off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

System ohne EEG wie Z.B. Guerilla, aber auch Freilandanlagen ohne EEG Vergütung.

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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon Dringi » 01.11.2017, 16:51

@Franz:
Ich muss gerade gestehen: Ich schnalle erst jetzt, dass Du garkein Kunde von VIC bist sondern selber Hersteller.

Ich habe mich da wohl von "Wir haben bei meinem Vater (und einigen weiteren Kunden) genau dieselbe Lösung realisiert:"
täuschen lassen.

Aber nun mal konkret. Du schreibt:
"Netzanschlusspunkt war wegen einspeisender PV-Anlagen bereits ausgelastet. Netzausbau hätte bei uns "lediglich" 30 T€ gekostet." Danmn schreibst Du "Das Speichersystem kostet deutlich weniger als der Netzausbau." Und nun schreibst Du "Wir empfehlen unseren Partnern einen Verkaufspreis von 40.000 € zzgl. Transport und Installation." Also für mich sind 40.000 Euro plus Zusatzkosten deutlich mehr als 30.000 Euro. Und zumindest genausoviel wie die 45.000 Euro des O-Posters.

Hinzu kommt, dass ein Netzanschluss ja schätzungsweise ein "Gebäudeleben" hält. Ein Speicher, dessen Gesamtkapazität um 30% verringert es, nahe am Ausschuss liegt.

Also würde ich mal vermuten, dass man über die 20 Jahre der EEG-Einspeisung bei realisiertem Netzanschluss bei Eurer Speicherlösung eher bei 50.000 oder 60.000 Euro liegt als bei einmaligen 30.000 Euro für den Netzanschluss.

Zusatzfrage: Gerade weil Eure Unternehmen erst 6 Jahre besteht (korrigiere mich wenn ich falsch liege): Wie sind die Garantien abgesichert?
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon Franz-Josef Feilmeier » 01.11.2017, 17:10

Hallo Dringi,

Sorry für die Verwirrung! Ich will nur immer sehr vorsichtig sein. Das Forum soll zum Gedankenaustausch da sein und keine Vertriebsplattform für Hersteller sein. Daher ging es mir auch weniger um den Preis und dass wir solche Systeme herstellen (= wir spezifizieren sie und entwickeln die Software; BYD produziert die Hardware), sondern wie man das technisch lösen kann.

Als wir bei meinem Vater vor 3,5 Jahren das System so realisierten, hat der Speicher auch noch ca. 60 T€ gekostet, aber für ihn war u.a. die Notstromfähigkeit und die Erhöhung der Stromqualität mit ausschlaggebend. Dort fällt pro Jahr bis zu 4 mal der Strom aus (teilweise auch geplante und angekündigte Abschaltungen) und aufgrund hoher Phasenschieflast am Ende der Leitung wurden auch bereits empfindliche Verbraucher zerstört.
Also haben wir das alles als Anforderung in einer Spezifikation zusammengestellt, BYD hat uns den optimalen Speicher dafür gebaut und wir haben die Software dafür entwickelt. Jetzt kann er die PV-Anlage betreiben ohne den Netzausbau zahlen zu müssen, wir verbessern die Netzqualitätsparameter wie bsw. Blindleistung und er hat eine notstromfähige Anlage. Wir binden steuerbare Lasten aktiv ein, so dass er letztlich nur wenig Strom ungenutzt auf dem Dach lässt. Mittlerweile fahren wir auch fast alle elektrisch, so dass der Strom da auch gut aufgehoben ist.
Ist übrigens auch alles nachzulesen unter www.feilmeier.info (Energiewende zum Nachmachen), außerdem ist ein Link zu einem Fernsehbeitrag dazu drauf.
Die 30 T€ Netzausbau waren bei ihm die damalige Bayernwerk-Preismarke; hier hatte ich mich auf die 45 T€ des Fragestellers bezogen.
Dass ohne Einspeisung die Vergütung in der Wirtschaftlichkeitsrechnung fehlt ist natürlich klar. Schön wäre es, wenn man dann wenigstens keine EEG-Umlage zahlen müsste, aber auch da ist das Gesetz leider klar, v.a. für netzparallele Anlagen.
Wir erleben aber, dass bereits sehr viele Kunden auf die Einspeisung als Teil des Geschäftsmodells bewusst verzichten und sich lieber anschauen, was sie dann sinnvolles mit dem übrigen Strom machen können. Ist aber meist weniger von Rendite als von Unabhängigkeit und Energiewende getrieben.

