Anmeldung/Genehmgung bei Stromanbieter

System ohne EEG wie Z.B. Guerilla, aber auch Freilandanlagen ohne EEG Vergütung.

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Re: Anmeldung/Genehmgung bei Stromanbieter

Beitragvon Stevie77 » 08.11.2018, 00:44

Naja, da will ich's lieber nicht drauf ankommen lassen. Ich hatte ein bisschen mit dem Mitarbeiter rumgerechtet und ihnen Rückständigkeit und Bremsertum in Sachen Umweltschutz vorgeworfen - wenn der eines Tages morgens nach dem Aufstehen aus dem Fenster guckt und bemerkt, dass ich da zwei Solarmodule auf dem Terrassendach stehen habe, dann fährt der vielleicht ins Büro und überprüft das, weil er sich nicht erinnern kann, dass ich die jemals bei ihm angemeldet habe.
Dann könnte es ja wahrscheinlich zu Problemen kommen. Vielleicht nicht zur Stromabschaltung, wie manchmal argumentiert wird, aber sie könnten mir wahrscheinlich die Einspeisevergütung für meine demnächst zu bauende PV-Anlage in Frage stellen?!
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Re: Anmeldung/Genehmgung bei Stromanbieter

Beitragvon EmpowerSource » 09.11.2018, 11:22

Hallo zusammen,

ich geb auch mal meinen Senf dazu.

1. Zwar ist eine Norm kein Gesetz, aber im Gesetz steht, dass der Anschluss und das Gerät den "anerkannten Regeln der Technik" entsprechen muss. Diese werden mit den VDE-Richtlinien gleichgesetzt. https://dejure.org/gesetze/EnWG/49.html

2. Nicht alle Netzbetreiber blocken. Neben Bonn Netz haben auch z.B. das Bayernwerk und das LEW Verteilnetz bereits einfache Anmeldeformulare. Wir stehen mit einer großen Anzahl an Netzbetreibern im Austausch und arbeiten daran, dass das Beispiel Schule macht. Kauf und Anmeldung eines Kraftwerks können wir erst empfehlen, wenn das der Fall ist.
https://www.bayernwerk-netz.de/content/dam/revu-global/bayernwerk-netz/files/energieerzeugen/ihreanlage/anschluss/anmeldung_einer_steckerfertigenerzeugungsanlagebis600w.pdf
https://www.lew-verteilnetz.de/media/8289/anmeldung_steckerfertige-erzeugungsanlage.pdf

3. Bloß weil der Kundenbetreuer eures VNB gerade keine Ahnung hat oder auf das geltende, umständliche Anmeldeverfahren verweist, bedeutet dass nicht, dass es im Hintergrund keine diesbezüglichen Überlegungen gibt. Das E-Netz Südhessen plant etwa gerade ein eigenes Formular, die Netze BW prüfen aktuell unser bundesweit einheitliches Anmeldeverfahren, etc.

4. Der Zählerwechsel ist notwendig, da bei einem rücklaufenden Zähler der Verbrauch nicht mehr sauber abgelesen werden kann, dieser aber als Grundlage für die Berechnung von Abgaben dient. Den Zählerwechsel zu vermeiden bedeutet also Abgabenvermeidung (sofern das Rücklaufen nicht durch "SolMate" oder "Ready2Plugin" o.ä. ausgeschlossen wird). Es genügt rein technisch ein rücklaufgeschützter Zähler, aber die neue Niederspannungsrichtlinie VDE AR-N-4105 vom 19.10.18 schreibt implizit vor, dass ein Zweirichtungszähler verbaut werden muss (nicht alle Netzbetreiber halten sich aber daran). Manche Netzbetreiber sozialisieren die Kosten hierzu, andere berechnen sie dem Anschlussnutzer direkt. Die Kosten liegen im Normalfall zwischen 60,- und 150,- €.

Ich weiß, Werbung ist hier nicht gern gesehen, aber ich empfehle trotzdem, sich auf unserer Seite Werbelink von der Moderation entfernt zu registrieren und/oder den Newsletter dort zu abonnieren. Registrierte Nutzer werden automatisch per Mail informiert, sobald der zuständige Netzbetreiber die einfache Anmeldung über unseren Formularservice möglich macht und über den Newsletter halten wir euch über die aktuellen Entwicklungen bundesweit auf dem Laufenden und stellen euch einige Anbieter der Kleinkraftwerke vor.
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Re: Anmeldung/Genehmgung bei Stromanbieter

