Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

System ohne EEG wie Z.B. Guerilla, aber auch Freilandanlagen ohne EEG Vergütung.

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Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon FAGOsolar » 26.09.2018, 21:47

Ich komme gerade vom Treffen der "Netzmeister" und eingetragenen Elektriker.
Habe jetzt das erste vereinfachte Anmeldeverfahren für Kleinanlagen und die Anmeldung hier und möchte das mal schnell vorstellen.
Erst mal Zusammenfassung:
"Für steckerfertige Erzeugungsanlagen gilt neben den in dieser VDE-R-N4105 formulierten Anforderungen die DIN VDE 0100-551-1. Wird eine steckerfertige Eruegungsanlage über eine vorhandene, spezielle Energiesteckdose nach VDE V 0628-1 (Anmerkung: oder einen Festanschluß) angeschlossen und ist ein Zweirichtungszähler auf dem zentralen Zählerplatz vorhanden, darf im Inbetriebsetzungsprotokoll E.8 die Unterschrift des Anlagenerrichters entfallen. (Anmerkung: des eingetragenen Elektrikers) Dies gilt nur bis zu einer sAmax<= 600VA je Anschlussnutzeranlage.

Das bedeutet natürlich:
- ich darf mit max 600 VA in einen Endstromkreis einspeisen - je Anschluss - wenn die Anlage der AR4105 entspricht und brauch dazu keine Meldung eines eingetragenen Elektrikers und den ganzen Kladderadatsch !
- ich kann eine Energiesteckdose einsetzen - die dann ein Elektriker einbaut - oder einen Festanschluss (Geräteanschlußdose)
- der gewählte Stromkreis muss die geplante Einspeiseleistung nach VDE 0298-4 aufnehmen können. Grob gesagt:
1,5 mm2 Cu - 10 A Absicherung - max. 600W
2,5 mm2 Cu - 16 A Absicherung - max. 600 W
- TAB und dann neu VDE AR-N 4100 muss eingehalten werden
- entsprechend muss ein WR mit entsprechender Zulassung und entsprechendem NA Schutz eingesetzt werden.
- Meldung zum Marktstammdatenregister muss erfolgen - allerdings sind die Strafen hier - Vergütungskürzung etc - zu vernachlässigen
- ein Zähler mit Rücklaufsperre oder Zweirichtungszähler muss vorhanden sein - hier wird der kostenlos ausgetauscht wenn nicht vorhanden.

Zusammenfassend:
Der aufwändige Anmeldeprozess ist demnach hinfällig und eine Einspeisung in den Endstromkreis zulässig. Konsequenzen aus der Nichtmeldung im Marktstammdatenregister sind unwahrscheinlich. Eine Energiesteckdose kann - muss aber nicht eingesetzt werden, auch der Festanschluß per Geräteanschlussdose ist zulässig ( Anmerkung: und viel billiger)
Die Anmeldung umfasst nur noch eine DIN A4 Seite und kann vom Betreiber unterschrieben werden.

Was wurde jetzt mit all dieser Diskussion erreicht ?
- eine Energiesteckdosennorm wurde erfunden - obwohl der Festanschluß einfach auszuführen ist
- eine Endstromkreiseinspeisung ist zulässig - obwohl diese nach europäischer Richtlinie eh schon zulässig war
- eine Begrenzung auf 600VA hat stattgefunden - was 2,6 A entspricht...
- ein verkürztes Anmeldeverfahren wurde ausgearbeitet - was vor ca 3 Jahren von der EU beauftragt wurde....

Ich denke - mit der verkürzten Anmeldung ist man auch rechtlich recht schön raus und Guerilla muss nicht mehr sein.
Ohne eingetragenen Elektriker wird das Ganze billiger und kann den Kleinstanlagen damit recht gut helfen.