Mittlerweile haben wir das System vielfach und in viele Länder verkauft, u.a. auch an viele Energieversorger bzw. Netzbetreiber und konnten uns zu einem der erfolgreichsten Anbieter für Gewerbe- und Netzspeicher entwickeln.

Schönen Gruß,
Franz
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon alterego » 01.11.2017, 17:46

Dringi hat geschrieben:@Franz:
Ich muss gerade gestehen: Ich schnalle erst jetzt, dass Du garkein Kunde von VIC bist sondern selber Hersteller.

OT: ich dachte auch lange (also schon vor diesem Thread) die beiden gehören zusammen

Ich dachte ja imemr ein Insel-WR wäre bei vergleichbarer Leistung teurer als ein Einspeise-WR.
Ok, man wird hier keine 200kW-Insel-WR-Leistung verwenden, dafür halt einige Laderegler und eine Batteriebank, die die Ströme auch aufnehmen kann.
BTW: wenn ich schon so groß denke, würde ich mir Redundanz wünschen, also mindestens zwei trennbare (so sie überhaupt verbunden sind) Systeme, damit wenigstens ein Teil läuft, wenn was ausfällt oder gewartet wird.
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon kalle bond » 01.11.2017, 18:05

alterego hat geschrieben:Ok, man wird hier keine 200kW-Insel-WR-Leistung verwenden, dafür halt einige Laderegler und eine Batteriebank, die die Ströme auch aufnehmen kann.


Solche großen OG Anlagen könnte man wie im Anhang beschrieben realisieren.
Mit Hilfe der Multicluster Box lassen sich ausreichend Sunny Island und Batteriebänke verschalten.
Dazu nach Wahl noch Netz und/oder Generator.
http://files.sma.de/dl/26784/SI44M-80H-12-MC-IA-de-10.pdf
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon alterego » 01.11.2017, 19:02

kalle bond hat geschrieben:
alterego hat geschrieben:Ok, man wird hier keine 200kW-Insel-WR-Leistung verwenden, dafür halt einige Laderegler und eine Batteriebank, die die Ströme auch aufnehmen kann.


Solche großen OG Anlagen könnte man wie im Anhang beschrieben realisieren.
Mit Hilfe der Multicluster Box lassen sich ausreichend Sunny Island und Batteriebänke verschalten.
Dazu nach Wahl noch Netz und/oder Generator.
http://files.sma.de/dl/26784/SI44M-80H-12-MC-IA-de-10.pdf

Da spart man ja gar keien Komponente sondern braucht noch mehr, wobei es imo auch von SMA Laderegler gibt, die man direkt DC/DC einbinden kann (habe ich schon geschrieben, daß ich DC-Kopplung bevorzuge - bei den Dimensionen dürfte eine Kombination angesagt sein).
Bezüglich Redundanz hat das halt den Nachteil, daß bei Ausfall der Multicluster-Box nichts mehr geht. Ein gutes Konzept habe ich da aber auch noch nicht, irgendwas gibt es immer nur einmal, wenn man nicht unendlich Kabel verlegen will die man mit unzähligen (mehrstufigen) Schaltern verknüpft. Da blickt ein Außenstehender auch nicht mehr durch :juggle:
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon kalle bond » 01.11.2017, 19:39

alterego hat geschrieben:
kalle bond hat geschrieben:
alterego hat geschrieben:Ok, man wird hier keine 200kW-Insel-WR-Leistung verwenden, dafür halt einige Laderegler und eine Batteriebank, die die Ströme auch aufnehmen kann.


Solche großen OG Anlagen könnte man wie im Anhang beschrieben realisieren.
Mit Hilfe der Multicluster Box lassen sich ausreichend Sunny Island und Batteriebänke verschalten.
Dazu nach Wahl noch Netz und/oder Generator.
http://files.sma.de/dl/26784/SI44M-80H-12-MC-IA-de-10.pdf

