Plug & Play PV-Anlage

System ohne EEG wie Z.B. Guerilla, aber auch Freilandanlagen ohne EEG Vergütung.

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Plug & Play PV-Anlage

Beitragvon Gecko14 » 07.07.2018, 12:35

Hallo Forum,
seit Gestern beschäftigt mich wieder mal das Thema PV, das ich eigentlich schon für mich abgehakt hatte, nachdem ich wohl falsch beraten wurde. Egal.
Erstmal muss ich an Euer Verständnis für naive Fragen eines Neulings in dieser Materie appelieren.
Gestern bin ich im Netz zufällig über Plug & Play-Anlagen gestolpert, genauer gesagt die vom Liekipedia-Shop. Da ich technisch interessiert bin, stellte ich mir sofort die Frage, wie kann das funktionieren? Wenn ich eine weitere Spannungsquelle in das vorhandene Hausnetz bereitstelle, woher weiß der Verbraucher, nennen wir ihn mal "Toaster", dass er genau von dieser Quelle seine Energie beziehen soll? Wird die Spannung des regulären Anbieters durch den WR der P&P-Anlage "verdrängt"? Kannn ich mir technisch nicht vorstellen. Wie also sollte der Stromzähler langsamer laufen? Wie funktioniert es, dass die Verbraucher erstmal die Energie von der PV-Anlage beziehen und nicht vom öffentlichen Netz?
Der Stromanbieter stellt eine feste Spannungsgröße (ca. 240V, leicht schwankend) mit einer Frequenz von 50Hz zur Verfügung. Wenn ich diese P&P-Anlage in eine Steckdose stecke, passt der WR dann seine Taktung an die vorgegebenen 50Hz an oder überlagert er? Ohne eine primäre Taktung würde aber die AC nicht funktionieren.
Ich verstehe irgendwie das Prinzip nicht. Kann mir das bitte jemand erklären? :?

Und muss ich solch eine Anlage irgendwo registrieren lassen (anmelden) oder könnte ich mir die einfach kaufen, montieren, benutzen ohne Sanktionen befürchten zu müssen?

Unser Verbrauch betrug in den letzten 5 Jahren im monatlichen Mittel ca. 250 kW/h, also Durchschnittlich ca. 8 kW/h am Tag. Wenn ich nicht vorhabe, den Überschuss einzuspeisen, sondern nur den Eigenbedarf abzudecken, würde als Beispiel eine Anlage mit diesen Dimensonen für dieses Vorhaben ausreichen?
https://shop-lieckipedia.de/1680-Watt-S ... mit-WiFi_1
Lt. Angaben würde hiermit etwa die Leistung erzeugt, die wir im Mittel benötigen.

Das genannte Set würde ich gerne modifizieren, also z.B. nur den WR kaufen und von woanders leistungsstärkere Module nehmen, um Platz zu sparen. Zur Verfügung steht z.B. ein Flachdach mit 6x8m Fläche auf einer Garage.
Sind die Anschlüsse genormt? Sind monokristalline Module zu bevorzugen? Derzeit wird die Garage nur mit einer 5x2,5qmm-Leitung versorgt, die zudem etwa 40m lang ist. Ich vermute mal, dass ich die Leitung gegen 4 oder 6qmm austauschen muss, um das Haus mit dem Strom zu versorgen, oder?
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Re: Plug & Play PV-Anlage

Beitragvon buergersolar » 07.07.2018, 13:26

Hallo Gecko,

stell dir das vor wie im Wasserleitungsnetz. Wenn du an einem Wasserhahn Wasser in die Leitung pumpst, wird zunächst dein Wasserzähler rückwärts drehen. Wo soll das Wasser sonst auch hin?
Wenn du dann an der Badewanne den Hahn aufdrehst, kommt natürlich zuerst das Wasser, dass du am Waschbecken rein pumpst, wieder heraus. Wie sollte denn Wasser aus dem Netz in dein Haus fließen und gleichzeitig das von dir rein gepumpte aus dem Haus ins Netz? Das Wasser kann ja nicht in zwei Richtungen gleichzeitig durch den Hausanschluss fließen.

Genau so ist es beim Strom auch. Der Toaster muss davon gar nichts wissen.

Physikalisch ist es so, dass der PV-WR die Spannung (vgl. Wasserdruck) anhebt, um einspeisen zu können. Die Frequenz passt sich dem Netz genau an.

Gecko14 hat geschrieben:monatlichen Mittel ca. 250 kW/h, also Durchschnittlich ca. 8 kW/h am Tag

Lass den Teiler / weg, Kilowattstunden sind Kilowatt mal Stunden also kW * h oder einfach kWh.

Gecko14 hat geschrieben:Flachdach mit 6x8m Fläche

Bitte vergiss bei dieser Größe Plug&Play-Module. Da passen über den groben Daumen ~8 kWp drauf, die musst du sowieso dreiphasig anschließen.
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Re: Plug & Play PV-Anlage

Beitragvon Gecko14 » 08.07.2018, 12:50

Erstmal Danke für die Infos. Ich habe ja einen tatsächlichen Leistungsverbrauch, den ich am Stromzähler ablesen kann. Mit welchem Wert kann ich das denn gegenrechnen? Mit kWp oder kWh. Müsste ich bei kWp noch so 20% Verlust draufrechnen?
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Re: Plug & Play PV-Anlage

Beitragvon buergersolar » 08.07.2018, 13:22

Leistung wird gemessen in Kilowatt [kW]. Die Nennleistung der PV-Module ist angegeben in Kilowatt peak [kWp].
Die Energiemenge (Leistung mal die Dauer der Leistung) wird gemessen in Kilowattstunden [kWh].

Lies dir mal meinen Post hier durch: energie-einheiten-rund-um-photovoltaik-z-b-kwh-kwp-t53135.html

Dein Zähler zeigt sicherlich die Energiemenge an. Ob er auch die momentane Leistung anzeigt, kann ich nicht beurteilen.
"Gegenrechnen" kannst du beides: Die Leistung, die du selbst verbrauchst, wird nicht eingespeist. Und das mal der Dauer ergibt die Energiemenge, die du selbst verbrauchst und daher nicht einspeist.
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Re: Plug & Play PV-Anlage

Beitragvon seppelpeter » 08.07.2018, 22:58

1,5KWp sollte man vielleicht nicht mehr per Schukostecker anschließen. :roll:

Wenn ihr eure 8KWh pro Tag nur tagsüber und bei Sonne verbraucht, dann könnte Deine Rechnung so halbwegs aufgehen.
Da es aber auch Nacht, Winter, Regen und Schnee gibt, funktioniert das nicht.

Im Sommer kommen aus dem 1,5 KW WR rund 12KWh raus und zwar täglich.
Wenn Du für den Überschuss kein Geld bekommst, wird das wirtschaftlich dünn werden.

Bau da 6,9KWp auf das Flachdach, anmelden, EEG Vergütung für den Überschuss kassieren und 40-50% eures HH Verbauchs werdet ihr mit der PV decken können. Der Rest der ca. 6000KWh Jahresproduktion, also rund 4500KWh gehen für 12 Cent pro KWh ins Netz uns das ist eben ein Grundpfeiler der Amortisation.
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