Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

System ohne EEG wie Z.B. Guerilla, aber auch Freilandanlagen ohne EEG Vergütung.

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Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon sonnenbraun » 30.04.2018, 10:22

Hallo,

Plug-In-Solaranlagen speisen direkt ein. D.h., alles was nicht abgenommen wird, geht ins Netzbetreiberstromnetz und wird verschenkt. Wenn ich aber nur eine Grundlast von < 150 W habe, dann müsste ja bei Sonnenschein ein 300Wp-Modul ständig Strom "verschenken" (oder ökologisch ausgedrückt: "der Allgemeinheit zur Verfügung stellen"). Wenn ich hingegen einen Verbraucher wie die Spülmaschine starte, dann wird zwar kurzfristig nichts verschenkt, aber aus dem Netz muss ordentlich Strom dazugekauft werden, um die 1-2 kW aufzubringen.

Leider führt ertragsstammtisch-f97/eigenverbrauch-deckung-2014-2015-t104545-s20.html#p1193934 nur Anlagen > 1 kWp auf. Aber ich vermute, dass der Eigenverbrauchsanteil bei 300Wp-Anlagen eher < 50% ist, auch wenn http://pvspeicher.htw-berlin.de/unabhae ... tsrechner/ eher 85% errechnet. Hat jemand dazu eigene Erfahrungswerte?

Lösung wäre natürlich, überschüssige Energie in einem Akku oder einem Kondensator (à la USV) zwischen zu speichern und bei Bedarf zusätzlich zur Solarleistung einzuspeisen. Gibt es dafür Lösungen? Bislang habe ich nur Plug-In- oder Insel-Anlagen gesehen. Insel-Anlagen auch mal als Hybrid mit Netzanschluss, der bei zu niedrigem Batterie-Level auf Netzbetrieb umschaltet. Aber man bräuchte ja eher etwas, das Strom dazu holt, wenn die Batterie zu leer ist ODER wenn die Leistung höher ist, als die Batterie leisten kann. (Meine Spülmaschine zieht in der Spitze 9 A, was wohl eher zuviel für einen Akku alleine ist. Und die Akkus, die das leisten können, wären für eine 300Wp-Anlage vollkommen überdimensioniert.)

Oli :danke:

PS: speichersysteme-ongrid-netzparallel--f137/speicher-fuer-die-steckdose-t113800.html#p1413898 zum selben Thema verlief ja 2016 ziemlich ernüchternd. Hat sich seit dem etwas getan?
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon einstein0 » 30.04.2018, 10:26

Plug-In-PV-Anlagen sind ja in den meisten Ländern kaum legal zu betreiben, Speicher erst recht nonsens
und bei PV-Anlagen < 10 kWp lohnt sich der technische Aufwand für Eigenverbrauchslösungen nicht. :roll:
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon einstein0 » 06.05.2018, 08:32

Erstaunlich, dass mir keiner der etwa > 100 Leser widersprochen hat. Das Vorhaben an sich ist ja technisch und rechtlich ziemlich aussichtslos. Inzwischen sind viele mit mir einig, dass Kleinstspeicher nicht netzdienlich und unwirtschaftlich sind. Sogar wenn fast 90% der PV-Spitzenenergie in die sonnenschwache Tages- und Nachtzeit verschoben wird, kann die Abregelung noch nicht kompensiert werden.
Der administrative Aufwand der Zweirichtungszähler steht in einem Missverhältnis -die Förderung ist kontraproduktiv.
Ich denke sogar, dass das Net-Metering wieder zurückkommt. So hatten wir Pioniere vor 30 Jahren den Wechselrichter
der teuren Klein-PV-Anlage einfach über ein Sicherungselement als "Verbraucher" an die Elektroverteilung angeklemmt,
und während dem Mittagessen drehte der alte Ferraris ein paar Runden zurück...
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon kub0815 » 06.05.2018, 08:58

Netzwerk Meteringer wäre die Lösung einfach einen Zähler erfinden der halb so schnell zurück dreht wie vorwärts. Sprich ich gebe 2kwh ins Netz und bekomme 1 wieder zurück.
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon einstein0 » 07.05.2018, 06:51

kub0815 hat geschrieben:Netzwerk Meteringer wäre die Lösung einfach einen Zähler erfinden der halb so schnell zurück dreht wie vorwärts. Sprich ich gebe 2kwh ins Netz und bekomme 1 wieder zurück.

Warum denn diese komplizierte Misswirtschaft im privaten "Stromhandel?"
Der Grundpreis für Netznutzung und andere Abgaben beträgt ja heute schon > 50%.
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon Sedna » 10.05.2018, 11:53

einstein0 hat geschrieben:Plug-In-PV-Anlagen sind ja in den meisten Ländern kaum legal zu betreiben,


?

Was ist dann z.B. mit Niederlande, Österreich, Portugal, Schweiz.. Dort geht es problemlos. Sogar mit Bagatellgrenzen für Metering. Und in DE kommt es momentan noch auf den VNB an.

Und wenn: Gegen welches konkrete „Gesetz“ verstößt man in DE?

einstein0 hat geschrieben:.. Speicher erst recht nonsens

Nein, kann man nicht so pauschal sagen. Man hat vier monetäre Möglichkeiten mit einer kWh Überschussstrom - man bekommt:

  • 0 ct wenn man ihn verschenkt, bei Zähler mit Rücklaufsperre
  • ~10 ct mit EEG (Abzgl. Kosten + Papierkram + 2 x Versteuern - bei Kleinanlagen wohl eher unrentabel)
  • ~30 ct (= Bezugsstrompreis) Bei Zähler ohne Rücklaufsperre - nur mit Bagatellgrenze!
  • ~30 ct - X Bei Speicherung, wobei X der Preis für die Speicherung einer kWh ist.

