First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

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First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon mwanton » 02.06.2018, 15:35

Ich betreibe 2 Anlagen mit FS Modulen der 2er Serie aus den Jahren 2008 und 2009. Beide Anlagen haben im letzten - zugegeben nicht besonders guten - Jahr 2017 einmal knapp über und einmal knapp unter 800 kWh/kWp Ertrag gebracht während die Erträge in den ersten vollen Betriebsjahren deutlich über 900 kWh/kWp lagen.

Da ich mit den jetzigen Erträgen nicht zufrieden bin und davon auszugehen ist, dass die Erträge in den kommenden 10 bzw. 11 Jahren mit EEG-Vergütung weiter fallen werden, habe ich bei einer der Anlagen eine Stichprobe von 36 Modulen abbauen und bei First Solar im Rahmen der 10-jährigen Leistungsgarantie flashen lassen. Ergebnis: 12 der Module sind als Garantiefall (weniger als 85,5% der Nennleistung) anerkannt und von FS durch neue 277er Module aus 2011 ersetzt worden, die anderen 24 Module lagen beim Flashen oberhalb der 85,5% der Nennleistung.

Die Stichprobe habe ich jetzt wieder aufbauen lassen und der WR läuft aktuell hochgerechnet ca. 10% besser als vor der Aktion.

Jetzt überlege ich, ob es sinnvoll ist, beide Anlagen (knapp 100 und gut 70 kWp) komplett abbauen, flashen und wiederaufbauen zu lassen, was einen mittleren 5-stelligen Betrag kosten würde und - wenn alles gut läuft - vielleicht einen oberen 5-stelligen Betrag an Mehrertrag bringen kann.

Frage: Hat jemand von Euch Erfahrungen mit dem Abbau, Flashen und Wiederaufbau von First Solar Modulen der 2er Serie? Insbesondere interessiert mich, ob die ersetzten Module "leistungsstabiler" sind als diejenigen, die zunächst montiert worden sind (da sind insbesondere in den ersten 2 -3 Betriebsjahren starke Ertragsrückgänge zu verzeichnen).
Gruß mwanton
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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon Jonnycash » 02.06.2018, 18:43

Ich würde ne Kennlinienmessung machen und die schlechten Strings runterwerfen
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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon FAGOsolar » 02.06.2018, 19:03

Kennlinienmessung bei FS ist nicht so einfach - und FS akzeptiert die eh nicht. Die akzeptieren nur ihre eigenen Messungen...
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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon Janinamalin » 03.06.2018, 08:05

Ich nehm jetzt mal nen anderen Blickwinkel ein.
Nur mal so als Alternative:

Was willst Du erreichen?

Ich unterstelle:
Durch die erhöhte Degradation reduziert sich die Wirtschaftlichkeit der Anlage.

Du hast bei einer (repräsentativen?) Stichprobe mit einer Trefferquote von 33% eine Abweichung von den Garantiebedingungen nachgewiesen.

Ansatz 1:
Wie beschrieben, Komplettuntersuchung.
Hoher Aufwand deinerseits (Demontage, Transport, Remontage) schafft aber Arbeitsplätze.
Hoher Aufwand des Garantiegebers (flashen, dokumentieren, ersetzen) schafft auch Arbeitsplätze
Ergebnis für Dich: Unterm Strich (mit etwas Glück) ein niedriger fünfstelliger Betrag.
Volkswirtschaftlich gesehen aber ein vermutlich sechsstelliger Beitrag zum BSP.

Ansatz 2:
Du einigst Dich mit dem Garantiegeber (auf Basis der Stichprobenergebnisse) auf einen (etwas höheren) niedrigen fünfstelligen Betrag als Kompensation für den Verzicht auf den ganzen Aufwand.

Ich kenne natürlich die Rahmenbedingungen nicht,
aber meine Freizeit hat einen hohen Wert, aber vielleicht hast Du genug davon,
der Garantiegeber hat vielleicht viel zu tun und wenig Lust auf Aufwand.
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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon jodl » 03.06.2018, 10:17

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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon mwanton » 03.06.2018, 15:32

Jonnycash hat geschrieben:Ich würde ne Kennlinienmessung machen und die schlechten Strings runterwerfen


Ja, damit könnte man zumindest gute von schlechten Strings unterscheiden. Problem ist aber, dass bis zu 6 Substrings auf dem Dach mit Strangkoppelsteckern zu einem Hauptstring zusammengeschaltet sind und zusätzlich die Hauptstrings an den GAK´s und im Stringplan nicht beschriftet sind.

