Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon sidragon » 03.11.2018, 19:28

Ich bin auch mal gespannt, wie das am Ende tatsächlich umgesetzt wird. Die Bundesnetzagentur hat die Einspeisevergütung ja schon für inklusive Januar 19 veröffentlicht. Da ist der Referentenentwurf aus meiner Sicht schlampig und die Absenkung sollte in dem Sinne nicht vor 1.2.19 gemacht werden. Ich weiß nicht ob man rechtsstaatlich den Wert für Januar kassieren kann ohne sich rechtlich angreifbar zu machen...
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon Stenis » 03.11.2018, 19:52

Naja, ist eben ein Gesetz und die Bundesnetzagentur eben nur eine Behörde, die nach den aktuellen Gesetz handelt. Und wenn sich das Gesetz ändert, ist das eben alles Schnee von gestern.

Im Endeffekt betrifft das ja "nur" Anlagen ab 40 Kwp, aber da steht ja noch mehr drin...

(Seite 82 im Entwurf):
Indem § 37b Abs. 2 EEG 2017 gestrichen wird, erfolgt die jährliche Anpassung des Höchstwertes bei Solaranlagen künftig nicht mehr in Abhängigkeit von den Zubauzahlen, sondern durch die Bundesnetzagentur aufgrund des § 85a EEG 2017. Der Solarmarkt ist seit vielen Jahren durch schnelle Veränderungen geprägt. Eine Festlegungskompetenz wird diesen Rahmenbedingungen besser gerecht als eine automatische Anpassung der Höchstwerte.
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon PV-Berlin » 03.11.2018, 20:05

Klingt nach dem Einstieg in einen neue Bananenrepublik! Seit wann ist Kompetenz in Sachen Energiewirtschaft auf Deutschen Boden in verantwortlichen Positionen anzutreffen?

Auf wie viel Anteil wirkt sich die Änderung denn aus? Anlagen > 40 kWp ohne Ausschreibungen werden ja reichlich mehr Anteil am Gesamt-Zubau haben, als Pipifax & Co. auf dem 'befreiten' EFH .

Wenn man wenigstens eine Untergrenze mit festgelegt hätte, zum Beispiel das man Minimum 75% der belegbaren Fläche auf EFH Dächern voll machen oder es bleiben lassen muss :idea:

*Solange der EV bei Pipifax & Co. so behandelt bleibt, hat der 'Dicke Schleim' vom Deutschen Wähler keine Angst zu haben.
Weil wir ja eine Republik von so tollen Umweltaktivisten sind! :ironie:
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon Stenis » 03.11.2018, 20:18

§49 birgt auch Sprengstoff:
(3) Die monatliche Absenkung der anzulegenden Werte nach Absatz 1 Satz 2 verringert sich, wenn der annualisierte Brutto-Zubau von Solaranlagen den Wert von 2 500 Megawatt unterschreitet...

neu: statt 2500 MW nun 1900 MW - wird dann fast unmöglich, daß die monatliche Absenkung sich noch verringert...

und umgekehrt:
Die monatliche Absenkung der anzulegenden Werte nach Absatz 1 Satz 2 erhöht sich, wenn der annualisierte Brutto-Zubau von Solaranlagen den Wert von 2 500 Megawatt überschreit...
hier natürlich dann auch 1900 MW...

So geht die Vergütung natürlich noch schneller in den Keller...
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon eba » 03.11.2018, 22:41

Was ich in dem Referentenentwurf vermisse, ist die Freistellung des EV von der EEG-Umlage bei PV-Anlagen in der Größe bis 30kW.
Überall wird beihilferechtlich auf die EU hingewiesen, nur dies scheint völlig vergessen worden zu sein.
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon looser » 03.11.2018, 22:50

PV-Berlin hat geschrieben:
Holter hat geschrieben:Das ist unnötig: Schau Dir nur den Zubau Juli/August 2016 an und es wird schnell klar, dass diese Zeit nicht der Benchmark sein darf. Wenn wir einen nennenswerten Zubau größerer Aufdachanlagen haben wollen, dann müssen sich Ost-West Pachtanlagen in ganz Deutschland mit eigenem Trafo lohnen. Damit werden 99 kWp Südanlagen auf eigenem (Blech-)Dach in Bayern immer "überfördert" sein.


Die rechnen sich auch richtig! (Ost/West Dächer) nur eben nicht, wenn da ein 'Pächter' den Eigentümern irgendeinen Blödsinn eingetrichtert hat. Mich stört es nicht, das ein Scheunendach mit 99 KWp in 0° Süd 'überfördert ' sein soll. Was ich auch nicht glaube, das man da auf einen viel besseren Preis je kWh kommt, als auf einem Industriedach von 500 kWp.

