Prof. Quaschning: Der Quatsch mit dem Eigenverbrauch

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Re: Prof. Quaschning: Der Quatsch mit dem Eigenverbrauch

Beitragvon Energiesparer51 » 27.04.2018, 17:12

PV-Berlin hat geschrieben:Ich habe mal wieder eine komische PN bekommen. Für alle, die meinen, ich schreibe unverständlich: ....


Solche Leute gibt es? :D
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Re: Prof. Quaschning: Der Quatsch mit dem Eigenverbrauch

Beitragvon RolandD » 28.04.2018, 00:33

Die EEG-Förderung streichen und schon macht es Sinn. Bei einer Vergütung die dem Börsenpreis entspricht muss man entweder groß bauen um wirtschaftlich zu arbeiten oder aber den EV bedienen. Und den EV bedient man mit 15 oder 20 KWp nicht mehr wirtschaftlich.

Baut man 15 GW pro Jahr zu ist man in 6 Jahren bei 90 GWpv - also das was einer Einspeisebegrenzung von 70% entsprechen wird, nur um den *Neuen* PV-Strom noch ins Netz zudrücken zu können.

Früher oder Später wird man die PV ohne eine Begrenzung auf 30-40% der Einspeiseleistung nicht mehr an Netz lassen.
Der Speicher um den Strom von Mittag in den Abend zu bringen wird dann obligatorisch sein.

Das mittelfristige Szenario für die PV wird also so aussehen. Einspeisebegrenzung und Vergütung nach Börsenpreis. Teurere Kleinanlagen finanzieren sich in erster Linie über den EV.
Wenn nötig - und bis her ist es nötig - wird man den Abendstrom aus dem Speicher noch Extra Vergüten. Und zwar nach Bedarf - also in Abhängigkeit von der Parallelen Windeinspeisung - welche natürlich ähnlichen Begrenzungen unterliegen wird wie die PV.

Solange das klassische EEG läuft besteht dafür natürlich kein Bedarf. Behält man es bei - wird das Speichermanagement - und damit die Veredlung des EE-Stroms zwangsweise in den Händen der Netzbetreiber oder EVU landen. Dann gehen die Netzentgelte - besonders in der Investitionsphase durch die Decke und man bietet wieder Angriffsfläche um den Ausbau zu begrenzen. Man wird den Fehler des EEGs einfach wiederholen.
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Re: Prof. Quaschning: Der Quatsch mit dem Eigenverbrauch

Beitragvon PV Ndh » 28.04.2018, 11:07

RolandD hat geschrieben:Die EEG-Förderung streichen und schon macht es Sinn. Bei einer Vergütung die dem Börsenpreis entspricht muss man entweder groß bauen um wirtschaftlich zu arbeiten oder aber den EV bedienen. Und den EV bedient man mit 15 oder 20 KWp nicht mehr wirtschaftlich.

Sinnvoll wäre das nur wenn dann die EEG Umlage auf den Primärenergieverbrauch gezahlt werden müßte.

Baut man 15 GW pro Jahr zu ist man in 6 Jahren bei 90 GWpv - also das was einer Einspeisebegrenzung von 70% entsprechen wird, nur um den *Neuen* PV-Strom noch ins Netz zudrücken zu können.

Früher oder Später wird man die PV ohne eine Begrenzung auf 30-40% der Einspeiseleistung nicht mehr an Netz lassen.
Der Speicher um den Strom von Mittag in den Abend zu bringen wird dann obligatorisch sein.


130GW PV reichen nur leider bei weitem nicht aus. Der Wärme und Mobilitätssektor muss auch noch bedient werden. Später wird noch der Bereich der Saisonalspeicher Nachfrage generieren. Somit sind auf lange Sicht (20-30+ Jahre) eher um die 1TW PV Leistung angebracht, die Fläche dafür ist in Deutschland ausreichend vorhanden (derzeitige Maisanbauflächen, Ost, West und Norddächer). Bei dezentraler Verwertung durch Speicher und Wärmenutzung sollte das für das Stromnetz auch kein unlösbares Problem darstellen. Eine feste Begrenzung der Einspeiseleistung? Kann doch genauso gut durch Abregelung bei vollständiger Netzauslastung erfolgen. Je nach dem wie teuer PV Anlagen dann sind, wären auch Abregelverluste von 10-30% nicht dramatisch.

Das mittelfristige Szenario für die PV wird also so aussehen. Einspeisebegrenzung und Vergütung nach Börsenpreis. Teurere Kleinanlagen finanzieren sich in erster Linie über den EV.
Wenn nötig - und bis her ist es nötig - wird man den Abendstrom aus dem Speicher noch Extra Vergüten. Und zwar nach Bedarf - also in Abhängigkeit von der Parallelen Windeinspeisung - welche natürlich ähnlichen Begrenzungen unterliegen wird wie die PV.

Solange das klassische EEG läuft besteht dafür natürlich kein Bedarf. Behält man es bei - wird das Speichermanagement - und damit die Veredlung des EE-Stroms zwangsweise in den Händen der Netzbetreiber oder EVU landen. Dann gehen die Netzentgelte - besonders in der Investitionsphase durch die Decke und man bietet wieder Angriffsfläche um den Ausbau zu begrenzen. Man wird den Fehler des EEGs einfach wiederholen.
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Re: Prof. Quaschning: Der Quatsch mit dem Eigenverbrauch

Beitragvon RolandD » 28.04.2018, 21:48

PV Ndh hat geschrieben:Sinnvoll wäre das nur wenn dann die EEG Umlage auf den Primärenergieverbrauch gezahlt werden müßte.


