Temperaturkoeffizienten

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Beitragvon Ertrag » 07.06.2009, 12:29

hallo,

@Wiese

also je kleiner dieser Wert
z.B.:Leistung (Pmax)-0,43 %/K (Aleo-Modul)
umso besser ?

MfG
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Beitragvon Ralf_21a » 07.06.2009, 13:13

Bei Frost ist ja ein hoher TK sogar nützlich.
Diesen Winter bei -20C, hätte man ein delta T von über -40C annehmen können.


Theoretisch richtig, bedenke aber bitte, dass nachts bei -20° die Sonne nicht scheint. Wenn es aber tags so kalt ist und klares Wetter, bringt das einen hohen Beitrag.
Bei der kurzen Sonnenscheindauer im Winter ist es aber für den Jahresertrag nur von untergeordneter Bedeutung; viel wichtiger ist ein möglichst niedriger T-Koeff. aber für die warme bzw. heisse Zeit im Sommer, wenn der Sonnenstand hoch ist und die Sonne lange scheint.

Mit anderen Worten: Ist der TKPmax eine annähernd Temperatur-unabhängige Konstante bzw. ist der Verlauf Leistung/Temperatur linear ?
Kann eigentlich nicht sein, denn dann hätte man bei TKPmax=-0,5% ab -200C einen Wirkungsgrad von > 100%


Du hast Dir die Frage selbst beantwortet, nein! Das gilt natürlich nur in dem Temperaturbereich, in dem die Werte vermessen werden, und der geht sicher nicht bis -200°C, kommt ja auch auf der Erde nicht vor, oder?

Die ganzen Temperaturkoeffizienten fliessen automatisch in solche Ertragsberechnung mit ein, bei denen die Moduleigenschaften mitberücksichtigt werden, die Wetterdaten sind als historische Mittelwerte auch mit drin.

Gruss Ralf
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Beitragvon Wiese » 07.06.2009, 18:35

Ertrag hat geschrieben:hallo,

@Wiese

also je kleiner dieser Wert
z.B.:Leistung (Pmax)-0,43 %/K (Aleo-Modul)
umso besser ?

MfG
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so ist es.

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Re: Temperaturkoeffizienten

Beitragvon buergersolar » 02.08.2018, 21:09

Ich krame diesen uralten Thread nochmal aus, denn über Google bin ich hierauf gestoßen...

Es gibt ja Temperaturkoeffizienten (am Beispiel der Leerlaufspannung), die in V/K angegeben sind und solche, die in %/K angegeben sind.

Beispiel: Uoc = 40V, TK_% = -0,3%/K, alternativ TK_V = 0,12V/K
  • Bei V/K ist es einfach, da U(-10°C): 40V + (0,12V/K * 35K) = 44,2V
  • Aber wie rechnet man bei %/K?
    1. U(-10°C) = 40V + (0,3/100K*40V * 35K) = 40V + (0,12V/K * 35K) = 44,2V
    2. oder: U(-10°C) = 40V * 1,003 * 1,003 * 1,003 [...35x...] = 40V * 1,003^35 = 44,42V

Aus meiner Sicht ist die mathematisch korrekte Rechnung die unter b. Denn wenn sich die Spannung um 0,3 % je K ändert, dann ändert sie sich bei von 25°C zu 24°C von 40V auf 40V*1,003=40,12V. Dann ändert sie sich von 24°C zu 23°C von 40,12V auf 40,12V*1,003=40,24036V u.s.w.

