Aufbau Stück für Stück

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Re: Aufbau Stück für Stück

Beitragvon PV tut Not » 12.07.2018, 10:34

Hm, _eigentlich_ hatte ich auf Modulebene auch kein Schattenmanagement der Optimierer erwartet. Das sollen doch die Bypass-Dioden ran.

Ich habe das immer so verstanden, daß der Optimierer dafür sorgt, daß bei einem Spannungseinbruch des Moduls die Stringspannung für den WR hoch gehalten wird (der jeweilige Anteil des betroffenen Moduls eben), damit nicht der ganze String einbricht.
Liege ich damit falsch?

Ein Indiz dafür waren auch die schlechten Erträge der Module 2.1.11/12/13 am SE5K im Sommer 2017. Die restlichen Module waren im Osten und Westen. Obwohl die 3 Module die gleiche Einstrahlung wie die anderen Module auf der Südseite bekommen haben (mehr oder weniger jedenfalls), war der Ertrag über den Tag nur etwa halb bis zweidrittel so groß wie der der anderen Module. Ich habe das damit begründet, daß einfach zu viele Module weggefallen sind, damit die restlichen Optimierer die Stringspannung wirklich auf den 750V halten können. Nachdem jetzt, nach der Erweiterung, mehr Module in diesem String hängen, auch ein paar mehr auf der Südseite, ist das Ergebnis pro Modul deutlich besser. Die Minderleistung gegenüber den anderen Modulen liegt nur noch bei ca. 5%.


Ich bin gespannt, wie dicht ich mit dem Ertrag bezüglich der Nennleistung im Jahr herankomme.
Es heißt, daß es 1000kWh pro kWp im Schnitt sein sollen. Nun bringen die Nordmodule sicherlich nicht soviel, hier und da ein wenig Verschattung.
Nach Nennleistung wären es 19,53MWh. Hochgerechnet für 2018 sind es 18,3MWh (allerdings bis 21. Februar nicht extrapoliert, bis dahin war die PV nur 9,81kWp groß). Wenn es so kommt, bin ich zufrieden.
Zuletzt geändert von PV tut Not am 12.07.2018, 10:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aufbau Stück für Stück

Beitragvon Weidemann » 12.07.2018, 10:45

PV tut Not hat geschrieben:Hm, _eigentlich_ hatte ich auf Modulebene auch kein Schattenmanagement der Optimierer erwartet. Das sollen doch die Bypass-Dioden ran.

Die Bypassdioden reagieren aber nur auf den Modulstrom, der vom Optimierer oder WR vorgegeben wird. Solange der Optimierer die Modulspannung hoch- und damit den Strom niedrig hält, können die Dioden nicht durchschalten. Das Schattenmanagement in einem normalen WR macht nichts anderes, als regelmäßig die ganze Kennlinie zu durchfahren und zu schauen, wo die meiste Leistung kommt, um dann diesen Punkt (Strom und Spannung) einzustellen. Genau das gleiche müssten die Optimierer mit dem einzelnen Modul machen.

Ich habe das immer so verstanden, daß der Optimierer dafür sorgt, daß bei einem Spannungseinbruch des Moduls die Stringspannung für den WR hoch gehalten wird (der jeweilige Anteil des betroffenen Moduls eben), damit nicht der ganze String einbricht.

Es geht weniger um die Spannung (die ist auch bei verschatteten Modulen fast genauso hoch), sondern um den Strom (der ist linear zur Einstrahlung).
Du hast schon Recht damit, dass die Optimierer das Modul vom String entkoppeln, und auch den Betrieb eines Moduls bei z.B. halber Eintrahlung ermöglichen.
Aber zusätzlich dazu sollten sie vom einzelnen Modul auch immer die maximal mögliche Leistung abnehmen. Und das tun sie offensichtlich nicht, sondern verhalten sich wie ein dummer String-WR ohne Schattenmanagement: Sobald ein Substring vom Schatten berührt wird, bricht der Strom ein. Stattdessen müsste das Modul die Spannung senken, dann könnte es immerhin die volle Leistung der unverschatteten Moduldrittel (oder bei dir eher -Viertel?) abnehmen.
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Re: Aufbau Stück für Stück

Beitragvon PV tut Not » 12.07.2018, 11:09

Weidemann hat geschrieben:Stattdessen müsste das Modul die Spannung senken, dann könnte es immerhin die volle Leistung der unverschatteten Moduldrittel (oder bei dir eher -Viertel?) abnehmen.
Also Modulspannung runter für Teilleistung, aber Optimiererspannung hoch für WR/String-Spannung?
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Re: Aufbau Stück für Stück