Okay, mit einigem Aufwand (Rückbestromung und Luminiszenz oder eventuell Thermogrrafie) könnte man die Hauptstränge auf dem Dach identifizieren, aber es bleibt das Problem der 6 Substrings in einem Hauptstring.
Gruß mwanton
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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon mwanton » 03.06.2018, 15:46

Janinamalin hat geschrieben:Du einigst Dich mit dem Garantiegeber (auf Basis der Stichprobenergebnisse) auf einen (etwas höheren) niedrigen fünfstelligen Betrag als Kompensation für den Verzicht auf den ganzen Aufwand.

Ich kenne natürlich die Rahmenbedingungen nicht,
aber meine Freizeit hat einen hohen Wert, aber vielleicht hast Du genug davon,
der Garantiegeber hat vielleicht viel zu tun und wenig Lust auf Aufwand.


Prinzipiell ein sehr guter und mir sehr sympatischer Ansatz, ist mit Frist Solar aber nicht zu machen. Ich sprach neulich in diesem Zusammenhang mit einem RA, der berichtete, dass FS selbst bei großen MWp Parks und nachdem bereits die Hälfte der Module geflasht war, darauf bestanden hat, auch die andere Hälfte flashen zu lassen wenn dafür Garantieansprüche geltend gemacht werden sollen. Kein Deal möglich, von daher hat @Jodl recht wenn er schreibt "Träum weiter", wenngleich ich das anders formuliert hätte.
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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon Eisbaer » 03.06.2018, 16:01

Wenn ich da an meinen Kampf mit der LPM Problematik der 2009er Anlage zurückdenke.

FS ist ein amerikanisches Unternehmen, die sträuben sich bis zur letzten Möglichkeit! :(
Servus
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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon solarteur0502 » 03.06.2018, 20:44

mwanton hat geschrieben:
Jonnycash hat geschrieben:Ich würde ne Kennlinienmessung machen und die schlechten Strings runterwerfen


Ja, damit könnte man zumindest gute von schlechten Strings unterscheiden. Problem ist aber, dass bis zu 6 Substrings auf dem Dach mit Strangkoppelsteckern zu einem Hauptstring zusammengeschaltet sind und zusätzlich die Hauptstrings an den GAK´s und im Stringplan nicht beschriftet sind.

Okay, mit einigem Aufwand (Rückbestromung und Luminiszenz oder eventuell Thermogrrafie) könnte man die Hauptstränge auf dem Dach identifizieren, aber es bleibt das Problem der 6 Substrings in einem Hauptstring.


Oh je, jetzt weiss ich, warum ich damals zu teuer war.....
Es gibt eben Installationen, wo manchmal etwas eingespart wurde, um dann im Preis für das Angebot gut dazustehen.
Ich drücke auf alle Fälle meine Daumen, wünsche Ihnen alles erdenkliche an Glück für dieses Problem und hoffe, dass Sie das finanziell betrachtet, mindestens kostenneutral mit FS geregelt bekommen.
LG
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Re: First Solar: 10-jährige Leistungsgarantie

Beitragvon bauer stefan » 04.06.2018, 22:17

Das ist eine schwierige Sache.
Ich habe vier FS Anlagen zwischen 30 und 50kw aus 2009 und 2010.
Eine 2009er Anlage ist in 2011 als LPM anerkannt und getauscht worden. Es wurden dann die 277er Module montiert.
In 2017, also dem 6. Betriebsjahr der neuen Module, brachte diese Anlage 6% weniger als die Poly-Anlage mit gleicher Ausrichtung aus 2012 . Von den 6% geht aber die Hälfte aufs Konto der Trafowechselrichter.
Bei der 2010er Süd- Anlage wurde zwar kein LPM-Schaden bescheinigt, aber ich habe die Anlage Ende 2014 komplett flashen lassen und gut zwei Drittel der Module neu bekommen (allerdigs schwarze 280er, also Anlagenerweiterung angemeldet). Die neuen Module bringen jetzt sehr gute Erträge, die beiden WR mit den remontierten ca. 15% weniger.
Jetzt habe ich noch die anderen zwei 2009er Anlagen , die meiner Meinung auch mindestens 10% mehr bringen könnten. Da weiß ich auch nicht, was richtig ist. Ich würde aber keine "abgelehnten" Module wieder aufs Dach schrauben.
Grüße, Stefan
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