Power to heat System - aber welcher Versorger?

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Power to heat System - aber welcher Versorger?

Beitragvon sixeleven » 21.05.2018, 12:25

Hallo zusammen

Wir sind kurz vor Fertigstellung eines Neubaus mit PV-Anlage, LW-Wämepumpe, Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. WP und Heizung sind nach dem Power to heat System gekoppelt, was imho eine gute Sache ist, da wir damit eine höhere Autarkie erreichen als wenn die Komponenten solitär vor sich herumwurschteln. Da 100% Homeoffice, macht das bei mir besonders Sinn.

Das Problem ist, und das hatte ich nicht erwartet, dass dieses privat wohl noch nicht so oft praktizierte System bei den Energieversorgern nun für Verwirrung sorgt. Der lokale Energieversorger LEW unterstützt das System und alles wäre gut, wenn der Hausstrom mit über 33Ct/kwh nicht viel zu teuer wäre. Der WP-Strom ist mit knapp 19Ct ok. Nun hatte ich naiverweise gedacht, gut, dann beziehe ich den Hausstrom halt anderswo. Das Problem ist aber, dass das Messkonzept 2 Zweirichtungszähler vorsieht und es keine dedizierten Verbräuche für "nur Hausstrom" oder nur "Wärmepumpe" gibt, da die PV beides nach Möglichkeit unterstützt. Ich kann also nicht einfach eine Zählernummer in ein Onlineformular eintragen und Strom bestellen. Es müssen beide Zähler abgelesen und verrechnet werden. Und genau an diesem Punkt stehe ich jetzt... Stromio lehnt das Prozedere ab, Vattenfall braucht anscheinend mehrere Tage zum Nachdenken, andere günstige Anbieter kannten das System gar nicht und sehen da auch keine Möglichkeit.

Ich würde nur ungern der LEW das Geld in den Rachen werfen, weil der Tarif in meinen Augen einfach zu weit von Mitbewerbern entfernt ist, nur unwesentlich günstiger als deren Grundversorgertarif. Verhandeln wollen sie nicht.

Hat hier jemand eine Idee wie ich das Problem lösen kann oder Erfahrungen die mir weiterhelfen?

Schöne Pfingsten und Grüße
Ingo
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Re: Power to heat System - aber welcher Versorger?

Beitragvon jodl » 21.05.2018, 13:35

vielleicht solltest du erst Mal erklären was diesen Power To Heat System eigentlich ist.
Recht weit verbreitet scheint das ja nicht zu sein, zumindest hab ich noch nichts davon gehört.
Auf den ersten Blick liest sich das wie ein besonderes, kompliziertes Meßkonzept das alternative Lieferanten abschrecken soll, was ja offensichtlich auch funktioniert.
Wer hat sich dieses System denn ausgedacht, du selbst?
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Re: Power to heat System - aber welcher Versorger?

Beitragvon sixeleven » 21.05.2018, 13:51

Haha, nein,ist nicht von mir.
P2H wird auch von vielen großen Versorgern im ganz großen Stil verbaut und hat mit Sicherheit Zukunft. Dabei wird überschüssige Energie in Wärme gewandelt (in dem Fall in der WP/Pufferspeicher) bevor man sie zu billig einspeist.

Strom der von der PV kommt, wird zunächst als Hausstrom bereitgestellt (was für mich als Homeoffice-Angestellter Sinn macht), der Rest wird von der Wärmepumpe zum Heizen bzw. für die Brauchwassererwärmung zur Verfügung gestellt, bleibt jetzt noch etwas übrig, wird es eingespeist. Die PV wird dabei intelligent gesteuert und versucht so möglichst wenig Strom einzuspeisen. Bei geringem oder keinem Ertrag wird der Strom halt von extern bezogen.

All diese Stromflüsse werden von den beiden Zählern erfasst, müssen aber gegengerechnet werden um auf die dedizierten Verbräuche der Wärmepumpe und des Hausstroms zu kommen, der von extern bezogen wurde.

