Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

die nicht mit dem öffentliche Stromnetz verbunden sind, in Haushalten, Berghütte oder Wohnmobil...

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Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon otmz » 11.08.2018, 15:13

Hallo liebe PV-Gemeinde,

Ich, Matze, hab jetzt schon eine Weile mitgelesen und viel gelernt. Leider bin ich nicht abschließend schlau genug geworden um in die Bestellung zu gehen… aber von Anfang an:

Meine Frau und ich hüten und nutzen regelmäßig den Kleingarten meiner Schwiegereltern. Ein verstecktes Kleinod im Süden von Berlin (PLZ 12109) nur leider ohne Strom. Es gibt auch keine einfache Möglichkeit dort Strom hinzulegen und die Anfrage eines Gartennachbars beim hiesigen Versorger führte zu einem 1600€-Angebot. (Kommt mir fast zu günstig vor und macht weniger Spaß).

Also Strom selber „machen“! Ist auch die Meinung der Frau Schwiegermama. Viel recherchiert, dieses Forum und einige weiter hilfreiche Websites gefunden und munter drauflosgeplant…

Hier nun die Fakten und der aktuelle Stand der Planung:

- Gartenlaube (24qm) mit ca. 30 Grad Spitzdach, eine Seite perfekt nach Süden ausgerichtet
- Volle Sonne bis ca. 12:00/13:00, danach Verschattung durch Bäume
- Die Laube wird nur im Sommer genutzt (ca. Anfang Mai bis Ende September, ggf. auch früher/später je nach Wetter)
- In der Laube ist schon eine rudimentäre 12V-Installation für Radio und Licht vorhanden, die mit PKW-Batterien versorgt wird (Schwiegervater ist KFZ-Mechaniker)
- Alles weitere „energieintensive“ Zeug wird noch über andere Quellen versorgt (Kohlegrill, Gaskochfeld, Akku betriebene Werkzeuge, Benzinrasenmäher, Absorberkühlschrank Gas, etc.)

Ziel ist es nun nicht mehr andauernd Batterien/Akkus zum Laden hin- und herzuschleppen, mehr Licht in den Garten zu bringen und eine dauerhafte Kühlung zu installieren.

Regelmäßige Verbraucher:
- Licht (ca 10 Watt aktuell), zukünftig ggf. auch mal 20W, max. 2h am Tag
- Das Radio fällt weg.
- Der Absorberkühlschrank (Supercool 45 EGP) soll eigentlich künftig 24/7 laufen. Über 12V bei 75W käme da einiges zusammen. Ein neuer 12V Kühlschrank mit Eisfach wär cool, ist aber aktuell nicht vorgesehen. (ggf. Zeitschaltuhr?)
- Poolpumpe. Die gute Bestway-Filterpumpe soll 2h/Tag laufen. Nimmt etwa 30W @ 230V. (ist leider 12V AC)
- Entsprechend wird ein Wechselrichter benötigt, dazu unten mehr

Unregelmäßige Verbraucher:
- 18V Akkus laden (Bosch-Werkzeuge, konnte keine Leistungsangaben dazu finden)
- LED-Lichterkette um am WE mal länger den Garten zu beleuchten. Geschätzt max. 30W für 5h (bisher finde ich nichts gescheites für 12V, also auch an den WR)
- In den Fussball-Sommern würde ich gern auch mal einen Beamer mit 300W betreiben für 5h, muss hier aber erstmal nicht berücksichtigt werden.
- Notebook laden: 50W an 230V.
- Smarthone/Tablet laden 2h x 10W x 2 Geräte
- Perspektivisch ein LTE-Router. 24/7 an 10W USB Netzteil.

Der regelmässige tägliche Energiebedarf ergibt sich also zu:
- Licht 40Wh
- Absorberkühlschrank 1800Wh???
- Poolpumpe 60Wh
—> Summe: 1900 kWh (+ div. unregelmäßige Verbraucher 100 Wh)

Macht bei 12V (das System soll/muss 12V bleiben): 167 Ah, aufgerundet 200 Ah

Wenn ich jetzt von 4kWh/d/m² ausgehe, komme ich auf mind. 500 Wp. Mit Systemverlusten und Wirkungsgrad 90% eher 600 Wp.

Viel zu viel. Ich dachte eher an 200Wp. Also ggf. abstrippen (neuer Kühlschrank oder doch kein Dauerbetrieb, sondern nur 8h/d. Zumindest nicht an 12V. Dauerhaft das Gas aufgedreht zu lassen wollen die Schwiegereltern aber auch nicht)

Bisher habe ich folgende Sets ins Auge gefasst:

https://greenakku.de/PV-Komplettpakete/ ... :1571.html

https://www.offgridtec.com/solaranlage- ... arset.html

Der Steca PR3030 war lange mein Favorit, mittlerweile denke ich aber das MPPT geeigneter wäre. Den Wechselrichter würde ich wegen der o.g. Erweiterungen gerne ne Nummer größer wählen (MultiPlus 12/800/35-16).

