Welche Randbedingungen für eine WiRe

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Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon thwilms » 07.12.2016, 21:31

Hallo zusammen,
ich plane gerade meine PV-Anlage. Die ersten beiden Angebote sind reingekommen. Armortisation nach knapp 10 Jahren, trotz sehr positiver Annahmen.

Mich würde interessieren, was ihr für eher realistische Werte annehmen würdet. Der Solateur hat wie folgt angenommen
Teuerungsrate Strombezug; 5%/a
Jährliche Kosten: 0(!)
Jährliche Verschlechterung der Anlage: 0,5%/a

Danke
Thorsten
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Re: Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon Eisbaer » 07.12.2016, 21:56

Teuerungsrate Strombezug; 5%/a - zu hoch
Jährliche Kosten: 0(!) - je nachdem (Versicherung, StB etc.)
Jährliche Verschlechterung der Anlage: 0,5%/a - zu hoch
Servus
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Re: Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon thwilms » 08.12.2016, 07:11

Bei der Verschlechterung meinst du wohl eher "zu niedrig", oder?!

Das sind ja die Werte vom Anbieter, nicht von mir. Ich halte die auch für viel zu optimistisch in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Daher: welche Werte würdest du nehmen?
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Re: Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon Ralf Hofmann » 08.12.2016, 07:55

Hi Thorsten,

thwilms hat geschrieben:Hallo zusammen,
ich plane gerade meine PV-Anlage. Die ersten beiden Angebote sind reingekommen. Armortisation nach knapp 10 Jahren, trotz sehr positiver Annahmen.

Mich würde interessieren, was ihr für eher realistische Werte annehmen würdet. Der Solateur hat wie folgt angenommen
Teuerungsrate Strombezug; 5%/a
Jährliche Kosten: 0(!)
Jährliche Verschlechterung der Anlage: 0,5%/a


lass` mich raten: Der Solarteur hat Dir dringend Eigenverbrauch geraten und dazu einen Speicher, richtig?
Eine kleine Anlage mit unter 5 kwp und dazu einen Speicher, der etwa die gleiche Zahl als nutzbare Speichertiefe in kwh hat?
Und Ihr habt darüber gesprochen, wieviel Strom Du verbrauchst und welche Anlagengröße dazu passt?
:roll: :lol:

Die genannten Werte, insbesondere die für den Strombezug sind völlig unrealistisch.
Die vom Solarteur getroffenen Aussagen lassen mich übles vermuten.
Nach diesen Infos rate ich Dir, bei diesem Anbieter seeehr vorsichtig zu sein damit, was Du ihm glauben kannst.

1.) Teuerungsrate Strombezug:
In der Vergangenheit ist der Strom im langjährigen Schnitt um etwa 3% teuerer geworden.
Das lag einerseits am Quasi-Monopol der Energieversorger, andererseits an der Logik, das knapper werdende Ressourcen immer teurer werden. Die ständig etwa gleich hohe Inflation hat ihr Übriges dazu getan.

All diese Parameter lassen sich nicht auf die Zukunft übertragen, insbesondere nicht um 5% Preissteigerung zu rechtfertigen.
Wenn das passieren würde, wäre die Energiewende gescheitert!
Du kannst davon ausgehen, dass die EEG-Umlage weiter steigt, der Strompreis aber stagnieren oder sinken wird, so sieht`s in Wahrheit aus.

5% Teuerungsrate beim Strom braucht nur jemand, der einen Speicher schönrechnen will!

2.) Jährliche Kosten:
In der Vergangenheit hat man eine Versicherung für die PV-Anlage dringend gebraucht, weil die Anlagen noch sehr teuer waren.
Ob man heute noch knappe EUR 100,- jährlich ausgeben will, um eine Anlage für etwa 10.000 EUR zu versichern sei mal dahingestellt. Ich würde das davon abhängig machen, ob Du in einem Gebiet wohnst, wo das Risiko von Vandalismus, Hagel oder Blitzschlag besonders hoch ist.

Ob Du die Anlage ab und zu reinigen musst, was natürlich Geld kostet hängt auch von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Und 1x Wechselrichter tauschen in den geplanten 20 Jahren Laufzeit rechnet man heute auch noch mit ein.

3.) Jährliche Verschlechterung der Anlage:
So hat man vor 10 Jahren gerechnet, als noch kaum Erfahrungswerte vorlagen.
Darum garantieren fast alle Hersteller auch auf 80% Leistungsfähigkeit nach 20 Jahren (= 0,5% Degradation).
Die Praxis hat gezeigt, dass man die Degradation vernachlässigen kann, sie ist kaum messbar.
Jedenfalls liegt sie deutlich unter 0,5% im Jahr.
MfG
Ralf Hofmann
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Re: Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon cbehrschmidt » 08.12.2016, 08:09

Auch wenn ich die 5 % Strompreissteigerung nicht ansetzen würde.
http://strom-report.de/strompreise/ und da nach unten scrollen....
3% Teuerungsrate in der Vergangenheit stimmt aber genauso wenig...
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Re: Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon thwilms » 08.12.2016, 08:26

Hallo Ralf,
danke dir für deine Antwort!

