Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

System ohne EEG wie Z.B. Guerilla, aber auch Freilandanlagen ohne EEG Vergütung.

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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon ndorphin » 11.06.2018, 02:25

Natürlich kann man den schönen PV Strom irgendwie sinnlos verbraten, aber er geht dem Netz halt verloren, der EE Anteil wird sinken. Und das gilt es eigentlich zu vermeiden.

Hier nochmals der Link zu dem Dokument wie die EEG Umlage behandelt wird:

https://www.bundesnetzagentur.de/Shared ... onFile&v=2
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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon RolandD » 11.06.2018, 05:17

franz-josef hat geschrieben:Ich habe doch auch noch nach der einspeisevergütung meine kosten die gedeckt werden müssen. Deshalb ist es doch logisch das ich auch Einnahmen generieren muss.
Bevor ich ihn verschenke beheize ich mit dem heizstab den Baggersee bei mir im Dorf - so viel ist sicher ...


Welche ihrer Kosten soll den gedeckt werden ?
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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon hkaufmann » 11.06.2018, 06:05

@ndorphin
Danke für den Link!
Sehr aufschlussreich...wer da wohl die Hand im Spiel hatte?
Leider, wie immer häufiger, aber Handwerklich schlecht gemacht.
Siehe:
Als „Stromerzeugungsanlage“ im Sinne von § 5 Nr. 12 und § 61 EEG ist die Einrichtung anzusehen, in der elektrische Energie unabhängig vom eingesetzten Energieträger direkt erzeugt wird. Eine Anlagenzusammenfassung oder Anlagenverklammerung, wie sie unter bestimmten Bedingungen beim EE-Anlagenbegriff nach § 5 Nr. 1 EEG erfolgt, ist für den Begriff der Stromerzeugungsanlage nicht vorgesehen.
Im Kern ist daher der einzelne Generator als bestimmendes Element einer Stromerzeugungsanlage anzusehen.
Im Bereich der solaren Strahlungsenergie ist das einzelne, den Strom erzeugende Photovoltaik-Modul (im Folgenden „PV-Modul“) jeweils eine Stromerzeugungsanlage.

Also doch jeden Solartaschenrechner, oder jedes Solargartenlicht anmelden, und EEG Umlage für den eigenverbrauchten Strom abdrücken!

Ode doch nicht?

Verwirr, verwirr...
Das zielt auf zivilen Ungehorsam hin.
Grüße
Helmut
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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon PV_Bernd_2018 » 11.06.2018, 06:19

Hab gestern erfahren, dass im Rhein-Hunsrück-Kreis daran gearbeitet wird, dass in 2-3 Jahren eine Energie-Wabe regional entsteht und Windkraft und Sonnenkraft und Speicher zusammen arbeiten und Privatleute Strom kaufen und verkaufen können, so dass private Speicheranlagen besser integriert werden können und Solaranlagen, die aus der Förderung rausgefallen sind, auch finanziell sich weiter rechnen, der eigenen Strom auch verbraucht werden darf, oder eingespeist.
Gruß Bernd,
(18,8kWp, SHM1 930, STP9000, SB4, SB5, SI8, BMZ 13,5kWh netto, e-Golf und GTE)
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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon cha cha » 24.06.2018, 10:41

EE-Strom von aus dem EEG gefallenen Anlagen wird von Dienstleistern aufgekauft und direkt weiter vermarktet. Das ist IMO unbedingt sinnvoll und unterstützenswert. Hier ist einer dieser Dienstleister.https://the.enyway.com/strom-verkaufen/?ab_landing=sommerstrom&pk_kwd=cl_menu&pk_campaign=lp_new_home_sommerstrom&pk_source=strom.enyway&pk_medium=cpc
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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon RolandD » 24.06.2018, 11:02

Welche technischen Anforderungen gibt es, um bei enyway Stromverkäufer zu werden?

Deine Anlage muss geeignet sein! Um bei enyway als Stromverkäufer mitzumachen, muss deine Erzeugungsanlage alle technischen Anforderungen für die geförderte Direktvermarktung erfüllen. Das heißt: Unsere Direktvermarktungspartner müssen jederzeit in der Lage sein, die IST-Einspeisung deiner Anlage auszulesen und sie – wenn nötig – aus der Ferne zu steuern. Hierfür sind spezielle Kommunikationseinheiten notwendig, die den sicherheitstechnischen Anforderungen des EEG genügen.

Was bezahlen die Kunden für meinen Strom?

