Zubau Zahlen Bundesnetzagentur

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Zubau Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon IqRS » 05.01.2011, 21:54

Nach langem Warten sind jetzt die Oktoberzahlen zum Zubau veröffentlicht worden:

Es waren 340,5 MW
http://www.bundesnetzagentur.de/cln_193 ... epage.html

Damit wurden zwischen Januar und Oktober insgesamt 5712,9 MW neu ans Netz angeschlossen. Gegenüber dem Vormonat ist der Zubau etwas zurückgegangen (493 MW waren es im September). Der Zuabu dieses Oktobers entspricht ziemlich genau dem Zuabu aus dem letzten Jahr (379 MW)
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Re: Okotober Zahlen

Beitragvon orosee » 06.01.2011, 01:50

Na, dann noch 500 MW im November und 2 GW im Dezember, und wir haben unsere 8GW+!

Wurmt mich aber, dass die BNA immer 3 Monate wartet. 2010 haben wir doch gesehen, dass es notfalls auch schneller geht, und die "Schaetzungen" i.d.R. ziemlich genau sind.

Was micht noch wundert ist der Unterschied zwischen "Installation" und "Meldung". BNA Daten sind doch Meldungen, ansonsten waere es kaum moeglich, dass in der letzten Juniwoche 2010 1GW++ installiert worden waeren. Aber heisst das nicht: Wenn in den fuer die Berechnung der Degression herangezogenen Monate alle davon Abstand genommen haetten, eine Meldung einzureichen, waere die Degression fuer 2011 eventuell nur 3% gewesen? Und nach Veroeffentlichung haetten dann alle im November ihre Anlagen gemeldet... die 3-4 verlorenen Monate haette man doch locker wieder reingeholt.

Eine Stimme im Kopf sagt mir zwar "so geht das nicht!", aber trotzdem: ginge das? Konkreter Grund fuer die Frage: 2011 koennten ja z.B. die H1 Daten fuer eine Absenkung ab Juli benoetigt werden (aktueller Diskussionsvorschlag), bei 3 Monaten Verzug und eventuell nur 250MW Zubau in Q1 2011 gaebe es aber kaum sinnvolle Zahlen, um eine Degression auf Basis des 3.5GW Zielkorridors zu berechnen. Und Q4 2010/Q1 2011 zu nehmen, wuerde durch den Jahresendspurt auch keine gerechte Grundlage schaffen.
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Re: Okotober Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon batome » 06.01.2011, 12:58

Die 8+ sind aus mehreren Gründen unrealistisch:
a) Niedrige Renditen
b)Wegfall der Förderung auf Ackerflächen, die den Jahresendboom normalerweise ankurbeln
c) Winterwetter
d) die Party ist bereits Ende Juni gelaufen
Meine Schätzung ist also 350 MWp im November und etwas mehr ca. 500 MWp im Dezember. Das macht dann ca. 6,5 GWp.
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Re: Okotober Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon orosee » 07.01.2011, 03:08

Ich hoffe auf 7... was mich gerade sehr ueberrascht hat ist, dass iSuppli gerade verlautbart, dass sie mit >9GW in Deutschland fuer 2011 rechnen (>20GW weltweit). Auch einige andere Experten (oder "Experten", das haengt von der Richtigkeit der Vorhersagen ab) sehen fuer 2011 Wachstum von um die 50% weltweit. Auf der anderen Seite gabe es im November und Dezember 2010 Schaetzungen, die nur zwischen 3 und 5GW in D fuer moeglich halten. Das ist in etwa so, als ob die Wettervorhersage fuer morgen "Schneefall oder 26 Grad, oder irgendwo dazwischen" angibt. Die einzigen, die 2009 annaehernd richtig gelegen haben, waren damals PHOTON Consulting - die wurden damals heftig kritisiert, bis im April die Dezemberzahlen (2009) kamen. Bis dahin war ja fuer fast alle 2009 ein eher enttaeuschendes Jahr gewesen.

Klar, man darf sich nicht auf eine Wiederholung 2010 verlassen, aber anscheinend darf man in der PV ruhig sagen: "Ich weiss, dass ich nichts weiss".
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Re: Okotober Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon GAST » 07.01.2011, 19:28

Hallo,
auf Grund der Tatsache das wir so gut wie keine neuen Freiflächenanlagen mehr bekommen haben, die Einspeisevergütung im Oktober erneut abgesenkt wurde und als letztes der extrem frühe Wintereinbruch mit viel Schnee in ganz Deutschland, werden wir wohl kaum noch so einen gigantischen Zubau im Nov/Dez. wie in 2009 erreicht haben.
Was ist eigentlich wenn die hochgerechnete Zubaumenge für 2010 nicht erreicht wurde, wird dann die vorhergesagte Kürzung der Einspeisevergütung teilweise wieder zurückgenommen??

