Moral und Gewissen

Alles, was sonst nirgends reinpaßt, aber noch einen Bezug zu PV hat

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Moral und Gewissen

Beitragvon Stromverbrecher » 10.07.2018, 08:53

Es war noch nie so einfach regenerative Strom zu erzeugen wie heute.
Es war auch noch nie so schwer Haus- Technologie an zu melden wie PV Anlagen auf dem Dach. Selbst 50.000Liter Heizöl im Haus zu lagern bekommt man ohne Anmeldung genehmigt.

Der Aufwand eine PV - Anlage legal an das Stromnetz zu bekommen ist ein enormer bürokratischer Kraftakt.

Deshalb stellt sich für den Betrachter die moralische Frage seine PV Anlage ohne Anmeldung bzw. schwarz / illegal zu betreiben.

So steht dem guten Gewissen regenerative Strom zu erzeugen dass schlechte Gewissen etwas illegales zu tun gegenüber.

Jeder muss dies natürlich selbst für sein Gewissen abwägen. Schnell stellt sich daher die Frage was passiert wenn man erwischt wird?

Im Netz gibt es keine Beispiele für Klagen oder Strafen für solche vergehen. Das Risiko erwischt zu werden ist vermutlich daher als gering ein zu stufen.

Welche Ordnungswidrigkeit bzw. welches Strafrecht tangiert eine illegale Einspeisung?

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) weist in seiner Energie-Info „Rechtliche Hinweise zum Verfahren bei Anschluss von „Plug-in“-Solarstromanlagen an das Niederspannungsnetz“ darauf hin, dass Verstöße gegen die Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV), die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) und das Steuerrecht möglich sind, falls lediglich ein nicht rücklaufgesperrter Bezugszähler als Messeinrichtung verwendet wird.



Kurzgesagt handelt es sich um zwei Ordnungswidrigkeiten ( Verstoß gegen die "Stromnetzzugangsverordnung StromNZV und Verstoß gegen Niederspannunganschlussverordnung NAV ).
Was unter Umständen teuer werden könnte, wäre die steuerrechtliche Sache (Steuerhinterziehung).

Hier stellt sich die Frage, gibt es eine rechtliche Grundlage seitens der Energieversorger solche Verstöße beim Finanzamt zu melden? Dazu findet man keine Informationen oder rechtliche Grundlagen im Netz.

Da jeder Energieversorger von Verboten und Strafen spricht, ist dies eher unwahrscheinlich. Wenn es richtige Strafen geben würde, wüssten das alle und man braucht nicht damit zu drohen. Außerdem gibt es keine gesetzliche Grundlage die dem Energieversorger erlaubt Verstöße mit Strafen zu Ahnden. Dies bleibt alleinig der Justiz vorbehalten.


Also die Frage die sich jeder stellen sollte: Umwelt schützen oder die Allgemeinheit betrügen?

Auch wenn die Gesetze und Verordnungen für die Anmeldung den legalen Betrieb von PV Anlagen von Gesellschaftsgruppen und Interessenverbänden über willige Politiker eingetütet wurden die nur ihrem eigenen Vorteil dienen und nicht der Gesellschaft, ist es moralisch vertretbar diese Absichtlich zu beugen?


Es bleibt unbestritten derzeit in Deutschland illegal.

Danke für´s lesen und evtl. hilfreiche Kommentare
Grüße
Stromverbrecher
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon MHL99974 » 10.07.2018, 09:33

Stromverbrecher hat geschrieben:Es war noch nie so einfach regenerative Strom zu erzeugen wie heute.
Es war auch noch nie so schwer Haus- Technologie an zu melden wie PV Anlagen auf dem Dach. Selbst 50.000Liter Heizöl im Haus zu lagern bekommt man ohne Anmeldung genehmigt.
Der Aufwand eine PV - Anlage legal an das Stromnetz zu bekommen ist ein enormer bürokratischer Kraftakt.
Grüße



Bevor man solche Sätze hier verewigt, sollte man vorher recherchiert haben denn das was du schreibst stimmt in keinster Weise. Wie es geht kann man sicher im Forum nachlesen und mit dem richtigen Partner (Solarteur,VNB) geht eigentlich alles.