Warum sollten die Hersteller denn mal V/K und mal %/K angeben, wenn es keinen Unterschied machen würde? Für mich ist eigentlich eindeutig: V/K ist linear und %/K ist nicht linear.
Warum "eigentlich eindeutig": Weil offenbar Auslegungstools rechnen wie unter a.
Mir stellt sich also die Frage: Rechnen die Tools falsch oder bin ich auf dem mathematischen Holzweg?
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Re: Temperaturkoeffizienten

Beitragvon Weidemann » 02.08.2018, 21:46

Mal mit SMA Sunny Design bestimmt, am Beispielmodul Heckert Nemo 60M 300Wp:

Vorgaben aus SunnyDesign:
Leerlaufspannung 39,82 V
Leerlaufspannung -0,3100 %/°C -123,4 mV/°C

Berechnete Ergebnisse in SunnyDesign (Temperaturangabe ist jeweils die Zelltemperatur):
Uoc bei -10°C: 44,2V

Manuell nachgerechnet zum Vergleich:
39,82V + 0,1234V/K * 35K = 44,14V -> passt einigermaßen zum Ergebnis von SD
39,82V + (0,0031/K * 39,82V * 35K) = 44,14V -> stimmt überein -> ist offenbar korrekter Rechenweg
39,82V *1,0031 ^35 = 44,38V -> stimmt nicht überein.

Folgendes Fundstück zeigt, dass auch die Wissenschaft von einem linearen Zusammenhang ausgeht, sofern die Einstrahlung (G) konstant bleibt:
http://dasp.mem.odu.edu:8080/~solar_fa1 ... f%20PV.pdf
voc.PNG

Daher ist, wie du schon sagst, die Angabe "%/K" mathematisch ziemlicher Unsinn, wenn man die stillschweigende Konvention dazu nicht kennt.
Der Sinn dürfte alleine in der Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Modultypen liegen.
sonnige Grüße,
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Re: Temperaturkoeffizienten

Beitragvon buergersolar » 02.08.2018, 22:09

Ja, mit SunnyDesignWeb habe ich auch schon getestet, die rechnen ja direkt den Prozentwert in einen Voltwert um und rechnen scheinbar mit dem weiter.

Weidemann hat geschrieben:Folgendes Fundstück zeigt, dass auch die Wissenschaft von einem linearen Zusammenhang ausgeht, sofern die Einstrahlung (G) konstant bleibt:
http://dasp.mem.odu.edu:8080/~solar_fa1 ... f%20PV.pdf
voc.PNG
Wow, der Aufsatz ist ja voll mit Formeln... Super, dass du das gefunden hast!
Du hast Recht, auch hier wird Beta einfach mit Delta_T multipliziert. Dann scheint das wohl richtig zu sein. Ich habe zumindest keine Quelle finden können, die im Gegensatz dazu meine These bestätigen würde.

Weidemann hat geschrieben:Der Sinn dürfte alleine in der Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Modultypen liegen.
Das macht angesichts der 48-Zeller, 54-Zeller, 60-Zeller, 72-Zeller, ... allerdings tatsächlich Sinn. Denn ein Modul mit mehr Spannung hat natürlich auch eine größere Änderung über der Temperatur. Insofern leidet da die Vergleichbarkeit, wenn man V/K angibt.

Dann akzeptiere ich das so und freue mich, dass ich ein Modul mehr in den String nehmen kann als ich dachte.
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Re: Temperaturkoeffizienten

Beitragvon wadoe » 03.08.2018, 10:06

Es passt zwar nicht ganz genau zum Thema, aber irgendwie doch.
In einigen Fällen (evtl. auch beim obigen) scheitert ein langer String mal
an der hohen Leerlaufspannung bei tiefen Minusgraden.
Wäre es in solchen Fällen nicht machbar einen passenden VDR Widerstand
(max. DC-Eingangswert des WRs, falls es den überhaupt gibt) an den
DC Eingang des WRs zu klemmen?
Damit könnte der WR sicher geschützt werden und evtl. 1 oder gar 2 Module
zusätzlich in den String gepackt werden.
Denn in diesem "Leerlaufbereich" fließen nur sehr niedrige Ströme und sobald
der WR aufschaltet und ein Strom fließt, bricht die Spannung sofort auf ca.
MPP Werte zusammen.
Ein Ansteigen über den DC Maxwert des jeweiligen WRs würde vom VDR
sicher verhindert.
Welche Argumente sprechen da eigentlich dagegen?
Funktioniert ein VDR bei nur stat. anliegender hohen Spannung schnell genug?
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