Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

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Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

Beitragvon raffix » 30.08.2018, 09:31

Guten Tag zusammen,

noch bin ich neu im Forum, hoffe aber bald intensiver einsteigen zu können.

Aktuell bin ich in der Planung einer PV-Anlage, leider finde ich bislang sehr wenig Infos darüber wie man all die Möglichkeiten abrechnet oder kombiniert, wenn man Mieter hat und selbst im gleichen Gebäude als Eigentümer mitwohnt.
Das erscheint mir recht aufwändig bis unmöglich zu sein, aber vielleicht bekomme ich Hilfe oder Denkanstöße von euch.

Hier ein Beispiel:
PV-Anlage (unter 30kWp, eventuell auch unter 10kWp), neu gebaut, die nach EEG den Großteil einspeist und den kleineren Teil an mich als Eigentümer für Selbstverbrauch liefert.
Das Warmwasser (für den Mieter und mich) wird bislang über eine Gasheizung erwärmt. Um im Sommer die Heizung abschalten zu können, kommt nun eine Brauchwasserwärmepumpe dazu. Abrechnungstechnisch kein Problem, solange ich Netzstrom habe. Wenn ich jetzt aber meinen Eigenverbrauch erhöhen will und die Brauchwasserwärmepumpe auch mit PV-Strom betreibe, wirds kompliziert.
Nehmen wir an, ich selbst habe ich einen Zweirichtungszähler, die PV-Anlage hat natürlich einen separaten Zähler, die Brauchwasserwärmepumpe logischerweise auch. Ergänzung: Mieter und ich haben natürlich auch Wärmemengenzähler.

Wie rechne ich das jetzt ab?
1) gegenüber dem Mieter
2) gegenüber dem Netzbetreiber? Wie hoch ist jetzt mein Eigenanteil?

Um 1) und 2) beantworten zu können müsste ich ja folgendes wissen:
1. Wie viel Strom habe ich selbst aus PV genutzt? (Wie ist dieser "Eigenverbrauch / Eigenanteil" eigentlich definiert, wenn ein Teil in die Wärmepumpe geht? Wie misst man das?)
2. Wie viel habe ich aus der PV eingespeist? (Vermutlich leicht zu bestimmen)
3. Wie viel Strom hat die Wärmepumpe insgesamt gebraucht? (Leicht zu messen)
a) Wie viel ist davon auf den Mieter entfallen? (Keine Ahnung wie man das bestimmen soll)
aa) Wie hoch ist der PV-Anteil davon? (Noch weniger Ahnung wie man das messen soll)
b) Wie viel ist davon auf mich entfallen? (Keine Ahnung wie man das bestimmen soll)
bb) Wie hoch ist der PV-Anteil davon? (Noch weniger Ahnung wie man das messen soll)
4. Die schwierigste und wichtigste Frage für mich: Darf ich überhaupt PV-Strom in die Brauchwasserwärmepumpe leiten und der Mieter nutzt das mit? Oder werde ich dadurch zum Stromversorger, weil ich indirekt Strom (in Form von Warmwasser) an den Mieter liefere?

Gerade der Punkt 4 macht mir seit Wochen richtig Kopfzerbrechen. Ich hätte zum Beispiel gerne Mieterstrom gemacht, aber der Aufwand und die rechtlichen Frage sind so hoch bzw. so unsicher, dass ich keine Ahnung habe, wen ich da fragen soll. Für Mieterstrom gibt es Dienstleister, die sagen aber alle: Lohnt sich erst ab XY Mieteinheiten (= Großprojekte). Aber das ist ein eigenes Thema...

Hat jemand von euch eine Idee oder einen Ansatzpunkt wie ich diese Fragen klären könnte oder technisch wie ich das ganze überhaupt bewältigen kann? Gibt es da Vereinfachungsregeln oder Kniffe, die ich übersehen habe?

Ich freue mich auf Anregungen!

Viele Grüße
Andreas
raffix
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Re: Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

Beitragvon jodl » 30.08.2018, 10:31

ich würde mir da keinen Kopf machen
PV mit Direktverbrauch, daran angeschlossen deine Wohnung und die Wärmepumpe.
Verrechnung vom Warmwasser an den Mieter machst du irgendwie wie es euch passt.

Und wenn du niemandem auf die Nase bindest daß du bla bla bla usw. .... dann weiß das auch keiner.

Noch gibt es keine EEG Umlagen Stasi die das kontrollieren muß
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Re: Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

Beitragvon raffix » 30.08.2018, 10:54

:danke: Daran habe ich auch schon gedacht.
Gerade beim Brauchwasser ist der (preisliche) Unterscheid auch viel zu gering, dass man das guten Gewissens machen kann.