Beitragvon eba » 12.07.2018, 11:27

So sollte das sein, aber wenn der Optimizerspannung schon am Anschlag bei 60V liegt, bekommt es seine Leistung nicht weg. Dann muss er sogar aus dem MPP fahren, wohin sollte er mit der nicht abgenommenen Leistung? Den Strom kann er nicht alleine erhöhen, da fehlt die Unterstützung der anderen Module.
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Re: Aufbau Stück für Stück

Beitragvon Weidemann » 12.07.2018, 11:33

Was die Optimiererspannung macht, entscheidet sich am Zusammenspiel insgesamt. Die müsste (wenn sich sonst nichts ändert, also konstanter String-Strom) bei Verschattung eines Moduls auch sinken.
(Bei den Schatten-Beispielen ist die Optimiererspannung nicht der limitierende Faktor, da sie meist 0-40V beträgt, und nur selten auf 50V kommt -> da wäre noch Reserve drin.)

Während der Schatten nach und nach die langen Modul-Viertel (=Substrings) berührt, müsste die Modulspannung runter, bei deinen Modulen in vier Stufen (weil wohl auch vier Bypassdioden), und entsprechend müsste auch die Leistung in vier Stufen runtergehen, . Stattdessen bleibt die Spannung aber hoch, und die Leistung bricht sofort ein, wenn das Modul vom Schatten berührt wird.

(Anders ists, wenn Schatten auf der kurzen Modul-Seite hereinwandert, und alle Modul-Viertel gleichzeitig berührt: Dann kann auch ein Schattenmamagement nichtsmehr retten, weil keine unverschatteten Substrings mehr vorhanden sind.)
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Re: Aufbau Stück für Stück

Beitragvon PV tut Not » 12.07.2018, 12:22

In der Produktbeschriebung steht folgendes:
Die SolarEdge Leistungsoptimierer steigern den Energieertrag von PV-Anlagen, indem der Punkt der maximalen Leistungsabgabe (MPPT) für jedes Modul einzeln gesucht wird.
[...]
Bei der Verwendung von SolarEdge Wechselrichtern behalten die Leistungsoptimierer automatisch eine feste Strangspannung bei ...
Jetzt stellt sich natürlich die Frage:
Ist die Leistung, die in meinem Fall rauskommt, schon die maximale Leistung?
Wäre es ohne Optimierer noch schlechter?
Oder würde es anders sogar besser gehen?

Welches Bauteil müßte jetzt eigentlich die Modulspannung runternehmen? Optimierer würde ich anhand deiner vorigen Ausführungen sagen.
Also arbeitet der Optimierer eventuell nicht so, daß er das Maximale aus dem Modul hausholt.
Die weitere Frage ist: Warum?
Gibt es die Funktionsweise des Optimieres einfach nicht her oder arbeitet er fehlerhaft?

Da werde ich mich mal an den Solarteur wenden, ob er was dazu sagen kann. Und ich schicke ihm auch mal die Screenshots.
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Re: Aufbau Stück für Stück

Beitragvon Weidemann » 12.07.2018, 12:46

Dein Solarteur wird da nichts dazu sagen können, aber er soll mal die Technik bei SolarEdge fragen:
-Durchlaufen die Optimierer regelmäßig die Kennlinie des Moduls, um das globale Maximum zu finden, und wenn ja wie oft?
-Wieso können die Optimierer die Modulspannung teils nicht unter 20V senken?

Ob es ohne Optimierer besser oder schlechter ist, hängt von der Situation ab:
hier habe ich überschlagen, dass ähnlich viel Energie durch fehlendes Schattenmanagement verloren geht wenn der Schatten in 30min über das Modul wandert, wie das Modul in mehreren Stunden Verschattung anschließend durch den Optimierer liefern kann.
Wenn der Schatten in 5min über das Modul wandert, geht nicht viel verloren.

PV tut Not hat geschrieben:Welches Bauteil müßte jetzt eigentlich die Modulspannung runternehmen? Optimierer würde ich anhand deiner vorigen Ausführungen sagen.
Also arbeitet der Optimierer eventuell nicht so, daß er das Maximale aus dem Modul hausholt.
Die weitere Frage ist: Warum?
Gibt es die Funktionsweise des Optimieres einfach nicht her oder arbeitet er fehlerhaft?

Genau, das müsste der Optimierer machen.
Von der Hardware kann das jeder WR mit einem ausreichend großen Eingangsspannungsfenster, also auch der Optimierer (bei normalen Modulen aber nur, wenn der Optimierer unter 20V kommt!!!). Diese Funktion müsste in der Firmware hinterlegt sein.
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