Beitragvon mbrod » 09.11.2018, 18:33

Was mich an diesen Formularen stört ist der Satz: "Der Anlagenbetreiber bittet um Prüfung, ob der oben angegebene Stromzähler vor der Inbetriebnahme der Erzeugungsanlage auszutauschen ist."
Dem Verteilnetzbetreiber (VNB) als grundzuständigen Messstellenbetreiber (MSB) gehört der Zähler. Der MSB ist zuständig für die korrekte Übermittlung der Zählerstände an den Energieversorger, damit dieser mit dem Kunden (Letztverbraucher) die Energielieferung korrekt abrechnen kann. Somit liegt es in der Verantwortung des MSB zu entscheiden, welchen Zähler er einsetzt. Wozu dient wohl diese Bitte?
EmpowerSource hat geschrieben:3. Bloß weil der Kundenbetreuer eures VNB gerade keine Ahnung hat oder auf das geltende, umständliche Anmeldeverfahren verweist, bedeutet dass nicht, dass es im Hintergrund keine diesbezüglichen Überlegungen gibt. Das E-Netz Südhessen plant etwa gerade ein eigenes Formular, die Netze BW prüfen aktuell unser bundesweit einheitliches Anmeldeverfahren, etc.
Auf dieser Veranstaltung hatte ich Gelegenheit mit einem der Geschäftsführer von E-Netz Südhessen zu sprechen. Ich hatte nicht den Eindruck, das da etwas voran geht.
EmpowerSource hat geschrieben:4. …die neue Niederspannungsrichtlinie VDE AR-N-4105 vom 19.10.18 schreibt implizit vor, dass ein Zweirichtungszähler verbaut werden muss (nicht alle Netzbetreiber halten sich aber daran). Manche Netzbetreiber sozialisieren die Kosten hierzu, andere berechnen sie dem Anschlussnutzer direkt. Die Kosten liegen im Normalfall zwischen 60,- und 150,- €.
Kosten für den Verbraucher? Für einen Zähler im Besitz des MSB? Messkosten sind doch in der Stromrechnung schon enthalten. Auf welcher Rechtsgrundlage wird hier der Letztverbraucher belastet? Es besteht doch kein Vertragsverhältnis zwischen dem Stromverbraucher und dem MSB. Oder soll dieses durch die "Bitte" (siehe oben) hergestellt werden?
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Re: Anmeldung/Genehmgung bei Stromanbieter

Beitragvon VIC-RAPTOR » 11.11.2018, 07:05

Moin, moin,

In Sachen saldierende PV-Anlage oder Umschaltanlage, wir nennen das VIC-USV und VIC-ESS gibt es folgende Vorgehensweise unter Beachtung aller Vorschriften und Normen:

1. saldierend: Genehmigung keine nötig Anmeldung zwingend nötig
2. umschaltanlage: Genehmigung keine nötig Anmeldung nicht zwingend nötig wird aber immer empfohlen

So gab es fast nie Diskussionen teilweise wurde auf Kosten des VNB zweirichtungszähler eingebaut teilweise nicht. Das ist soweit alles ausgehandelt und fest gezurrt.

Melden muss man weil es der Gesetzgeber verlangt das hat kein Netzbetreiber oder gar die BNA erfunden sondern ist eine Ergänzung beim EE-Gesetz. Netzbetreiber und BNA haben nach der eigentumsgrenze nicht viel zu melden.

Logischerweise müssen auch Plug in Modelle gemeldet werden und wer sich nicht sicher ist wie die Meldung erfolgen soll nimmt ein weißes Blatt Papier schreibt drauf wer man ist und was man melden will, schickt das ganze zum Netzbetreiber dann hat man seine Meldepflicht erfüllt.

Hier wird es zukünftig keine Gesetze extra für Plug in geben weil da keiner dran interessiert ist. Es wird auch keinen Streit darüber geben da auch keiner von denen einen per Gerichtsurteil verabschiedeten Beschluss möchte, das wärefür denen der schlimmste Fall :D

Sonnige Grüße :danke:
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Re: Anmeldung/Genehmgung bei Stromanbieter

Beitragvon EmpowerSource » 11.11.2018, 11:32

Dem Verteilnetzbetreiber (VNB) als grundzuständigen Messstellenbetreiber (MSB) gehört der Zähler. Der MSB ist zuständig für die korrekte Übermittlung der Zählerstände an den Energieversorger, damit dieser mit dem Kunden (Letztverbraucher) die Energielieferung korrekt abrechnen kann. Somit liegt es in der Verantwortung des MSB zu entscheiden, welchen Zähler er einsetzt. Wozu dient wohl diese Bitte?

Wenn ein dritter Messstellenbetreiber im Spiel ist, dann ist ja eh meist eine moderne Messeinrichtung gesetzt. Der Prozentsatz mit externem MSB ist aber wirklich sehr gering.
Auf dieser Veranstaltung hatte ich Gelegenheit mit einem der Geschäftsführer von E-Netz Südhessen zu sprechen. Ich hatte nicht den Eindruck, das da etwas voran geht.

Man wird sehen, was wir erreichen können.
Kosten für den Verbraucher? Für einen Zähler im Besitz des MSB? Messkosten sind doch in der Stromrechnung schon enthalten. Auf welcher Rechtsgrundlage wird hier der Letztverbraucher belastet? Es besteht doch kein Vertragsverhältnis zwischen dem Stromverbraucher und dem MSB. Oder soll dieses durch die "Bitte" (siehe oben) hergestellt werden?

Es geht um den Wechsel, nicht um den Zähler. Handwerkerkosten also, die im Rahmen des bereits bestehenden Verhältnisses zum VNB/MSB bereits geregelt sein sollten.
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