Die Lieferung von Strom an Mietern bleibt leider ein Ärgernis. Ich hoffe, der Gesetzgeber bessert da nach!
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Re: Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

Beitragvon flosky » 30.08.2018, 10:56

wuerd ich auch so aehnlich sehen, du darfst ja deinen strom nach gutduenken verbraten. so gigantisch hoch ist der verbrauch einen brauchwasserWP auch wieder nicht! solange du nicht heizwasser aufbereitest, haelt sich das in grenzen und is glaub ich nicht mal richtig sichtbar, schon gar nicht bei einer 30kWp anlage...
du lieferst ja nicht den strom selbst, das waer deutlich komplizierter!
du machst dir einen preis fuer die kWh warmwasser (per waermezaehler) aus, das verrechnest du ueber die betriebs/energiekosten und fertig!
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Re: Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

Beitragvon raffix » 30.08.2018, 15:07

Vielen Dank, flosky. Das klingt nach einem gangbaren Weg.
Und die Mieter sind froh, wenns günstiger wird. Das ist die Hauptsache.
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Re: Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

Beitragvon alterego » 30.08.2018, 16:57

Läuft das Richtung Einliegerwohnung, bei der du den Verbrauch für die Nebenkosten nicht zwingend messen mußt? Sonst stellt sich die Frage 3 z.B. gar nicht, weil du schon eine Messung im Warmwasserzweig hast.
Den ("Haus-")Strom mißt man dann einfach mit eienr Zählerkaskade, das ist nicht besonders aufwändig und wirst du ja auch bisher schon irgendwie machen. Muß man evtl. etwas umverdrahten, ich finde das passende Bild aber gerade nicht :(

Bei nur einem Mieter kann man auch über eine Stromlieferung an den nachdenken, ist auch kein riesiger Aufwand. Man kann sich die Arbeit aber auch sparen, weil man mit einen günstigen Versorger derzeit noch kaum mithalten kann.
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

Beitragvon raffix » 30.08.2018, 17:31

(Leider) ist es nicht nur eine Einliegerwohnung, sondern es sind zwei.
Den Hausstrom könnte man mit einer Zählerkaskade messen, ich wüsste dann aber nicht wie ich den PV-Anteil daraus bestimmen könnte. Ich mache mir aber nachher nochmal Gedanken und falls ich eine Idee habe, poste ich hier mal die Kaskade auf.
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Re: Photovoltaik, Brauchwasserwärmepumpe und Mieter?

Beitragvon ComMetering » 30.08.2018, 21:30

raffix hat geschrieben:4. Die schwierigste und wichtigste Frage für mich: Darf ich überhaupt PV-Strom in die Brauchwasserwärmepumpe leiten und der Mieter nutzt das mit? Oder werde ich dadurch zum Stromversorger, weil ich indirekt Strom (in Form von Warmwasser) an den Mieter liefere? Gerade der Punkt 4 macht mir seit Wochen richtig Kopfzerbrechen.


ganz grundsätzlich bin ich hier bei den anderen Meinungen: Wo kein Kläger da kein Richter, allerdings würde ich in diesem Fall sagen, dass es selbst mit Kläger doch kein Problem geben sollte, da Du keinen Strom lieferst. Aus meiner Sicht ist das echter Eigenverbrauch, wenn Du Betreiber der WP bist.

Bild der Kaskadenmessung nochmal unten. Bei Dir käme bei 30 kWp noch ein Erzeugungszähler dazu und den brauchts DU auch um den Eigenverbrauch zu bestimmen. (DIeder ist definiert als Erzeugung minus Einspeisung)
Wenn ich jetzt keinen Knoten im Hirn habe (vielleicht habe ich den), wäre
- der EIgenverbrauch ingesamt die Erzeugung minus Auspeisung an Z2
- der Eigenverbrauch HH wäre die Erzeugung mins Ausspeisung an Z1
- der Eigenverbrauch der WP die Eigenverbrauch gesamt - EIgenverbrauch HH
- Bezug der WP wäre Bezug an Z2 minus Bezug an Z1

Ich sehe keine Möglichkeit zu bestimmen wie Du den Eigenverbrauch in Wärmelieferung übersetzt.
DIe Stromzähler der Mieter wären physikalisch von der PV getrennt, so dass hier nicht beliefert wird.

Was mit Blick auf die Abrechnung noch etwas tricky ist: wie bewertetest Du den Eigenverbrauch der WP monetär. DIe heizkostenverordnung sagt doch, dass du Strombezugskosten der WP weitergeben kannst... der Eigenverbrauch kostet ja nichts und das könnte dann schwierig werden. Aber imho ist das eher Heizkostenverordnung und nicht EEG...

Die Hoffnung das Mieterstrom einfacher wird habe ich nicht... Stell Dir vor das könnte jeder machen - die armen Energieversorger :ironie:
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