Es wäre ja schon mal gut, wenn alle Dächer vollgemacht werden, wo ohnehin ein fetter Trafo steht. Da aber heute viele Solarteure als Projektentwickler und Vermittler fungieren und damit ihr Hauptgeschäft machen, ist es nicht verwunderlich, das die Realen Vollkosten (Mit Zinsen, Pacht etc. ) so dicht an der Vergütung sind.

Ich kann das auch nachvollziehen, mit den 2 bis 3 Projekten oberhalb von 100 KWp wird das ganze Jahr mit getragen. Die Kleinen Anlagen < 7,5 KWp sind kaum wirtschaftlich darzustellen (für den Solarteure) Und nur wenige, können einfach sagen:
< 30 kWp komme ich nicht raus!

Eine Frage an die Zupft! Wer hat denn schon mal 50 bis 75 KWp auf ein Neubau EFH gekloppt? * (Ost/West)

Wenn ich Solarteure sein müsste, würde ich die Deutsche Post und die Deutsche Telekom ansprechen. Deren Potential sollte für 2 3 Jahre gut reichen. * Die können ja als Immobilien Töchter mit ihren operativen Schwestern Kontrakte aufmachen mit / oder vielleicht ohne ein Stromhandelsunternehmen.



Die Dächer der neuen Postauslieferungshallen gehören privaten Investoren ( :mrgreen: ) nicht der Post.Die Post ist Mieter. Die alten Stützpunkte werden Aufgrund des explodierendem Internetbooms sukzessive dichtgemacht und neue, grössere mit privaten Investoren neu gebaut. Diese werden von diesen ( siehe auch von looser ) selber mit PV belegt und bedienen auch die E Autos.Also ist diese Schiene schon belegt.
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon MBIKER_SURFER » 03.11.2018, 23:12

MBIKER_SURFER hat geschrieben:Wenn die deutschen Politiker auch sonst EU beschlüsse so zügig umsetzen würden, hätte ich kein Problem damit.
Aber die Abschaffung der EEG Umlage für EV - beschlossen von der EU. in D?? :oops:


@eba:

Da sind wir uns einig - Scheinheilig - deren Argumentation bzgl. Überförderung. Aber Politiker sind eben hochgezüchtete Rosinenpicker :evil:
Gruß
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon open source energy » 04.11.2018, 00:41

Die Umlage auf EV ist doch völlig nebensächlich und hat so gut wie nichts mit dem Zubau zu tun.

Wer bei 18Ct/kWh 2,6Ct EEG Umlage abführen muss hat für den Strom dennoch eine "Vergütung" von 15,4Ct /kWh. Bei 800€/kWp und 900kWh kommt man auf fast 140€ und somit auf 17,3%. Bei Anlagen bis 30kWp mit rund 1000€ /kWp und 20Ct /kWh Strompreis kommen rund 17,4ct /kWh und somit 15,6%...

Wie das ein Problem sein soll?
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon alterego » 04.11.2018, 07:24

Stenis hat geschrieben:§49 birgt auch Sprengstoff:
(3) Die monatliche Absenkung der anzulegenden Werte nach Absatz 1 Satz 2 verringert sich, wenn der annualisierte Brutto-Zubau von Solaranlagen den Wert von 2 500 Megawatt unterschreitet...

neu: statt 2500 MW nun 1900 MW - wird dann fast unmöglich, daß die monatliche Absenkung sich noch verringert...

und umgekehrt:
Die monatliche Absenkung der anzulegenden Werte nach Absatz 1 Satz 2 erhöht sich, wenn der annualisierte Brutto-Zubau von Solaranlagen den Wert von 2 500 Megawatt überschreit...
hier natürlich dann auch 1900 MW...

So geht die Vergütung natürlich noch schneller in den Keller...

Nicht unbedingt, weil die Anlagen aus den Ausschreibungen nicht mehr mitgezählt werden, wie ich schon geschrieben hatte.
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Re: Kürzung Einspeisevergütung um 20% zum 01.01.2019 ?

Beitragvon open source energy » 04.11.2018, 08:36

Man muss halt wie immer schauen ob sich ein weiteres Modul rechnet oder nicht. Mit 8,33ct/kWh und 900kWh dürfte das weitere Modul so um die 750€ /kWp kosten um sich zu rechnen und das sollte eigentlich in den meisten Fällen auch machbar sein.
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