D.h. Unterhalb von ~20 ct/kWh Speicherkosten „lohnt“ es sich schon gegenüber EEG. Mit jeder Preissteigerung im Bezug und sinkender der Förderung um so mehr! Bei der ersten (wohl üblichen) Variante lohnt es sich schon bei knapp unterhalb des Bezugsstrompreises.

Grüße,
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon sonnenbraun » 10.05.2018, 23:24

Sehe ich es richtig, dass wechselrichter-f3/letrika-smi260-im-batteriebetrieb-nur-mit-deaktivi-t119176.html genau meine Anfrage beschreibt? Also würde man zwischen Modul und Wechselrichter noch einen weiteren Laderegler plus Batterie hängen oder einen Hybrid-Laderegler verwenden?

Hängt dann wohl tatsächlich sehr stark davon ab, wieviel Strom verschenkt wird, wenn man ihn nicht speichert. Überschlagsweise scheint der Break-Even bei ca. 60-70% Eigenstromanteil bei der speicherfreien Anlage zu liegen, wenn ich von 10-jähriger Akkulebenszeit ausgehe.

Wäre interessant, wie man den Eigenstromanteil messen oder abschätzen kann ohne einen superteuren Smartmeter oder einen Smappee.
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon seppelpeter » 10.05.2018, 23:48

Sedna hat geschrieben:Nein, kann man nicht so pauschal sagen. Man hat vier monetäre Möglichkeiten mit einer kWh Überschussstrom - man bekommt:

  • 0 ct wenn man ihn verschenkt, bei Zähler mit Rücklaufsperre
  • ~10 ct mit EEG (Abzgl. Kosten + Papierkram + 2 x Versteuern - bei Kleinanlagen wohl eher unrentabel)
  • ~30 ct (= Bezugsstrompreis) Bei Zähler ohne Rücklaufsperre - nur mit Bagatellgrenze!
  • ~30 ct - X Bei Speicherung, wobei X der Preis für die Speicherung einer kWh ist.

D.h. Unterhalb von ~20 ct/kWh Speicherkosten „lohnt“ es sich schon gegenüber EEG.


Wo in der EU kostet die KWh Strom denn 30 Cent?

Das Problem der kleinen Anlagen sind mMn die Grundkosten (WR und Module) ... bei Speicher ist das X dann sehr gerne auch größer als Deine 30 Cent und wenn es diese nicht sind wird es noch ungünstiger.
18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon ndorphin » 11.05.2018, 02:26

seppelpeter hat geschrieben:Wo in der EU kostet die KWh Strom denn 30 Cent?


Hier im östlichen Norden Deutschlands ist das fast normal, vor allem wenn man nicht bei den diversen Submarken der großen Abzocker abschließen möchte. Unter 28 cent kommt man bei kleinen Verbäuchen (<3.000 kwh) kaum, günstigere Tarife haben meist höhere Grundgebühren. Ist schon nett wenn strukturschwache Regionen mit hohem EE-Erzeugungsanteil ordentlich für den Netzausbau/Durchleitung in den "reichen" Süden zahlen dürfen.

Das Problem der kleinen Anlagen sind mMn die Grundkosten (WR und Module) ... bei Speicher ist das X dann sehr gerne auch größer als Deine 30 Cent und wenn es diese nicht sind wird es noch ungünstiger.


Wie kommst Du darauf? Ein billiges 270er Modul (140 Euro) mit Envertec 250 (130 Euro) kostet brutto genau1.000 Euro/kwp. 6 Module und 1.5 kw Wechselrichter (SolaX/Growatt 400 Euro) kommen auf rund 800 Euro/kwp. Große Anlagen < 10kwp sind da oft teurer wie man an den Angeboten sieht. Die Installation so kleiner Anlagen ist einfach und durchaus selbst zu machen. Ohne EEG auch kein Aufwand für Steuerberater etc.

Wenn Rücklaufgesperrt kann ein günstiger Speicher durchaus Sinn machen, der muß ja "nur" günstiger als 25 cent/kwh sein. Ist machbar, 2.4 kw LiFePo kosten z.Z. 1.200 Euro, ca. 15 cent/kwh Entnahme.
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Re: Balkon-Solar mit Puffer-Batterie

Beitragvon Sedna » 11.05.2018, 09:15

seppelpeter hat geschrieben:Wo in der EU kostet die KWh Strom denn 30 Cent?

Es war eigentlich nur als Beispiel gedacht, aber wie „ndorphin“ schon sagte, sind die 30 ct/kWh gar nicht so weit hergeholt. I.ü. ist ja nicht nur der momentane Preis relevant sondern die (ganz sicher) eintretenden zukünftigen Steigerungen über die Jahre/Jahrzehnte.

seppelpeter hat geschrieben:Das Problem der kleinen Anlagen sind mMn die Grundkosten (WR und Module) ... bei Speicher ist das X dann sehr gerne auch größer als Deine 30 Cent und wenn es diese nicht sind wird es noch ungünstiger.


Auch hier teile ich „ndorphin“s Meinung, ich hab grad mal bei LiTrade geschaut: Man bekommt selbst bei End-User Kleinmengen die Winston LiFeYPo4 Akkus für ca 10 ct/kWh (5000 Zyklen, 70% DoD) Wenn man für LR + WR + Kram drumrum nochmal die Hälfte dazu rechnet ist man bei ca. 15 ct/kWh. Das wäre schon eine Überlegung wert was selbst zu bauen. Wer macht mit? ;-)

Grüße,
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