Ich bin mal gespannt, was passiert !
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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon jodl » 26.09.2018, 22:07

und wo wird das so gehandhabt? (Gebiet, Netzbetreiber)
oder gilt das generell / deutschlandweit ?
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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon FAGOsolar » 26.09.2018, 22:12

Das ist eine VBEW Vorlage - ich denke zuerst so ausführlich in Bayern.
Die anderen werden nachziehen, da die Vorgabe eh von der EU kommt und an alle Energieversorger rausgegangen ist.
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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon Dipl-Ing » 08.10.2018, 11:33

Na Super, dann kann ich ja meine Anlage aus der Grauzone holen.
Muss nur noch mein VNB mitmachen (der wird sich bis zur letzten Sekunde wehren).
Und ich muss meinem Growatt 1500 beibringen das er bei 600VA abregeln soll :mrgreen:
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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon Redirion » 09.10.2018, 09:52

gibt es einen Link zu dieser VBEW Vorlage? Gibt es irgendwo Infos über die aktuelle Entwicklung insbesondere über die Anwendung über Bayern hinaus?
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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon row » 09.10.2018, 19:32

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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon PV-Express » 09.10.2018, 19:40

Das wird die Guirillabetreiber immer noch nicht befriedigen. Letztendlich ist es eine Anmeldung einer PV-Anlage. Vereinfacht? Nun, einen Elektriker braucht man wohl weiterhin, wenngleich man das selbst Unterschreiben darf. Marktstammdatenregister will auch bedient werden. Also vereinfacht gesagt ist nur die Elektrikerunterschrift eingespart. Mehr nicht. Den man aber trotzdem braucht. Dafür Unterschreibt man persönlich dass er das auch so gemacht und umgesetzt hat.

Somit ist lediglich der Installateur aus dem Schneider, wenn man es selbst gemacht hat :wink:

Und das für max. 600W

Jou, das hat sich aber gelohnt. Alles schreit juhu
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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon PV-Express » 09.10.2018, 19:49

PS und jetzige PV Betreiber dürfen auch keine weitere 600W auf einfachem Wege installieren

·
Die maximale Leistung von 600 W wird nicht überschritten und es werden keine weiteren
Stromerzeugungsanlagen betrieben.
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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon Broadcasttechniker » 09.10.2018, 19:53

PV-Express hat geschrieben:...Also vereinfacht gesagt ist nur die Elektrikerunterschrift eingespart....

Das ist gerade bei kleinen Anlagen da A&O.
Kein neuer Zählerschrank sondern nur ein neuer Zähler den der VNB selber setzt.
Und jetzt mal im Ernst, Vorschriften hin oder her.
Ich kenne niemanden der bei kleinen Privatprojekten einen Elektriker beschäftigt.
Egal ob Lehrer, Zahnarzt, Verwaltungsangestellter oder Ingenieur, das trauen sich alle selber zu, ob sie jetzt kompetent sind oder nicht,
Nur alleinstehende Frauen rufen den Elektriker, unabhängig vom erlernten Beruf.
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Re: Vereinfachte Anmeldung steckerfertige Erzeugungsanlagen

Beitragvon PV-Express » 09.10.2018, 19:57

Broadcasttechniker hat geschrieben:Ich kenne niemanden der bei kleinen Privatprojekten einen Elektriker beschäftigt.


Sag mal, du haust hier ein Ding nachdem anderen raus :evil:

Dass der Elektriker nicht unterschreiben muss, sagt doch nicht aus, dass man keinen benötigt. Im Gegenteil, man braucht weiterhin einen der das installiert. Nur der Anlagenbetreiber unterschreibt dafür, dass der Elektriker letztlich seine Arbeit getan hat. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu dem was du meinst, was andere tun oder nicht

PS nochmals für die berühmten doofen: Man benötigt weiterhin einen Elektriker der das alles installiert. Und man Unterschreibt dafür, dass das alles auch konform installiert wurde (auch durch den Elektriker)

Die Installation der Energiesteckdose ist durch eine Elektrofachkraft nach § 13 Abs.2NAV durchzuführen
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