"Alterung" der Module

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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon amoss » 24.07.2010, 19:04

phoenixx2007 hat geschrieben:Das scheind ein Thema zu sein das nicht viele Interessiert! Module haben ja eine Langzeitgarantie vom Hersteller.


Hi phoenixx2007,

ich glaube schon, dass das die Leute interessiert und niemand dürfte scharf darauf sein, die angebliche Lanzeitgarantie vom Hersteller im Falle des Falles auch wirklich einzufordern. Doch was soll man als Betreiber schon tun? Mit den Belegen wird es halt hapern, in 10 oder 20 Jahren! Und die Gegenseite wird mit geballter Fachkompetenz dem laienhaften Betreiber gegenüberstehen und nach Kräften alle Ansprüche abwehren.

Übrigens, weil es gerade aktuell ist, ich glaube, dass ein wesentlicher Teil der allgemein kalkulierten Ertragseinbußen durch "Alterung" in Wirklichkeit auf schleichende Verschmutzung zurückzuführen ist. Siehe den neuen thread hier:

Ertragsverlusste durch schleichende Verschmutzung

Die tatsächliche Alterung durch Materialveränderung innerhalb der Zellen und andere Materialalterung gibt es sicher auch, doch dazu kann ich nicht viel sagen.
Gruß,
amoss

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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon phoenixx2007 » 24.07.2010, 20:01

Hallo ruke.
von ruke » 24.07.2010, 19:48

Aus allen mir bekannten Studien kann mann sagen das Module kaum altern wennn sie denn nicht defekt sind.
Die Degradation des Halbleiters ist oft nicht nachweisbar.Das Problem ist das mann bei 20 Jahre alten Modulen nicht wirklich weiß wie viel Leistung die wirklich hatten.

@ Phönix die meisten Hersteller beziehen ihre Leistungsgarantie eben nicht auf defekte an Modulen ,sondern nur auf die Zelle.


Module altern kaum wenn sie nicht defekt sind?
Wenn ein Modul nach Jahren ne Gelbbraune Tedlarfolie aufweist, ist es dann defekt oder nur gealtert :?: :!:
Wenn Lötstellen sich verändern , was ist es dann :!: :?:

Wenn Hersteller die Leistungsgarantie auf Zellen beziehen, warum haben dann Hersteller Anlagen wegen defekter Anschlußdosen-Lötstellen-Rahmen-Delamination usw. ausgetausch, ruke :?:

So kann man das wohl nicht sagen, ruke!

Phoenixx :|

@amoss
Schleichende Verschmutzung?
Das Thema wurde ja schon vielfach Disk. und man ist der Meinung das nur in ausnahmefällen eine Reinigung sinnvoll sei!?
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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon Betatester » 24.07.2010, 21:50

Hi Phoenixx,

natürlich sind Dinge welche die Abwicklung von Garantiefällen angeht (siehe SolarWorld) in meinem Interesse.

Aber ich wollte in diesem alten Thread (4 Jahre) nur wissen warum/wie Zellen mit der Zeit an Leistung verlieren.

Das war alles.

Beta

phoenixx2007 hat geschrieben:Hallo Beta!

Das scheind ein Thema zu sein das nicht viele Interessiert! Module haben ja eine Langzeitgarantie vom Hersteller.

Grüße von Phoenixx :)

viewtopic.php?f=36&t=42525&hilit=Fehler+und+defekte+module
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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon Zentralschmiertechnik » 24.07.2010, 22:02

Welches Material ist den nach ca. 20 Jahren zu 100% Resistent? (Alterungsstabil)

Gruss ZST
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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon ruke » 25.07.2010, 13:37

@ phönix
ich hätte präziser formulieren müssen, Tedlarfolie ist hinter der Zelle also für die Leistung egal.Wenn EVA Folie braun wird dann muss mann im Einzelfall prüfen welcher Herrsteller das in den Garantiebedingungen einschliest und welcher nicht.Veränderte Lötstellen würde ich schon als defekt bezeichnen,auf jeden Fall ist die Lötstelle Teil des Modules und nicht der Zelle. Und für das Modul geben die meisten eben keine Leistungsgarantiegarantie. Die meisten ,nicht alle.
Wenn Herrsteller das austauschen dann sind das entweder Kulanzfälle, oder Produktgarantie oder die ,die es nicht auf die Zelle beziehen.
Ich schik dir mal eine PN mit etwas Kleingedrucktem.
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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon pepp » 25.07.2010, 19:11

Das Ablösen der Rückwandfolie bzw. delaminieren wird zu Leistungseinbußen führen, weil Feuchtigkeit über kurz oder lang in den Schaltkreis gelangt.
Auch das Browning der EVA wird zu Leistungseinbußen führen, die bei Überschreiten der Grenzen zum Garantiefall werden.
Ein wichtiger Aspekt sind sicher auch noch die Anschlußdosen, insbeondere die Verbindung der Anschlüsse.
Die Degration bei poly bzw monokristallinen findet in den ersten Betriebsstunden statt. Nur wenn das Si wie hier schon erwähnt, stark mit Sauerstoff verunreinigt ist findet eine Neutralisation der Solarzelle statt, da der Akzeptor, meistens Bor sich mit dem Sauerstoff verbindet.
Meine größten Bedenken habe ich bei der Tedlarfolie, ist aber nur so ein Gefühl.
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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon neuharlingerstrom » 28.07.2010, 10:40

Zentralschmiertechnik hat geschrieben:Welches Material ist den nach ca. 20 Jahren zu 100% Resistent? (Alterungsstabil)

Gruss ZST


Moin ....