Meine Anlage in Kurzform
Dokumente vom VNB gedownloaded, Vororttermin mit Elektromeister+VNB (alles vor dem Kauf der Anlagenteile).
Intensives Lesen im Forum. Dokumentation selbst erstellt, der E-Meister hat meine Anlage überprüft, WR angeschlossen und Zählerschrank erneuert. Dokumentation habe ich selbst eingereicht. VNB hat Zähler gesetzt. Vom Entschluss eine Anlage zu Bauen bis zur Fertigstellung hat es vier Monate gedauert.
Es war nicht nur die PV zu bauen sondern zusätzlich Sparren einzuziehen, Dachdeckung zu erneuern, ect.
Wie geschrieben alles in Eigenleistung Meine Dokumentation wurde vom VNB nicht beanstandet. Meine Anlage ging also
ohne bürokratischen Kraftakt in Betrieb.

PS meine Heizöltanks (1990) bzw deren Lagerung brauchten auch bürokratischen Akt und der TÜV war auch zum Überprüfen da.
Sonnige Grüße
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon Serin » 10.07.2018, 09:46

Ich denke das Problem mit dem bürokratischen Aufwand ist, dass sich vielen halt vorher eine PV Anlage ähnlich vorstellen wie einen Wasserkocher oder eine Kaffeemaschine, nur eben Andersrum:

"Anlage hinstellen, Stecker rein, fertig"

Wenn man mit dieser Einstellung an die Sache geht, dann ist es natürlich schon ein deutlicher Mehraufwand die Anlage offiziell in Betrieb zu nehmen.

Mit dieser Einstellung geht aber normalerweise eben keiner an sonstige "Hausbestandteile" (ja ich weiß, die Anlage ist ein eigenes Wirtschaftsgut).
Wenn ich ein neues Dach aufs Haus setze dann muss ich mich auch an Auflagen halten (ENEV oder KFW z.B.).
Oder ein Anschluss an die Kanalisation oder ERdgas oder so. Da muss man auch Medlungen machen und dann wollen Leute auch noch Geld dafür haben ;-)

Solange von "offziellen Anlagen" erwartet wird, ähnlich unbürokratisch zu sein wie Guerillaanlagen (Stecker rein und fertig), ist JEDES bisschen Bürokratie zuviel.
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon Fritzi1 » 10.07.2018, 10:08

Stromverbrecher,
erwartest Du hier etwa moralische Unterstützung, um kein schlechtes Gewissen beim Betrug der Allgemeinheit haben zu müssen?

Die Energie, die Du in deinen Beitrag gesteckt hast, hätte locker für das Ausfüllen zumindest eines der Formulare für den legalen Betrieb einer/deiner PV ausgereicht.
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon SInister_Grynn » 10.07.2018, 10:16

Ich sehe es so : man investiert arbeitszeit, welche man dann in in Form von EEG Vergütung entgeltlich vergütet bekommt
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon PV tut Not » 10.07.2018, 10:17

Ich weiß ja nicht, was ihr für Formulare habt. Aber zum Glück hat das alles mein Solarteur für mich erledigt.
Ich habe die Formulare ja dann bekommen, aber von meinem Wissen aus hätte ich da nicht gewußt, was ich da hätte reinschreiben müssen.
Allein dieser Formularkram ist ein mehr als 5mm dicker Papierstapel ... Verträglichkeitsnachweise, Konformitätserklärungen, Prüfnachweise etc ...

Das einzige, was ich selbst gemacht habe, waren:
- Anmeldung BNA
- Finanzamtkram (auch nochmal ein paar mm Papierstapel)
- Vertrag mit dem EVU für die Einspeisevergütung
SunPower: 30x E20-327, 27x X22-360, 57x Optimierer P500-5RM4MFM
SE5000, SE5K, SE7K
Tesla PW1 & PW2
Opel Ampera, Mitsubishi i-MiEV
Brennstoffzellen-BHKW + weitere PW2 in langfristiger Planung
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon machtnix » 10.07.2018, 10:21

das Anmelden ist das eine, man darf auch nicht vergessen die Anlage wieder abzumelden wenn zBsp. der Stecker gezogen wird.
Deshalb besteht man auch darauf, die Anlagen fest anzuschließen. :|
Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon wschmeiser » 10.07.2018, 11:39

@Stromverbrecher
Was unter Umständen teuer werden könnte, wäre die steuerrechtliche Sache (Steuerhinterziehung).


Nicht nur die steuerrechtliche Seite.

Es handelt sich zweifelsfrei auch um Betrug, §263 StGB. Ein Offizialdelikt. Wird von der Staatsanwaltschaft von Amts wegen verfolgt.