Da spart man ja gar keien Komponente sondern braucht noch mehr, wobei es imo auch von SMA Laderegler gibt, die man direkt DC/DC einbinden kann (habe ich schon geschrieben, daß ich DC-Kopplung bevorzuge - bei den Dimensionen dürfte eine Kombination angesagt sein).
Bezüglich Redundanz hat das halt den Nachteil, daß bei Ausfall der Multicluster-Box nichts mehr geht. Ein gutes Konzept habe ich da aber auch noch nicht, irgendwas gibt es immer nur einmal, wenn man nicht unendlich Kabel verlegen will die man mit unzähligen (mehrstufigen) Schaltern verknüpft. Da blickt ein Außenstehender auch nicht mehr durch :juggle:


Wieso mehr Komponenten?
Da solltest du in einer ruhigen Minute noch mal ein wenig drüber lesen, kann da nur die SMA Seite empfehlen - Sunny Island.
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon alterego » 02.11.2017, 09:20

Na ja du brauchst bei AC-Kopplung Einspeise-WR und Batterie-WR mit "Ladegerät". Bei DC-Kopplung brauchst du die Einspeise-WR nicht sondern dafür Laderegler und kein Ladegerät in den Batterie-WR (gibt aber wohl keine namhaften, die für solche Leistungen in Frage kommen, mehr ohne).
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon kalle bond » 02.11.2017, 10:32

alterego hat geschrieben:Na ja du brauchst bei AC-Kopplung Einspeise-WR und Batterie-WR mit "Ladegerät". Bei DC-Kopplung brauchst du die Einspeise-WR nicht sondern dafür Laderegler und kein Ladegerät in den Batterie-WR (gibt aber wohl keine namhaften, die für solche Leistungen in Frage kommen, mehr ohne).


Mit der Auslegung von DC oder AC gekoppelten Anlagen kenne ich mich ein wenig aus 8)
Wenn du solch eine Anlage mit konventionellen LR realisieren willst, das geht nur, wenn ausreichend Module in Reihe verschaltet werden können. zB mit den Studer Vario String. Hier liegt das max bei 15 Stck., die parallel verschaltet werden können, ca 100 kWp. Bei den "normalen" MPPT LR sind es wegen der max Spannung nur 4 x 60 Zeller in Reihe, also riesige DC Verteilung nötig.
Dann kommt noch die AC Seite, wie willst du da die Leistung rüber bringen? In der Multi Cluster Box sind bereits alle Anschlüsse für die Sunny Island eingeplant und die AC Verteilung. Bei diesen großen Systemen wird meist noch ein Generator mit eingebunden, für Notfälle und damit nicht zu groß ausgelegt werden muss. Geht ebenfalls mit der MC Box.
http://files.sma.de/dl/2485/MULTICLUSTER-KDE111910W.pdf
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon alterego » 02.11.2017, 11:32

Um zur Anfangsfrage zurückzukommen, was kosten alleine 200kW Sunny Island?
Wie ich oben schon geschrieben habe, wird man deutlich weniger machen, da der TS sich nciht mehr meldet, weiß ich aber nciht wo man etwa hin muß um den Hof zu versorgen. Damit verschenkt man bei diesem Konzept aber halt auch viel der AC-Leistung da man laden/entladen nciht unabhängig skalieren kann.
Hatte ich irgendwo geschieben, daß man 100V-Laderegler nehmen soll?
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Re: off-grid versus Netzanschlusskosten von EUR 45.000?

Beitragvon PV-Insel » 02.11.2017, 12:12

Also um da eine vernünftige Aussage treffen zu können braucht man deutlich mehr Daten, vor allem: welche AC-Leistung ist nötig für unflexible Verbraucher und welche Verbraucher könnten flexibel (je nach Sonnenschein) betrieben werden?

Bzgl. Laderegler oder netzgekoppelte WR:
- Laderegler mit 150 V Eingangsspannung sind deutlich günstiger, aber sind nur eine Option für nahegelegene PV-Module
- Laderegler mit höherer Eingangsspannung sind weniger effizient und wesentlich teurer, da würde ich dann eher auf AC-Kopplung setzen
- Prinzipiell wäre eine Mischung aus AC und DC Kopplung ideal, zumindest wenn doch schon ein beträchtlicher Anteil der Energie auch gespeichert werden soll; im Falle eines SMA-Systems muss man dann aber kompatible Laderegler nehmen, die mit den Sunny Islands kommunizieren um die gleichen Sollladespannungen zu jeder Zeit anzustreben (da gibt es offiziell nur den SIC-50MPT meiner Meinung nach, wobei inoffiziell auch Midnite Solar Classics genommen werden können mit dem zusätylichen Kommunikationsmodul MNSICOMM)
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