Unser Heizungs- und PV-Betrieb hat uns davon abgeraten Hausstrom und Wärmestrom von verschiedenen Anbietern zu beziehen, weil es dann garantiert Ärger mit falschen Abrechnungen gibt. Muss auch nicht, mir reicht ja einer, wenn der Preis stimmt. Nur scheint auch das problematisch zu sein. Wir haben leider nicht gewusst, dass wir uns mit dem eigentlich fortschrittlichen System bürokratischen Ärger ins Haus holen, weil es noch zu neu ist. Eigentlich ist es simpel, nur die Abrechnung ist halt etwas mehr als nur 2 Zähler abzulesen.

In dem angehängten Diagramm kann man die Verschaltung sehen, Z3 haben wir nicht. Hier noch mehr Info: https://www.lew.de/privatkunden/energie ... strom-plus
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Re: Power to heat System - aber welcher Versorger?

Beitragvon passra » 21.05.2018, 14:08

Fortschrittlich ist daran gar nichts, ich sehe nur Augenwischerei. Klar liest es sich schön, den PV-Strom auch für die WP-Tarif nutzen zu können. Dafür ist aber der Haushaltsstrom exorbitant teuer, wie du ja schon bemerkt hast.
Mein Tip: ALLE Verbraucher (auch die WP) über einen Zähler laufen lassen und für diesen Anschluss einen vernüftig eingepreisten Tarif suchen. Dann klappt das mit dem Eigenverbrauch genau so gut, wenn nicht besser und du sparst dir die 2. Zählergrundgebühr, was im Endeffekt vermutlich dann sogar günstiger kommt als dieser Quatsch.

Ach ja, das P2H, das bei großen Energieversorgern angewendet wird, ist ein Begriff und eine Technik im Zusammenhang mit der Sekundär- und Tertiarregelleistung und hat mit dem Nutzen der PV-Erzeugung für eine WP aber so gar nix zu tun.
Bei P2H wird Sekundärregelleistung in großen Heißwassererzeugern in WW umgesetzt und dann z.B. in der Fernwärmeanlage verbraucht.
Oder in Zeiten negativer Strompreise zusätzlich Energie aufzunehmen und umzusetzen.
Primäres Ziel ist es dabei aber IMMER, die elektrische Energie zu vernichten und DAFÜR Geld ZU ERHALTEN und nicht, weniger Energie einzuspeisen, weil sich das nicht rentieren würde.
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Re: Power to heat System - aber welcher Versorger?

Beitragvon alterego » 21.05.2018, 16:38

Grundsätzlich schließe ich mich @passra an, bei einem gut isolierten Haus braucht die WP so wenig, daß sich ein eigener Zähler nicht rechnet.

Sonst hat man dir Unsinn erzählt. Die LEW Verteilnetz hat als (vermulich gleichzeitig) Meßstellenbetreiber den Versorgern alle nötigen Daten mitzuteilen, in dem Fall über sog. virtuelle Zählpunkte. Wenn die das der LEW xyz mitteilen können, können die das auch den Anbietern A und B mitteilen. Sollte das nicht gehen, wäre das ein Fall für die Bundesnetzagentur, da eine Diskriminierung anderer Anbieter vorliegt.
Was du also brauchst um die Anbieter zuwechseln sind die Bezeichnungen der virtuellen Zählpunkte statt die klassischen Zählernummern.

OT: ich hoffe man hat dir für deine (nach Signatur) 6,6kWp nicht auch noch einen Erzeugungszähler gesetzt, der kostet Geld und ist aber nciht zwingend nötig. Für dich und das Finanzamt kannst du die Erezugung auch aus dem WR auslesen und den VNB geht sie nichts an (sofern die Anlage nicht shcon vor 4/12 errichtet wurde).

OT2: schön, daß die LEW verteilnetz das von sich aus anbietet, hier im Forum wird immer wieder danach gefragt aber viele VNB können da leider nciht anbieten...

OT3: wenn sie dir "blöd kommen" kannst du imemr noch den Meßstellenbetreiber wechseln, dann bekommst du von der LEW nur noch deine Einspeisevergütung und den Rest machen andere.

OT4: Der Rundsteuerempfänger der LEW ist extrem teuer, schon deshalb empfihlt es sich bei denen genau zu rechne, ob man wirklich Mehrtraif haben will

Jetzt habe ich aber wirklich fertig.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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