Verständnisproblem Messstellenbetreiber und Smart-Meter-Zähler

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Verständnisproblem Messstellenbetreiber und Smart-Meter-Zähler

Beitragvon Kadege » 22.04.2018, 15:50

Vielleicht könnt ihr auch mein grundsätzliches Verständnisproblem aufklären - diese Smart-Meter-Zähler werden jetzt also demnächst verbindlich. Sinn ist, dass die Höhe der Einspeisung zeitnah beobachtet wird, richtig?

Wie läuft das in der Praxis, hat dann jeder Messstellenbetreiber ein eigenes Portal oder werden die Daten an zentrale Stelle abgeliefert? Wie werden diese Daten ausgewertet und welche Konsequenzen werden aus den Einspeisewerten gezogen? Also was ist der Sinn der ganzen Aktion?

Sorry, wenn das jetzt ein wenig naiv ist, aber ich habe mich mit dem Thema nicht beschäftigt und in eurer Rundmail wurden diese Fragen nicht beantwortet.
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Re: Wir werden Messstellenbetreiber: ComMetering

Beitragvon joule » 22.04.2018, 17:24

Kadege hat geschrieben:Also was ist der Sinn der ganzen Aktion?


Mit den Smartmetern soll eine gleichmässigere Netzauslastung erreicht werden. Bei schwacher Netzauslastung wirst Du weniger, bei starker Auslastung mehr für Deinen Strom bezahlen müssen. Dies funktioniert nur mit den intelligenten Smartmetern.
Ausserdem sollst Du an Deinem Verbrauchsprofil stromfressende Geräte erkennen und diese ggf. austauschen oder zumindest weniger häufig benutzen.
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Re: Wir werden Messstellenbetreiber: ComMetering

Beitragvon cybersoft » 22.04.2018, 17:35

Kadege hat geschrieben:Wie läuft das in der Praxis, hat dann jeder Messstellenbetreiber ein eigenes Portal oder werden die Daten an zentrale Stelle abgeliefert? Wie werden diese Daten ausgewertet und welche Konsequenzen werden aus den Einspeisewerten gezogen? Also was ist der Sinn der ganzen Aktion?


Wenn die intelligenten Messsysteme kommen werden alle Daten von Erzeugungsanlagen direkt zu dem zugehörigen ÜNB übertragen, der dann einen Überblick über alle angeschlossenen Einspeiser hat und damit die Steuerung der Ausgleichsenergien besser berechnen und prognostizieren kann. Ist-Werte erhöhen die Prognosen erheblich.

Die Verbrauchsdaten nicht!
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Re: Wir werden Messstellenbetreiber: ComMetering

Beitragvon alterego » 22.04.2018, 17:44

Kadege hat geschrieben:Also was ist der Sinn der ganzen Aktion?

Zu Sinn und Unsinn gibt es genug Threads hier oder viele schöne Worte des BMWI https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossie ... usbau.html
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Wir werden Messstellenbetreiber: ComMetering

Beitragvon Kadege » 23.04.2018, 12:13

cybersoft hat geschrieben:Wenn die intelligenten Messsysteme kommen werden alle Daten von Erzeugungsanlagen direkt zu dem zugehörigen ÜNB übertragen, der dann einen Überblick über alle angeschlossenen Einspeiser hat und damit die Steuerung der Ausgleichsenergien besser berechnen und prognostizieren kann. Ist-Werte erhöhen die Prognosen erheblich.

Das heißt also, im Moment wird noch "geübt"? Denn wenn ich jetzt ein intelligentes Messsystem installieren lasse landen die Daten auf dem Server des Messstellenbetreibers und vergammelt dort. Irgendwann, wenn alle Smart-Meter installiert sind, werden die Erzeugungsdaten dann zentralisiert?
Wie wird im Endzustand der Nutzen aus diesen Daten gezogen? Die PV-Anlage lässt sich praktisch nicht regeln, also liefert sie nur Infos darüber, wieviel Leistung von anderer Seite zusätzlich bereitgestellt werden muss um den Gesamtverbrauch im Netz zu decken?

Ich möchte das System nicht bewerten sondern nur verstehen, daher meine Nachfrage.
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Re: Wir werden Messstellenbetreiber: ComMetering

Beitragvon ComMetering » 23.04.2018, 12:35

Kadege hat geschrieben:Das heißt also, im Moment wird noch "geübt"? Denn wenn ich jetzt ein intelligentes Messsystem installieren lasse landen die Daten auf dem Server des Messstellenbetreibers und vergammelt dort. Irgendwann, wenn alle Smart-Meter installiert sind, werden die Erzeugungsdaten dann zentralisiert?
Wie wird im Endzustand der Nutzen aus diesen Daten gezogen? Die PV-Anlage lässt sich praktisch nicht regeln, also liefert sie nur Infos darüber, wieviel Leistung von anderer Seite zusätzlich bereitgestellt werden muss um den Gesamtverbrauch im Netz zu decken?

Ich möchte das System nicht bewerten sondern nur verstehen, daher meine Nachfrage.


