Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon alterego » 05.12.2017, 19:11

DE[NK]ZENTRALE ENERGIE hat geschrieben: (wobei er den sowieso bekommt, aber nur später).

Wenn der VNB ernst macht, noch nicht mal das, aber er bekommt das selbe Gerät (habe hier irgendwo gelesen, daß manche VNB nur noch Zweirichtung verbauen - selbst habe ich auch schon Zweitarif an einem normalen Hausanschluß gesehen, da wird halt die Umschaltung einfach nicht genutzt; wenn die höheren Stückzahlen das hergeben, hat ja niemand einen Schaden) womöglich günstiger. Wenige VNB schaffen es ja sogar Smartmeter zum selben Preis wie bisher anzubieten, vorwiegend solche, die noch Ableser rumschicken und nciht die Kunden selbst ablesen lassen.

Das "blöde" an 7kWp ist halt oft, daß es ungünstige Strings gibt. Entweder zwei kurze um nah dran zu kommen oder ein langer und man ist schon wieder ein ganzes Stück drunter. Die Solarteure haben es da auch nicht einfach.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon Schoenberg » 01.03.2018, 22:12

Meine Meinung zu der Studie ist : ziemlich schlecht.
Der Titel der Studie ist ungenau spezifiziert und hoch missverständlich, und enthält nebenbei auch schon das "Ergebnis" der Studie.

Grundannahme scheint zu sein, dass unter "Eigenverbrauchsoptimierung" zu verstehen ist, dass möglichst viel (absolut - in kWh) des Eigenverbrauchs abgedeckt sein soll. Und zwar egal wievielfach überdimensinoiert die Erzeugung gegenüber dem Eigenverbrauch angesetzt wird. Die Verfünffachung des Kapitalaufwandes zur 50%igen Erhöhung des "Eingenverbrauchsanteils" sieht angesichts der übrigen Konsequenzen für mich nicht logisch aus.

Kann man machen, muss aber nicht. Eine Maxime z.B. kann sein, dass eine Anlage möglichst viel (des erzeugten - in Prozent) Eigenverbrauchs abdecken soll, aber ohne jede Einspeisung (und deswegen wirtschaftlich) sein soll. Damit landet man dann aber bei Kleinstanlagen, die noch unterhalb der in dieser Studie betrachteten 2 kWp-Anlagen liegen.
Der Grund dafür ist ja genannt: Eigenverbrauch kann man mit den Stromkosten von 24+ Cent gegenrechnen, Einspeisung nur mit 12, oder so.
Diese Konstellation - viel Eigenverbrauch, aber OHNE EEG - ist so in der Studie erwähnt.....

Insofern trägt die Studie imho sehr wenig dazu bei, die Abhängigkeit des Ergebnisses der Studie in Anhängigkeit von dem eigentlichen Ziel eines PV Bauers klarzustellen.

So sieht die Studie dann so aus, als ob das Ergebnis schon feststand, bevor die Argumentationskette fertig war.

Ja, ich würde eine Pipifax-Anlage, wie es ein Vorposter nannte, bevorzugen. Die kann nämlich wirklich wirtschaftlich sein, Installationspreis gegen Erzeugung im (nur)Eigenverbrauch, in wenigen Jahren.

Bei den größeren Anlagen, mit Einspeisung, von "Wirtschaftlichkeit" zu reden, wobei man dabei von 20 Jahren redet, lässt mich an Brückenbauer oder Hauskäufer denken... langfristige Geschäftsmodelle für Investoren, die genug Geld übrig haben.

Ich sehe solche Anlagen nicht als "wirtschaftlich", sondern als Verdienstschema eines "sure losers" mit Rendite durch Abgreifen hoher Subventionen von allen Stromkunden, also auch von mir.

Nicht dass ich was dagegen habe - aber man sollte es wenigstens richtig betrachten.
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon PV-Berlin » 02.03.2018, 18:05

Insofern trägt die Studie imho sehr wenig dazu bei, die Abhängigkeit des Ergebnisses der Studie in Anhängigkeit von dem eigentlichen Ziel eines PV Bauers klarzustellen.



