Wie funktioniert der Photovoltaik-Speicherpass?

VonInes Rutschmann

Wie funktioniert der Photovoltaik-Speicherpass?

Rund 10.000 Stromspeicher haben Solarstromerzeuger in Deutschland bislang installieren lassen. Nach wie vor handelt es sich für viele Handwerksunternehmen um ein neues Geschäftsfeld. Als Leitfaden bei der Installation eignet sich hierbei der Photovoltaik-Speicherpass. Zugleich dient er Speicherbetreibern der Dokumentation sowie als Sicherheit.

Im Speicherpass vermerkt der Installateur, um welches Batteriesystem es sich handelt und wie es angeschlossen ist. Foto: Photographee.eu/Fotolia

Im Speicherpass vermerkt der Installateur, um welches Batteriesystem es sich handelt und wie es angeschlossen ist. Foto: Photographee.eu/Fotolia

Ähnlich dem Anlagenpass für Photovoltaikanlagen haben der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) in diesem Jahr den Speicherpass entwickelt. Diesen können Installateure dem Kunden ausstellen. In dem drei Seiten umfassende Dokument werden Angaben zu den elektrischen Kenndaten des Speichers und zu seiner Installation niedergeschrieben. Das Papier soll als Qualitätsnachweis dienen und zur Dokumentation, wenn zu einem späteren Zeitpunkt wieder an das System Hand angelegt wird. An der Erarbeitung des Passes haben zudem die Netzbetreiber und die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie mitgewirkt.

Das Ausstellen des Speicherpasses erfolgt freiwillig. Installateure können dies als Dienstleistung anbieten, wenn sie wollen. Damit sie ihren nach den anerkannten Regeln der Technik vorgeschriebenen Dokumentationspflichten genügen, empfiehlt das Forum Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) aber die Nutzung des Photovoltaik-Speicherpasses. Dazu müssen sich die Installateure zunächst auf der von den Verbänden eingerichteten Internetseite www.speicherpass.de registrieren. Dies ist ein einmaliger Vorgang, der für Verbandsmitglieder 66 Euro (netto) und alle andere 99 Euro (netto) kostet. Wer registriert ist, kann sowohl den Speicher- als auch den Anlagenpass anbieten. Im Moment beläuft sich die Zahl der Firmen auf genau 1.400.

Kein nachträgliches Ausstellen eines Passes möglich

Das Ausstellen jedes einzelnen Dokuments kostet dabei wieder extra, im Falle des Speicherpasses sind es 15 Euro (netto), wenn der Handwerker dem BSW oder ZVEH angehört, und andernfalls 20 Euro (netto). Es ist anzunehmen, dass die Kosten stets auf den Auftraggeber umgelegt werden. Der Betreiber muss das Angebot zum Speicherpass natürlich nicht annehmen. Überlegt er es sich nach Inbetriebnahme allerdings anders, ist es zu spät: Nachträglich können weder der Anlagen- noch der Speicherpass ausgefertigt werden.

Die Nachweispapiere bauen dabei nicht aufeinander auf: Existiert für die Photovoltaikanlage kein Pass, kann für einen später errichteten Batteriespeicher sehr wohl das Dokument ausgestellt werden. Eine „niedrige dreistellige Zahl“ sei bisher an Speicherpässen ausgestellt worden, teilt der BSW-Solar mit. Die Masse an Speichersystemen ist damit bislang ohne Pass errichtet worden. Es ist allerdings nicht so, dass jedermann einen Batteriespeicher installieren darf: Nach DIN-Norm dürfen nur Elektrofachkräfte die Arbeit ausführen. Diese müssen sich zudem ins Installateursverzeichnis des Netzbetreibers eintragen, an dessen Netz ein dezentraler Batteriespeicher geschlossen wird.

Dokument am Computer ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben

Einige Hersteller von Speichersystemen fordern zudem, dass die Installateure, an die sie verkaufen, eine Schulung bei ihnen besuchen. Es geht dabei nicht nur darum, ein Gerät sicher ins Elektrosystem eines Hauses zu integrieren, sondern auch um den richtigen Umgang während der Lagerung und des Transports zum Kunden. Gerade Speichersysteme mit Lithium-Ionen-Batterien weisen spezielle Anforderungen in der Handhabung auf. Der BSW-Solar arbeitet gerade an einer aktuellen Übersicht über die Herstellung, den Transport und den Betrieb von Speichersystemen.

Einmal auf der Internetseite www.speicherpass.de registriert, ist die Ausstellung eines Passes recht einfach: Der Installateur kann das dreiseitige Formular am Computer ausfüllen, versieht es dann mit einer TAN-Nummer, die er online bestellen kann. Dann noch speichern, ausdrucken und unterschreiben. Die genutzte TAN-Nummer ist damit entwertet, das heißt, sie kann nicht ein zweites Mal für einen anderen Kunden eingesetzt werden. Bei Übergabe des Dokuments an den Speicherbetreiber muss auch dieser noch den Pass unterzeichnen. Er versichert damit, die gesamten Unterlagen wie Garantien, Schaltplan, Datenblätter oder Konformitätsnachweise sowie eine Einweisung zum Betrieb des Speichersystems erhalten zu haben.

KfW-Bank akzeptiert Speicherpass als Fachunternehmererklärung

Damit ist der Speicherpass die Absicherung für den Installateur, dass er seinen umfassenden Informations- und Dokumentationspflichten nachgekommen ist und nicht etwa ein Papier vergessen hat zu übergeben. Und er kann „für jeden nachvollziehbar dokumentieren, dass er nach den Regeln der Technik gearbeitet und alle erforderlichen Arbeiten fachgerecht durchgeführt hat“, sagt BSW-Geschäftsführer Jörg Mayer. Umgedreht hat der Kunde Schwarz auf Weiß, was und wie installiert wurde. Sollte später einmal eine Umrüstung durch einen anderen Handwerker erfolgen, bilden die Unterlagen die Grundlage für die Arbeit. Oder sollte im Nachhinein ein Mangel in der Installation oder an einer Komponente zu Tage treten, sollte es einfach sein, eine Nachbesserung durchzusetzen.

Wer einen zinsgünstigen Kredit für die Anschaffung eines Speichersystems über die KfW-Bank samt der Förderung durch die Bundesregierung in Anspruch nehmen will, der kann den PV-Speicherpass anstelle der Fachunternehmererklärung vorlegen. Diese beinhaltet die Erklärung, dass das System fachgerecht installiert wurde und sicher in Betrieb gegangen ist. Zusätzlich ist für die Förderung aber noch eine Erklärung des Speicherherstellers zu erbringen, dass der Installateur eine Schulung bei ihm absolviert hat.

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Ines Rutschmann editor