Statt der Akkus aus dem Set könnte mein Schwiegervater PKW-Batterien deutlich günstiger beschaffen. 200Ah wären imho ausreichend (ohne das Kühlschrankmonster). Ist das mit den Ladereglern sinnvoll machbar? Oder auf jeden Fall „richtige“ Solarbatterien?

Viel Text bis hierher. Ich hoffe, ihr habt Tipps, Anregungen, Korrekturen etc. für mich.
otmz
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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon LumpiStefan » 11.08.2018, 16:39

Gute Nachrichten für Dich, der Kühlschrank ist mit „nur“ 1200Wh pro Tag angegeben....
Spart schon mal einiges.

Stefan
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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon boitelratte » 11.08.2018, 18:15

Hi Matze,

Ich bin hier im Norden von Berlin an mehreren solcher Kleinanlagen beteiligt.

Das mit 12.00, 13.00 ist ganz schlecht. Ich hab hier so ab 9.00 Uhr richtig Sonne drauf, 1240Wp auf dem Dach, und so 1-2kWh Verbrauch am Tag. Um 12.00 sind die Batterien bestenfalls so lala geladen, dafür ist die Zeit einfach zu knapp. Und es ist nicht immer strahlender Sonnenschein am 21.6.

LG

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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon DO5MZ » 11.08.2018, 20:02

Hallo Matze,

mir 200W PV Leistung und Absorber das geht schief kann ich aus eignere erfahrung mit 235W PV sagen. die 75W Dauerlast, und von der Kühlleistung eines Absorbers bei 12V na ja mehr schlecht als recht. Aus diesem grund werkelt jetzt eine Enkel Kühlbox.
Das Paket von Greenakku ist nicht schlecht würde es aber anders machen, schauen was auf dach drauf geht und gebreuchte Solarmodule verwenden und danach den Solarregler von Victron kaufen.
die Batteriekapazität kann nicht groß genung sein 100Ah sind zuweneig auch bei einer 12v Kompressorkühlbox bei einem Absorber erst recht.

Gruß Markus
Auf Gartengrundstück 235W Solarmodul SmartSolar 100/20, BMV 700, 625Ah @ 12V
Daten Log mit dem Raspberry Pi Venus Software über eine 5km 5GHZ Richtfunkstecke mit Ubiquiti LiteBeam ins Internet.
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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon Retrerni » 12.08.2018, 17:16

otmz hat geschrieben:- Volle Sonne bis ca. 12:00/13:00, danach Verschattung durch Bäume
...
Wenn ich jetzt von 4kWh/d/m² ausgehe, komme ich auf mind. 500 Wp. Mit Systemverlusten und Wirkungsgrad 90% eher 600 Wp.

Nunja, das mit den 4 kWh/d/m² gilt wohl kaum für eine normale PV-Anlage, bei einem ab Mittag verschatteten Dach kannst Du den Wert mal eher mit 0,5 kWh/d/m² ansetzen. Insofern reden wir hier eher von 2 kWp Modulleistung. Den Round-Trip-Wirkungsgrad über die (gebrauchte Blei-)Batterie musst Du wohl eher mit 60% ansetzen. Nur hast du hier schon die maximale Entnahme von 50% berücksichtigt?
Deine ganzen Klein-Verbraucher (USB-Ladegeräte) solltest Du eher durch kleine DC-DC-Wandler von 12V auf 5V etc. ersetzen, gibt's z.B. bei der Bucht. Das sollte auch für Notebook ("Auto-Adapter") und Bosch-Akkus funktionieren.

Ciao

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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon FelzenSolar » 12.08.2018, 17:42

12 Volt Inselanlagen nur bauen wenn ganz klein,
oder eine Fahrzeug/Bootslichtmaschine die Batterie lädt.

Ansonsten bei stationären Anlagen immer min. 24V oder gar 48 V.

Was man bei 12V glaubt zu sparen, muß man schon beim doppelt
oder 4 fach so großen Laderegler wieder ausgeben.

Zusätzlich ist der Systemverlust durch die hohen Ströme bei den
Niedervoltanlagen immer höher.

Selbst die Standard LED braucht heute 24 und mehr Volt.

Wenn dann noch ein Wechselrichter dazu kommt steigen die Ströme bei 12 V
schnell über 100 Ampere.

Dazu kommt dass die meisten Anlagen mit der Zeit wachsen (Hunger kommt beim Essen)

Auch da ist bei 12V schnell Schluß.
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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon Backo » 13.08.2018, 15:11

Hallo otmz und Willkommen,

ich fasse mal zusammen.

- 24 V 400 Ah (Blei) Speicher, aber nicht aus PKW (Starter) Batterien, denn die sind gänzlich ungeeignet.
- mindestens 1 kWp PV Generator.
- ~1 kVA (Dauerleistung) Wechselrichter

Den Absorber Kühlschrank entweder durch ein Kompressorgerät ersetzen oder weiter mit Gas betreiben. Die dafür nötigen Komponenten lassen sich für ca. 4 - 5000€ beschaffen.