Die Ziele sind eben sehr unterschiedlich! Ich möchte möglichst viel EE Strom produzieren, das bedeutet schlicht, dass ich das Maximum an PV und Wind zubauen muss! Das bedeutet eben auch, dass ich sehr viel Geld benötige und das bedeutet schlicht, dass die Anlagen möglichst groß (die MWh werden immer günstiger) werden und optimal arbeiten sollten in einem politisch Umfeld, das kein allzu großes Risiko birgt ( D . fällt da schon mal aus) *Kredite, Risiko, Ertrag

Subventionen? wohl nicht ganz im Bilde! Welche GuD, welches Steinkohlekraftwerk oder was auch immer (fossil & atomar) würde jemand errichten wollen, dem nur 4,33 Cent je kWh versprochen werden?

Ansonsten gilt noch immer, dass wir hier Kapitalismus haben und wie ich schon oben beschreiben wollte, das Geld nicht auf Bäumen wächst! Es sind ja nicht alle PV Bauern gleich erfolgreich, habe ich mir sagen lassen! *fg
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon Schoenberg » 21.03.2018, 15:25

PV-Berlin hat geschrieben:
Insofern trägt die Studie imho sehr wenig dazu bei, die Abhängigkeit des Ergebnisses der Studie in Anhängigkeit von dem eigentlichen Ziel eines PV Bauers klarzustellen.



Die Ziele sind eben sehr unterschiedlich!

So ist das .

PV-Berlin hat geschrieben:Ich möchte möglichst viel EE Strom produzieren, das bedeutet schlicht, dass ich das Maximum an PV und Wind zubauen muss! Das bedeutet eben auch, dass ich sehr viel Geld benötige und das bedeutet schlicht, dass die Anlagen möglichst groß (die MWh werden immer günstiger) werden und optimal arbeiten sollten in einem politisch Umfeld, das kein allzu großes Risiko birgt ( D . fällt da schon mal aus) *Kredite, Risiko, Ertrag


Das sei dir gegeben. Einer will über die Umlage Geld verdienen, einer will maximale Autarkie, einer will Eigenbedarfsdeckung nur mit höchstmöglicher Wirtschaftlichkeit.
Da kommen dann ganz verschiedene Anlagen bei raus.

PV-Berlin hat geschrieben:Subventionen? wohl nicht ganz im Bilde! Welche GuD, welches Steinkohlekraftwerk oder was auch immer (fossil & atomar) würde jemand errichten wollen, dem nur 4,33 Cent je kWh versprochen werden?


Das ändert nichst daran, dass die EE-Umlage von allen bezahlt wird. Also auch von mir.

Imho ist das ganze Photovoltaik erfolgreich, aber auch völlig aus dem Ruder gelaufen. Das Ziel war, den Anreiz zur wirtschaftlicheren Herstellung von Solarzellen zu geben. Das Ergebnis war, das streng nach Kapitalismus arbeitende rationalisierende Kaufleute die Produktionen in Billigländer verlagert haben. Mit dem Ergebnis, dass die Investitionen nicht (mehr) an deutsche Firmen gingen, und die Qualität der Module im A(llerwertesten) war.

Aber was solls, solange es genügend Leute wie dich gibt, die sich auf 20 Jahre Projekte auf ihrem Hausdach einlassen, wenn sie eines haben, so werden Industrie und Handwerk so weitermachen wie bisher.

Und die anderen bleiben unbediente Kundschaft in grosser Masse, bis sie einer entdeckt oder ein Produkt auf den Markt bringt, was wirtschaftlich ist.
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon Elektron » 04.05.2018, 07:47

Elektron hat geschrieben:Hallo,

wir haben zusammen mit der DE[NK]ZENTRALE ENERGIE eine Kurzstudie zu "Eigenverbrauchsoptimierung ja, aber nicht über die Anlagengröße!" entworfen.
In den letzten Monaten fällt uns auf, dass viele neue User im Forum das Potential der Dachfläche nicht nutzen wollen und mehr den Fokus auf einen reinen Eigenverbrauch legen. Nach unserer Ansicht ist diese aber der verkehrte Weg und führt oftmals zu teuren Anlagen.