Wenn man die EEG-Förderung ausläuft - braucht man keine Umlage.

30-40% Einspeisebegrenzung sind unabhängig von Last. Das ist ja das hübsche an einer Relativen Zahl
z.B. 1000 TWh entsprechen bei PV und WKA dann eben jeweils 330 GW. 1000 TWh sind 120 GW mittlere Last

-> 120 GWlast/ 330GWpv sind beispielsweise 36%.

Erreicht man bei der WKA höhere VLh-Zahlen kann man den Faktor verändern.

Deine Langzeitspeicherung der Überschüsse - zum Beispiel PTG - würde vor der Netzeinspeisung erfolgen. Am Netzeinspeisepunkt der WKA-Parks zum Beispiel - eine mögliche Rückverstromung könnte auch dort erfolgen.
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Re: Prof. Quaschning: Der Quatsch mit dem Eigenverbrauch

Beitragvon PV-Berlin » 30.04.2018, 12:14

Eine neue 'Förderung' benötigt man dann für die EE nicht mehr! Richtig! aber wir haben ja nicht nur die Verpflichtungen aus den Zusagen der EE, sondern jede Menge Verpflichtungen und Kostenübernahmen aus dem Mittelalter der Energiebereitstellung:

Steinkohle: Ewigkeitskosten im Multi-Multi-Milliardenbereich, oder man gibt das gesamte Ruhrgebiet auf + den Rhein.
Braunkohle Tagebaue, die ebenfalls wieder rekultiviert werden müssen. (Nur Narren meinen, das dazu die 'Rücklagen' ausreichen werden.

Die EEG Umlage ist dann die Gesamtsumme, die als Steuern und Abgaben auf dem Energieverbrauch draufzuschlagen ist.
denn Energie wäre sonst derart billig, das in einer solchen Volkswirtschaft wie unserer, kein Anreiz entsteht, um damit sparsam und sorgsam umzugehen. Bei 40.000 $ BIP je EW, muss Strom mehr kosten, als bei 4.000 $ .

Zudem kostet der Umbau dann doch erst mal viel Geld. Es sind ja nicht nur die Netz im Land, es werden ja Netze Europaweit benötigt und darüber hinaus. Dazu mag man stehen wie man möchte, aber D. als Land, welches vom Umstieg auf die EE am meisten profitieren wird (Direkt und Indirekt) , wird wohl den Löwenanteil stemmen müssen, was auf jeden Fall besser angelegtes Geld sein wird, als Milchseen, und anderen Überproduktionen zu subventionieren.

Als Beispiel:
Griechenland wird seine Wirtschaft in Schwung bekommen, wenn die Energieimporte sich um Minimum 50% zurückbilden werden.

Real werden die Energiekosten trotzdem sinken, aber zum Glück sind die Menschen analog gestrickt, so dass sie das Gefühl haben, werden, Energie wird immer teurer, denn die andere Seite der Medaille (Umstieg auf EE) ist halt, die Effizient des Energieverbrauch stetig zu erhöhen.

Die Energiesteuern sind eine Quelle der Finanzierung des Staates. Wer daran rüttelt, soll bitte erklären, woher, bzw. noch besser, wer dann die Kosten übernehmen soll. Im Moment wird weder über die 'magischen' 25% diskutiert, noch ist die EU in der Lage, den systematischen Steuerbetrug diverser Konzerne einen Riegel vorzuschieben. Deshalb kann ich nur davon ausgehen, dass man die Staatsquote bei den geringen bis mittleren Einkommen (Angestellte und Personengesellschaften) noch weiter ausdehnen wird wollen? Ja klar, meine 25% + Soli stehen im keinen Verhältnis zu den > 70% einer Pflegekraft ! Am besten gleich eine Kopfsteuer erheben *der feuchte Traum von Lindner & Co.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Prof. Quaschning: Der Quatsch mit dem Eigenverbrauch

Beitragvon PV-Berlin » 30.04.2018, 12:23

30-40% Einspeisebegrenzung sind unabhängig von Last. Das ist ja das hübsche an einer Relativen Zahl
z.B. 1000 TWh entsprechen bei PV und WKA dann eben jeweils 330 GW. 1000 TWh sind 120 GW mittlere Last

-> 120 GWlast/ 330GWpv sind beispielsweise 36%.


Zu diesem gesunden Nichtwissen, gibt es massig Studien von diversen alimentierten Forschungseinrichtungen, die zwar auch nur als Taube dem Wind lauschen, aber auf jeden Fall die Dinge in ihrer Komplexität versuchen zu erfassen und deshalb auch viele Daten, Quellen und Ansätze bearbeiten.

* Nur ein Hinweis: Es wird zu jeder Sekunde in D. mehr fossiler Brennstoff verbrannt, um ganz schnöde Wärme zu haben, als Strom durch die Netze geht! Der Bereich Mobilität saugt im Moment mehr als 1.500 TWh p.A. an Energie auf.

Da diese beiden Senken nicht nur gigantisch groß, sondern auch eine ganz anderen Struktur (temporäres Verhalten) besitzen, saugen sie alles auf, was produziert werden wird! Sofern man einige Seiten Papier beschreibt und den Räubern + deren schlauen Jungs machen lässt!
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