Das entscheidest Du! Die Stromkosten für den Endkunden enthalten neben deinem Energiepreis (also dem eigentlichen Wert des Stroms) noch einige weitere Preiskomponenten: Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte machen im Schnitt ca. 80% der Verbrauchskosten für eine Kilowattstunde aus. Diese können wir leider nicht beeinflussen.
Den Preis für deine eigene Energie, kannst du jedoch frei festlegen. Da deine Anlage deine Kunden nicht jederzeit ausreichend mit Strom versorgen kann (siehe „Was hat es mit dem Deckungsanteil auf sich?“), wird ein gewisser Anteil Zusatzenergie (100 % Ökostrom) über unsere Partner bereitgestellt. Der Preis für diese Zusatzenergie ist abhängig von den Marktpreisen. Deine Kunden zahlen also einen Mischpreis aus deiner eigenen Energie und der Zusatzenergie. Zusätzlich zu den Verbrauchskosten zahlen Stromkäufer monatliche Grundkosten und den enyway Nutzungsbeitrag. Letzteren können sie allerdings durch das Werben von Freunden auf bis 0 € reduzieren.

---
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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon alterego » 24.06.2018, 12:32

Und wieviel Strom muß man da jeden Monat verkaufen um wenigstens nicht draufzuzahlen? Die werden ihre Arbeit ja nicht kostenlos machen, von den schnell mal 1000€ für die nötige Technik gar nicht zu reden.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon Bento » 24.06.2018, 12:57

Liest sich ja ganz gut, aber ich würde es besser finden, wenn man auf der enyway-Seite etwas realitätsnäher aufklärt, z.B.:

- Dieses Angebot wird den gemeinen EFH-Besitzer mit der 10 kWp-Anlage niemals betreffen, da die Kosten zur Herstellung und Sicherstellung der Direktvermarktung in keinem Verhältnis zum möglichen Erlös stehen werden.
Kaum eine Anlage unter 100 kWp wird heute aus diesem Grund direktvermarktet sein.

- Leider wird nichts zum Grundpreis und zur Höhe der Nutzungsgebühr der Plattform gesagt. Damit kann man zumindest im Vorfeld nicht abschätzen, wann sich eine Anmeldung überhaupt lohnt. Jetzt bestimmt nicht, denn der anzulegende Wert wird immer höher sein als das, was man über die Plattform erzielen kann.
Beispiel:
Jetzt bekommt man 11 Cent/kWh über das EEG.
Wenn ein Betreiber das über die Plattform erzielen möchte, muss er die Kosten für Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte draufrechnen (lt. enyway 80% der Verbrauchskosten) und landet dann bei einem Verkaufspreis von 55 Cent/kWh. UNd hierbei sind noch nicht einmal die Grundkosten und der enyway-Nutzungsbeitrag enthalten.
Was sollte einen bisherigen oder zukünftigen PV-Betreiber als Direktvermarkter also bewegen, zu enyway zu wechseln?

Vielleicht kann das momentan für Windkraft oder BHKW interessant sein (keine Ahnung), aber für PV wird das erst für die Betreiber interessant, wenn sie aus dem EEG herausfallen und die Stromkosten am Markt sehr hoch sind.
Viele Grüße
Bento

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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon Alexander_Z » 24.06.2018, 13:02

Aus meiner Sicht kann das mit den 80% nicht pauschalisiert werden!
Die EEG Umlage ist ja ein fester Betrag
wenn ich jetzt den Strom für sagen wir 1 Cent verkaufe, muss der Kunde ja auch mehr wie 1,8 Cent bezahlen

da ist der Betrag wohl doch auf die derzeitigen Erzeugerpreise bezogen.

In diesem Bereich wird dann wohl auch der Verkaufspreis liegen...
Wie du schon erkannt hast wird sonst nix mehr verkauft!
...klar kann man es auch SO machen. - Nur dann ist es halt Mist!
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Re: Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

Beitragvon cha cha » 24.06.2018, 13:05

alterego hat geschrieben:Und wieviel Strom muß man da jeden Monat verkaufen um wenigstens nicht draufzuzahlen? Die werden ihre Arbeit ja nicht kostenlos machen, von den schnell mal 1000€ für die nötige Technik gar nicht zu reden.


So weit ich das gesehen habe, verlangt Enyway von den Stromkunden (also nicht von den Verkäufern) eine eigene Umlage von 4 € je Monat. Für alle anderen Fragen müsst Ihr Euch an Enyway wendn, oder an einen anderen Stromhändler. Ich habe mit Enyway nicht das geringste zu tun, kenne keine Details von deren Geschäftsmodell, bin selbst weder Kunde noch Lieferant bei Enyway, und kenne auch keine Kunden und Lieferanten persönlich.

IMO müsste es, um auch für die aus der EEG-Vergütung gefallenen Anlagen einen Zusatz§§ im EEG geben, der auch dem EE-Strom aus diesen Anlagen Vorrang vor konventioneller Stromerzeugung einräumt, und eine Mindestvergütung (z.B. 80% des mittleren Börsenpreises) durch den Netzbetreiber festlegt.
cha cha
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