Download der Kurzstudie:
Studie_EV Optimierung.pdf

+112 Downloads vorherige Version

Gruß Elektron


Link zur Studie: photovoltaik-news-f25/kurzstudie-eigenverbrauchsoptimierung-und-anlageng-t118962.html#p1524218

Sehr schön, dass Prof. Volker Quaschning das Thema unserer Kurzstudie in seinem Vortrag aufgenommen hat:

Ab 4:45



"Pflanzt einen Baum vor die PV-Anlage, dann steigt der Eigenverbrauch-Anteil!"

Gruß Elektron
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon einstein0 » 04.05.2018, 08:34

Ja, soweit hat es die Klimapolitik weltweit gebracht:
"Macht die Dächer voll" wird leider immer häufiger ignoriert, auch in Australien, oder in der Schweiz.
Und der Grossteil der Bevölkerung macht gar nichts mehr, weder in PV-Zubau, noch mit Elektromobilität... :(
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon PV-Express » 04.05.2018, 18:23

einstein0 hat geschrieben:Ja, soweit hat es die Klimapolitik weltweit gebracht:
"Macht die Dächer voll" wird leider immer häufiger ignoriert,


Du kannst einem Laien (Neukunden) keinen Vorwurf machen. Der wird schließlich von einem "Solarteur" beraten und verläßt sich drauf. Und da ist Tenor: Nur Eigenverbrauch, möglichst nahe 100%, ist rentabel. Und die Leute glauben halt dem Profi :twisted:

Die wenigsten finden vorher den Weg ins Forum, eine Handvoll anschließend, weil sie Probleme haben und die meisten gar nicht :wink:
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon einstein0 » 04.05.2018, 18:29

PV-Express hat geschrieben:Die wenigsten finden vorher den Weg ins Forum, eine Handvoll anschließend, weil sie Probleme haben und die meisten gar nicht :wink:

Ja du hast recht! Doch das Forum bietet auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
Fragt man drei "Fachleute" um Rat, kriegt man vier Antworten...
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon PV-Express » 04.05.2018, 18:38

naja, wenns um die Wirtschaftlichkeit geht, wurde HIER noch nie gelogen. Ich meine beraterischerseits! Da gibt es keine Meinugen, da gibts harte Zahlen, Daten und Fakten. Schwarz auf Weiß :idea:
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Re: Kurzstudie: Eigenverbrauchsoptimierung und Anlagengröße

Beitragvon PV-Berlin » 05.05.2018, 10:35

Ich kann nur alle Solarteure eindringlich warnen und alle Vermittler (falls es den Berufsstand überhaupt noch gibt) . Potential seid ihr alle uneingeschränkt haftbar zu machen.

Falschberatung ist kein Tatbestand der sich nur auf Banken, Versicherung und auf den Fondsverkauf beschränkt. Ein Grund, warum ich nur mit Voll-Kaufleuten Geschäfte mache.

Winzige PV Anlage + Stromvernichter? Da ist garantiert mehr Geld am Ende abzudrücken, als die ganze Sache an Umsatz gebraucht hat, von 'Gewinn' nicht zu reden.

Ich glaube ja nicht, dass der Kunde euch unterschreiben hat, das er ausdrücklich und eindringlich darauf hingewiesen wurde, welch ein wirtschaftliches Desaster seine Bestellung im Vergleich zur optimalen Anlage darstellt.

Wer dann auch noch 'Schönrechnung' betreibt, der ist in weniger als 5 min durch (vor Gericht) , denn das haben die Richter am liebsten, wenn es ihnen so leicht gemacht wird: " Und sie als Fachmann, wussten es nicht besser?"

Glaubt mir! Auch die coolsten Lügenbarone haben sich nie getraut nein zu antworten! *Beteiligungen

Also liebe Kunden: Mein Tipp Nr. 1:
Nicht auf den Preis schauen, sondern nur darauf, ob da in 5 Jahren noch was zu holen sein wird.
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