Wenn sich das Gartengrundstück tatsächlich für 1600€ an das Verbundnetz anschließe lässt wäre das wohl die wirtschaftlichste Lösung. Und man könnte mit einem Netzwechselricter und etwas PV die Stromkosten senken (natürlich sehr langfristig gerechnet).


MfG
770 Wp PV, Tracer 4210A MPPT Laderegler, 4 x Trojan TE35 12 V 490Ah (C20), MPP Solar PIP1212(1500VA), Victron BMV 700

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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon otmz » 14.08.2018, 08:57

Vielen Dank erstmal für die vielen und guten Rückmeldungen. :danke:

Ich sehe, ich muss das Thema 12V/24V/48V nochmal angehen. Auch die PKW-Starterbatterien fliegen wohl raus.

Das Thema Absorberkühlschrank an 12V hab ich gedanktlich ebenfalls bereits ad acta gelegt. Entweder wird das Ding weiter an Gas betrieben oder es wird ein neuer Kühlschrank. Gibt ja schon 230V-Modelle <100kWh Jahresverbrauch für unter 200€. (Macht nach meiner Rechnung <300Wh/d an 12V also 25Ah/d. Selbst das doppelte an Verbrauch sollte leistbar sein.)

Eine Installation von 4.000-5.000€ wird wohl eher nicht drin sein. 1000-1500€ sind das maximale Budget.

Gruß Matze
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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon boitelratte » 14.08.2018, 12:29

(Macht nach meiner Rechnung <300Wh/d an 12V also 25Ah/d. Selbst das doppelte an Verbrauch sollte leistbar sein.)


Das wird im Sommer nix. Meine Kompressorkühlbox verbraucht mehr. Mein Nachbar lernte gerade, was ein Kühlschrank bei über 30 Grad im Zusammenspiel mit einer 900Wp-Anlage, dem Temperaturkoeffizienten von Solarzellen und Verschattung ab 15.00 Uhr so bedeutet. Zitat: "Das ganze Essen im Gefrierfach ist hin, und das meiste andere auch!".

Eine Installation von 4.000-5.000€ wird wohl eher nicht drin sein. 1000-1500€ sind das maximale Budget.


Dann schieb das Geld Vattenfall in den Rachen, damit fährst Du besser. Die 1 kWp, die Backo als Minimum angesetzt hat, halte ich für arg knapp, eher > 1,5 kWp. Wenn man mal von > 300Ah/24V Batteriekapazität ausgeht, bist Du bei den Batterien schon mit > 1000€ dabei, Solargenerator 1500Wp nochmal wenigstens 750€, gescheiter Laderegler sagen wir mal 300€ (Victron oder sowas). Ich glaube, dass Du mit gescheitem Wechselrichter wenigstens zwischen 2000€ und 2500€ landen wirst.

Mir fallen noch zwei Möglichkeiten ein, wie Du in dem von Dir skizzierten Rahmen bleiben könntest:
1.: Gebrauchte Traktionsbatterien und gebrauchte Module
2.: Wir machen das hier so, dass die Module halt ohne Verschattung in die Sonne gestellt werden, im Zweifelsfalle also z.B. beim Nachbarn aufs Dach, wenn da den ganzen Tag Sonne ist. Das würde Dir bei PV-Generator und Laderegler einige 100€ sparen.

Was mir bei Verschattung ab 13:00 grundsätzlich Sorgen macht, ist, dass die Batterien wahrscheinlich sehr oft nicht annähernd richtig voll werden, die Zeit ist einfach zu kurz, weil Du den Ladestrom nicht unendlich hochjubeln kannst, da kannst Du Dir noch soviel Wp aufs Dach stellen. Ich habe da Zweifel, ob wenigstens die Absorptionsphase überhaupt beendet werden kann, bevor der Ertrag einbricht.

Hope that helps.

LG

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Re: Inselanlage für Berliner Kleingarten (Klappe, die 500.)

Beitragvon sundevil » 14.08.2018, 15:43

Fotos wären toll. Würde auch eher einen anderen Standort wählen.
Falls das nicht sinnvoll machbar ist, würde ich richtung osten auständern, um wenigstens am Vormittag einen möglichst hohen Ertrag zu haben.

Grundsätzlich würde ich überlegen, ob die paar 230V Verbraucher nicht gegen welche mit DC ausgetauscht werden könnten. Das spart dann den Wechselrichter nebst seinem Standbyverbrauch/Grundverbrauch ein.

Welche 18V Bosch-Geräte sind das konkret? Vielleicht passt ja so ein DC-Ladegerät:
http://www.akkutechnik-ka.de/Werkzeug-A ... 13642.html

Würde auf jeden Fall auf 24V gehen.

Bzgl. der Pkw-batterien sit zus agen, dass man die shcon kostenlos bekommen müsste damit das sinn Sacht. Der "Verbrauch" an Akkus ist halt sehr hoch.
8,7 KWp SO und W , TLX pro

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