Gut, Staatsanwaltschaft muss Kenntnis davon erlangen. Aber wenn die Staatsanwaltschaft davon Kenntnis erlangt (Nachbarn, Verwandte, Freunde etc, VNB), dann wird es heftig.
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon Stromverbrecher » 10.07.2018, 13:31

Hallo wschmeister,

danke für den Hinweis. Tatsächlich gibt es diesen Paragraphen. Auch gibt es noch andere Paragraphen die solches Vorgehen tangieren.
Laut dem Verband der Bayerischen Energie und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW liest es sich wie folgt:

Rechtliche Hinweise:
Der Anschluss einer solchen Anlage kann zur Verwirklichung
mehrerer Straftatbestände führen:
    Körperverletzungstatbestände (§§ 223 ff StGB), falls
    Menschen Schaden nehmen.
     Fälschung technischer Aufzeichnungen (§ 268 StGB), bei
    Rücklaufen des Stromzählers.
     Betrug (§ 263 StGB), bei Stromabrechnung auf Basis des
    rückgelaufenen Zählerstands.
    Zusätzlich drohen zivilrechtliche Haftungsansprüche,
    falls Rechtsgüter Dritter Schaden nehmen
.


Hier der Link zu dem Dokument: https://www.swm-infrastruktur.de/dam/swm-infrastruktur/dokumente/strom/netzanschluss/vbew-kurzinformation-mikro-pv-anlagen.pdf

Auch wurde das Thema in diesem Forum schon an anderer Stelle Diskutieret:
https://www.photovoltaikforum.com/stoerungen-auffaelligkeiten-im-betrieb-von-pv-anla-f99/leider-muss-ich-von-problem-reden-bei-neuer-pv--t123513-s20.html

Ein Vergleich mit der ehemaligen GEZ- Abgabe auf Rundfunkempfängergeräte kann hier sicherlich gezogen werden.
Auch hier hätten alle Geräte mit Rundfunkempfang vor dem 1. Januar 2013 angemeldet werden müssen.
Die Anzahl der Geräte für Rundfunkempfang war zu diesem Zeitpunkt schon für niemanden mehr Nachvollziehbar und auch nicht mehr Kontrollierbar.

Zeitverzögert hat der Gesetzgeber reagiert und den Beitrag dem technischen Fortschrittes und dem "Ist- Zustand" angepasst.

Es ist bei der Fülle der technischen Möglichkeiten heute Strom zu produzieren und deren kostengünstiger Beschaffung sicherlich eine Parallelität zu den Rundfunkempfängergeräten zu erkennen.
Sehr schnell stellt sich auch an diesem Punkt die Frage wie Zeitgemäß die derzeitigen Regelwerke für den Betrieb von Stromerzeugungsanlagen für Privatpersonen sind.
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Re: Moral und Gewissen

Beitragvon iron-age » 10.07.2018, 13:39

Stromverbrecher hat geschrieben:Jeder muss dies natürlich selbst für sein Gewissen abwägen. Schnell stellt sich daher die Frage was passiert wenn man erwischt wird?

Im Netz gibt es keine Beispiele für Klagen oder Strafen für solche vergehen. Das Risiko erwischt zu werden ist vermutlich daher als gering ein zu stufen.

Welche Ordnungswidrigkeit bzw. welches Strafrecht tangiert eine illegale Einspeisung?


Hallo Stromverbrecher,

willkommen im Forum. Ich hab auch noch nicht davon gehört, dass Jemand verurteilt wurde.
Es wäre ja für einen Konzern machbar, die haben ja eine ganze Abteilung mit Juristen, einen Privatmann, vor Gericht rund zu machen.
Aber was passiert, wenn der Privatmann vor allen Instanzen Recht bekommt?

Das wäre ein Freifahrtschein für Alle, und die Plug and Play- Anlagen liegen danach, stapelweise im Baumarkt, zum Verkauf.
Das wissen de Jungs in der Rechtsabteilung auch.

Es ist sinnvoller eine subtile Angst zu verbreiten, als ein Gerichtsprozess zu führen. Den Deutschen kann man leicht Angst einjagen, das klappt prima.
Gleichzeitig gönnen die Menschen anderen nichts. Der Eine hat Aufwand mit dem Aufbau und der Anmeldung, und der Nächste steckt das Teil, einfach in die nächste Steckdose. Das darf ja schon deswegen, gar nicht richtig sein
.
Moralisch sehe ich das so: Du verleihst sauberen Strom, und bekommst dreckigen Strom zurück.
Die Energiegangster haben Geld, Zeit, Wissen, und politischen Einfluss, und kriegen es trotzdem nicht auf die Reihe, eine umweltfreundliche Stromversorgung zu bauen. Die pennen auf der Überholspur. Da müssen sie sich nicht wundern, wenn sie rechts überholt werden.

MfG Georg
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