Vielleicht ist das schon die Quadratur des Kreises... Aus Sicht vieler macht das Gesamtsystem nur wenig Sinn und deshalb wird es auch mit dem Verstehen schwierig... Mittelfristig sollen die Dinger bspw. den RSE ablösen und wahrscheinlich braucht man irgendwann auch keine RLM mehr für die Direktvermarktung... Aber das ist alles noch ein ganzes Stück weg.

Ohne jetzt tief in die Diskussion einzusteigen wird ja viel über einen dezentralen Strommarkt gesprochen... Ein solcher dezentraler Strommarkt kann ohne Daten eher nicht funktionieren und Ferraris Zähler sind hier (Bauchgefühl) auch nicht geeignet. Es gibt schon eine größere Vision des Ganzen und der Rollout geht auch "irgendwie" in die Richtung... Der unmittelbare Zusammenhang wird aber tatsächlich nicht klar. Damit bin hier schon bei Dir: es wird geübt, aber irgendwann muss man damit anfangen.

Wir haben aufgehört uns die Frage nach dem warum und dem Sinn zu stellen, aber m.E. gibt die Kosten-Nutzen-Analyse am ehesten Einblick was man sich davon verspricht... Diese findest DU u.a. im Downloadbereich auf der ComMetering Seite.
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Re: Verständnisproblem Messstellenbetreiber und Smart-Meter

Beitragvon jodl » 23.04.2018, 12:39

ist alles nur Theorie weil es ja überhaupt noch kein zugelassenes System gibt daß sich jemand einbauen lassen könnte.
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Re: Wir werden Messstellenbetreiber: ComMetering

Beitragvon joule » 23.04.2018, 12:58

Kadege hat geschrieben:Ich möchte das System nicht bewerten sondern nur verstehen, daher meine Nachfrage.


Die Suchmaschinen liefer nach Eingabe von "Smartmeter Sinn und Zweck" bsw. das folgende Ergebnis:

"Anwendungsbereiche

Für Versorger ist die Verwendung der Smart Meter interessant, um die Bereitstellung dem Verbrauch anzupassen.
Fernauslesbare Zähler machen auch die jährliche Ablesung vor Ort überflüssig, da die Zählerdaten elektronisch vom Anbieter ausgelesen werden können. Außerdem können die Ablesungen und auch die Abrechnungen mehrerer Versorgungsnetze kombiniert werden. Der Einbau kommunikativer Zähler ist primär dann interessant, wenn für Strom- oder Gaszähler, wo zunehmend eine gesetzliche Verpflichtung besteht, sowieso eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden muss, sowie beim routinemäßigen Austausch alter Zähler.

Als optionaler Kundenservice werden variable Tarife, zum Beispiel stundenweise oder lastvariable Abrechnung möglich und damit auch bessere Tarifsysteme. Für den Verbraucher ist auch interessant, dass die Geräte über eine Schnittstelle, etwa via Fernseher oder Computer, aktuelle Daten liefern. Damit kann der Verbrauch optimiert werden, sowohl durch Änderung des Nutzungsverhaltens, wie im Ausfindigmachen von Geräten mit besonders hohem Verbrauch.

Insgesamt können intelligente Zähler nicht nur wirtschaftlich interessant sein, sie dienen auch der nachhaltigeren Ressourcennutzung. "

https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_Z%C3%A4hler

Im 2. Beitrag von oben hatte ich das bereits in ähnlicher Weise erklärt. !
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Re: Verständnisproblem Messstellenbetreiber und Smart-Meter

Beitragvon alterego » 23.04.2018, 15:00

Ist halt viel kann und möglich, andere Länder sind mit der Einführung ja schon viel weiter und ich sehe nicht, daß es dort im Haushaltsbereich großartig andere Stromtarife gibt oder der Verbrauch nennenswert gesunken ist (wohl auch, weil in den meisten Ländern der Strom noch billiger ist als bei uns und bei uns ist er imo schon zu billig, wenn man liest wieviel manche so verbrauchen).

Den Sinn von Gesetzen zu hinterfragen ist oft müßig. Hier will es (im Kern, die Umsetztung ist Sache der Länder) die EU (die ursprüngliche Richtlinie ist aus 2006 :!: womit die Anfänge auf vor 2000 zurückgehen dürften) so, so lange beschäftige ich mich noch nicht mit dem Thema um mich noch zu erinnern, wie die damals auf die Idee gekommen sind.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Verständnisproblem Messstellenbetreiber und Smart-Meter

Beitragvon joule » 23.04.2018, 15:52

alterego hat geschrieben:Den Sinn von Gesetzen zu hinterfragen ist oft müßig.


Mag sein. Mir fällt aber gerade ein weiterer Grund für die Einführung der Smartmeter ein: Die Netzbetreiber sehen künftig, wer eine Guerilla-Anlage betreibt und unerlaubt einspeist. Das Zurückdrehen der Zähler zwecks "Kostenersparnis" wird ebenfalls nicht mehr möglich sein.
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