Die Anlage ist so klein (obwohl sicher mehr geht) und der Solateur so teuer, dass er wohl versucht hat eine Armotisationszeit von unter 10 Jahren hinzubekommen. Ein Speicher ist noch nicht einmal drin, weil von mir explizit ausgeschlossen. Ich habe derzeit Anfragen bei verschiedenen Anbietern laufen. Diesere war der erste mit einem Angebot, was aber auch daran lag, dass er erst einmal nur mit meinem Dach und Stromverbrauch gerechnet hat und nicht abgefragt hat, was ich mir überhaupt vorstelle (ich will möglichst groß, kein Speicher,...) .

Die anderen Solateure warten auf Infos von mir, die denen gesammelt als Paket heute zuschicke. Dort habe ich auch einige Prämissen aufgenommen und u.a. wollte ich auch Werte für die WiRe vorgeben, wenn sie denn eine rechnen wollen.

Ich persönlich habe kein Interesse an einer schöngerechneten WiRe, dann lieber keine :lol:

Danke dir noch einmal
Thorsten
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Re: Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon thwilms » 08.12.2016, 08:45

cbehrschmidt hat geschrieben:Auch wenn ich die 5 % Strompreissteigerung nicht ansetzen würde.
http://strom-report.de/strompreise/ und da nach unten scrollen....
3% Teuerungsrate in der Vergangenheit stimmt aber genauso wenig...


Wenn ich mir das Chart "Strompreisentwicklung 2006-2016" durchrechne, komme ich auf durchschnittlich 3,96%, wenn ich die letzten 5 Jahre nehmen würde, wäre es natürlich deutlich niedriger (~2,7%)...
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Re: Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon Bento » 08.12.2016, 16:07

thwilms hat geschrieben:Ich persönlich habe kein Interesse an einer schöngerechneten WiRe, dann lieber keine :lol:

Ich würde das anders sehen, Thorsten.
Allein schon an der Wirtschaftlichkeitsberechnung kannst du erkennen, ob es ein Solarteur ehrlich meint und Ahnung von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat oder ob er dich über den Tisch ziehen will. Diese Möglichkeit würde ich mir nicht durch Vorgabe von festen Werten verbauen wollen.
Es muss nicht immer nur der Preis am Ende entscheidend sein!

Edit:
Ach ja.....zu den Randbedingungen:

1) Teuerungsrate Strombezug
Ich wäre da eher bei Ralf, also bei 3%, weil es u.a. die konservativere Annahme ist (Anlage rechnet sich später).

2) Jährliche Kosten
Einen Mietzähler wirst du auf jeden Fall haben müssen: ca. 15,- €/a
Wenn es um die bereits 2012 angedachte Anlage geht, dürfte sie nicht größer als etwa 4 kWp werden. Das könnte sich ab (frühestens) 2018 aufgrund der Smart-Metering-Geschichte auf 60,- € erhöhen.
Steuern musst du ohnehin selbst machen, sonst Totschlagskriterium. Aber das schaffst du (hoffentlich)!? :wink:
Wie bereits erwähnt, wird dein WR mit hoher Wahrscheinlichkeit keine 20 Jahre halten. Für Material und Austausch würde ich Rücklagen von etwa 40,- €/a einplanen.
Anlagenversicherung wirst du bei der kleinen Anlage wohl nicht benötigen; alternativ über Gebäude laufen lassen (meist ohne Zusatzkosten).
Wenn die Dachneigung deines Reihenhauses < 25° sein sollte, solltest du vielleicht zumindest einmal in den 20 Jahren reinigen (lassen).
Jetzt schreibst du das raus, was du meinst, zu benötigen pro Jahr und rechnest hier mit einer jährlichen Preissteigerung von 2%.

3) Jährliche Verschlechterung der Anlage
Ich halte die 0,5% für einen konservativen Ansatz und rechne auch immer damit.
Viele Grüße
Bento

Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
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Re: Welche Randbedingungen für eine WiRe

Beitragvon thwilms » 08.12.2016, 19:45

Ich habe da auch etwas drüber nachgedacht, denn im Enedeffekt ist für mit Preis pro kWp bei entsprechendem Material wichtig.
Ich kaufe auch beruflich häufiger Leistungen ein und behaupte einmal, ich kann die Angebote und Seriösität auch noch an weiteren Dingen als der WiRe festmachen und billigst will ich eh nicht vergeben, sondern günstig ;)

Die Teuerungsrate hätte ich aus dem Bauch heraus auf 3% geschraubt. jährliche Kosten würde ich einmal mit 100€ ansetzen, Dachneigung sind 45°, aber eine Reinigung bekomme notfalls ich wohl auch selber hin. Bei der Verschlechterung hätte ich ohne weitere Recherche wohl 1% angenommen, aber 0,5% scheinen ja tatschlich auch konservativer Konsens zu sein .

Bei der Anlage peile ich übrigens 5-6 kW ein (es ist damals ein anderes Haus geworden), aber den Smart Meter werden wir dann wohl so oder so benötigen (ein BEV, vielleicht dann zwei, eine Sauna und eine Grundwasserwämepumpe brauchen ordentlich Strom). Ich habe eh schon 3 verbaut, da macht ein vierter auch den Kolh nicht fett :lol:

:danke:
thwilms
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