aber so, out of the box ohne Probleme. Software die man braucht heißt "Sunny Explorer", default password: User: 0000, Installer: 1111

Daß man die Anleitung vorher lesen sollte, und sich immer dessen bewußt sein sollte, daß man mit 230V und relativ hohen Strömen herumtut und dementsprechend nicht unter Last blöd herumsteckt sollte eh klar sein!

Nicht so ganz einfach ersichtlich ist die Kabelbelegung des speziellen Steckers, die man aber unbedingt braucht, um das Ding ans Multigate anzuschliesen (Entweder mit dem beiligenden Stecker ein eigenes Verbindungskabel vom letzten Muiltigate konfektionieren, oder letztes Verbindungskabel abschneiden, wenn notwendig verlängern und dann ans Multigate anschließen....

hier kleine Skizze für den elektrischer Anschluß

Polarität Modulstecker
Steckeransicht von vorne, also auf die Kontakte schauend, Ausnehmung wo der Stecker einrastet oben, Form beachten!!

----=======-----
### ### ###
#### #### ####
### ### ###
----------------
L N PE

Achtung - falscher Anschluß, speziell verwechseln von PE mit L ist definitiv NICHT gut, würde das Gerät vermutlich zerstören... check twice!!

Nach dem Anschließen ans Netz dauert es ein bis zwei Minuten bis die Einspeisung beginnt, am Multigate sind Status LEDS, da sieht man falls irgendwas nicht passt.

Fazit nach ein wenig herumspielen mit dem Ding:

*) sehr einfach für Eigenbau

*) gut geeignet für Kleinanlagen zwischen 4 und 12 Modulen, es können auch unterschiedliche Module sein (bei weniger als 4 Modulen machen die AEConversion vermutlich mehr Sinn)

*) speziell bei Teilverschattungen oder unterschiedlichen Dachflächen/Ausrichtungen gut geeignet (ansonsten ist ein einzelner Wechselrichter IMMER vorzuziehen, wäre billiger und besser!)

*) Auswertemöglichkeit einzelner Module cool für Tech Freaks (Multigate kommuniziert über Powerline mit den Sunny Boys, Multigate selbst hat RJ 45 Netzwerkanschluß, kein WLAN)

*) Multigate ist sehr billig, ev. könnte man also z.B. ein zweites kaufen und ein paar Module auf eine andere Phase legen wenn man mag oder muß (Multigate ist übrigens sehr klein, war ganz überrascht...sollte allerdings in Verteilerschrank oder Metallbox eingebraut werden, für Selberbauer... Überspannungsableiter nicht vergessen!)

!) Negativpunkt... leider etwas schade (wenngleich auch nicht ganz unerwartet...) bei Teilverschattung fällt das betroffene Modul KOMPLETT aus (Längs und Querverschattung macht hier KEINEN Unterschied, Bypass Dioden sind also in dem Fall wirkungslos, auch wenn nur z.B. eine Längsreihe des Moduls abgedeckt wird, geht der Ertrag auf Null zurück. Hätte gehofft, daß bei geringer Längsverschattung noch ein gewisser Restertrag kommt.... tut es aber nicht - leider. Hatte auch noch ein Modul eines anderen Herstellers getestet, kein Unterschied, Modulwechselrichter ist hier also nicht mehr in der Lage einen sinnvollen Spannungspunkt zu finden. (Settings waren wie defaultmäßig auf MPP eingestellt, nachdem man in der Software scheinbar auch Festspannung und Volt einstellen kann wäre es interessant ob es durch Firmware-Änderungen möglich wäre in solchen Situationen noch was rauszuholen... any SMA guys here ???)

Wichtig wäre noch in dem Kontext... wenn man Teilverschattungen durch Bäume oder sonstige sich rasch (durch Wind) bewegende Objekte hat....forget it, das geht dann überhaupt nicht. Bei Abdeckversuchen ist immer zu bemerken, dass es nach dem Wiederaufdecken einige Zeit benötigt, bis wieder Leistung kommt, wenn du also z.B. einen Baum mit Zweigen hast die hin und her wehen, kommt aus dem betreffenden Modul nichts raus. (Schätze, das wird aber bei jedem Wechselrichter bzw. Optimizern auch so sein!)

Alles in allem ein für bestimmte Anwendungsfälle sehr einfach zu verbauendes und gut geeignetes System, wie lange die Dinger dann wirklich am Dach halten, und wie in etlichen Jahren die Ersatzteilsituation ist wird sich zeigen, mir gefällt's jedenfalls :-)

hope that helps!

Klaus

PS: bin noch nicht dazugekommen rauszufinden ob und wie es möglich ist die Dinger ohne der Windows Software auszulesen/zu monitoren, schätze es wird sich irgendeine Raspberry Bastellösung mit Perl oder Python finden, würde mir gerne so wie bei meiner (non SMA) Hauptanlage ein eigenes, von der SMA Webseite unabhängiges Logging bauen.... sollte jemand eine Idee zum auslesen haben wäre ich dankbar :-)
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Re: Kurzbericht: Modulwechselrichter SMA Sunny Boy 240

Beitragvon CarpeDiem » 16.08.2016, 09:43

Der SB240 wird von SMA künftig nicht mehr in Deutschland angeboten und unterstützt.... Glücklicherweise gibt's ja gute Alternativen.
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Re: Kurzbericht: Modulwechselrichter SMA Sunny Boy 240

Beitragvon mreindl » 19.02.2017, 09:22

klaus77 hat geschrieben:PS: bin noch nicht dazugekommen rauszufinden ob und wie es möglich ist die Dinger ohne der Windows Software auszulesen/zu monitoren, schätze es wird sich irgendeine Raspberry Bastellösung mit Perl oder Python finden, würde mir gerne so wie bei meiner (non SMA) Hauptanlage ein eigenes, von der SMA Webseite unabhängiges Logging bauen.... sollte jemand eine Idee zum auslesen haben wäre ich dankbar :-)


Betreibe selbst seit Oktober 2016 recht erfolgreich zwei SB240 mit Modulen zum Schnäppchenpreis. Im Schatten und bei diffusen Verhältnissen können die WR natürlich nicht mit großen Strangwechselrichtern mithalten, in der Sonne stehen sie aber den großen Brüdern um nichts nacht. Ordentliche Erträge werden aber sowieso nur bei Sonne eingefahren :wink: .

Zum Auslesen verwende ich SBFspot in der Version 3.2.0 (inoffizielle Beta) mit kleinen Anpassungen auf einem RPi. Die Version gibts beim Programmierer von SBFSpot auf Anfrage, alternativ kann ich sie dir auch schicken.
SDM630 RPi Logger

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Re: Kurzbericht: Modulwechselrichter SMA Sunny Boy 240

Beitragvon manolli » 07.12.2017, 09:24

gibt es wohl die Möglichkeit die amerikanische Variante SB 240-US-10 hier in D in einem Inselsystem zum laufen zu bekommen, hat ja anstatt LNG die Anschlüsse LLG, also 2 mal 120V, und ist wesentlich günstiger zu bekommen ???
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