Gruß
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Re: Okotober Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon batome » 08.01.2011, 13:30

Wieso sollte da irgendwas zurückgenommen werden? Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Auch 6,5 GWp liegt weit über der politischen Wunschgrenze von max 3,5 GWp. Deswegen wird es auch keinen Zubau von 11 oder 9 geben, selbst 5 GWp werden 2011 politisch nicht mehr akzeptiert werden. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass Industriestrom in DE im europäischen Vergleich durch die erhöhte EEG-Umlage zu teuer wird. Es wird 2011 solange gekürzt werden, bis der Zubau auf 3,5 GWp eingebremst ist. Kleine Überschreitungen sind 2011 noch möglich, aber einen Zubau wie dieses Jahr oder gar 9 GWp wird es nicht mehr geben.
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Re: Okotober Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon GAST » 08.01.2011, 15:46

batome hat geschrieben:Wieso sollte da irgendwas zurückgenommen werden? Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Auch 6,5 GWp liegt weit über der politischen Wunschgrenze von max 3,5 GWp. Deswegen wird es auch keinen Zubau von 11 oder 9 geben, selbst 5 GWp werden 2011 politisch nicht mehr akzeptiert werden. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass Industriestrom in DE im europäischen Vergleich durch die erhöhte EEG-Umlage zu teuer wird. Es wird 2011 solange gekürzt werden, bis der Zubau auf 3,5 GWp eingebremst ist. Kleine Überschreitungen sind 2011 noch möglich, aber einen Zubau wie dieses Jahr oder gar 9 GWp wird es nicht mehr geben.


Du weist aber schon das Industriestrom ein wenig anders in der EEG-Umlage behandelt wird.
Großverbraucher bekommen keine 3,5ct/kWh Umlage berechnet...würde ja auch schwierig werden bei ~5ct/kWh Bezugspreis...
Je nach "Größe" zahlen diese ab 0,05ct/kWh Hier nachzulesen.
Was politisch gewollt ist und was notwendig ist um die CO2-Minderungsziele die sich die Regierung auf die Fahnen geschrieben hat zu erreichen sind aber mind. 2Paar Schuhe :!:
Aber du als größter Kritiker der Erneuerbaren weist das bestimmt, wofür überhaupt EE, wo doch der Strom aus der Steckdose kommt :danke:

Gruß
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Re: Okotober Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon batome » 08.01.2011, 16:22

FYI

Allein die Erhöhung der EEG-Umlage um 70 % für 2011 wird die deutsche Industrie 2 Mrd. Euro zusätzlich kosten. Der – wenn auch gemilderte – Anstieg der Ökosteuer kommt wohl mit ca. einer halben Mrd. Euro hinzu.
[...]
Bild
http://www.vik.de/index.php?id=71&backPID=71&tt_news=217
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Re: Okotober Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon GAST » 08.01.2011, 17:25

@batome
nur gut das die EEG-Umlage zwar seit 2003 zwar um ~3,1ct/kWh angestiegen ist....aber genausogut ist doch die Tatsache das die Energieversorger seit 2003 nahezu die gleiche Summe je kWh mehr vom Industriellen Verbraucher verlangen!!

Also ist einzig und alleine das EEG, ach ne einzig und alleine der Energieversorger, nee moment mal BEIDE sind zu gleichen Teilen am Preisanstieg verantwortlich...

Schau dir solche Tabellen erst an, dann poste sie...vermeidet manchmal eine peinliche Situation!!

Was deine Tabelle aber ganz deutlich zeigt ist die Tatsache das er kleine Endverbraucher von den Energieversorgern abgezockt wird.
2009 hatten wir einen Börsenpreis von 8,01ct/kWh, 2011 haben wir einen von 5,67ct/kWh, das sind 2,34ct/kWh Gewinnmaximierung auf Kosten der "kleinen" wenn ich jetzt sehe das die EEG-Umlage um 2,4ct/kWh angestiegen ist, dann hätte die reale Strompreiserhöhung aufgrund dieser (wie ja immer betont wird) bei 0,06ct/kWh liegen dürfen.

Damit würde der sovielzitierte Durchschnittshaushalt mit 4000kWh nur ~2,4€ Mehrkosten statt ~93€ Mehrkosten im Jahr haben!!
D.h. das die Energiekonzerne am zitierten Kunden 90€ Zusatzgewinn verbuchen!!

Gruß
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Re: Okotober Zahlen Bundesnetzagentur

Beitragvon Sonnenmehr » 10.01.2011, 11:05

orosee hat geschrieben:Klar, man darf sich nicht auf eine Wiederholung 2010 verlassen, aber anscheinend darf man in der PV ruhig sagen: "Ich weiss, dass ich nichts weiss".

:mrgreen:
Die Chronologie des EEG verwirrt mich total.
Ich bin ein flämische PV-Fan und will gerne das EEG besser verstehen.

Photovoltaik gesagt, was wir erwarten können
http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... 100004253/
Bereits im Januar oder Februar könne ein Gesetzentwurf mit neuen Einschnitten vorliegen, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. Eine Vorabfassung des EEG-Erfahrungsberichts soll nun schon deutlich vor März in Umlauf gebracht werden. Zum 1. Januar 2012 steht dann die nächste große EEG-Novelle an.

Im Sommer 2010 haben wir die sogenannte PV-Novelle erlebt.
Die PV-Novelle sieht Änderungen vor:
einmalige Absenkung der Vergütung in zwei Phasen
aber auch
Anpassung der Degression an die Marktentwicklung.

In März 2011 ist möglicherweise eine neue PV-Novelle wirksam die auch eine Anpassung der Degression für 2012 gibt.
Aber die EEG-Novelle 2012 kann die Degression 2012 bereits ablehnen!
Es bedeutet, grosse Unsicherheiten für 2012!!
Diese Verwirrung ist doch sehr stressig. :oops:
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