Gold, Platin . etc ? :wink:

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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon Cheook » 28.07.2010, 10:54

Für alle Interessierten:

http://labs.ti.bfh.ch/fileadmin/user_up ... -Em-07.pdf

Der Autor schätzt, dass seine Module in 12 Jahren ca. 3% degradiert sind (Seite 6 unten). Ansonsten gibt es auch ein paar Betrachtung zur Lebenserwartung von Wechselrichtern und Ursachen von Ertragseinbußen.

Was genau physikalisch hinter der Degradierung steckt, kann der wissenschaftlich versierte Leser eventuell in "Peter Würfel: Physik der Solarzellen (Spektrum Akademischer Verlag)" oder ähnlichen Büchern finden. Ich habe das Buch nicht ganz gelesen und mich damit abgefunden, dass halt alles irgendwann zu Staub zerfällt...
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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon neuharlingerstrom » 28.07.2010, 11:16

Cheook hat geschrieben:Für alle Interessierten:

http://labs.ti.bfh.ch/fileadmin/user_up ... -Em-07.pdf

Der Autor schätzt, dass seine Module in 12 Jahren ca. 3% degradiert sind (Seite 6 unten). Ansonsten gibt es auch ein paar Betrachtung zur Lebenserwartung von Wechselrichtern und Ursachen von Ertragseinbußen.

Was genau physikalisch hinter der Degradierung steckt, kann der wissenschaftlich versierte Leser eventuell in "Peter Würfel: Physik der Solarzellen (Spektrum Akademischer Verlag)" oder ähnlichen Büchern finden. Ich habe das Buch nicht ganz gelesen und mich damit abgefunden, dass halt alles irgendwann zu Staub zerfällt...


Moin ....

sehr interessanter Bericht mit noch interessanteren Fotos dabei. Zeigt einmal mehr auch das "Abfackelrisiko" einer schlecht ausgeführten PV Anlage und weist auf den Faktor "Verschmutzung" deutlich genug hin (Extremdach bei McDonalds)

Nix genaues zur Zelldegradation weiß man also nicht , weil zu viele variable Faktoren wie auch u.a. schwankende Einstrahlungswerte eine Rolle spielen. Am besten man notiert sich seine max. Anlagen(tages)leistung bei u.a. bekannten Umgebungs- und Modultemperaturen bzw. auch Windrichtung und Geschwindigkeit und vergleicht die dann im Laufe der nächsten Jahre. Dabei werden nur ganz wenige Tage im Jahr tatsächlich "vergleichbar" sein.

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Re: "Alterung" der Module

Beitragvon CH » 29.07.2010, 11:01

Hallo,

es sind viele Effekte die man sehr einfach "Degradation" nennt.

aSi Module: etwa 20% Anfangsdegradation
cSi (p-type): light soaking, etwa 2-5% "Anfangsdegradation" (aber schneller als aSi)

Das sind die Effekte die einmalig sind.

Danach gibt es viele Effekte, u.a.

- UV-bedingte Degradation der Zelle
- Feuchtigskeitsbedingte Degradation (nicht Delamination)
- Zellencracks aus:
a) Termischer Stress
b) Vibration
c) Mechanische Last
- Elektrische Degradation wegen:
a) schlechtes Löten
b) Thermischer Stress zwischen Zelle und Leitbahnen
- EVA/Glass verlieren Durchsichtigkeit
- Verschmutzung (das kann man putzen :-))

Dann kommen die krassen sachen:
- Delamination
- Hotspots
- Glassbruch
- Erhöhtes Rs wegen fehlende E-Verbindung (wie oben Elektrische Degradation aber XXL)
- Dioden die kaputt gehen und 1/3 von Modul abschalten
- Wetterbedingte "come-and-go" Degradation
- Korrosion

Viele Effekte, vor allem UV bedingt, werden sich über die Jahren addieren, und deswegen erwarte ich schon eine (kleine) schrittweise antretende Degradation, oder plötzliche grobe Degradation im Fall eines Defektes (wie Delamination oder Diodenausfall).

Der ISAAC in der Schweiz hat vor einiger Zeit eine Studie gemacht, und nach dem Lightsoaking gab es noch Degradation. Leider was das Experiment nicht zu langfristig und ich kenne keine Analyse die so korrekt und langfristig gemacht worden ist.
Christian Comes
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